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Jan Bojaryn 17. Januar 2019

Webdesign: So beeinflusst uns die römische Antike auch heute noch

Fragen wir uns, was die Antike mit Webdesign zu tun hat, müssen wir uns die Antwort geben: Eine ganze Menge. Ästhetische Prinzipien und Denkweisen beeinflussen vieles, was wir heute gestalten. Ein kleiner Rundblick soll Bezüge aufzeigen zwischen römischer Antike und heutiger Praxis.

Die Antike hat uns eine Menge zu sagen. Die westliche Kultur und Ästhetik ist bis heute maßgeblich von dem beeinflusst, was vereinfacht als griechische und römische Antike bezeichnet wird. Und die Architektur ist vor allem unter den Römern zu einer hohen Blüte getrieben worden. Mit Vitruv ist zudem ein wesentlicher Einflussgeber aufgetaucht, dessen Standardwerk zur Architektur bis heute unsere Vorstellung von Gestaltung, Ästhetik und Schönheit prägt.

(Bildquelle: Depositphotos)

Die Römische Antike in wenigen Sätzen

Die Römer standen selbst auf den Schultern von Giganten. Jahrtausende vor ihnen gab es bereits Hochkulturen. Ganz wesentlich abgeschaut haben sie von den Griechen. Dort wurde eine Ästhetik gepflegt, die stärker auf organische und natürliche Formen setzte. Der menschlichen Gestalt wurde nicht nur in Statuen gehuldigt. Menschliche Proportionen waren das Maß aller Dinge.

Von Leonardo Da Vinci – Photo from www.lucnix.be.

Vitruv hat dieses Maß aufgegriffen. Ihm verdanken wir eine ausgefeilte Lehre der Proportionen. Der goldene Schnitt ist im Design allgegenwärtig. Und der vitruvianische Mensch gilt uns heute noch als Musterbild des schönen Menschen. Design, das menschliche Maße und Proportionen aufgreift, funktioniert und wirkt intuitiv; auch heute noch.

Das Thema „Goldener Schnitt” haben wir bei Dr. Web noch ausführlicher behandelt.

Kultur und Wirkung

Nach heutigen Maßstäben muss das Römische Reich als diktatorisch gelten. Das Imperium war zentralistisch aufgebaut. Im Zentrum stand die Hauptstadt, von der aus gedacht und organisiert wurde.

Die Vorteile dieser Organisationsform sind berühmt. Nicht nur mit militärischer Macht, sondern auch mit zivilisatorischen Errungenschaften hat Rom Außenstehende überzeugt, zu Satelliten des Reiches zu werden. Die genormte, standardisierte Kultur hat Arbeitsabläufe schneller und funktioneller gemacht. Römische Kultur konnte sich wie ein Best Practice-Modell zu einem hohen Gut entwickeln, an dem man nicht vorbeikam.

(Bildquelle: Depositphotos)

Der Zentralismus hat allerdings auch seine Nachteile offenbart. Der organisatorische Wasserkopf, die strenge Hierarchie führten zu einer Überforderung Roms. Die immer wieder angestrebten organisierten Stadtstrukturen funktionierten in den Satelliten und Lagern hervorragend, in der Hauptstadt selbst jedoch blieben sie immer hinter der Realität rapiden Wachstums zurück. Wo sie funktionierten, boten sie Einwohnern Erwartungssicherheit und schnelle Orientierung und damit das Gefühl, auch an neuen Orten zu Hause zu sein.

Stil

Römische Architektur beeindruckt und will das auch tun. Sie setzt auf Prunk, auf Repräsentation und Erhabenheit. Erreicht wird das zum einen durch Größe. Das ist im Webdesign natürlich nicht umsetzbar. Aber ein sehr geordnetes, hochwertiges Erscheinungsbild, hohe handwerkliche Standards und kontrollierte Formgebung wirken heute noch seriös und autoritär, im Sinne von „Autorität ausstrahlend”.

(Bildquelle: Depositphotos)

Die Zurschaustellung kann sich im Hang zur großen Geste ausdrücken. Die Gestaltung selbst kann zum Selbstzweck und zum Erlebnis werden. Das ist für eine Startseite im Netz sogar umsetzbar. Aber design-verliebte Spielereien demonstrieren heute, was auch bei den Römern schon drohte. Nämlich, dass die Funktion nicht zu weit hinter der Gestaltung zurückstehen darf.

Die Römer setzten (wo es möglich war) auf ein sehr geordnetes Stadtkonzept. Die strenge Organisation brachte erhebliche Effizienzgewinne mit sich. Die hohe Erwartungssicherheit war ein wesentlicher Vorteil, der daraus gewonnen wurde. Nachteilig war allerdings die mangelnde Flexibilität.

(Bildquelle: Depositphotos)

Bestimmte Stil-Elemente sind eng mit der Römischen Antike verknüpft. Bögen und Säulen, kombiniert zu Arkaden, oder den Architrav, einen tragenden Querbalken, erkennen wir sofort als antik – zusammen mit Assoziationen an die erwähnten Attribute römischer Kultur. Römische Formen sind geometrischer, strenger, als solche der griechische Antike.

Auch Arkaden und Schaufassaden sind typisch und lassen sich in Webdesign-Elementen einbinden. Für Inspiration hilft ein Blick auf römische Architektur in Zeichnung und Foto. Wer sich tiefer gehend mit römischer Architekturauffassung beschäftigen will, sollte auf Vitruvs Standardwerk zur Architektur einen Blick werfen.

Links zum Artikel:

(Beitragsbild: Depositphoto)

(Erstveröffentlichung 22.09.2008, zuletzt überarbeitet am 07.01.2019)

Jan Bojaryn

Sprachwissenschaftler, freier Autor und Texter. Befasst sich seit fast 20 Jahren professionell mit Sprache, Webdesign, Usability und Kommunikation im Netz. Schreibt Artikel und Ratgebertexte zu verschiedenen Themen. Liebt guten Text, nutzerfreundliches Design und Currywurst.

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