Dieter Petereit 20. Dezember 2017

Save Christmas: Was du einem Designer auf keinen Fall schenken solltest!

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul? Sag das mal einem Designer. Sein Sinn für Ästhetik ist fast schon militant. Deshalb, pass gut auf dieses Weihnachten.

Man kann halt nicht raus aus seiner Haut.

Es ist ja nicht weniger als logisch. Menschen, die sich Tag für Tag mit der Frage, wie etwas am besten aussehen und funktionieren wird, auseinandersetzen, gehen so in dieser Betrachtung auf, dass sie auch nach Feierabend im Bewertungsmodus bleiben. Ich kann freimütig gestehen, dass es bei mir, sehr zum Missfallen meiner Liebsten, auf jeden Fall so ist.

Im Restaurant: Wer hat denn diese Speisekarte gestaltet? Meine Güte.
Beim Schlendern durch die nächtliche Stadt: Oh nein, eine Leuchtwerbung aus der Hölle.
Beim Fernsehen: Dieser Spot geht ja mal gar nicht. Welche Agentur hat den bloß verbockt?
Beim Frühstück: Unfassbar, wie viele Rechtschreibfehler bei der Lokalzeitung das Lektorat passieren.

Ich finde das vollkommen normal. Schließlich werde ich tagtäglich mit unglaublich viel schlechtem Design gequält. Dass es damit für Freunde, Bekannte und Verwandte zusätzlich schwierig wird, wenn es darum geht, mir etwas zu schenken, kann ich natürlich verstehen.

12 Dinge, die du einem Grafikdesigner niemals zu Weihnachten schenken solltest

So ist es geradezu ein Segen, dass sich die Kolleginnen und Kollegen vom Creative Bloq dieses Jahr des Themas annehmen und in einer kurzen, knackigen Infografik hilfreiche Tipps geben. Sie stellen die „12 Dinge, die du einem Grafikdesigner niemals zu Weihnachten schenken solltest“ zusammen.

Auch, wenn der ein oder andere Punkt ziemlich krass scheint, Recht haben sie:


Die ganze Infografik findest du drüben im Creative Bloq. (Screenshot: Dr. Web)

Die Tipps des Creative-Bloq-Teams lassen sich grob zusammenfassen in dem Ratschlag, dass du einem Designer keinen Schund schenken solltest. Das klingt snobistisch, ist aber dennoch ein guter Rat, denn wem ist geholfen, wenn dein doch gar nicht so billiges Geschenk nach Weihnachten im Restmüll landet?

Dabei kannst du diese Art von Peinlichkeit ganz leicht vermeiden, wenn du deinen eigenen Geschmack nicht zum Maßstab deines Handelns erhebst. (Es sei denn, du bist Grafikdesigner(in)). Lustige Katzenbildchen auf einer billigen Porzellantasse aus dem nächsten Nanunana findet der Designer nicht lustig. Grausige T-Shirts mit Cliparts und Slogans aus einem Poesialbum der Sechziger ebenfalls nicht. Und ein Bleistift ist noch lange kein Bleistift, wie auch ein Notizbuch nicht im Grunde das gleiche wie ein Moleskine ist.

Wenn du schon irgendwelchen teuren Schund gekauft hast und dich partout jetzt nicht mehr davon abbringen lassen willst, es auch zu schenken, dann achte wenigstens auf eine großartige Verpackung. So wird das Unboxing zum eigentlichen Geschenk. Und heb den Kassenbon auf…

Wenn du jetzt empört bist, sei es ruhig. Besser ich empöre dich, als die Zielperson deines Geschenks und bedenke, dass ich es hier deutlich überspitzt habe, so wie es die Kollegen vom Creative Bloq natürlich auch tun. Lies es mit der gebotenen Gelassenheit…

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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