Texte-Turbo: So schreibst du virale Artikel, die oft geteilt werden

Texte-Turbo: So schreibst du virale Artikel, die oft geteilt werden

Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er...

Virale Beiträge zu schreiben ist nicht leicht. Doch manches Mal schafft man es, und die Beiträge verbreiten sich fast explosionsartig im Netz. Wenn es dir dann mal passiert, wirst du mit einer Menge Fragen auf deinen Artikel schauen und nicht wissen, wieso es geschehen ist. Genau das ist die Kernfrage. Warum werden Beiträge viral und kann man wirklich Beiträge so verfassen, dass sie jedes mal so abgehen?

Texte-Turbo: So schreibst du virale Artikel, die oft geteilt werden

Was sind virale Artikel?

»Viral« wird ein Beitrag, wenn er sich explosionsartig im Netz verbreitet und du plötzlich und zumeist unerwartet wesentlich mehr Traffic auf genau diesen Beitrag bekommst. Der Viraleffekt hat zugeschlagen, wenn du – genau wie ich – eines Abends große Augen machst, weil plötzlich tausende genau diesen Beitrag lesen und teilen. Ebenso liegt die Definition von »viral« immer im Auge des Betrachters. Denn für eine Seite wie Spiegel.de bedeutet das Wort Viral etwas ganz anderes als für eine bedeutend kleinere Website.

Ein Beispiel: Zwei meiner Artikel auf der Democratic Post

Normalerweise haben wir auf meinem eigenen Projekt “Democratic Post” in letzter Zeit so zwischen 700 und 1.100 Seitenaufrufe am Tag. Das nenne ich für eine Website, die erst seit dem 01.07.2015 online ist und keinerlei Werbeetat zur Verfügung hat, schon recht erfolgreich. Der betreffende Artikel, der so richtig abging, war bereits einen Monat online und schien nicht wirklich erfolgreich zu sein. Einen Monat lang kam er nicht über 15 Shares hinaus und die Seitenaufrufe waren auch nicht prickelnd. Es geht um den folgenden Artikel:

Die Wahrheit: Deutschland wirbt Flüchtlinge systematisch an

Doch urplötzlich ging der Artikel ab wie eine Rakete. Innerhalb von nur vier Tagen erhielt der Artikel nun 21.804 Seitenaufrufe, anstatt um die 500, wie zuvor. Auch die Shares gingen explosiv nach oben, man konnte direkt dabei zuschauen. Dieser Artikel ist immer noch mein erfolgreichster Beitrag und hat mittlerweile 4.205 Shares bekommen. Ein weiterer Artikel schwamm im Fahrwasser des Erfolgs mit und schnappte sich 5.709 Seitenaufrufe in der betreffenden Zeit. Er wurde bis heute 1.690 mal geteilt. Insgesamt sechs Tage ging der Höhenrausch, dann normalisierte es sich wieder. Die Flut an Lesern kam bei beiden Artikeln über Facebook, Google hat sich hier nur unwesentlich beteiligt.

Texte-Turbo: So schreibst du virale Artikel, die oft geteilt werden

Welche Faktoren machen aus normalen Beiträgen virale Artikel?

Zuerst einmal: es gibt kein Geheimrezept, dass immer funktioniert. Man kann selbstverständlich seine Artikel auf virales Potenzial optimieren. Doch auf die Wirksamkeit hat man keinen Einfluss, das ist häufig echtes Glück. Niemand kann vorhersagen, ob und wann es passiert. Nicht einmal, ob es wirklich passieren wird. Der ständige Versuch, einen viralen Inhalt zu verfassen, macht jedoch deine Artikel besser, denn du lernst eine ganze Menge dabei.

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Man muss die Menschen begeistern und emotional ansprechen

“Emotionen erzeugen” heißt das Rezept. Du musst die Emotionen der Menschen ansprechen. Bereits Aristoteles beschäftigte sich 350 v. Chr. im Rahmen seiner Rhetorik für Reden mit diesem Thema. Natürlich existieren auch aktuelle wissenschaftliche Arbeiten zur Viralität. Die Professoren Jonah Berger und Katherine Milkman untersuchten hierzu circa 7.000 Artikel der New York Times, die es im Zeitraum ihrer Forschungssarbeit auf die Liste der am meisten geteilten Beiträge schafften.

Ihrer Meinung nach sind zwei Faktoren ausschlaggebend für virale Inhalte. Emotionalität und Positivität. Je besser man die Gefühle der Menschen anspricht, desto öfter werden Artikel geteilt. Doch nicht nur positive Emotionen sorgen für viele Shares, es funktionieren durchaus auch negative Emotionen, wie man an meinem Beispiel sehen kann.

Natürlich kann ich nicht mit der New York Times mithalten und auch nicht – zurzeit – beurteilen, ob mein Artikel noch öfter geteilt worden wäre, hätte ich versucht, positive Emotionen zu generieren. Dass positive Nachrichten funktionieren, wissen wir jedoch nicht erst seit Upworthy, Buzzfeed und Heftig, die allesamt auf den Wohlfühl-Emotionen-Zug aufgesprungen sind. Upworthy wurde mit diesem Konzept eine der meistbesuchten Websites der Welt.

Ein Thema, unterschiedliche Darstellungsweisen

Es ist keine große Neuigkeit, dass man Themen auf unterschiedliche Art anfassen kann. Ich kann positiv über etwas berichten, aber auch negativ. Doch die Herangehensweise allein ist nicht entscheidend, da kommen weitere Faktoren dazu – hierzu später mehr. Lasse dich doch mal auf ein interessantes Experiment ein und verfasse jeden Beitrag positiv und vielleicht humorvoll, wenn es geht. Dass könnte durchaus einen Durchbruch darstellen, daher lasse auch ich mich auf dieses Experiment ein und berichte so oft positiv, wie es passt.

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Virale Artikel: die Präsentation der Inhalte

Eine reine Textwüste mag niemand lesen. Daher solltest du deine Artikel ansprechend gestalten und mit dazu passenden Videos und Bildern ergänzen. Hier die wichtigsten Punkte, wie man seine Inhalte optimal aufbereitet.

  • Die Überschrift. Der Titel eines Artikels ist extrem wichtig, denn er macht entweder Lust darauf, einen Beitrag zu lesen oder eben nicht. Dr. Web hat bereits einen guten Artikel zum Thema publiziert.
  • Gute Zwischenüberschriften setzen. Zwischenüberschriften sind für die Leser und für Google wichtig. Versuche hier den Lesern den Mund wässrig zu machen, ohne alles zu verraten.
  • Kurze Absätze gestalten. Kurze Absätze sind wesentlich besser »scanbar« für den Leser. Denn es wird kaum noch vollständig gelesen, die Beiträge werden nach den gesuchten Informationen gescannt.
  • Texte strukturieren. Texte kann man sehr gut mit Listen strukturieren. Du kannst auch einen sogenannten Listenbeitrag verfassen. Diese Art von Inhalt ist nach wie vor sehr beliebt, wenn auch international betrachtet schon etwas ausgelutscht. Bei einem Listenbeitrag formatierst du deinen Text so, dass er in eine Liste passt.
  • Artikel mit passenden Bild- und Videomaterialien ergänzen. Versuche passende Bilder zu deinen Aussagen zu finden. Videos gehen immer gut, daher versuche deinen Text mit Videos zu ergänzen.
  • Lange Beiträge sind zumeist erfolgreicher als kurze. Google will mindestens 300 Wörter pro Artikel haben. Die Huffington Post hat für sich herausgefunden, dass Artikel zwischen 500 und 1.000 Wörter am erfolgreichsten sind. Ich empfehle Artikel um die 1.000 Wörter herum, obwohl ich auch schon kürzere, erfolgreiche Artikel verfasst habe.

Fazit

Wirklich virale Artikel kann man nicht aus dem Ärmel schütteln. Doch man kann seine Inhalte mit etwas Übung so schreiben, dass sie Emotionen wachrufen. Natürlich sollte man einen Text stets sauber strukturieren. Das hat man schnell drauf, wenn man sich Beispielartikel anschaut und die Struktur einfach nachahmt. Mit einiger Übung kann man auch die passenden Videos und etwas Bildmaterial finden, um die Beiträge damit zu ergänzen. Hast du all dies erledigt, kommt vielleicht eines Tages der Tag, an dem deine Beiträge so richtig abgehen. Ich wünsche es Dir.

Links zum Beitrag

(dpe)

Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er WooCommerce Shops mit Ladezeiten von unter einer Sekunde. Er schreibt seit 2012 für Dr. Web. Auf seinem Blog veröffentlicht er unter anderem nützliche WordPress-Snippets.

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[…] du dich in irgendeiner Art und Weise emotional angesprochen. Das sind die Inhalte, die viral gehen. Wie man einen solchen Artikel schreibt, haben wir bereits einmal behandelt. Ich empfehle dir, den genannten Artikel ergänzend zu lesen. Doch nun kommen wir zu den […]