Dieter Petereit 4. Januar 2018

Presentator: Powerpoint für Webdesigner

Wenn es darum geht, statische Entwürfe zu präsentieren, ist ein Produkt wie Powerpoint gut geeignet. Presentator setzt das Konzept als Web-App um, kostenlos.

Powerpoint, nicht nur für Nostalgiker

Wenn du hier schon länger mitliest, ist dir sicherlich schon der ein oder andere Beitrag untergekommen, in dem ich die Verwendung von Powerpoint-Präsentationen für Webdesign-Kunden beschrieben hatte. Noch vor etwas mehr als zehn Jahren war das meine Standard-Vorgehensweise. Auch der Kollege Denis Potschien beschrieb seine Anfangszeiten um den Beginn des neuen Jahrtausends ganz ähnlich.

Und wenn du heute eher grafisch orientiert gestaltest, also immer noch mit Photoshop-Entwürfen zum Kunden gehst, dann ist die Vorgehensweise generell immer noch valide. Nur solltest du dafür nicht das statische Powerpoint nehmen, sondern eine flexiblere Lösung, wie etwa Presentator.

Presentator ist wie Powerpoint, nur anders

Presentator ist ein Projekt des Bulgaren Gani Georgiev, der sich als Full-Stack-Entwickler bezeichnet und sein Projekt ganz klar an die Zielgruppe der Designer richtet. Presentator erblickte im Frühjahr 2016 das Licht des Web, wurde aber nochmal komplett umgeschrieben und liegt erst seit Herbst 2017 in der jetzt nutzbaren Form vor. Vor einigen Tagen erschien Version 1.5.

Presentator: Interface mit zwei angelegten Screens.

Presentator ist Open Source und wird unter der Lizenz BSD-3 vertrieben. Damit ist es für persönliche wie kommerzielle Projekte gleichermaßen geeignet. Du kannst das Produkt auch auf deinem eigenen Server hosten. Dazu steht es auf Github zur Verfügung.

Mehr als 1.500 Designer haben sich nach Angaben des Entwicklers bereits für Presentator entschieden. Dank dieser Community konnte Presentator inzwischen in etliche (westeuropäische) Sprachen übersetzt werden, darunter die deutsche.

Die Funktionsweise ist der von Powerpoint ganz ähnlich. Du lädst deine Seitendesigns in Presentator und verbindest sie per Hotspot miteinander oder mit einer URL. So simulierst du Interaktionsmöglichkeiten. Anders als bei Powerpoint können an den jeweiligen Designs direkt Kommentare hinterlassen werden. So eignet sich Presentator gut als Tool, um unproblematisch Feedback von Kollegen und Kunden einzuholen. Damit wird es für den Kunden noch einfacher, sein „Können wir das Logo größer machen?“ zu hinterlassen.

Nur teilweise eine Alternative zu Prototyping-Apps

Auf den ersten Blick könnte Presentator wie eine Alternative zu Wettbewerbern, wie UXPin oder InVision, wirken. Beide der genannten können jedoch weitaus mehr als das kleine Präsentations-Tool aus Bulgarien. Dafür hat Presentator einen unschlagbaren Vorteil. Es kostet nichts, keinen Cent. Wenn du es allerdings umfangreich nutzt, solltest du der Fairness halber entweder für die Verwendung spenden oder dich wenigstens an der Entwicklung beteiligen, was ja auch durch Fehlerreports oder Feature-Requests passieren kann.

Auch die online verwendbare Web-App stellt Gani vollkommen kostenfrei zur Verfügung. Dabei ist der Betrieb keinesfalls umsonst, denn es gibt keine Einschränkungen bezüglich der Zahl möglicher Projekte oder der Screens pro Projekt. Eine Versionskontrolle sorgt dafür, dass dir nichts verloren geht, wobei du die Versionierung auch manuell vornehmen kannst. Diese Hostingrechnung würde ich gerne mal sehen.

Presentator: Neuanlage eines Projekts

Die Kollaboration ist denkbar einfach. Kollegen werden als weitere Projektadministratoren angelegt. Dem Kunden sendest du einen passwortgeschützten Vorschaulink. Für die Zukunft gerüstet ist das Projekt durch die schon vorhandene REST API, für die es allerdings derzeit noch keine Verwendung gibt.

Fazit: Schnell und einfach

Wenn du das Rohmaterial hast, also seitenorientierte Entwürfe als JPG oder PNG, dann wirst du kaum schneller zum Ergebnis kommen als mit Presentator. Vor allem die Feedback-Funktion macht die Attraktivität der Lösung aus, die zudem nichts kostet und voll zur Kollaboration taugt. Probier es selbst.

Weitere Kollaborations-Tools für das Webdesign stellen wir dir in diesem Beitrag vor.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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