Dieter Petereit 12. Juni 2012

Pixabay: Fotoplattform mit ausschließlich gemeinfreien Bildern

Als Designer ist man immer auf der Suche nach guten Bildern. Auch Beiträge im Dr. Web Magazin bedürfen ab und an zusätzlicher Bilder. Bilderdienste sind dementsprechend wichtige Begleiter im Berufsleben von Designern und Redakteuren. Da gibt es natürlich die großen kommerziellen Dienstleister, bei denen man für jedes einzelne Bild unterschiedlich hohe Summen zu zahlen hat. Und dann gibt es diejenigen Dienstleister, die einem zwar die kostenfreie Nutzung der Bilder, aber zu unterschiedlichen, teils nicht so einfach nachzuvollziehenden Bedingungen andienen. Bei Pixabay ist es ganz einfach. Kein Bild kostet etwas, weitere Lizenzbedingungen gibt es nicht.


Startseite des kostenlosen Bilderdienstes Pixabay

Bilderdienste: Ein Minenfeld mit potenziell schwerwiegenden Konsequenzen

Schon vor vier Jahren rief ich den kostenlosen Bilderdienst Lebensmittelfotos.com ins Leben. Es handelte sich um eine Reaktion auf die Abmahnstrategien eines damals sehr aktiven Lebensmittelfotografen, der Verwendern seiner, zumeist trivialen Abbildungen diverser Lebensmittel, allen voran Brötchen, mit großer Konsequenz hohe Summen für die nicht lizenzierte Verwendung seiner „Werke“ abverlangte. Lebensmittelfotos.com sollte eine sichere Alternative werden. Von daher setzte ich von Beginn an ausschließlich auf das Prinzip der Gemeinfreiheit, in den USA als Public Domain bekannt. Nur gemeinfreie Bilder bieten für den Verwender überhaupt kein Risiko. Alle anderen Lizenzen bergen Fallstricke. Vor allem bei Fotoplattformen bin ich stets vorsichtig gewesen. Immerhin kann sich die Lizenz von heute auf morgen ändern und schon hat man ein Bild auf seiner Website, für das man potenziell eine Abmahnung kassieren könnte. Wer will das stets und ständig überwachen?

Pixabay: Komfortabel, qualitativ hochwertig, kostenlos

So oder so ähnlich müssen es wohl auch Simon Steinberger und Hans Braxmeier, die Gründer von Pixabay, gesehen haben. Denn sie schufen mit Pixabay das thematisch breitere und wesentlich professioneller betriebene Pendant zu Lebensmittelfotos.com und können dort bereits über 40.000 Bilder und Illustrationen anbieten. Optisch modern, wenn auch mit starken Reminiszenzen an Bing, bietet der Dienst komfortablen Zugriff auf seine Inhalte. Alle Bilder sind gemeinfrei und dürfen von jedermann zu jedem legalen Zweck verwendet werden. Eine Nennung der Fotografen oder Illustrateure ist nicht Voraussetzung für die Nutzung. Ein Backlink zu Pixabay wird selbstverständlich gern gesehen, ist aber ebenfalls nicht Voraussetzung.


Editor´s Choice: Die Favoriten des Pixabay-Teams

Pixabay steht in 20 verschiedenen Sprachenvarianten zur Verfügung, darunter natürlich auch auf deutsch. Eine vorherige Registrierung auf der Website ist nicht erforderlich, aber empfehlenswert. Unregistrierte Benutzer können zwar ebenfalls auf den vollen Fundus zugreifen und beliebige Downloads tätigen. Allerdings muss jeder Download mit dem Eintippen eines mal mehr, mal weniger gut zu entziffernden Captchas initiiert werden. Das wurde jedenfalls mir nach dem dritten Mal derart lästig, dass ich mich spontan zur Registrierung entschloss. Eingeloggt wird man nicht mehr von Captchas beeinträchtigt.

Zwar kann jeder registrierte Nutzer auch Bilder hochladen, diese stehen jedoch nicht sofort frei im Portfolio zum Download bereit, sondern werden zunächst redaktionell auf Eignung und grobe Verstöße gegen Pixabays Nutzungsbedingungen geprüft. Dieser Vorgang kann einige Tage in Anspruch nehmen. Wer sich schnell einen beeindruckenden Überblick von der Qualität der Inhalte verschaffen will, dem sei ein Besuch bei Editor´s Choice empfohlen. Hier wählt das Betreiberteam die Highlights aus dem Angebot manuell aus.

Wer das nicht möchte, schaut sich einfach die folgenden, von mir nach meinem Geschmack ausgewählten Beispiele aus Pixabays Portfolio an (Klick auf das Bild öffnet die zugehörige Seite auf Pixabay):

(do)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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17 Kommentare

  1. Empfehlen kann ich auch https://stockata.de/ – ebenfalls lizenzfreie (CC0) Bilder in Hülle und Fülle zur kostenlosen, freien Verwendung.

  2. Ich finde dieses Thema wahnsinnig nervig. Es gibt so Winkeladvokaten und noch immer zu viele Grauzonen. Wenn ich also Bilder von Pixabay verwende, ohne irgendwelche Menschen bzw. Gesichter, dann kann mir definitiv nichts passieren? Also bei Fotos von Städten, Dingen und was auch immer – außer Menschen?
    Ich bin der Meinung gelesen zu haben, dass man bei Personen nochmal das Model direkt ansprechen muss. Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen, dass nicht einmal die Bilder, die von PR Agenturen kommen rechtssicher sind. Da bekomme ich eine Pressemeldung mit Bildern von der Agentur zur Verwendung und dann gibt es ein Anschreiben vom Anwalt. Unfassbar. Wo soll das noch hinführen….

  3. Ich finde das ist ein toller Bilderservice den man doch gerne benutzt, war auch lange auf der Suche nach kostenlosen Fotos die ich in meine Seiten einbauen kann.

    Selber fotografieren wäre zwar die bessere Lösung doch man findet ja nicht immer gerade ein passendes Motiv das zum Artikel den man gerade verfasst passt.

    Auch wenn man hier in den Kommentaren die Befürchtungen wegen einer Abmahnung hat, das kann einem immer mal passieren. Bisher hatte ich da auch noch keine Probleme und hoffe das es auch so bleibt.

  4. KEIN Bilderdienst ist sicher!! (Auch Pixabay nicht)
    Das zeigen Tausende Abmahnungen sogenannter Fotografen und deren Anwälte.
    Deswegen habe ich vor einigen Jahren (ich betrieb damals eine Kuenstleragentur) angefangen selbst zu fotografieren und habe es dadurch zum echten Fotografen gebracht.
    Ich kann also getrost behaupten das Problem aus beiden Perspektiven zu kennen und kann nur raten Bilder direkt beim Erzeuger zu erwerben.

    Damit ist man auch moralisch auf der richtigen Seite denn diese ganzen Bildagenturen (vor allem Microstock) sind doch nichts anderes als Ausbeuter-Unternehmen.
    Gruss Axel Lauer

    • Unfug, Axel. Dienste wie Pixabay stellen Plattformen dar, auf denen Fotografen ihre Fotos kostenlos anbieten KÖNNEN. Wer sein Foto bei Pixabay anbietet, weiß, dass er dafür KEINE Vergütung bekommen wird und er erwartet auch keine. Niemand wird gezwungen, auch nicht indirekt, etwa durch Marktmacht, seine Bilder da abzuliefern.

      Und auch, wenn es hiermit nichts zu tun hat, weil Vergleich Apfel mit Birne: Mich würden doch mal die behaupteten „Tausende Abmahnungen“ interessieren. Da gibt es doch bestimmt eine Quelle, wo ich das mal nachlesen kann, oder?

      Ich verstehe schon, dass du als Fotograf hier ein Lobbyinteresse vertrittst. Gegenwehr darf da aber auch nicht verwundern…

      • Zbsp http://www.vanvox.de/abmahnung-bilder-urheberrecht/5132/
        Ich sag nur „Bestatterblog“ oder „Tschorn“ oder „OLG Köln“

        Mehr?: http://bit.ly/1BoE019 (oder ähnlich)

      • Dieser Kommentar zeigt mir nur eines. Nämlich, dass du den Beitrag nicht gelesen hast. Denn darin gehen wir genau auf den Einwand aus dem von dir verlinkten Beitrag ein. Und nennen ganz deutlich das Risiko, das immer dann entsteht, wenn eine bestimmte Kennzeichnung gefordert wird. Pixabay erfordert KEINE Kennzeichnung, KEINE. Ich weiß schon, dass du das verstehst und es dir herzlich egal ist, weil es hier nur um Propaganda geht. Aber die anderen Leser, die über deine Kommentare stolpern, sollen wenigstens korrekt informiert sein.

  5. Im Zeitalter der Abzocker und Betrüger wie diverse Fotografen von (bekannter Bilderdienst) die sich mit Anwaltskanzleien zusammen tun um die Webdesigner und Fimreninhaber regelrecht verklagen und Unsummen für teilweise schlechte Fotos verlangen ist Pixabay perfekt !!

    Vielen Dank und ich hoffe das sich diese Plattform durchsetzen wird und keiner mehr bei (bekannter Bilderdienst) oder solche augenscheinlichen kostenlosen Bilddatenbanken sich bedinen muss und über kurz oder lang mit einem Anwaltsschreiben rechnen muss..

    Schönes Beispiel: (ein Anwalt, der seinen Beistand bei Fotorechtsverletzungen von Berlin aus auf seiner Website anbietet)

    (Kommentar editiert. Wir wollen uns nicht wegen Kommentaren abmahnen lassen. Bitte um Verständnis. – Dr. Web)

  6. Hallo zusammen!

    Kannte Pixabay vorher auch noch nicht, finde aber mittlerweile richtig Gefallen daran!
    War bis jetzt mit meinen anderen Portalen auch nicht so ganz zufrieden.

  7. Hallo,

    ich finde den Dienst von Pixabay ebenfalls großartig. Bis auf 2 oder 3 Bilder nutze ich nur noch Bilder von Pixabay.

    Man kann hier auch durchaus Fotos finden die sich in der Qualität kaum von den kostenpflichtigen Stockagenturen unterscheiden.

    Die wirklich hochqualitativen Fotos sind zwar der kleinere Anteil auf der Plattform aber auch alle anderen Fotos von sagen wir mal „mittlerer“ Qualität sind völlig in Ordnung für beispielsweise Websites. Für mich ein wirklich toller Dienst.

    Ansonsten muss ich natürlich zugeben, das die „Angst“ ein klein bisschen mit schwimmt, dass sich etwas an der „gemeinfreiheit“ der Bilder ändert oder ein „nicht gemeinfreies“ Bild bei PixaBay durchgerutscht ist.

  8. Pixabay ist eine tolle Seite. Vielleicht sind (bedingt durch den Erfolg dieses Modells) dann andere Anbieter auch irgendwann bereit über ihre Modelle nachzudenken.

  9. „Nur gemeinfreie Bilder bieten für den Verwender überhaupt kein Risiko.“ „Alle Bilder sind gemeinfrei und dürfen von jedermann zu jedem legalen Zweck verwendet werden.“
    Wie wird konkret gewährleistet, dass ein Nutzer keine urheberrechtlich geschützten Bilder hochlädt, die der Dienst dann als angeblich gemeinfreie anbietet? Schließlich geht der Dienst in seinen Nutzungsbedingungen selbst von der Möglichkeit des Missbrauchs aus.

    • Das ist ja meiner Meinung nach der Haken an allen Bilderdiensten. Sie dienen sozusagen nur als Vermittler. Wenn man zu 100% auf der sicheren Seite bei der Benutzung fremder Bilder sein möchte, wird man nicht drum rum kommen den Urheber direkt zu kontaktieren.

    • @Didi: Als Mitentwickler von Pixabay möchte ich dazu gerne antworten. Letztlich werden alle Upoads auf Pixabay manuell geprüft. Wenn es dabei Zweifel am Urheberrecht gibt – oder wenn sich ein Bild nicht für den Public Domain Bereich eignet, nehmen wir Kontakt mit dem Uploader auf und geben solche Bilder nicht ohne Rücksprache frei. Zahlreiche Bilder auf Pixabay stammen von unserem Team, und diese sind garantiert sicher zu nutzen.

      Allerdings hast Du natürlich Recht: Eine 100% Garantie gibt es nicht – nicht nur auf Pixabay, sondern generell bei allen Bildern. Das ist auch bei kommerziellen Portalen wie Shutterstock oder iStockphoto der Fall. Dort muss man eine Lizenz kaufen und mit dem Erwerb dieser Lizenz erhält man eine Art Versicherung für den Fall einer Klage. Die maximale Deckungssumme richtet sich dabei nach der Lizenz.

      Da wir auf Pixabay möglichst sorgfältig prüfen und uns gut mit Bildrechten auskennen, halten wir die Bilder für sehr sicher und bislang gab es auch noch keinen Problemfall. Und wir hoffen – und sind zuversichtlich – dass es auch so bleibt :)

      VG Simon

  10. Na ja, das klingt zwar eigenartig. Bedeutet aber: Man darf nicht etwa ein Bild eines berechtigt abgelichteten Models verwenden, um damit beispielsweise für erotische Dienstleistungen zu werben. Ein Bild einer roten Lampe hingegen dürfte man dafür verwenden. Das Model übrigens auch, aber nur, wenn man es auf dem Bild nicht als Person erkennen kann.

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