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Dieter Petereit 17. Oktober 2008

RSS – Fluch der Technik

Kein Beitragsbild

Haben Sie auch schon erschöpft vor Ihrem Feedreader geses­sen und sich gefragt, ob es wirk­lich sein muss, dass alles noch durch zu scan­nen? Letztlich haben Sie es doch getan, immer­hin hat­ten Sie die Feeds ja alle eigen­hän­dig abon­niert. Und dafür hat­ten Sie doch sicher­lich einen Grund? Ich füh­le mit Ihnen…

RSS macht das Netz irgend­wie unper­sön­lich.” Irritiert bemer­ke ich die­sen Gedanken. Er kam unge­fragt. “RSS macht das Netz auch irgend­wie unin­ter­es­sant.” Mein Hirn will mich offen­bar recht unver­blümt zum kri­ti­schen Denken anre­gen. Und wie ich so auf mei­nen Google Reader glot­ze, fällt mir auf, dass mein Unterbewusstsein Recht hat.

Ein Wust gleich­för­mig dar­ge­stell­ter Informationen, respek­ti­ve Informationshappen, läuft, wie die Buchstabenkolonnen in Matrix, mei­nen Bildschirm her­ab. Nichts fängt das Auge ein, jede Zeile ist wie die nächs­te. Stumpf bli­ckend dre­he ich am Scrollrad, immer ängst­lich, doch noch irgend­was Interessantes oder sogar Wichtiges im Informationflow zu über­se­hen.

Was waren das doch Zeiten, als man Webseiten noch wirk­lich zu besu­chen pfleg­te. Als man sich am Design und den dar­in auf­be­rei­te­ten Informationen erfreu­te und Stammwebsites wie Stammlokale hat­te, die man täg­lich oder wenigs­tens nahe­zu täg­lich fre­quen­tier­te. Geht heut­zu­ta­ge doch gar nicht mehr. Man stel­le sich mal vor, man müss­te all die Seiten, die man per Reader “scannt”, wie man neu­er­dings so schön sagt, tat­säch­lich auf­ru­fen, womög­lich per URL-Eingabe in die Adresszeile des Browsers. Unvorstellbar! Wie lan­ge soll das denn dau­ern? Da habe ich im Reader die Infos x-mal schnel­ler zur Kenntnis genom­men. Ganz zu schwei­gen davon, dass ich heut­zu­ta­ge min­des­tens die vier­fa­che Informationsmenge auf­neh­men kann, muss, will als noch vor eini­gen Jahren. Passend dazu ent­wi­ckelt die Studienindustrie Studien, die einem weis machen sol­len, das Design sei sowie­so nicht mehr wich­tig. Information rulez.

RSS ist der Knüller. Content Syndication at ease. Die längst ver­ges­se­nen Internetunternehmen des begin­nen­den Jahrtausends wären froh gewe­sen, sie hät­ten schon auf die­sen Zug auf­sprin­gen kön­nen. (Psst. Sie hät­ten es sogar gekonnt, wuss­ten es aber noch nicht.) Und tat­säch­lich las­sen sich die grund­le­gen­den Vorteile von RSS nicht voll­stän­dig weg dis­ku­tie­ren. Schneller kann man nicht an aktu­el­le Informationen gelan­gen, respek­ti­ve die­se ver­öf­fent­li­chen. Das Problem besteht also nicht in der Technik an sich, son­dern in deren mas­sen­haf­ter Nutzung. Kein Blog, der nicht Feeds in allen mög­li­chen Formaten anbie­tet. Auch Nachrichtenportale und Social Networks las­sen sich nicht lum­pen. Große Unterschiede gibt es nur im Umfang der Bereitstellung.

Dabei fin­de ich Feeds, die ledig­lich die Überschrift des Beitrags beinhal­ten, wie den von SpOn unter dem Gesichtspunkt der Informationsüberflutung sogar bes­ser als die Volltextfeeds der deut­schen und inter­na­tio­na­len Bloggeria. Man blickt ein­fach nicht mehr durch. Schnell kom­men bei ambi­tio­nier­ten Netzteilnehmern wie mir eini­ge hun­dert RSS-Abonnements zusam­men. Ausgefeilte Ablagestrategien wer­den ent­wi­ckelt, um der Flut über­haupt noch Herr wer­den zu kön­nen. Letztlich ver­geb­lich.

Ich scrol­le wei­ter durch end­lo­se Kolonnen getipp­ter Wörter. Mein Google Reader bleibt unbarm­her­zig bei einer noch zu lesen­den Zahl von 1000+ Beiträgen und rührt sich nicht. Verflixt. Werden das denn gar nicht weni­ger? Ich dre­he schnel­ler. Mittlerweile flie­gen die Beiträge nach oben an mei­nen Augen vor­bei. Lesen ist nicht mehr mög­lich. Da, plötz­lich beginnt der Beitragszähler nach unten zu lau­fen. Glücksgefühle stel­len sich ein. Der Beitragszähler fällt auf Null. Ich habe es tat­säch­lich geschafft!

Ein tem­po­rä­rer Erfolg, der nur bis zum nächs­ten Stein währt, der den Berg hoch­ge­rollt wer­den will, um auf der ande­ren Seite wie­der her­ab zu rol­len. Kurz fla­ckert ein revo­lu­tio­nä­rer Gedanke auf: Warum kün­di­ge ich nicht ein­fach alle RSS-Feeds und beschaf­fe mir Informationen wie­der durch geziel­te Besuche mei­ner frü­he­ren Lieblingssites? Natürlich wer­de ich auf die­se Weise unmög­lich die glei­che Informationsmenge errei­chen kön­nen. Aber ich wäre sicher­lich glück­li­cher. Vielleicht. Oder? (tm)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

36 Kommentare

  1. Ich nut­ze mitt­ler­wei­le kei­nen Feedreader mehr. Grund dafür war größ­ten­teils der Artikel http://putthingsoff.com/ditch-the-digital-itch/ . Der Autor dort hat Recht, wenn er sagt, dass man bei E-Mails ein­fach wesent­lich bes­ser erkennt, wenn es zu vie­le sind. Daher lese ich der­zeit ca. 50 Feeds per Mail.

  2. ja die Qualen ken­ne ich und dach­te erst ich bekom­me tipps wie ich die RSS-Schmerzen lin­dern kann. Trotzdem mit Genuss gele­sen und lösch nun wei­ter über die trend-funk­ti­on des goog­le-reader so jede woche mal wie­der 2–3 abos bis ich end­lich wie­der unter 100 bin. und dann nach drei tagen wahr­schein­lich wie­der bei 150. Ach, Mut zur lücke.

  3. Nehme ich den Artikel auch mal als Anlass zum Aufräumen, ich begeg­ne Anfällen von “Wann-soll-ich-das-alles-Lesen?”-Panik immer mit einer Sichtung der RSS-Abos, ob und wie ich sie in letz­ter Zeit benutzt habe. Ein wie­der­keh­ren­des Phänomen: gekürz­te Feeds gelan­gen inner­halb kur­zer Zeit unter­halb mei­ner Wahrnehmungsschwelle. Aber da das bei drweb erst seit kur­zem so ist, was mich sehr geär­gert hat, hat die­ser Artikel es aus­nahms­wei­se doch geschafft, wahr­ge­nom­men zu wer­den.

    Mit Erfolg? Jedenfalls ist drweb – wie bei Marcus (Nr. 4) und @Andre (Nr. 29) – jetzt raus aus dem Reader.

  4. @ Dieter Petereit (30)
    Applaus!!!

  5. Ermutigt von ein paar Brachialkommentatoren hier ging ich heu­te zum Bäcker und sag­te: “Wenn ich für Deine Brötchen bezah­len soll, dann iss sie doch sel­ber.” Er schmiss mich nach kur­zem ver­ba­len Schlagabtausch raus.

    Dann ging ich ins Kino, um zu pro­tes­tie­ren, dass man im Netz und im Fernsehen nur Trailer aktu­el­ler Filme zu sehen bekommt und ver­lang­te, künf­tig die kom­plet­ten Filme kos­ten­los sehen zu kön­nen, ansons­ten wür­de ich gar nicht mehr kom­men. Auch die schmis­sen mich raus.

    Klingt komisch, ist aber so.

  6. Nochmal zum Thema Volltext-Feeds:

    Versetzt euch mal in die Lage der Betreiber. Wenn alle nur noch die kom­plet­ten Artikel per Feeds lesen, anstatt bei inter­es­san­tem Anleser auf die Seite zu kli­cken, für wen gibt es dann noch Webseiten?

    Wandelt das Web doch gleich in pure Feeds um … Über Kommentare wie “wer mich zwin­gen will sei­ne Seite zu besu­chen fliegt raus …” kann ich nur müde lächeln und den Kopf schüt­teln. Auf sol­che Leser (mei­nes Feeds) kann ich gut und ger­ne ver­zich­ten – nach dem Motto: Dann mach dir einen eige­nen Feed!

    Für mich gehört zum “sur­fen” auch das visu­el­le Erlebnis dazu. Und die Betreiber kön­nen wei­ter ihre Werbung ver­kau­fen, um den Aufwand für Server usw. zu finan­zie­ren.

    Ich glau­be man­che ver­ges­sen, wel­chen Arbeitsaufwand eine halb­wegs aktu­el­le Seite mit sich bringt!

    Achja, mein Vorredner Nr. 29 mukiert gekürz­te Feeds und lie­fert auf sei­ner Seite selbst einen gekürz­ten aus. Na pri­ma!

  7. @Marcus (Nr. 4):
    Werd mich Dir nun auch anschlie­ßen.
    Ich sor­tie­re immer wie­der aus, dabei flie­gen zunächst Blogs raus, die län­ger (also 2–3x) voll­kom­men unin­ter­es­san­tes gepos­tet haben und mit denen ich per­sön­lich nix zu tun habe, und anschlie­ßend die­je­ni­gen, die kei­ne Vollfeeds bie­ten.

    Es ist jedem selbst über­las­sen, wie er RSS nutzt, aber dem Leser die Wahl abzu­neh­men und von Redaktionsseite aus denFeed zu kür­zen fin­de ich beschei­den. Sorry.

    Weiterhin viel Erfolg, oder bes­ser Glück?
    Ich weiß es nicht… aber ich den­ke die Themen von Dr. Web las­sen sich auch durch 1 oder 2 ande­re Blogs abgrei­fen, dann im Vollfeed.

    Ciao

  8. Naja, ich hab 700+ Feeds, für unter­schied­li­che Themen und die gestaf­felt nach Wichtigkeit. Nicht alle brau­che ich, man­che die­nen nur der Recherche. Als Privatperson benö­ti­ge ich weni­ge Feeds, als Journalist dafür um so mehr. Das betrifft Nachrichten, aber auch die Beobachtung, was die Kollegen so schrei­ben. Mir ein Rätsel, wie Kollegen ohne RSS aus­kom­men – oder halt – eigent­lich dann doch nicht, denn die Texte sind meist dem­entspre­chend fak­ten­arm.

  9. Du sprichst mir aus der Seele – wobei es bei mir noch nicht ganz so weit gekom­men ist. Wäre aber eine inno­va­ti­ve Idee: Selbstlernende Filter, die Nachrichten anhand von Schlüsselwörtern als unin­ter­es­sant oder dop­pelt erken­nen und aus­sor­tie­ren *träum*
    Gerade bei hei­se oder zeit inter­es­sie­ren mich unge­fähr 10% der News – aber genau die 10% dann rich­tig

  10. Ich wür­de nie einen RSS-Feed abon­nie­ren und ver­las­se auch Webseiten, die über WordPress lau­fen, sofort. Wenn in naher Zukunft alle Webseiten mit WordPress lau­fen und blau und inhalts- und erleb­nis­leer sind, kann ich glück­lich mein DSL abmel­den :)

  11. Die Glosse find ich klas­se … erfri­schend!
    wei­ter so!

    @ 2.Hans:
    wer hier ist, ist ein­ge­weiht ;-)

    led­zep

  12. @Ludwig
    Ich weiss. Aber Thunderbird ist den­noch ein Klassischer Mail/News-Client, ohne die Stärken eines Online-Feedreaders.

    Desweiteren schrieb ich das den __meisten__ sol­che Funktionen feh­len. Jemand der Probleme mit der Feed-Flut hat, bringt es erst mal wenig wenn ein ande­rer Reader Funktionen hat die ihm hel­fen könn­ten.

  13. Zum Glück sieht man im Feed Reader den Autor des Beitrags. Das war jetzt aber wirk­lich das letz­te mal das ich was von Herrn P. hier gele­sen habe.

    Nichts für Ungut, aber sol­che Artikel haben auf Dr.Web IMO nichts zu suchen. Außer das sie viel­leicht Traffic erzeu­gen und man so ein paar Euro mehr an Werbung ein­nimmt.
    Sie haben es bald geschafft, einen jah­re­lan­gen Stammleser zu ver­grau­len, respekt!

  14. Also ich kann das RSS-Feed Problem nicht im gerings­ten nach­voll­zie­hen.

    Ich hab genau 4 Feeds. Zwei von Webdesign-Seiten (Smashing Magazine und Dr. Web) und zwei von PC/Software-News-Portalen (Winfuture und Golem).

    Ich den­ke das Qualität vor der Quantität geht und mit die­sen 4 Feeds bin ich in allen mei­nen Interessengebieten bes­tens abge­deckt. Ich habe auch nicht das Gefühl irgend­et­was zu ver­pas­sen.

    Man kann sich auch ver­rückt machen und Sachen in Dinge rein­in­ter­pre­tie­ren die sich abso­lut nicht loh­nen.

    Gruß
    ProfessorWeb
    (auch mit RSS-Feed^^)

  15. Ich ken­ne das Problem voll­lau­fen­der Reader auch nur zu gut, des­halb über­den­ke ich regel­mä­ßig ob ich die­sen Feed noch lesen möch­te und was er mir bringt.
    Feeds wie Spon oder ande­re Nachrichtenzeitungen pus­ten soviel Content direkt aus den Nachrichtenagenturen, dass es für mich wenig Sinn macht sie als Feed drin zu haben. Solche Seiten besu­che ich 1–3 mal am Tag und sehe damit die meis­ten Nachrichten, vor­al­lem auch alle wich­ti­gen.
    Aber es stimmt schon, wie sehr die Informationswahrnehmung sich ver­än­dert hat mit den Feeds. Es gibt Feeds, von denen seh ich die Seiten nur noch sehr sel­ten, was manch­mal wirk­lich scha­de ist, da immer mal wie­der was neben den Feeds her ent­steht, wie zum Beispiel ein neu­es Design in das jemand sehr viel krea­ti­vi­tät gesteckt hat.

  16. @ Tempura: ich muss dir gleich mehr­fach wider­spre­chen: Wenn du für Thunderbird das RSS-Plugin nutzt bekommst du einen kom­bi­nier­ten E-Mail und News-Client. Schaltest du dann noch einen Filter wie z.B. fil­ter­myrss (http://mlhoefer.wordpress.com/2008/08/22/rss-sinnvoll-nutzen-feeds-filtern/) davor kannst du nach Begriffen (Einschluss oder Ausschlusskriterium) die Inhalte der Feeds fil­tern und damit per­so­na­li­sier­te RSS-Feeds erzeu­gen. Geht alles schon längst, und von Yahoo! Pipes will ich gar nicht erst anfan­gen. Viele Grüße

  17. Regel 1: 98% aller Texte sind Müll.
    Regel 2: 50% vom rest inter­es­siert mich nicht.

    Wer glaubt alles Lesen zu *müs­sen*, begeht bereits den Kardinalsfehler und ist ver­lo­ren. Feeds sind ein her­vor­a­gends mit­tel um die weni­gen inter­es­san­ten Beiträge aus­zu­fil­tern die einem wich­tig sind, egal ob es um gro­ße oder klei­ne Seiten geht.

    Allerdings stimmt es das den meis­ten Feedreadern noch wesent­li­che Funktionen feh­len, wie etwa ein Filter. Eigentlich müss­te man Feedreader, E-Mail- und News-Client kom­bi­nie­ren um das bes­te aus allem zu erhal­ten, aber soweit hat bis­her kei­ner gear­bei­tet ;)

  18. @Martin Wolf:
    Dein Fazit scheint mir rich­tig zu sein. Warum sonst soll­te man sich in der Informationsaufnahme über­haupt ver­glei­chen wol­len? “Hey, ich kann 4 Feeds mehr pro Stunde lesen als Du! Hoho!” Klingt wie vir­tu­el­ler Schwanzvergleich, nur nicht auf dem rea­len Klo, son­dern an den vir­tu­el­len Klowänden des Webs (um mal wie­der den ver­ba­len Ausrutscher eines Agenturchefs zu bemü­hen :-).

  19. Wenn du gern kom­men­tierst emp­feh­le ich die Verwendung des Feedly-Readers: Schön anzu­se­hen und bie­tet die Möglichkeit direkt aus dem Reader her­aus zu kom­men­tie­ren. Ist Browser-basiert (Firefox) und setzt auf Google Reader auf, mit dem er sich syn­chro­ni­siert.

  20. Viel schlim­mer: da man nach einem Tag Feed-Pause von den unzähl­ba­ren Updates sämt­li­cher Feeds gera­de­zu erschla­gen wird, drü­cke ich erst­mal den “Panic-Button” (Alle als gele­sen makie­ren). Zum Leid der viel­leicht wirk­lich inter­es­sa­tes­ten Blogs.
    Denn lei­der bin ich zu faul, mal hin und wie­der unin­ter­es­san­te Feeds aus­zu­mis­ten.

    Ja, wir leben schon in einer sehr har­ten Zeit … :-)

    PS: mei­ne wirk­li­chen Lieblingsblogs lese ich übri­gens immer noch “direkt” über die Webseite. Spätestens, wenn ich mal Kommentare schrei­ben möch­te. :-)

  21. Bitte was lese ich da zu Volltextfeeds? Es bleibt doch jedem Leser sel­ber über­las­sen, ob er nur die Überschriften ansieht oder mehr (z. B. durch Wahl eines beschränk­ten Programms wie Firefox oder durch Abschalten der Vorschau in Thunderbird).

  22. Jeder arbei­tet anders oder hat ande­re Vorlieben.

    Ich habe mich schon län­ger wie­der von RSS ver­ab­schie­det und bin zu einem One-Klick-Lesezeichenordner in Safari zurück­ge­kehrt. So genügt ein Klick, um mei­ne 30 wich­ti­gen Seiten auf ein­mal zu öff­nen.

    Für mich hat­te RSS ein­fach zu vie­le Nachteile:

    - Selten ent­hal­ten die Feeds den vol­len Text, so muss ich dann doch wie­der die Seite ansur­fen.
    – Für einen Kommentar muss auch wie­der den Beitrag ansur­fen
    – Für mich rele­van­te Informationen muss ich erst aus dem Info-Müll raus­fi­schen
    – Durch eine gro­ße nicht abge­ar­bei­te­te Feed-Liste ent­steht psy­chi­scher Druck, die­se abar­bei­ten zu müs­sen (beson­ders nach einem Wochenende)
    – Wichtige Themen sind auf den Webseiten meist schnel­ler zu erken­nen
    – Zusatzinfos, Downloads oder wei­te­re Bilder feh­len oft, so dass ich wie­der die Seite besu­chen muss
    – Da jede Seite optisch anders aus­sieht und man sich das Aussehen etwas ein­ge­prägt hat, kann man viel schnel­ler erken­nen, ob was neu­es drauf ist, als wenn man sei­ne Feed-Liste scannt

  23. Also ich kann nur sagen das ich Feed per Google Webseite abbo­nie­re aber mir auch da nur die head­lines anschaue und dann auf die Seite gehe.

    Ist auf jeden­fall über­sicht­li­cher wie jede Seite anzu­sur­fen :)

  24. Ich lese das nur, weil ich euren Feed abbo­niert habe.
    Eurer Feed ist im Normalfall eh super.
    Nicht zuvie­le Neue Einträge da schaut man sich das ger­ne auch den Einzelnen an.
    Nur den Artikel hier find ich total über­flüs­sig…

    Das wär eher was für ‘Dr Sommer’…

  25. Hab mir auch schon öfters sol­che Gedanken gemacht, mein grö­ße­res Problem ist aber, dass vie­le Seiten die glei­che Beiträge pos­ten (und dass sogar noch zur glei­chen Zeit). Abbestellen der Feeds ist kei­ne Lösung, da ja jedes Feed auch ein­ma­li­ge Beiträge erhält, die in kei­nem ande­ren vor­kom­men.
    Ich wür­de mir für den Google Reader eine Funktionalität wün­schen, der ähn­li­che Beiträge zusam­men­fasst, und erst bei einem Klick dar­auf mich vor die Wahl stellt, wel­che Seite ich den ger­ne besu­chen wür­de.

    Aber bis dahin müs­sen ca. 700+ Einträge pro Tag von mir bear­bei­tet wer­den. :(

    Mit freund­li­chen Grüßen
    Mario

  26. Der Text muss wohl eine glos­sen­ar­ti­ge Überzeichnung sein, oder? Es stimmt schon dass mit der Verwendung von RSS die Bedeutung des indi­vi­du­el­len von Webseiten weg­fällt, aber das ist nach­ran­gig zu den Vorteilen.
    Der Umgang mit RSS setzt wie bei ande­ren Medien Reflektion des eige­nen Mediennutzungsverhaltens vor­aus, aus dem sich über Zeit Medienkompetenz ent­wi­ckelt. Ich per­sön­lich glau­be nicht dass jemand 200 – 300 Feeds lesen und ver­ar­bei­ten kann. Gut 80 klap­pen bei mir aller­dings gut.
    Ich wür­de dem Autor raten mit dem Panic-Button alle Feeds zu löschen und eine radi­ka­le Feed-Diät wie in Kommentar 1 ange­regt zu machen. Neu auf­bau­en und immer fra­gen: brau­che ich das? Denn dar­um geht es doch: Nicht immer mehr mehr mehr zu kon­su­mie­ren son­dern Zeit zu spa­ren und die Informationsflüse zu fil­tern.

    Ich stim­me außer­dem Kommentar 8 zu, dass es stark von der Aktualisierungsfrequenz der Quelle abhängt ob sich ein Feed lohnt. Aus dem Grund habe auch ich SPON und Co. nicht abbo­niert.

    Btw.: ich mag ange­teaser­te RSS-Feeds nicht.

  27. Um ein­mal den Advocatus Diaboli zu spie­len: Wenn ein Werkzeug nicht funk­tio­niert, liegt es dann am Werkzeug oder an der Kompetenz des Benutzers? :)

    Oder anders aus­ge­drückt: bei sich schnell ändern­den Seiten wie Spiegel Online ver­schafft einem RSS kei­nen wirk­li­chen Vorteil über die Webseite, da in einem Feed kei­ne Prioritäten vor­han­den sind. Ein Blick auf die Webseite kann hier durch­aus hilf­rei­cher sein, die wich­tigs­ten Themen sind meist oben zu fin­den.

    Seine gro­ße Stärke ent­fal­tet RSS ja gera­de bei Seiten und Blogs, die nur unre­gel­mä­ßig (und/oder sel­ten) aktua­li­siert wer­den. Hier hät­te ich schon man­chen Beitrag erst wesent­lich spä­ter gefun­den, wür­de er nicht auto­ma­tisch in mei­nem Reader auf­tau­chen.

    Zum Thema Volltext in Feeds: die­se Diskussion ist ja schon oft geführt wor­den. Die Themen und Teaser müs­sen schon sehr gut sein, um mich zu einem Besuch der zuge­hö­ri­gen Webseite zu moti­vie­ren. Ansonsten flie­gen sol­che Feeds frü­her oder spä­ter raus.

  28. Wir lei­den an Informationsüberflutung und -über­fluss. Und glau­ben doch, wir müss­ten so wei­ter­ma­chen, alles mit­be­kom­men, nichts ver­pas­sen, über­all mit­ten­drin sein. Müssen wir das wirk­lich?

  29. Für mich ist die Dr. Web – Vorgehensweise die rich­ti­ge.
    Bei län­ge­ren Artikeln:
    Aussagekräftige Überschrift, ein ers­ter Absatz, der ein­führt oder neu­gie­rig macht. Dann ent­schei­de ich, ob ich den gan­zen Artikel lesen will oder nicht, und obe ich die Seite ankli­cken will, die viel­leicht auch bes­ser les­bar ist.
    Kurze Artikel müs­sen ganz in den Feedreader – wer mich zwin­gen will, sei­ne Seite zu besu­chen, fliegt raus.

  30. Ich war so oder so noch nie ein gro­ßer Fan von Feeds und ver­ste­he auch nicht, war­um sie sich so durch­set­zen konn­ten!
    Ich per­sön­lich schal­te mor­gens mei­nen Rechner an, sur­fe kurz alle Seiten an, die mich inter­es­sie­ren und wo ich inter­es­san­te neue News erwar­te und fan­ge dann mit mei­ner Arbeit an.
    Ich brau­che kei­ne Feeds!

    mfg Chris

  31. Ganz mei­ne Meinung! Ich habe vor kur­zem auch einen Beitrag zu dem Thema ver­fasst:

    http://blog.visuellegedanken.de/index.php/2008–10-06/reallife-goes-first/

    Ich habe sogar mal für eine Woche nahe­zu kom­plett auf den Feedreader ver­zich­tet. Ging erstaun­lich gut. Aber doch hat man das Gefühl Informationen zu ver­pas­sen. Das wäre nicht­mal das Problem, wenn alle ande­ren auch weni­ger Informationen auf­neh­men wür­den. Aber da die meis­ten doch den Feed nut­zen, scheint man selbst weni­ger Infos auf­zu­neh­men und dadurch irgend­wie ins Hintertreffen im Vergleich zu ande­ren zu gera­ten.

    Schwieriges Thema, das, wie ich fin­de, schon in Richtung einer Sucht geht.

  32. Bemitleidenswert ist der­je­ni­ge, der nicht weiß, wel­che wich­ti­gen Feeds er zu abon­nie­ren hat, um infor­miert zu blei­ben, und des­halb hun­der­te von Feeds abon­niert hat, deren “unread items” er nicht mehr Herr wird.

    Bei der Auswahl habe ich ein ganz bana­les pri­mä­res Kriterium: gekürz­te Feeds flie­gen raus! Und da die­se Eigenschaft beim Dr. Web-Feed nach dem Redesign wohl nicht nur vor­rüber­ge­hen­der Natur zu sein scheint, fliegt er nun raus. Ich will auch nach einem Klick im Feedreader nicht erst mal mit einer rie­sen Werbefläche zwi­schen Überschrift und Text begrüßt wer­den (nichts gegen Werbung in Blogs, aber die­se Unart geht mir auf den Sack).

    Schade eigent­lich. Aber man muss halt Prioritäten set­zen.

  33. Du spricht mir aus dem Herzen! Wie oft habe ich schon mit mir gehar­dert, ob ich den einen oder ande­ren Feed wie­der raus­schmei­ßen soll…

  34. Verkommt Dr. Web zu einem Glossenmagazin? Bemüht man den/das Blog des Autors muss man sagen: kein Wunder. Hier strotzt es vor Anglizismen und Fachausdrücken die der Nichteingeweihte kaum ver­steht.

  35. Stichwort Selbstdisziplin!

    Meine Lösung: Nur die 10 wich­tigs­ten Feeds. Und das auch nicht bei Google oder mit einem Reader, son­dern nur im Firefox als Headline. Weckt eine mein Interesse, besu­che ich die Seite und lese dort.

    Dabei fällt mir gera­de ein, dass ich auch mal unnüt­ze Feeds im Google Reader plat­ziert habe, schon ewig nicht mehr rein­ge­schaut. Dürften mitt­ler­wei­le auch 10000 Einträge dar­auf war­ten, end­lich gelöscht zu wer­den ;)

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