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Heike Thormann 7. Juli 2008

Richtig loben

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Egal, ob großes Unternehmen, kleiner Online-Shop oder das Internet-Projekt mit den Freunden: Ein Lob von Zeit zu Zeit verbindet. Es setzt Energien frei und holt das Beste aus uns heraus. Jedenfalls theoretisch. Denn Tatsache ist, es wird zu wenig gelobt. Die folgenden Tipps zeigen Ihnen, wie Sie Mitarbeiter und helfende Hände fester an sich binden können – indem Sie richtig loben.

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Wir alle brauchen Anerkennung. Ob Kinder von ihren Eltern, der Mann von seiner Frau (oder umgekehrt) oder der Mitarbeiter von seinem Chef. Wenn man uns für etwas lobt, leben wir richtig auf, fühlen uns gut, sind mit uns und der Welt im Einklang. Kein Wunder, dass wir den, der uns lobt, in guter Erinnerung behalten.

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Lob und Anerkennung spannen aber nicht nur ein „grünes Band der Sympathie“ zwischen uns und unseren Nächsten. Sie zeigen uns auch, was schon gut gelaufen ist und wofür sich unsere Anstrengung gelohnt hat. (Damit unterstützen sie unseren Lerneffekt – schließlich wird jeder das, wofür er gelobt wird, auch gern wiederholen.) Und Sie geben uns den nötigen Push für den nächsten Schritt, sind ein wahrer Turbo für unsere Motivation.

Sympathie und Identifikation, Engagement und immer bessere Leistungen … Man sollte meinen, dass das gute Gründe für einen Chef sind, seine Mitarbeiter zu loben. Dennoch wird in den Unternehmen viel zu wenig gelobt. Und nicht nur in den Unternehmen.

Egal, ob Sie einen kleinen Online-Shop betreiben und gelegentlich mit freien Mitarbeitern zusammenarbeiten oder ein paar Freunde um sich geschart haben und ein gemeinsames Internet-Projekt hochbringen wollen: Das Problem ist hier wie dort das Gleiche.

Mit dem Ergebnis, dass, wer auf anerkennende Worte verzichtet, vielleicht bald kaum noch lobenswerte Leistungen vorfindet, sondern bestenfalls eine 08/15-Mentalität. Dabei ist Loben gar nicht so schwer.

Sicher, Sie können in so manches Fettnäpfchen treten – wovor Sie die folgenden Tipps ein wenig bewahren sollen. Aber wichtiger noch, als diese Tipps buchstabengetreu zu befolgen und sich in eine „Lob-Maschine“ zu verwandeln, ist es, ihren Geist zu atmen. Und dann bei passender Gelegenheit ein paar nette Worte zu sagen: Zu Freunden, Mitarbeitern und Co. Schließlich: So etwas schweißt zusammen. In diesem Sinne: Loben Sie.

Schritt 1: Gute Leistungen wahrnehmen
Es klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Um loben zu können, muss man erst einmal wahrnehmen. Und da trifft allzu oft der Spruch vom „Haar in der Suppe suchen“ zu. Sprich: Wir Menschen sind sehr gut darin, Fehler und Mängel zu sehen. Nicht das, was gut gelaufen ist. Das nehmen wir bestenfalls als selbstverständlich hin.

Also: Kreiden Sie Ihren Mitarbeitern nicht nur ihre Fehler an, sondern loben Sie sie auch für ihre guten Ergebnisse. Und zwar nicht nur für das Überdurchschnittliche, sondern durchaus gelegentlich für die normale Qualität ihrer Arbeit.

Schritt 2: Nicht zu lange warten
Sammeln Sie Ihr Lob nicht bis zum nächsten Mitarbeitergespräch oder einer beiläufigen Bemerkung auf der After-Work-Party. Ein Lob gehört zur guten Leistung. Nur dann können Ihre Mitarbeiter beide zusammenbringen, das Positive an ihrer Arbeit registrieren und in ihr Arbeitsverhalten integrieren.

Nicht zuletzt: Einmal im Jahr über den grünen Klee gelobt zu werden, aber ansonsten dürsten zu müssen, kann auch in unserer Motivation den einen oder anderen Hänger hinterlassen. Und um Motivation ging es ja …

Schritt 3: Die berühmten Rahmenbedingungen
Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Lob. Ein genuscheltes „übrigens, gute Arbeit, Müller“ kurz bevor Sie aus dem Raum eilen, kommt entweder erst gar nicht an oder wirkt schnell nicht allzu aufrichtig gemeint. Ein Lob ist genauso wichtig, wie die Arbeit, für die Sie es aussprechen.

Und: Loben Sie immer nur direkt und persönlich, nicht durch Dritte. Ein Lob soll doch Ihre Anerkennung ausdrücken. Wenn Sie jemanden den Boten spielen lassen, erweckt diese schnell den Eindruck, gegen Null zu gehen.

Schritt 4: Vorsicht mit Vergleichen und öffentlichen Auftritten
Ein Lob ist gut – für den Gelobten. Die, die daneben stehen und leer ausgehen, dürften zumindest leichte Stiche von Eifersucht verspüren. Wenn nicht Schlimmeres. Loben Sie deshalb besser unter vier Augen. Und wenn Sie es schon öffentlich tun, dann loben Sie die anderen gleich mit, beziehungsweise das Team als Ganzes.

In diesem Sinne auch: Vorsicht mit Vergleichen. Nicht nur, weil Sie die einen schnell herabsetzen („Müller macht das besser …“). Auch die Gelobten können peinlich berührt sein oder sich unangenehm herausgehoben fühlen. Ahnen sie doch, dass ihnen hinterher im Team Neid und Missgunst entgegenschlagen können.

Schritt 5: Den richtigen Ton finden
Wir Menschen sind verschieden. Die einen brauchen regelmäßiges Lob, das sie anspornt. Die anderen kommen mit einer seltenen, aber dafür umso kostbareren Anerkennung von Höchstleistungen aus. Wobei der Einzelne aufblüht, hängt vom Typ ab.

Nehmen Sie sich die Zeit und versuchen Sie, diesem Typ etwas näherzukommen. Wenn etwa eine Aufgabe für Ihre Mitarbeiter selbstverständlich ist, werden diese bei Ihrem ständigen Lob möglicherweise irritiert die Augenbraue heben. Andere werden vielleicht die Wertschätzung einer besonderen Leistung vermissen. Jeweils den richtigen Ton zu finden, ist nicht ganz einfach. Aber je mehr Sie üben, desto besser werden Sie – zur Freude Ihrer Mitarbeiter.

Schritt 6: Aus vollem Herzen loben
Mitarbeiter wollen motiviert, aber nicht manipuliert werden. Es geht ihnen um Ihre Anerkennung und Wertschätzung, nicht um das Lob an sich. Deshalb macht es auch keinen Sinn, wenn Sie wahllos Lobe verteilen, ohne diese ernst zu meinen. Im Allgemeinen merken Ihre Mitarbeiter das und verbuchen es schnell als Lüge und Manipulationsversuch.

Beispiel: Wenn Sie regelmäßig auf die Kritik oder Unzufriedenheit eines Mitarbeiters mit einem Lob reagieren, um diesen zu „beruhigen“, entwertet das nicht nur das Lob. Es nimmt Ihnen auch die Chance, die Hintergründe für seine Unzufriedenheit zu klären und daran zu arbeiten.

Schritt 7: Kritik weglassen
Und wo wir gerade bei Kritik sind, trennen Sie Lob und Kritik. Machen Sie den positiven Effekt eines Lobs nicht dadurch wieder zunichte, dass Sie es eingeschränkt formulieren („schon mal nicht schlecht“) oder gar mit einer Kritik koppeln („das war gut, aber hier könnten Sie noch …“).

Ihr Gegenüber wird sich an dem Wörtchen „aber“ aufhängen und nur noch die Kritik hören. Schade für Ihr Lob. Deshalb: Loben Sie zuerst uneingeschränkt. Wenn Sie möchten, können Sie ja dann nach einer gewissen Zeit Ihr Lob wiederholen (!) und es als sanften Einstieg in die Kritik nutzen. („Also, Müller, ich sagte Ihnen ja, dass ich xx richtig gut finde. Noch besser werden könnten Sie, wenn Sie hier noch das und das tun.“) So herum schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe.

Schritt 8: Konkret werden
Wir hatten es schon: Lob und Leistung gehören zusammen. Damit Ihre Mitarbeiter wissen, was sie gut gemacht haben, sollten Sie es ihnen so konkret wie möglich sagen. Bleiben Sie also nicht beim „gut gemacht, Müller“ stehen. Sagen Sie ihm, was Ihnen genau an seiner Arbeit gefallen hat, nennen Sie ihm Einzelheiten, kommentieren Sie.

Noch besser: Sagen Sie ihm vielleicht auch, wie er zum Wohl des Unternehmens /Ihres Projekts beigetragen hat. Erstens bekommt die Qualität seiner Arbeit so ein noch höheres Gewicht. Und zweitens bekommen Sie die Chance, ihn so auch gefühlsmäßig (nicht nur finanziell) an Ihr Projekt zu binden und Ehrgeiz und Engagement zu wecken.

Schritt 9: Mit Gesten untermauern
Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte, niemand hat gesagt, dass Sie ein Lob nur verbal äußern dürfen. Das Victory-Zeichen, der erhobene Daumen, das anerkennende Klopfen auf Schulter oder Schreibtisch – alles könnte ein Einstieg sein, um Ihr Lob an den Mann oder die Frau zu bringen. Je spontaner und gelöster, desto aufrichtiger wirkt es. Nutzen Sie es. ™

Erstveröffentlichung 07.07.2008

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.

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