Dieter Petereit 13. November 2018

Retro-Design: Kunstwerke aus Audiokassetten von Benoit Jammes

Kinder der Siebziger und Achtziger dürften sich besonders für die „Skulpturen“ interessieren, die wir euch heute zeigen wollen. Der französische Künstler Benoit Jammes fand einen Schuhkarton alter Audiokassetten in seinem Keller. Da er jedoch nicht mehr über ein entsprechendes Abspielgerät verfügte, entschloss er sich kurzerhand, die Tonträger aus dem akustischen Wirkungskreis in den visuellen zu überführen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen…

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Benoit Jammes: Ein Gespräch über Schuhkartons, Leben und Tod und zukünftige Projekte

Hallo Benoit. Stell dich unseren Lesern bitte kurz vor.

Ich bin 38 Jahre alt, Grafikdesigner und lebe in Paris in Frankreich. Ich habe keine Kunstschulen besucht, aber ich liebe jede Art kreativen Schaffens, schon seit ich mich erinnern kann. So beschloss ich, Freizeit-Künstler zu werden, im Einklang mit meinem Beruf und meiner Familie und dazwischen ;-)

Du hast kürzlich eine Reihe Bilder veröffentlicht, auf denen handgemachte Kassettendesigns zu sehen sind, die dem ursprünglichen Nutzen eher nicht entsprechen. Wie kamst du auf so eine Idee?

Ich fand einen Stapel alter Kassetten bei mir zu Hause. Da ich aber keinen Kassettenspieler mehr habe, beschloss ich, den Tapes eine Art neues Leben zu ermöglichen. Erfunden zum Hören, wandelte ich sie um in etwas zum Ansehen. Ich nehme auch an, dass die Kassetten jetzt glücklicher sind als bislang, in einem Schuhkarton vor sich hin staubend :)

Ist diese Arbeit rein digital oder hast du tatsächlich mit echten Werkzeugen echte Hand an echte Kassetten angelegt?

Alles was ihr hier seht ist echt, echte Kassetten, echte Bilderrahmen, alles. Ich habe von Hand geschnitten, geformt und bemalt. In der Zukunft werde ich Gelegenheit haben, das gesamte Set an verschiedenen Orten auszustellen. Wenn ihr Gelegenheit habt, kommt vorbei!

Die Motive sind durchaus unterschiedlich, aber es scheint mir, dass du recht deutlich das Thema Leben und Tod in deinen Werken fokussiert. Gibt es da eine versteckte Botschaft?

Das ist interessant. Noch nie hat mich jemand darauf hingewiesen, wär mir selbst nicht aufgefallen. In der Tat handelt es sich bei Kassetten heutzutage um „tote Objekte“, vielleicht hat mich das beeinflusst. Jetzt findet man diese alten Medien vorwiegend in Sammlungen, das ist schon irgendwie ganz schön nostalgisch. Und eben dieser Aspekt hat mich darin bestärkt, die toten Objekte wieder zum Leben zu erwecken. Haben wir das nicht schön interpretiert?

Hast du Projekte dieser Art schon öfter gemacht? Wo können wir weiteres von dir sehen?

Ich hatte meine Finger schon in einer ganzen Menge an kreativen Projekten, aber dieses hier ist das erste, das ich öffentlich vorstelle und auch komplett selbst fertiggestellt habe. Neue Ideen befinden sich aber schon in der Umsetzung. Ich freue mich schon darauf, die Neuigkeiten alsbald zu präsentieren. Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, folgt mir einfach auf Facebook.

Danke, dass du dir die Zeit für unser kleines Gespräch genommen hast, Benoit. Wir freuen uns schon auf deine nächsten Kreationen!

Ich halte euch auf dem Laufenden. Danke für euer Interesse!

Audio Cassette Revival Art Work | Die Galerie

Links zum Beitrag

(Artikelbild: Depositphotos)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag, auch als Kind der 90er Jahre finde ich diese Art der Kunst sehr ansprechend. Ich muss mal den Keller durchforsten, da finden sich bestimmt noch ein paar alte Europa Hörspiel-Kassetten, mit denen man ein wenig rumbasteln kann ;-)

    Viele Grüße aus Bielefeld

    Veljo

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