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Daniel Dubsky 10. August 2007

Rettungsstick mit Windows

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Nachdem die meis­ten Rechner mitt­ler­wei­le auch über die USB-Schnittstelle boo­ten kön­nen, kom­men als Rettungsmedien nicht mehr nur CDs und DVDs, son­dern auch Speichersticks in Frage.

In den meis­ten Fällen wer­den bei der Systemrettung Notfall-CDs oder Notefall-DVDs ein­ge­setzt, doch auch ein USB-Stick lässt sich mit Windows bestü­cken. Die Speicherriegel sind nicht nur hand­li­cher und robus­ter als opti­sche Medien, son­dern machen es auch leich­ter, schnell ein paar Daten auf dem Rettungsmedium aus­zu­tau­schen. Der Nachteil: Nicht jeder Stick arbei­tet mit jedem Bios zusam­men, hier gilt es etwas zu pro­bie­ren.

Damit vom USB-Stick geboo­tet wer­den kann, muss im Bios USB Device in der Boot-Reihenfolge vor das Booten von der Festplatte gestellt wer­den. Gibt es die Option USB Legacy Support, soll­ten Sie die­se akti­vie­ren.

Screenshot
Damit vom USB-Stick und nicht von Festplatte geboo­tet wird, stel­len Sie USB Device in der Boot Sequence ganz nach vor.

Windows vor­be­rei­ten
Ein schlan­kes Windows-Rettungssystem kön­nen Sie mit dem PE Builder erstel­len. Sie benö­ti­gen zudem eine Installations-CD von Windows XP; wenn es sich um eine älte­re Version noch ohne das Service Pack 2 han­delt, soll­ten Sie die CD kom­plett auf die Festplatte kopie­ren, um das SP zu inte­grie­ren. Dieses benen­nen Sie nach dem Download in SP2.exe um und fügen es mit

SP2.exe /integrate: <Pfad zum XP auf der Festplatte>

in die XP-Installationsdateien ein. Nun kön­nen Sie mit dem PE Builder ein Bart PE (Bart Preinstalled Environment) genann­tes Mini-Windows erstel­len. PE Builder braucht nicht instal­liert wer­den, Sie kön­nen direkt nach dem Entpacken der Dateien los­le­gen.

Rettungssystem erstel­len
Geben Sie das Verzeichnis mit den Windows-Installationsdateien als Quelle an und ein belie­bi­ges Unterverzeichnis als Ziel an, stan­dard­mä­ßig wird \BartPE ver­wen­det. Wenn Sie auf Start kli­cken, wird das Rettungssystem zusam­men­ge­stellt. Es bringt einen Dateimanager mit, Netzwerkunterstützung und ver­schie­de­ne Systemtools wie RAM-Disk und Check Disk. Mit rund 150 MByte ist es zudem ange­nehm schlank.

Über den Button Plugins kön­nen Sie das System jedoch noch mit wei­te­ren Programmen bestü­cken, etwa Virenscanner und CD-Brenner. Nicht in allen Fällen reicht es, das gewünsch­te Tool ein­fach zu akti­vie­ren, da die not­wen­di­gen Dateien oft nicht Bestandteil des nur rund 5 MByte gro­ßen PE Builders sind. Klicken Sie auf Hilfe, erfah­ren Sie, wo Sie die Dateien her­un­ter­la­den kön­nen und wo Sie gespei­chert wer­den müs­sen. Ist das erle­digt, kön­nen Sie das Programm mit (de)aktivieren zum Rettungssystem hin­zu­fü­gen.

Screenshot
Eine Fehlermeldung macht Sie dar­auf auf­merk­sam, wenn für ein Tool noch Dateien feh­len. Ein Klick auf den Hilfe-Button ver­rät Ihnen, wo Sie die­se her­be­kom­men.

Wollen Sie ein Programm im Rettungssystem haben, das sich nicht in der Plugin-Liste befin­det, schau­en Sie unter nu2german.de/pluginn.shtml oder www.bootcd.us/BartPE_Plugins_Complete.php. Dort gibt es unzäh­li­ge Plugins, die Sie in der Regel nur her­un­ter­la­den und in einen Unterordner des plugin-Verzeichnisses ent­pa­cken müs­sen. Sie tau­chen dann auto­ma­tisch in der Plugin-Liste auf.

Rettungssystem auf den Stick packen
Ihr Mini-Windows bekom­men Sie mit dem Tool PeToUSB auf den Speicherstick. Haben Sie meh­re­re Flash-Speicher ange­schlos­sen, wäh­len Sie aus dem Pulldown-Menü den rich­ti­gen aus. Über Tools/MBR sichern legen Sie zunächst ein Backup des Bootsektors an, falls etwas schief geht. Dann set­zen Sie ein Häkchen in die Checkboxen Erlaube Formatieren und Aktiviere Kopieren, wäh­len den Pfad zu den BartPE-Dateien und kli­cken auf Start. Das Kopieren der Dateien kann dann ein paar Minuten dau­ern, danach kön­nen Sie jedoch schon vom USB-Stick boo­ten.

Screenshot
Geschafft: Das Mini-Windows wur­de vom Speicherstick gestar­tet

Fehlersuche
Klappt das Booten vom Stick nicht, kann das ver­schie­de­ne Ursachen haben. Möglicherweise braucht der Stick etwas län­ger für die Kommunikation mit dem Bios. Gibt es im Bios die Option USB Mass Storage Reset Delay set­zen Sie die Zeitspanne etwas nach oben, um zu ver­hin­dern, dass es einen Time Out gibt und nor­mal von Festplatte gestar­tet wird. Es kann auch sein, dass das Bios den Emulationstyp des Sticks nicht erkennt. Dann ändern Sie im Bios den Emulationstyp – so dies mög­lich ist – von Auto auf Floppy, Forced FDD oder Harddisk.

Initialisiert das Mainboard die USB-Ports beim Start, schlägt der Bootvorgang eben­falls fehlt. Dann müs­sen Sie das Betriebssystem beim Start in einen vir­tu­el­len Datenträger im Arbeitsspeicher, RAM-Disk genannt, laden. Das ist aller­dings etwas auf­wän­di­ger, da Sie die bei­den Dateien setupldr.bin und ramdisk.sy_ aus dem Windows Server 2003 Service Pack 1 benö­ti­gen. Haben Sie es her­un­ter­ge­la­den, benen­nen Sie es etwa in Win2003SP1.exe um und ent­pa­cken es mit Win2003SP1.exe -x

Legen Sie im PE Builder-Ordner ein neu­es Unterverzeichnis namens srsp1 an, in das Sie die bei­den Dateien kopie­ren. Die ramdisk.sy_ müs­sen Sie dann noch noch mit expand ramdisk.sy_ ramdisk.sys ent­pa­cken.

Dann kön­nen Sie über die Kommandozeile mit dem zum PE Builder gehö­ren­den pe2usb alle Dateien auf den Stick kopie­ren. Wechseln Sie in das PE Builder-Verzeichnis, der Aufruf lau­tet

pe2usb -f <Laufwerksbuchstabe des Speichersticks>

Erstveröffentlichung 10.08.2007

Daniel Dubsky

Freier Journalist für Computer-und Internet-Themen. Schrieb unter anderem für verschiedene gedruckte Fachzeitschriften.

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