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Heike Thormann 7. Februar 2008

Schreibblockaden den Schrecken nehmen

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von Heike Thormann

Keine Internet-Seite ohne Text. Ob Produktbeschreibung oder Selbstvorstellung, Information oder Unterhaltung. Überall wird geschrie­ben. Jedenfalls meis­tens. Denn Schreibblockaden kön­nen nicht nur Autoren schre­cken, son­dern auch Seitenbetreiber läh­men. Versuchen Sie es dann ein­mal mit den fol­gen­den Tipps.

Webseiten-Betreiber pro­gram­mie­ren, desi­gnen, ver­kau­fen und ver­mark­ten. Und Webseiten-Betreiber schrei­ben. Denn kei­ne Internet-Seite ohne Text. Ob Produktbeschreibung oder Selbstvorstellung, Information oder Unterhaltung. Überall wird geschrie­ben.

Damit kön­nen Seitenbetreiber aber auch vom glei­chen Phänomen heim­ge­sucht wer­den, dass alle tref­fen kann, die einen Stift oder eine Tastatur in die Hand neh­men: Von einer Schreibblockade.

Wenn nichts mehr geht und Ihre Texte nicht wol­len, ver­su­chen Sie es ein­mal mit den fol­gen­den Tipps. Vielleicht fällt Ihnen das Schreiben dann etwas leich­ter.

Schreiben Sie über Ihre Blockade
Erster Schritt, wenn eine Schreibblockade Sie lähmt – schrei­ben Sie dar­über. Und nein, das ist kein Witz. Setzen Sie sich an Ihren Rechner und legen Sie los. Schreiben Sie, dass Sie gera­de ent­setz­lich blo­ckiert sind, Ihnen abso­lut nichts ein­fal­len will, Ihre Website schon lan­ge nach neu­en Texten schreit und Sie am liebs­ten die Beine in die Hand neh­men wür­den.

Lassen Sie alles raus und jam­mern Sie ohne Punkt und Komma. Damit haben Sie nicht nur fest­sit­zen­den Frust abre­agiert, son­dern sind auch gleich­zei­tig – Überraschung – ins Schreiben gekom­men. Von hier zum eigent­li­chen Text ist es dann nur noch ein klei­ner Schritt.

Schreiben Sie just for fun
Auch ein Tipp, der in Richtung Psyche geht: Blenden Sie die Tatsache aus, dass Ihr Text von vie­len Menschen gele­sen wer­den wird. Stellen Sie sich vor, dass Sie nur für sich und Ihr net­tes klei­nes Projekt schrei­ben. Also kein Grund zur Aufregung. Wenn es nichts wird, hat es ja kei­ner gese­hen.

Damit neh­men Sie dem Schreckgespenst Veröffentlichung den Wind aus den Segeln. Denn oft sind es der Gedanke an das Urteil der ande­ren und unser eige­ner Perfektionsdrang, die uns dar­an hin­dern, in die Tasten, par­don, die Tastatur zu hau­en.

Wir wol­len mög­lichst gut schrei­ben, kei­ne Fehler machen, kei­ne Kritik ern­ten – mit dem Ergebnis, über­haupt nicht mehr zu schrei­ben. Deshalb: Denken Sie dar­an, Sie schrei­ben nur für sich und just for fun. Erst Ihr zwei­tes Ich nimmt dann die Überarbeitung vor und stellt Ihren Text einem poten­zi­el­len Millionenpublikum zur Verfügung.

Schreiben Sie, wie Sie spre­chen
Tappen Sie nicht in die Falle, für rich­ti­ge Texte auch rich­tig schrei­ben zu müs­sen. Zu vie­le von uns schlep­pen die Überzeugung mit sich, dass ein Text sich kei­nes­falls anhö­ren dür­fe, als ob man sich gera­de mit Lieschen Müller unter­hal­ten hät­te. Aber das Einzige, was Sie mit der Jagd nach „geho­be­ner“ Sprache errei­chen, sind Behördendeutsch – und Blockaden.

Also, schrei­ben Sie so, wie Sie spre­chen. Verknoten Sie Ihre Hirnwindungen nicht mit Amtssprache und see­len­lo­sen Phrasen. Das pro­du­ziert nicht nur einen Gedankenstau und die schon erwähn­ten Blockaden. Auch Ihre Texte kön­nen von einem natür­li­chen, leben­di­gen Tonfall nur pro­fi­tie­ren.

Vermenschlichen Sie Ihre Inhalte
Manche Themen haben es an sich, etwas schwer ver­dau­lich zu sein. Technische Details oder Produktbeschreibungen zum Beispiel. Wenn Sie für die­se Dinge glü­hen, mag es Ihnen noch leicht fal­len, Begeisterung zu zei­gen. Wenn Sie mit ihnen nur Ihr Geld ver­die­nen, mit­un­ter schon weni­ger.

Mangelnde Begeisterung ist aber auch eine pri­ma Eintrittskarte für Blockaden. Die Lösung: Verleihen Sie Ihren Produkten mensch­li­che Eigenschaften. Machen Sie aus einer Datenbank ein wan­deln­des Lexikon oder aus Ihren Hilfe-Seiten einen flei­ßi­gen Helfer.

Eher tro­cke­ne Themen, die sonst nur Anhänger und Experten begeis­tern, wer­den so von einem brei­ten Publikum ver­stan­den. Und die ver­trau­te Alltagssprache hilft Ihnen, sich mit Ihren Produkten zu iden­ti­fi­zie­ren – und Blockaden vor­zu­beu­gen.

Recherchieren Sie nicht zu viel und nicht zu wenig
Die wenigs­ten Texte dürf­ten völ­lig frei aus dem Kopf ent­ste­hen. Immer ist die eine oder ande­re Recherche nötig, muss Material gesich­tet und ver­ar­bei­tet wer­den. Wenn Sie hier zu viel Stoff sam­meln, kos­tet Sie das Zeit und womög­lich den Überblick. Wenn Sie sich mit zu wenig begnü­gen, müs­sen Sie mit Ihrem Text müh­sam auf­tau­chen­de Fragen beant­wor­ten und Lücken fül­len.

Versuchen Sie, einen gol­de­nen Mittelweg zu fin­den. Arbeitstechniken wie Mind Mapping kön­nen Ihnen hel­fen, Struktur in das Chaos zu brin­gen. Und sich die Ziele Ihres Textes vor dem Schreiben vor Augen zu füh­ren, macht es Ihnen leich­ter, pas­sen­de Inhalte zu besor­gen.

Schreiben Sie in Schüben
Texte fal­len nicht vom Himmel und flie­ßen auch nicht druck­reif aus Ihrer Feder. Schreiben ist ein Prozess. Blockieren Sie sich nicht selbst mit dem Anspruch, dass jedes Wort auf Anhieb sit­zen muss.

Schreiben Sie des­halb in meh­re­ren Schüben. Schreiben Sie mög­lichst unge­bremst Ihren Rohtext her­un­ter und über­ar­bei­ten Sie dann. Oder pro­du­zie­ren Sie ver­schie­de­ne Fragmente und fügen Sie die­se dann zusam­men. Wie bei einem Puzzle. Wenn Sie Ihre Von-Null-auf-Hundert-Erwartungen auf­ge­ben, ver­schwin­den auch Ihre Blockaden. Und nach und nach erscheint der druck­rei­fe Text.

Schreiben Sie regel­mä­ßig
Kennen Sie das Sprichwort „Übung macht den Meister“? Was für Sport und Co. gilt, gilt auch fürs Schreiben. Je öfter und regel­mä­ßi­ger Sie schrei­ben, des­to leich­ter wird es Ihnen fal­len.

Nützlich kann es hier sein, fes­te Gewohnheiten zu ent­wi­ckeln. Legen Sie sich zum Beispiel bestimm­te Schreibzeiten oder Textmengen zu. Schreiben Sie also etwa jeden zwei­ten Tag min­des­tens eine Stunde lang oder pro­du­zie­ren Sie zwei Seiten Text.

Wichtig ist, dass Sie das Ganze kon­se­quent ein­hal­ten. Rituale schen­ken Ihnen nicht nur Sicherheit und Vertrautheit. Umso bes­ser wer­den auch Ihre Texte.

Schreiben Sie an Ihrem Lieblingsplatz
Schreiben kann müh­sam und rich­ti­ge Schwerstarbeit sein. Ihr Gehirn muss gera­de meh­re­re Dinge gleich­zei­tig tun und diver­se Erwartungen kön­nen Ihnen im Nacken sit­zen. Umso mehr ein Grund dafür, es sich beim Schreiben zumin­dest so bequem wie mög­lich zu machen. Eine Umgebung, in der Sie sich wohl­füh­len, hat nach­weis­bar eine posi­ti­ve Wirkung auf Ihr Denkvermögen und Ihre Kreativität.

Finden Sie des­halb her­aus, wann, wo und womit Sie am liebs­ten schrei­ben. Wenn Sie nicht gern am Schreibtisch arbei­ten, dann las­sen Sie es. Legen Sie sich mit Ihrem Laptop aufs Sofa oder wan­dern Sie in den nächs­ten Park. Wenn Sie ein Morgenmuffel sind, dann ver­su­chen Sie, Ihre Kernarbeit in die Nachmittags- oder Abendstunden zu legen. Und wenn Ihnen das graue Rechner-Einerlei auf die Nerven geht, dann grei­fen Sie zu far­bi­ge­ren Alternativen.

Und nicht zu ver­ges­sen: Lassen Sie sich nicht ablen­ken. Anregung ist zwar gut für Ihr Schreiben. Aber die stän­di­ge Beanspruchung durch die lie­ben Mitmenschen, Telefon, eMail, Fax und Co. schon weni­ger. Ziehen Sie sich lie­ber für gewis­se Zeiten zurück und arbei­ten Sie an Ihren Texten. Danach kön­nen Sie dann wie­der in die Welt von Web und Co. ein­tau­chen.

Versuchen Sie, sich zu ent­span­nen
Ich sag­te es gera­de: Beim Schreiben muss Ihr Gehirn Höchstleistung brin­gen. Das kann es aber nicht, wenn Sie gestresst sind. Denn unter Stress wer­den die elek­tri­schen Impulse in Ihrem Gehirn behin­dert. Informationen wer­den nicht wei­ter­ge­lei­tet und Ihre Gedanken blei­ben buch­stäb­lich ste­cken. Das ist nicht nur der Grund für den berühm­ten Tunnelblick. Das ist auch der Grund für so man­che Blockade.

Da hilft nur eines: Setzen Sie bei den Ursachen an und betrei­ben Sie sys­te­ma­ti­sches Stressmanagement. Je mehr Stressfaktoren Sie aus­schal­ten kön­nen, des­to bes­ser fürs Schreiben. Versuchen Sie, sich zu ent­span­nen. Nicht weni­ge Texte und Textideen sind schon im Park oder unter der Dusche ent­stan­den. Also da, wo Sie garan­tiert nicht dar­an den­ken – ans Schreiben und Ihre Blockaden. (tm)

Erstveröffentlichung am 07.02.2008

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.

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