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Dirk Metzmacher 7. April 2009

Photoshop: Von 0 auf 100 – Bildqualität optimieren

Bildmaterial lässt sich in wenigen Schritten aufwerten. In Photoshop gibt es dazu einen standardisierten Ablauf, der sich bewährt hat. So werden Farbstiche entfernt, der Kontrast gesteigert und die Tonwerte angeglichen. Für die Bildqualität entscheidend ist auch die Schärfe eines Fotos. In kürzester Zeit von 0 auf 100.

Vorbereitung

Um Schritte auch später noch schnell und unkompliziert zu verbessern oder ganz rückgängig zu machen bietet es sich an, Einstellungsebenen einzusetzen oder einfach für jeden der folgenden Schritte eine eigene Ebene mit einer Kopie anzulegen.

Nachdem man etwa die Tonwertkorrektur angewendet hat, erhält die Ebene durch einen Doppelklick auf den Ebenennamen eine passende Bezeichnung. Im Anschluss wird diese Ebene durch »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene durch Kopie« oder Strg+J kopiert und der nächste Bearbeitungsschritt kann folgen.

Tonwertkorrektur

Klickt man im Menü auf »Bild ↔ Korrekturen (Anpassungen)«, so wird eine Liste geboten, die nicht zufällig ist. Dem ein oder anderen Photoshop-Anwender werden auch die Trennlinien aufgefallen sein. Adobe hat sich dabei etwas gedacht. Zur allgemeinen Steigerung der Bildqualität ist die Abfolge von oben nach unten bis zur ersten Trennlinie sinnvoll.

Den Anfang macht die Tonwertkorrektur. Dabei ruft man die einzelnen Kanäle Rot, Grün und Blau auf, die bei Bedarf bearbeitet werden. Die schwarze Hügellandschaft des Histogramms sollte mit den Tonwertspreizungreglern für die Tiefen und Lichter (also das schwarze oder weiße Dreieck) links wie rechts so eingeklammert werden, dass Lücken verschwinden. Man setzt die Dreiecke also an die erste Pixelgruppe an. Wurde das in allen drei Kanälen erledigt, bestätigt man den Vorgang mit »OK«. Im besten Fall wurde ein Grauschleier über dem Foto entfernt und der Kontrast leicht gesteigert.

Gradationskurven

Helligkeit und Kontrast einer Aufnahme hat man mit den Gradationskurven unter Kontrolle. Um einzig die Helligkeit zu verändern, setzt man einen Punkt genau auf die Mitte der Linie. Dieser Punkt wird nach oben oder unten verschoben, wodurch das Bild heller oder dunkler wird. Um nun zusätzlich den Kontrast zu steigern oder abzuschwächen, setzt man einen weiteren Punkt links unten an der ersten Überschneidung des Rasters im Hintergrund.

Wird der Punkt nach rechts verschoben, also eine leichte S-Kurve geformt, wird der Kontrast gesteigert. Bewegt man den Punkt dagegen nach links, formt man also ein leichtes Fragezeichen, wird der Kontrast vermindert.

Farbbalance

Falls das Foto einen Farbstich aufweist, kann dieser mit der Farbbalance entfernt werden. Man bewegt einfach den Regler in die entgegengesetzte Richtung, also hin zur Komplementärfarbe. Wenn also die Aufnahme zum Beispiel grünstichig ist, zieht man den Regler in Richtung Magenta. Aber auch die generelle Farbstimmung kann beeinflusst werden. Soll das Bild etwa wärmer wirken, wird der Regler einfach in Richtung Gelb bewegt.

Helligkeit/Kontrast

Mit Helligkeit/Kontrast hat man den Spezialisten zur Änderung dieser Werte zur Hand. Wozu also die Gradationskurven? Allgemein sagt man, dass die Gradationskurven die bessere Qualität anbieten. »Helligkeit/Kontrast« könnte nun zusätzlich zur Feinjustierung eingesetzt werden. Empfehlenswert ist eine Anpassung nicht über die Werte +10 und -10 hinaus.

Kreative Änderungen

In Photoshop wird nach »Helligkeit/Kontrast« eine Trennlinie gezeigt. Alles was danach kommt, ist spezieller. So könnte man das Bild nun in eine Schwarz-Weiß-Aufnahme umwandeln, mit einem »Fotofilter« die Farbstimmung des Fotos verändern oder »Tiefen/Lichter« einsetzen, um die Schatten aufzuhellen.

Man könnte natürlich auch mit der Funktion »Gleiche Farbe« die Stimmung eines anderen Fotos auf die Aufnahme übertragen. Dazu benötigt man mehrere geöffnete Dokumente oder aber ein Dokument mit mehreren Ebenen. Denn bei »Gleiche Farbe« muss unten im Dialogfenster zunächst eine Quelle angegeben werden, aus der die Informationen entnommen und über das andere Bild gelegt werden können.

Man gibt also die Quelle und vielleicht noch die Ebene innerhalb dieser an. Mit der »Luminanz« regelt man die Helligkeit der Überlagerung, mit der »Farbintensität« die Stärke der Farbe. Dank »Verblassen« kann die Überlagerung für einen realistischeren Effekt abgeschwächt werden.

Schärfe

Ganz am Ende der Bildoptimierung wird das Foto geschärft. Eine gängige Methode ist der Weg über »Bild ↔ Modus ↔ Lab-Farbe«. Das hat den Vorteil, dass in der Kanäle-Ansicht der Kanal »Helligkeit« ausgewählt werden kann. So wird einzig die Form, nicht aber die Farbe geschärft.

Im Menü klickt man auf »Filter ↔ Scharfzeichnungsfilter ↔ Unscharf maskieren« und stellt die Stärke auf etwa 300 bis 500% und den Radius auf etwa 0,2 Pixel ein. Bei sehr großen Aufnahmen erhöht man diesen Wert auf 0,3 Pixel. Nach der Anwendung wechselt man wieder in den Modus »RGB-Farbe« zurück.

Der hier beschrieben Weg zeigt die ersten und wichtigsten Schritte zur Qualitätssteigerung auf. Je nach Foto sind oftmals weitere Schritte und selektive Optimierungen nötig.

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

13 Kommentare

  1. Die Hälfte des „Tech-Talk“ bei den Comments habe ich zwar nicht verstanden, aber die Zusammenfassung selber fand ich gut ;)

  2. Ich würde gerne mal wissen, was hinter den Funktionen „Tonwertkorrektur“, „Kontrast“ und „Tiefen/Lichter“ technisch steckt, d.h. was Photoshop macht und wie sich das aufs Bild auswirkt. Bisher benutze ich diese Funktionen halt, aber erklären könnte ich nicht, was da geschieht. Gibt es dafür irgendwo Quellen? Kann das jemand in wenigen und einfachen Worten erklären?
    Gleiches gilt für „unscharf Maskieren“.

  3. Moin,
    nochmal zu Helligkeit/Kontrast: Danke für das Update, man lernt nie aus :-)
    Frohe Ostern :-)

  4. @ DrWitt: Helligkeit/Kontrast ist nichtmehr ganz so wie du es beschrieben hast, damit du das von dir beschriebene Ergebnis erreichst, müsste man auf „früher verwendeten Wert“ klicken. Adobe hat da ein bißchen nachgebessert. Allgemein sind aber immer noch die Gradationskurven am besten.

    @ FRANOUKWEL: Ich spreche ja nicht von einer Korrektur ausschließlich mit Tiefen/Lichter, sondern nur einer kleinen zum Abschluss. Das Bild lässt sich dadurch manchmal noch ein Stück verbessern, um den letzten Schliff zu erhalten. Natürlich darf man da auf keinen Fall übertreiben. Außer in speziellen Fällen, wie im Webinar von Eric Berger gezeigt:http://photoshopconvention.de/index.php?id=125&tx_ttnews%5Bpointer%5D=7&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5&tx_ttnews%5BbackPid%5D=89&cHash=e15faed559

  5. @ FRANOUKWEL: Was ist an Tiefen/Lichter so schlimm? Oftmals kann ich damit bessere Ergebnisse erzielen als mit der Gradationskurve.

  6. DANKE,
    Das ist ja mal eine wirklich schöne Zusammenfassung :-)

  7. „“Helligkeit und Kontrast“ sind sachlich falsch dargestellt. “

    In den neuen Versionen (ab CS3) wird der Helligkeitsregler quasi auf den L-Kanal des Bildes angewendet, so daß ein ähnlicheres Resultat wie das mit Gradationskurven erzielt wird…

    „Unscharf maskieren“ und dann nur auf Kanal „Luminanz“ anwenden ist ja schoen und gut. Das macht aber der Filter „Smart sharpening“ / „Selektiver Scharfzeichner“ eh schon, außerdem kann man dessen Wirkung auf Tiefen/Lichter genau steuern. Deshalb ist dieser Filter mein (Geheim-/)Tipp, für alle, die nicht ewig im Lab-Modus rumhantieren wollen :)….die Resultate sind zu 99.9% dieselben…

    Photoshop Elements spielt dohc in derselben Liga wie Paintshop Pro etc. ….

  8. Heißt das Teil immer noch „unscharf maskieren“? Adobe sollte mal an der Übersetzung arbeiten, IMO führte das schon in CS2 auf eine falsche Fährte. Was ich mich im übrigen frage, woher kommt die Fixierung auf PHotoshop? Das oben Erläuterte sind Standardaufgaben, die man mit jeder gängigen Fotosoftware ebenso gut erledigen kann, inkl. Gimp. Nur das PHotoshop vier mal so teuer ist wie etwa Paintshop.

  9. Moin, guter Überblick, „Helligkeit und Kontrast“ sind sachlich falsch dargestellt. Tatsächlich ist es so, dass der Helligkeitsregler die (in diesem Fall schnurgerade) Gradationskurve senkrecht nach oben bzw. unten verschiebt, wodurch in den Bildlichtern (bzw. bei „nach unten“ in den Tiefen) die Zeichnung verloren geht. Der Kontrastregler ändert nur die Steigung der Gradationskurve. Je steiler, desto mehr geht die Tiefen/Lichter-Zeichnung verloren.

    Die Gradationskurve ist das bessere Werkzeug, da ich ganz gezielt nach gusto die Viertel-/Mittel-/Dreivierteltöne aufhellen kann, während Schwarz- und Weißpunkt gleich bleiben, Tiefen und Lichter also weitestgehend erhalten bleiben können. „Helligkeit/Kontrast“ sind also alles andere als Spezialisten.

  10. Den Abschnitt „Helligkeit/Kontrast“ kannst Du doch komplett streichen! Das ist nichts weiter als die Holzhammermethode für Leute, die keine Lust haben, Gradationskurven zu verstehen.
    Und Tiefen/Lichter ist ja noch schlimmer. Für solche „Korrekturen“ braucht man wirklich keinen Photoshop.
    Ansonsten aber eine gute Zusammenstellung.

  11. Mir fehlt da zum Abschluss noch Tiefen/Lichter.

    Tipp: Da es das ja (zumindest bei CS3) nicht als Einstellungsebene gibt, wandelt man die Ebene in ein SmartObject um, dann lässt sich das als Smartfilter verwenden.

  12. Das Meiste war mir zwar bekannt aber trotzdem super „Tutorial“…

    Klasse erklärt. ;-) *THUMBS UP*

    Gruß
    Marcel

    PS: Danke für den Tipp mit der Schärfe :)

  13. Huy, Grundlagen müssen genau so erklärt werden. Dann klappt es auch mit Photoshop. Bücher sind oft so sperrig, im doppelten Sinne ;)

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