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Dieter Petereit 11. November 2008

Per Plugin zur WordPress-Community

Kein Beitragsbild

Der eine oder andere von Ihnen wird wissen, dass ich das Multiautorenprojekt „Lebensmittelfotos“ betreibe. Ziel des Projektes ist die Bereitstellung von Lebensmittelbildern unter freier Lizenz, also zur freien Verwendung ohne Abmahnrisiko. Es stellt eine Reaktion auf das allseits bekannte Kochbuch eines berühmt-berüchtigten Hobbyfotografen und seiner Frau dar. Lebensmittelfotos.com (LMF) läuft unter WordPress, was einerseits darauf zurückzuführen ist, dass ich seit Jahren mit dem System vertraut bin, und andererseits in der „Liebe“ begründet liegt, die Google offenbar für wordpress-betriebene Blogs empfindet. Allerdings bietet WordPress verschiedene für LMF essentielle Funktionalitäten nicht von Haus aus an. Plugins, die man nicht an jeder Ecke sieht, rüsten bei LMF diese Funktionen nach.

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LMF ist ein Fotoblog mit ausschließlich konkludent gemeinfreien Bildern. Prinzipiell kann jeder Netzbürger an dem Projekt mitwirken und eigene Bilder hochladen und betexten. Hieraus ergeben sich mehrere Teilprobleme, die im deutschen Urheberrecht begründet liegen.

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WordPress erlaubt von Haus aus eine Registrierung durch den User. Dabei werden aber keine weitergehenden persönlichen Daten abgefragt. Bei LMF ist es indes erforderlich, dass der Betreiber die Identität der Autoren überprüfen kann, bevor diese unter Umständen urheberrechtlich problematisches Material hochladen.

Als sinnvollste Lösung wurde letztlich die Erweiterung der Registrierungsmaske unter wp-register angesehen. Hier kommt das Plugin „Extended User Profile“ von Ralf Hortt zum Einsatz. „Extended User Profile“ erweitert das Benutzerprofil um die Informationsfelder, die der Betreiber für erforderlich hält.

Weiterhin müssen neue Autoren bei LMF darüber unterrichtet werden, dass sie mit einer Registrierung und dem nachfolgenden Hochladen eigener Bilder das Urheberrecht daran, soweit das nach deutschem Recht geht, aufgeben. Außerdem müssen sie erklären, dass lediglich Material hochgeladen wird, an dem sie auch selber die erforderlichen Rechte halten.

Zu diesem Zweck kommt das Plugin „WP-Disclaimer“, ebenfalls von Ralf Hortt zum Einsatz. WP-Disclaimer kann nicht nur für die „Urheberrechtserklärung“, wie bei LMF, sondern generell für jede Art von Nutzungsbedingung genutzt werden. Der Text der jeweiligen Nutzungsbedingung wird im Backend in der Optionspage erfasst. Der Disclaimer wird direkt bei der Registrierung angezeigt und muss mittels Aktivierung eines Hakens akzeptiert werden. Bei LMF erfolgt zusätzlich der Versand einer E-Mail mit den persönlichen Daten und der Urheberrechtserklärung an mich als Betreiber.

extendeduserprofile-disclaimer.gif
Das Registrierungsformular bei LMF

Um zu verhindern, dass neue Autoren direkt nach der Registrierung Zugang zum System erhalten, entwickelte wiederum Ralf Hortt das Plugin „Confirm User Registration“. Erst nach Überprüfung der Benutzerangaben und manueller Aktivierung des Kontos durch einen Administratoren können neue User sich einloggen.

Auf diese Weise und vor allem durch den Aufwand, jeden neuen Mitautoren erst manuell zu überprüfen, ist, soweit möglich, sicher gestellt, dass nur ernsthaft am Projektziel orientierte Netzbürger auch wirklich teilnehmen können. Ein gutes Dutzend wurde im Rahmen der stattfindenden Überprüfungen tatsächlich nicht freigeschaltet. Zum Schutz des Projektes und der übrigen Mitwirkenden ist die Vorgehensweise sehr restriktiv.

Nach dem der Mitautor dann freigeschalteter Mitautor ist, erfolgt die weitere Steuerung der Berechtigungsstrukturen unter Einsatz des Plugins „Rolemanager“. Mit dem Rolemanager kann man sehr fein festlegen, welche konkreten Rechte einzelne Benutzer außerhalb der doch recht groben Nutzerschemata wie Autor et cetera haben sollen.

Das eigentliche Herzstück des Projektes stellt das Plugin NextGen-Gallery von Alex Rabe dar, dass zur Verwaltung der Bilder eingesetzt wird. Um den Community-Gedanken zu Ende zu denken, befindet sich noch ein Forum, ebenfalls per Plugin umgesetzt, im Einsatz. Es handelt sich um das großartige Simplepress-Forum von Yellow Swordfish.

Für die Galeriefunktionalität war zunächst der Einsatz von Gallery 2 nebst zugehörigem WP-Plugin vorgesehen. Jedoch ist das Zusammenspiel schon bei der Erst-Installation ein unfassbares Gefrickel. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass normale Netz-User, die ihre Lebensmittelfotos beisteuern wollen, mit einem derartig (im Zusammenspiel mit WP) nerdigen System klarkommen würden. NextGen ist einfach und komfortabel zu bedienen, lässt nur wenige relevante Wünsche offen und wird konsequent fortentwickelt.

Das Forum wäre beinahe mit bbpress umgesetzt worden. Auch hier jedoch entschied letztlich simple Installation und Integration und daher das Simple-Forum das Rennen für sich. Erstaunlich dabei war die Erkenntnis, dass „bbpress“ mitnichten ein optimal auf WordPress zugeschnittenes Ergänzungsprodukt darstellt, obschon der Hersteller der gleiche ist.

Übrigens: Die projektinterne Kommunikation bei LMF läuft zu einem Gutteil über das (interne) Forum. Allerdings kann man so nicht zuverlässig alle Teilnehmer des Projektes erreichen, sondern nur diejenigen, die sich im Forum aktiv beteiligen und von den Subscriptionsmöglichkeiten regen Gebrauch machen.

Will ein Teilnehmer sicherstellen, dass er alle Mitautoren anspricht, so verwendet er im Backend unter Schreiben den neben „Artikel“, „Seite“ und „Links“ zusätzlichen Punkt „E-Mai“l und verfasst mit dem WP-Editor eine E-Mail, die hernach an einzelne, mehrere oder alle User versendet wird. Dabei werden ihm die konkreten E-Mailadressen der Mitautoren nicht bekannt gegeben, lediglich die ohnehin bekannten User-Namen stehen zur Auswahl von Adressaten zur Verfügung. Diese Funktionalität wird ebenfalls durch ein Plugin sichergestellt, nämlich durch „E-Mail Users“ von Vincent Prat.

Viel Erfolg beim Aufbau Ihrer eigenen wordpressbased Autoren-Community. ™

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

9 Kommentare

  1. Ich plane auch eine Community zu „bauen“ die es Usern gestattet Bilder zu veröffentlichen und diese von anderen Usern bewerten zu lassen (Das gute alte Hot or Not Prinzip).
    Ich hätte nie gedacht, das so etwas auch mit WordPress möglich sei. Seit Monaten suche ich schon nach einem CMS mit dem ich auf einfache Weise meine Pläne umsetzten kann. Der Artikel hat mir die Motivation gegeben es doch einmal mit WP zu versuchen.
    Danke ;)

  2. Danke für die Zusammenfassung. Ich bastel gerade an etwas, wo ich zumindest einige Infos aus diesem Beitrag nutzen kann.

  3. Hallo,

    eben sowas suche ich :-) zwar kann ich auf den Bildertausch verzichten, das Forum ist mir rechtlich ein bisschen zu heikel (ich müsste ALLES kontrollieren weil ich als Betreiber der Site die Verantwortung trage). Deshalb dachte ich, es gibt evtl eine Art Messenger-System für die Autoren untereinander. Hm, ich suche noch ein bisschen, auf dem Weg, die „Tribes“ zusammen zu bringen ;-)

    Tolle Idee mit den eigenen Bildern – ich finde diese deutsche Abmahn-Paranoia extrem nervig. Wer seine Bilder behalten mag, muss sie auch behalten – anstatt sie irgendwo im Netz zu streuen und sich dann zu wundern.

    Niemand zieht ernsthaft hundsteure Stockfotos mit 72dpi aus dem Netz um sie dann gewinnbringend im Mini-Format (für den Druck) an Agenturen weiter zu verscheuern…!!1! Wie geht denn das? Als scanbarer Posterdruck?? Hihi…

    Viele Grüße und viel Erfolg!! Sieht echt gut aus, die Community!

  4. Hallo,
    evt könnte die User dann auch folgendes Plugin interessieren:
    http://wordpress.org/extend/plugins/register-plus/

    Gruß Arne

  5. Sehr guter Beitrag Dieter, danke für die Infos für WordPress, aber noch besser finde ich deine Vorgehensweise gegen angebliche Expertenköche. Anstatt nur meckern und falls notgedrungen, zahlen, suchst du eine gute Lösung um Leuten zu helfen nicht in die Falle zu tappen. Hut ab!

  6. @Kai: Deswegen „konkludent gemeinfrei“ und nicht etwa, weil ich das Wörtchen konkludent so mag. ;-)

  7. Auch ein sehr interessantes WordPress(-MU) Plugin findet man unter http://www.buddypress.org! Zwar ist Buddypress noch nicht wirklich fertig, zeigt allerdings tolle Ansätze zu einem Sozialennetzwerk auf WordPress-Basis.

  8. Nach dt. Gesetz kann niemand das Urheberrecht aufgeben, übertragen oder verlieren. Man kann allerdings (exklusive) Nutzungsrechte vergeben und auf das Recht der Namensnennung verzichten. Rechtlicher Standard ist die Nennung zum Werk.

  9. Danke für die Blumen Dieter,
    jedoch wird sich bei den Plugins einiges in der nächsten Woche ändern. Ich mach die Plugins bereit für WP 2.7 und füg langerwartete Features hinzu.

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