Gut ankommen: Responsives CSS-Dropdown-Menü ohne JavaScript

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Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010...

Wohin mit der Navigation? Diese Frage muss bei eigentlich jedem Webprojekt beantwortet werden. Gerade bei umfangreichen Websites ist es nicht immer einfach, die richtige Antwort darauf zu finden. Besteht eine Webpräsenz aus vielen Seiten und Unterseiten, bietet sich häufig ein Dropdown-Menü an. Dank CSS lassen sich Dropdown-Menüs ganz ohne Einsatz von JavaScript anlegen und mit Hilfe von Media Queries responsiv gestalten. Das macht die Menüs auch auf mobilen Geräten mit entsprechenden Anpassungen einsatzfähig.

responsives-css-dropdown-teaser

Verschachtelte Liste als Basis

Die meisten Menüs werden als unsortierte Liste ausgezeichnet. Dank der Möglichkeit, Listen zu verschachteln, können auch Unterseiten problemlos und übersichtlich in die Navigation eingebunden werden.

<nav>

<ul>
  <li><a href="/">Start</a></li>
  <li><a href="#">Profil</a>
    <ul>
      <li><a href="/profil/team/">Team</a></li>
      <li>…</li>
    </ul>
  </li>
  <li>…</li>
</ul>

</nav>

Im Beispiel erstellen wir die Navigation mit „<ul>“- und „<li>“-Elementen – einschließlich verschachtelter Menüpunkte. Wer HTML5 einsetzt, platziert die Liste in der Regel innerhalb eines „<nav>“-Elementes, um sie auch semantisch als Navigation auszuzeichnen.

CSS für erste Menüebene

Im nächsten Schritt gestalten wir per CSS das Aussehen des Menüs. Die Menüpunkte der ersten Ebene sollen dabei nebeneinander angeordnet sein. Hierfür muss zunächst das Standardaussehen der Liste entfernt werden – also die Aufzählungspunkte und der dazugehörige Abstand.

nav ul {
  list-style: none;
  margin: 0;
  padding: 0;
}

Als nächstes ordnen wir die einzelnen Menüpunkte nebeneinander an.

nav > ul > li {
  float: left;
}

Die Verwendung des „>“-Selektors verhindert, dass Eigenschaften auf „<li>“-Elemente vererbt werden, die tiefer verschachtelt sind. Für das Menü sollen schließlich nur die Menüpunkte der ersten Ebene nebeneinander dargestellt werden. Alle verschachtelten Menüpunkte sollen untereinander angeordnet sein. Da zunächst nur die erste Ebene der Navigation sichtbar sein soll, müssen alle anderen Ebenen ausgeblendet werden.

nav > ul > li > ul {
  display: none;
}

Das Aussehen der einzelnen Menüpunkte sollte man stets über das „<a>“-Element definieren. Dazu ist es sinnvoll, den Link als Blockelement auszuzeichnen, um Innenabstände (mit der „padding“-Eigenschaft) definieren zu können. Bei Inline-Elementen funktioniert das nicht. Die Links der zweiten und dritten Menüebene lassen sich natürlich anders gestalten als die der ersten.

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nav > ul a {
  display: block;
  white-space: nowrap;
  padding: 10px;
  background: rgb(195, 35, 45);
}

nav ul > li > ul > li a {
  background: rgb(0, 0, 0);
  color: rgb(255, 255, 255);
}

Da wir hier im Beispiel keine festen Breiten für die Menüpunkte definiert haben, nehmen die einzelnen Elemente immer die Breite des Inhaltes an. Text bricht dabei jedoch immer um. Daher sollte man per „white-space“-Eigenschaft einen automatischen Zeilenumbruch verhindern.

css-navigation1
Einfaches Dropdown-Menü

Schriften und Farben anzupassen, gehört natürlich auch zur Menügestaltung dazu. Außerdem kann man gegebenenfalls Schatteneffekte und abgerundete Ecken einsetzen. Will man dem „<ul>“-Element selbst CSS-Eigenschaften zum Aussehen zuordnen, sollte man zusätzliche Eigenschaften vergeben.

nav > ul {
  float: left;
  overflow: hidden;
  padding: 0 10px 0 10px;
  box-shadow: 3px 3px 3px rgba(0, 0, 0, 0.25);
  background: rgb(195, 35, 45);
}

css-navigation2
Dropdown-Menü mit abgerundeten Ecken und Schlagschatten

Die „float“-Eigenschaft sorgt dafür, dass die Breite des „<ul>“-Elementes nicht 100 Prozent ist, sondern sich der Breite der nebeneinander angeordneten Kindelemente anpasst. Per „overflow“ sorgt man dafür, dass abgerundete Ecken nicht durch die Kindelemente, die keine angerundeten Ecken haben, überdeckt werden.

Zweite und dritte Menüebene gestalten

Um den Zugriff auf die zweite Menüebene zu ermöglichen, wird die Pseudoklasse „:hover“ verwendet, die auslöst, wenn man mit der Maus über ein Listenelement der ersten Ebene fährt.

nav > ul > li:hover > ul {
  display: block;
  position: absolute;
}

nav > ul > li > ul > li {
  position: relative;
}

Während mit der „display“-Eigenschaft die zweite Ebene eines Menüpunkte angezeigt wird, sorgt „position“ dafür, dass das verschachtelte „<ul>“-Element nicht die Breite des übergeordneteten „<li>“-Elementes beeinflusst. Die „<li>“-Elemente der zweiten Ebene werden wiederum relativ dargestellt.

Für die dritte Menüebene sorgt „display“ wieder dafür, dass die Liste erst angezeigt wird, wenn man im übergeordneten „<li>“-Element die „:hover“-Pseudoklasse auslöst. Außerdem haben wir per CSS die dritte Ebene so ausgezeichnet, dass sie neben der Liste der zweiten Ebene dargestellt ist.

nav > ul > li > ul > li > ul {
  display: none;
}
nav > ul > li > ul > li:hover > ul {
  display: block;
}
nav > ul > li > ul > li:hover > ul {
  display: block;
  position: absolute;
  left: 100%;
  top: 0;
}

css-navigation3
Aufgeklapptes Dropdown-Menü

Die „left“-Eigenschaft sorgt dafür, dass die dritte Liste neben der zweiten Liste angeordnet erscheint – und zwar auf der Höhe des übergeordneten „<li>“-Elementes (per „top“-Eigenschaft).

Alternatives Layout für mobile Geräte

Auf Smartphones gibt es selten genug Platz, um Menüelemente nebeneinander anzuordnen. Daher sollte man alle Elemente untereinander darstellen. Allerdings muss man auch dort nicht auf eine Dropdown-Navigation verzichten. Mit einigen wenigen Anpassungen lässt sich das Menü so darstellen, dass alle Menüpunkte untereinander platziert sind. Dazu müssen wir lediglich alle absoluten Positionierungen sowie die Floats entfernen.

nav > ul, #nav > ul > li {
  float: none;
}
nav > ul > li > ul, nav > ul > li:hover > ul {
  position: relative;
}
nav > ul > li > ul > li:hover > ul {
  position: relative;
  left: 0;
}

nav > ul > li > ul > li > ul > li > a {
  font-style: italic;
}

Außerdem muss die „left“-Eigenschaft auf Null gesetzt werden. Um die Menüpunkte der dritten Ebene besser von denen der zweiten unterscheiden zu können, stellen wir diese im Beispiel kursiv dar.

css-navigation4
Menü für Smartphones mit untereinander angeordneteten Menüpunkten

Um noch mehr Platz zu schaffen, ist es nicht unüblich, auch die Menüpunkte der ersten Ebene erst per „:hover“-Pseudoklasse erscheinen zu lassen. Dazu sind einige weitere Veränderungen notwendig. Zunächst einmal blenden wir alle Menüpunkte der ersten Ebene aus und erst per „:hover“ auf das oberste „<ul>“-Element ein. Da dieses „<ul>“-Element keine sichtbaren „<li>“-Elemente hat, wird per Pseudoelement „::before“ ein zusätzliches „<li>“-Element erzeugt, welches immer sichtbar ist. Diesem Pseudoelement weisen wir einen Text oder ein Icon zu.

nav > ul > li {
  display: none;
}

nav > ul:hover li {
  display: block;
}

nav > ul::before {
  display: block;
  content: "Menü";
  padding: 10px;
}

Natürlich gibt es auf Smartphones, die per Gesten gesteuert werden, keinen Hovereffekt, wie er mit der Maus auf Desktopgeräten ausgelöst wird. Stattdessen wird der Hovereffekt per Fingertap ausgelöst. Problematisch ist hierbei, dass bei einem Tap auf einen Link dieser zeitgleich mit dem Hovereffekt aufgerufen wird. Daher sollte man Menüpunkte, die ein Untermenü aufrufen, selbst nie mit einem Link versehen. Sonst sind untergeordnete Menüpunkte per Tap nicht erreichbar.

css-navigation5
Platzsparendes Dropdown-Menü (zu- und aufgeklappt)

Entweder setzt man einen seiteninternen Link (also „#“) oder verzichtet ganz auf die Auszeichnung eines „<a>“-Elementes und ersetzt dieses beispielsweise durch ein „<span>“-Element.

css-navigation6
Darstellung der Untermenüs im mobilen Dropdown-Menü

Die untergeordneten Menüs werden jeweils unterhalb des übergeordneten Menüpunktes dargestellt.

Menüpunkte mit Unterseiten kennzeichnen

Damit man direkt erkennt, welche Menüpunkte ein verschachteltes Untermenü haben, könnten wir diese mit etwas CSS kennzeichnen. Dazu fügen wir jedem „<a>“-Element das Pseudoelement „::after“ hinzu, um ein Plus-Zeichen zu ergänzen.

nav li > a:after {
  content: " +";
}

Anschließend entfernen wir das Plus-Zeichen per Pseudoklasse „:only-child“ von solchen „<a>“-Elementen wieder, welche das einzige Kindelement sind, also kein „<ul>“-Element als Kind besitzen.

nav li > a:only-child:after {
  content: "";
}

css-navigation7
Menü mit Plus-Zeichen bei Menüpunkten mit Untermenü

Fazit

Dropdown-Menüs per CSS sind schnell gemacht und können prima responsiv gestaltet werden. Beachten sollte man die Problematik des Hovereffktes im Kombination mit Links und der Gestensteuerung.

(dpe)

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet.

Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

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6 Kommentare auf "Gut ankommen: Responsives CSS-Dropdown-Menü ohne JavaScript"

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Mike
Gast

Des weiteren ist es schwierig das komplette Menü rechts zu positionieren.

VG Mike

Mike
Gast

Super Menu !!! Aber sobald sich das Menü in einem Container befindet der nicht der komplette Höhe des Menüs (also im ausgeklappten Zustand) entspricht, dann klappen sich die Untermenu Punkte wieder ein beim Drüberfahren. Ebenso wenn unter dem Menü sich direkt ein JS Anwendung befindet.

VG Mike

Markus
Gast

CSS Menüs sind eine gute Sache. Erwähnenswert wäre noch gewesen, dass man der Navigation sogenannte Roles zuweisen sollte (Stichwort Accessibility).

Das ist dann für Leute die einen Screen Reader benutzen. Heydon Pickering hat darüber ausführlich geschrieben (mit Code-Beispielen:

http://heydonworks.com/practical_aria_examples/#submenus

Dieter Petereit
Dr. Web

Danke für die nützliche Ergänzung, Markus.

trackback

[…] […]

Manfred Egger
Gast
Netter Beitrag, allerdings wäre – grade in Hinblick auf responsive Best practices – ein “Mobile first”-Ansatz angebracht. Man könnte ein paar Zeilen Code sparen, wenn statt dem “display:none” für das ul der zweiten Menüebene und dem ganzen Code aus dem Bereich “Zweite und dritte Menüebene gestalten” einfach nur folgendes verwendet wird: nav > ul ul { display: none; position: absolute; } nav > ul li:hover > ul { display: block; } nav > ul ul ul { left: 100%; top: 0; } Das sollte genauso funktionieren. Wie es sich dann mit der Performance verhält, hab’ ich nicht getestet, allerdings sollte… Read more »
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