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Photoshop-Tutorial: Masken-Maßarbeit ganz ohne Pinseln (2)

Seit Photoshop CS4 macht die verbesserte Masken-Palette die Bearbeitung von Masken schneller, einfacher und vor allem flexibler. Wie Sie Maßarbeiten per Maske ganz ohne Pinsel erledigen, zeigt der zweite Teil des Tutorials von Sibylle Mühlke aus dem Buch Adobe Photoshop CS4 – ein Gastbeitrag von Galileo Design.

Masken können Sie in Photoshop äußerst vielseitig einsetzen – nicht nur zum Freistellen, sondern auch zum Bearbeiten von Transparenz oder Helligkeit/Kontrast. Seit Photoshop CS4 macht die verbesserte Masken-Palette die Bearbeitung von Masken schneller, einfacher und vor allem flexibler. Wie Sie Maßarbeiten per Maske ganz ohne Pinsel erledigen,  zeigt der zweite Teil des Tutorials von Sibylle Mühlke aus dem Buch Adobe Photoshop CS4 – ein Gastbeitrag von Galileo Design.

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1. Datei vorbereiten

Das Ziel dieses Workshops ist es, eine Maske zu erzeugen, die den Bildhintergrund ausblendet und dabei gleichzeitig die Haarpracht der porträtierten Frau intakt lässt. Danach könnte man einen anderen Bildhintergrund einmontieren, oder man lässt das Bild einfach freigestellt vor Weiß stehen. Das hört sich zunächst trivial an, doch tatsächlich sind solche haarigen Motive sehr anspruchsvoll. Zur Vorbereitung sind drei Schritte zu erledigen: Sie machen aus der Bildebene – die jetzt noch die Hintergrundebene ist – eine normale Bildebene. Dann erzeugen Sie eine neue, weiße Ebene und legen sie unter die Ebene mit dem Motiv. Sie dient der Ergebniskontrolle. Und schließlich wechseln Sie wieder zur Ebene mit dem Bildmotiv und erzeugen dort eine Ebenenmaske.


Die Ausgangsdatei

Ebenenaufbau der Datei

Bye-bye, Extrahieren-Filter

Der “Extrahieren”-Filter sollte das Freistellen kompliziert geformter Objekte erleichtern, aber hat dieses Versprechen eigentlich nie wirklich eingelöst. In Photoshop CS4 ist er im regulären Funktionsumfang nicht mehr enthalten. Hartgesottene Fans können ihn nachinstallieren. Weitere Details und eine Anleitung zur Installation finden Sie hier: Mac: www.adobe.com/support/ downloads/detail.jsp?ftpID=4249 Win: www.adobe.com/support/ downloads/detail.jsp?ftpID=4269 Eine Beschreibung des Extrahieren- Werkzeugs können Sie im BuchUpdate unter www.galileodesign. de/1869 nachlesen.

2. Farbbereich-Dialog starten und einstellen

Markieren Sie nun die Maske in der Ebenen-Palette, und starten Sie den Dialog “Farbbereich” mit dem entsprechenden Button in der Masken-Palette. Achten Sie, bevor Sie loslegen, darauf, dass alle Optionen richtig eingestellt sind.


Das Vorschau-Bild zeigt, dass hier schon die ersten Klicks gemacht wurden – oben links sieht man die Anfänge einer schwarzen Maskenfüllung.
Sehr wichtig ist die Option “Umkehren” – sonst sehen Sie nämlich nur eine schwarze Maske. Bei den Pipetten brauchen Sie die Plus- Pipette für multiple Auswahlklicks ins Bild. Unter “Auswahl” muss selbstverständlich “Aufgenommene Farben” stehen. Aktivieren Sie auch unbedingt “Lokalisierte Farbgruppen”, und starten Sie mit eher niedrigen Werten bei “Toleranz und Bereich” – Sie können sich später noch an die beste Einstellung herantasten. Achtung: Der “Bereich”-Regler ist manchmal erst aktiv, nachdem Sie bereits einige Klicks in das Bild gemacht haben. Bei der “Auswahlvorschau” haben Sie freie Wahl und können entscheiden, mit welcher Darstellung Sie am besten zurechtkommen. Ich fand die im Screenshot gezeigte Konstellation bei diesem Motiv am hilfreichsten.

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3. Die ersten Auswahlklicks: Toleranz und Bereich austarieren

Fangen Sie nun an, im Bild oben links Auswahlklicks zu setzen – also in die Bereiche, die maskiert werden sollen. In der Vorschau erscheinen diese Bereiche dann schwarz, im Bild selbst werden sie sofort ausgeblendet, so dass dort die dahinterliegende weiße Ebene sichtbar wird.

Da Sie hier mit geringer Toleranz und einem niedrigen Wert für “Bereich” arbeiten, sind recht viele Klicks notwendig. Doch nur so ist gewährleistet, dass Sie nicht zu viele Farbbereiche erwischen und dadurch versehentlich zu viel Haar entfernen.

Durch Verschieben der Regler können Sie feststellen, bei welchen “Toleranz-/Bereich”-Werten die Maske bei diesem Motiv am besten wirkt. Beim Verschieben der Regler ändern sich Maske und Bild sofort, und zwar auch rückwirkend für alle bisher getätigten Klicks.

Bei diesem Motiv sind sehr diffuse, weiche Konturen gefragt. Verstellen Sie die Regler entprechend. Je nachdem, wo Sie Ihre Klicks gesetzt haben, sind hier andere Werte optimal, deshalb kann ich hier keine allgemeingültigen Werte nennen. Bei meinen Tests erreichte ich mit geringen “Bereichs”-Werten (um die 20) und höherer “Toleranz” (70 und drüber) ganz passable Ergebnisse.

4. Fehlerkorrektur

Einzelne Fehlklicks können Sie mit “Bearbeiten / Rückgängig” sofort wieder zurücknehmen. Die Minus-Pipette ist ein weiteres Mittel, um Farbereiche wieder von der Maskierung auszuschließen. Die Anwendung funktioniert jedoch nicht immer gut, manchmal verschlimmbessert man die Maske nur. Ist Ihnen die ganze Maske missraten, drücken Sie die (Alt)-Taste: Der Button “Abbrechen” des “Farbbereich”-Dialogs wird zu “Zurücksetzen”. Er nimmt alle Ihre Änderungen zurück, ohne den Dialog zu schließen. Sie können danach sofort wieder von vorn anfangen.

5. Farbbereichsauswahl abschließen

Vermutlich lässt es sich nicht vermeiden, dass auch Bereiche, die gar nicht ausgeblendet werden sollten – zum Beispiel im Gesicht der Frau – teilweise schwarz abgedeckt werden und dadurch im Bild heller erscheinen (sie werden durch die Maske teil-transparent). Das ist jedoch kein Schaden: Solche Stellen lassen sich später leicht manuell überpinseln. Konzentrieren Sie sich einzig auf den Übergang zwischen den Locken und dem gelben Hintergrund. Wenn der in Ordnung aussieht, quittieren Sie den Dialog. Die Nachbearbeitung ist dann ganz einfach – in jedem Fall deutlich einfacher als eine manuell gemalte Lockenmaske!

Korrekturen an der Maske
Es ist wahrscheinlich, dass der “Farbbereich”-Dialog an einem Punkt Ihrer Korrektur so etwas anzeigt wie im Bild oben: Prima Locken-Konturen und dazu einige unerwünscht maskierte Bereiche im Maskeninneren.

6. Zwischenergebnis

Sie haben wahrscheinlich jetzt ein Bild mit einer fast perfekten Maske vor sich. Es müsste ungefähr so aussehen:


Das Zwischenergebnis
Hier sind vor allem die über die Bluse hängenden Locken entfärbt. Das ist ein Resultat der unerwünschten hellgrauen Maskenverfärbung. Die Masken-Fehlstellen über dem Gesicht sind im Bild weniger auffallend.


In der Ebenen-Palette erscheinen Bild und Maske jetzt so.

7. Innenbereiche manuell nachpinseln

Um die Maske weiter zu korrigieren, müssen Sie nun doch ein wenig den Pinsel schwingen. Doch keine Angst – es handelt sich hier nicht um knifflige Konturen, sondern um Innenbereiche der Maske, die Sie großzügig auspinseln können.

Wechseln Sie zur Kanäle-Palette. Dort blenden Sie den Alphakanal ein und die übrigen Kanäle aus. Tipp: Wenn der Alphakanal nicht zu sehen ist, müssen Sie zuerst in der Ebenen-Palette die Ebene mit dem Frauenbild aktivieren. Das Bild erscheint nun in der Graustufenansicht, das heißt, Sie sehen dort die Maske.

Rufen Sie nun das Pinselwerkzeug über die Werkzeugleiste auf oder wählen Sie das Tastaturkürzel “B”, und stellen Sie eine geeignete Pinselgröße ein.


Das Pinselwerkzeug (Kürzel “B”)

Ein weicher, mittelgroßer Pinsel ist gut geeignet. Lediglich für die Kanten der Locken müssen Sie einen kleineren Pinsel nehmen und etwas vorsichtiger zu Wege gehen. Sie wollen ja nicht Ihre Vorarbeit zerstören.


Einstellung der Kanäle-Palette

Korrektur der Korrektur
Korrigieren mit grobem, weichem Pinsel. Hier sieht man auch noch einmal sehr gut die hellgrauen Partien der Maske an den Konturen der Locken: Diese gewährleisten im Bild den sanften, realistischen Übergang zwischen Haar und neuem Hintergrund.

8. Fertig! Das Endergebnis

Das fertige Bild mit korrigierter Maske sieht nun so aus:


Ein überzeugender Freisteller, in kurzer Zeit fertiggestellt.
(mm),

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