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Denis Potschien 18. August 2010

Rantasten an TYPO3 – relativ einfacher Einstieg per Introduction Package

Content-Management-Systeme wie TYPO3 erfreuen sich großer Beliebtheit. Gerade weil es viele Open-Source-Lösungen gibt, sind sie auch für kleine Webprojekte interessant. Im Gegensatz zu WordPress, das schnell installiert und sofort einsetzbar ist, muss man sich bei TYPO3 tiefer in die Materie einarbeiten, bevor man richtig loslegen kann. Ohne Kenntnisse von TypoScript geht es nicht. Mit der aktuellen Version 4.4 ändert sich dies nun.

Bislang kam man bei TYPO3 nicht drum herum, zumindest rudimentäre Kenntnisse in TypoScript zu haben. Denn bei einer neuen TYPO3-Installation war das Backend zwar direkt nutzbar. Es ließen sich also Seiten anlegen und mit Inhalt füllen. Wer jedoch das Frontend aufgerufen hat, sah zunächst einmal nichts. Ohne Template, was mit TypoScript eingebunden wird und in dem u. a. die Navigation definiert wird, konnten weder Navigation noch Inhalte dargestellt werden.

Die neue Version 4.4 bietet erstmals ein „Introduction Package“, das TYPO3 mit einem Standard-Template installiert und ohne weitere Konfiguration sofort einsetzbar ist.

Voraussetzungen

Damit TYPO3 in der aktuellen Version einwandfrei läuft, muss PHP ab Version 5.2 vorhanden sein. TYPO3 kann mit verschiedenen Datenbanken arbeiten, neben MySQL werden auch PostgreSQL und Oracle unterstützt. Wer auf eine MySQL-Datenbank setzt, sollte diese ab Version 5.0 nutzen.

Die interne Bildbearbeitung (zum Beispiel zum Skalieren von Bildern) erfolgt über ImageMagick. In der Regel erkennt das Install Tool, ob ImageMagick installiert ist und bindet es eigenständig ein.

TYPO3 installieren

Nach dem Hochladen der Dateien müssen folgende Verzeichnisse beschreibbar gemacht werden: „typo3temp“, „typo3conf“, „typo3/ext“, „uploads“ und „fileadmin“. Ebenso muss die Datei „typo3conf/localconf.php“ beschreibbar sein.

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Da das Verzeichnis fileadmin nur im Zusammenhang mit dem Introduction Package zwingend Schreibrechte benötigt, warnt TYPO3 während der Installation leider nicht, falls diese Rechte nicht vergeben sind. Erst am Ende der Installation wird man feststellen, dass die Template-Dateien vom Introduction Package nicht kopiert werden konnten und das Frontend weiß bleibt.

Nach dem Aufruf des TYPO3-Installationsverzeichnisses wird das Install Tool gestartet, was durch die Installation führt. Aus Sicherheitsgründen startet die Installation erst, nachdem die Datei „ENABLE_INSTALL_TOOL“ im Verzeichnis „typo3conf“ abgelegt wurde. Es kann sich dabei um eine leere Textdatei handeln.

Datenbank einrichten mit dem Install Tool

Datenbank einrichten mit dem „Install Tool“

Das Install Tool fragt nun die Zugangsdaten zur Datenbank ab. Danach haben Sie die Möglichkeit, zwischen einer leeren Installation und einer Installation mit Standard-Template, welches dank des Introduction Packages installiert wird, zu wählen.

Wenn Sie sich für das Introduction Package entscheiden, können Sie noch die Grundfarbe des Standard-Templates über eine Farbpalette festlegen. Noch ein Password angeben, um sich anschließend im Backend anmelden zu können, und TYPO3 wird installiert.

Variante auswählen und Standard-Template anpassen mit dem Install Tool

Variante auswählen und Standard-Template anpassen mit dem „Install Tool“

Standard-Template und -inhalte

Nach der Installation findet sich eine fertig eingerichtete TYPO3-Umgebung vor. Neben dem Standard-Template sind auch exemplarische Inhalte installiert worden.

Wer Kenntnisse in HTML hat, kann das Standard-Template noch anpassen. Im Verzeichnis fileadmin/default/templates befinden sich alle HTML-, CSS- und Bilddateien. Es gibt je eine HTML-Datei für die Startseite sowie eine für die Unterseiten. Die HTML-Dateien sollten mit Vorsicht angepasst werden, da die Erweiterung Template Auto-parser aus den HTML-Dateien das Typoscript-Template erzeugt. Werden in der HTML-Datei  IDs geändert, kann es zu einer fehlerhaften Darstellung des HTML-Templates im Frontend kommen.

TYPO3-Standard-Template

TYPO3-Standard-Template

Am Einfachsten lassen sich Dateiänderungen über das Modul Filelist vornehmen, über das man Zugriff auf alle Dateien im Verzeichnis fileadmin hat.

Erweiterungen

Über das Introduction Package, welches selbst als Erweiterung in TYPO3 eingebunden ist, werden neben dem Template Auto-parser noch zusätzliche Erweiterungen installiert, die nicht zu einer Standard-Installation von TYPO3 gehören.

Zu diesen Erweiterungen gehören News („tt_news“), eine bekannte Erweiterung zum Verwalten von Nachrichten sowie Spamshield („wt_spamshield“), mit der Formulareingaben auf Spam geprüft werden können.

Ebenfalls installiert und fertig konfiguriert ist die Erweiterung RealURL („realurl“), mit der für Suchmaschinen optimierte URLs generiert werden. Gerade RealURL ist – vor allem im Umgang mit anderen Erweiterungen – nicht einfach zu konfigurieren.

Fazit

Wer mit TypoScript nichts am Hut hat und Gefallen an dem Standard-Template findet, wird mit dem Introduction Package einen guten Einstig in die Welt von TYPO3 finden. Alle, die mit einem individuellen Layout und mit zusätzlichen Erweiterungen arbeiten wollen, werden nicht drum herum kommen, sich früher oder später mit TypoScript auseinanderzusetzen.

Das Backend von TYPO3

Das Backend von TYPO3

Die fertige Installation mit Standard-Template und -Inhalten ist jedoch eine gute Basis, um sich mit TYPO3, seiner Architektur und TypoScript vertraut zu machen.

(mm),

Denis Potschien

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

12 Kommentare

  1. Erstmal an die Typoscript finde – Typoscript IST KEINE SPRACHE
    Das so zu nennen ist arg übertrieben.
    Sprachlich kann TS nämlich so gut wie nix ausser ein paar IF u.a.

    TS ist nichts anders als ein Weg Object Properties zu setzen bzw auch aus vorhanden objecten neue zusammenzusetzen (das kann man ned programmieren nennen)
    es ist nix weiter als
    pfad.extension.subfunction.propertie = „diesmal ein string“

    Ad2: Das instructionpackage ist schon mehr als überfällig.
    und es ist sehr sehr gut.
    99% der normalen Webseiten (zb kleinere FIrmenseiten etc) brauchen nicht mehr

    Ad3: aber auch ich finde es ungut das zuviel mit TS konfigurert werden muss. Es hat zwar vorteile bringt aber für normale User eine Barriere mit sich. Und Otto KMU kanns sich ned wirklich leiten für jede triviale anpassung entweder alle objectreferenzen selbst zu lernen oder mich dafür zu bezahlen

    das ist wohl noch die größte hürde.

    und das backend – naja 6.0 bringt schon viel besserung aber da fehlt noch einiges – modern is was anderes
    leider

  2. Das Introduction Package ist auf jeden Fall sehr hilfreich.
    Leider ist es nicht für kommerzielle Zwecke nutzbar.
    Hierbei hilft das „Government Package“ abhilfe.
    Voll konfigurierbar und ebenfalls gut geeignet für den „Einsteiger“!

  3. Hallo,

    ich versuche seit ein paar Tagen, Typo3 installiert zu bekommen, scheitere jedoch jedesmal. Entweder an irgendwelchen fehlenden Rechten von Ordnern oder aktuell bekomme ich das Introduction Package nicht zum laufen. Ich schaffe es zwar mich ins backend einzuloggen und sehe im Modul „Pages“ die Seiten, kann sie mir jedoch nicht im Frontend anzeigen lassen, ich sehe nur den grauen Hintergrund. Überall heißt es wie leicht die Installation doch jetzt ist. Ich schlage mich mit dem M…. seit Tagen rum und bin nun ziemlich frustriert.
    Außerdem habe ich oft das Problem dass ich auf einmal die hochgeladenen Ordner nicht mehr löschen kann, um Typo3 erneut hochzuladen und zu installieren… -.-

  4. Typoscript ist keine eigene Programmiersprache wie hier von unwissenden behauptet wird.

    Das man sich in alles erst einarbeiten muss was anders ist, als das was man kennt sollte für jeden durchschnittlich intelligenten Menschen von vornherein klar sein.

    Ob das nun TYPO3, Drupal oder eZ Publish ist. Wer bei den grossen mitspielen will, muss schon was auf dem Kasten haben. Für den Rest gibt es Joomla.

    Die Vorteile von TYPO3 liegen auf der Hand wie zum Beispiel die grosse Corefunktionalität.
    Die Möglichkeiten sind schier unendlich und mit zwei Klicks sind alle Extensions auf dem neuesten Stand.
    Zudem kann ich mit einer einzigen Installation 100 Webseiten verwalten ohne ein Durcheinander zu bekommen.

    Das lernen von Typoscript lohnt sich auf jeden Fall. Wer aber zu geizig ist, sich ein entsprechendes Buch oder ein Video für 40,- Euro anzuschaffen, der sollte grundsätzlich kein solch anspruchsvolles System betreiben.

  5. Lokal unter Xampp kein Problem.

    Das Frontend des Introduction package hab ich noch auf keinem Host zum Laufen bekommen. Die Realurl Konfiguration oder was auch immer verursacht Scriptfehler und Fehlverweise im Menü.

    Bisher hat mir noch niemand den entscheidenden Tip geben können, wie’s zu reparieren ginge.

    Siehe Bug #7643
    http://forge.typo3.org/issues/7643

    • Hey,
      Lokal unter XAMPP manchmal auch ein Problem. Bekomme das Package auch nicht lokal zum laufen. Ich schaffe es höchstens bis zum Aufsetzen der Website, welche dann allerdings keine Inhalte hat…
      FAIL

  6. Danke für die Einleitung.
    Ich werde mich in den nächsten Wochen mit Typo beschäftigen müssen.
    Das hilft sicher…

  7. Hi, genau solche Artikel wünsche ich mir hier. Wesentlich interessanter als die wievielte Liste á la „50 Beispiel für …“.
    Danke für diesen Artikel.

    • Ja, deshalb überlege ich auch schon sich der feed überhaupt (noch) lohnt … Vor einem Jahr oder so waren hier noch qualitativ hochwertige Artikel …

  8. Für mich ist nach wie vor TypoScript das Argument schlechthin gegen Typo3. Ich mag nicht bestreiten dass das ne sehr nützliche Sache sein kann, aber eine Sprache nur wegen einem CMS zu pauken ist mir definitiv zu blöde. Ohne zu wissen wie, bekommt man anscheinend nicht einmal eine simple Navigation dargestellt. Zwei Monate tagtäglich in der Arbeit versucht mich rein zu boxen, bis das ganze Team einheitlich der Meinung war, ein weniger störendes CMS zum Einsatz zu bringen.

    • Eine eigene Sprache zu lernen, ist etwas übertrieben. Wenn man Grundkenntnisse in PHP hat oder auch nur etwas Erfahrung mit Visual Basic für Applikationen (VBA), dann sind einem die Typoscript-Befehle ziemlich schnell vertraut. Es braucht zwar ein, zwei Monate intensiver Einarbeitung – aber dann hat man auch viel mehr Möglichkeiten als mit WordPress – etwa mehrsprachige Websites. Und man ist nicht auf dieses Blog-Layout angewiesen, dass bei Firmenwebsites nicht geeignet ist.

      Außerdem gibt es eine sehr gut organisierte Dokumentation und viel Hilfe in Foren sowie alle möglichen Snippets beziehungsweise hervorragende Bücher mit Typoscript-Rezepten.

  9. Hey, vielen Dank für diesen interessanten Artikel!

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