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Dirk Metzmacher 25. März 2019

So machst du den Tag zur Nacht mit Photoshop

Willst du aus Gründen eine Aufnahme bei Sonnenschein in eine romantische Version bei Nacht verwandeln, so ist das einfacher als du vielleicht denkst. Du kannst diesen Übergang in wenigen Schritten nicht-destruktiv erreichen. Dabei solltest du allerdings bedenken, dass nicht alle Fotos geeignet sind. Starker Sonnenschein sorgt für einen sehr harten Schattenwurf, der sich nur umständlich abschwächen lässt. Ich zeige dir das passende Ausgangsmaterial und führe dich auf zwei Wegen zum Ziel.

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01 Das Ausgangsmaterial

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Ich stelle dir die Umwandlung von Tag zu Nacht in zwei Varianten vor. Das erste Foto ist etwas einfacher und dient als Basis zur Vorstellung der Grundlagen. Hier gibt es keinen störenden Himmel und es soll nur eine einzige Lichtquelle angeknipst werden. Hier ist es übrigens das Old house in Porto, Portugal, #161263370, Goran Bogicevic.

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Das zweite Foto zeigt einen Stück Himmel und es sollen mindestens drei Lichtquellen beleuchtet werden. Hier ist es Street in the city, #159235709, littlesam.

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02 Kontrast verringern / Farben reduzieren

Gehe im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Helligkeit/Kontrast. Setze dort den Kontrastregler auf -50. In der Nacht, ohne den starken Sonnenschein, sind die Kontraste weitaus schwächer. Deshalb können Fotos, die einen harten Wechsel zwischen Schattenbereichen und sonnenbeschienenen Flächen zeigen, nicht so einfach als Nachtaufnahme umgesetzt werden. Bei dieser Aufnahme ist das jedoch kein Problem.

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Es folgt eine Neue Einstellungsebene > Belichtung. Hier reduzierst du die Belichtung je nach Bildinhalt. Jetzt noch eine Neue Einstellungsebene > Farbton/Sättigung. Hier reduzierst du die Sättigung auf -50. Es wird langsam dunkler im Bild.

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03 Bild weiter abdunkeln

Die Nacht bricht aber erst jetzt richtig ein: Aktiviere über Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven und ziehe da an der linken, senkrechten Linie die Kurve nach unten.

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Für den blauen Farbton der Nacht aktivierst du eine Neue Einstellungsebene > Fotofilter mit der Farbe #006699 (RGB 0, 102, 153). Luminanz erhalten wird deaktiviert und über die Dichte gesteuert, wie stark die Umsetzung erfolgt.

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04 Lichtschein umsetzen

Aktiviere die unterste Ebene mit dem Originalfoto und drücke Strg+J zum Kopieren. Ändere die Ebenenreihenfolge durch Anklicken und nach oben Ziehen so ab, dass diese Kopie die oberste Ebene bildet. Gehe im Menü auf Ebene > Ebenenmaske > Alle ausblenden. Mit dem Pinsel, weißer Vordergrundfarbe und einem Fluss von 6% (in der Optionsleiste einzustellen) malst du nun den Lichtschein ein.

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Damit dieser Lichtschein zum blauen Schein der Nacht passt, aktiviere eine Neue Einstellungsebene > Fotofilter mit Warmfilter (85), einer hohen Dichte von um die 80% und Luminanz erhalten deaktiviert. Eine Einstellungsebene > Gradationskurven kann helfen, das Foto etwas kontrastreicher umzusetzen. Gehe für beide Ebenen im Menü auf Ebene > Schnittmaske erstellen. So wirken sich die Einstellungsebenen nur auf die darunter liegende Ebene aus.

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05 Licht anschalten

Ohne Lichtquelle wirkt der Lichtschein etwas deplatziert. Wähle deshalb die Scheiben der Laterne (oder einer anderen Lichtquelle) mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug aus und kopiere diese auf eine eigene Ebene. Aktiviere bei dieser neuen Ebene über das Menü und Ebene > Ebenenstil einen Schein nach außen mit Füllmethode: Weiches Licht, Deckkraft: 40%, Rauschen: 10%, Überfüllen: 10% und Größe: 100 Pixel. Als Farbe wählst du etwa #ddbb00 (RGB 221, 187, 0) aus.

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Noch wirkt die Lichtquelle nicht leuchtend genug, weshalb du eine Neue Einstellungsebene > Farbton/Sättigung (aktivieren mit Färben(!)) aktivierst, Farbton: 50, Sättigung: 60 und Helligkeit: 55. Es folgt eine Einstellungsebene > Helligkeit/Kontrast mit Helligkeit: 75 und Kontrast: 20. Auch diese beiden Ebenen erhalten eine Schnittmaske, hier zur Ebene mit den kopierten Fensterscheiben.

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06 Lichtstimmung kontrollieren

Ich wollte noch zum Rand hin einen Schatteneffekt umsetzen. Dazu erstellst du eine Neue Einstellungsebene > Tonwertkorrektur und ziehst da bei dem unteren Verlauf den weißen Regler zur linken Seite hin. Klicke den Button Ebenenmaske hinzufügen, unten im Ebenenbedienfeld an, um dann mit dem Pinsel und schwarzer Farbe den Lichtschein wieder hervorzuheben.

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Drücke Umschalt+Strg+N und gib als Namen „Licht“ ein. Stelle den Modus auf Ineinanderkopieren und aktiviere Mit neutraler Farbe füllen. Mit dem Abwedler-Werkzeug malst du nun Licht ein und mit dem Nachbelichter-Werkzeug Schatten. So kannst du ganz genau bestimmen, wo das Licht der Lampe hin scheint oder vielleicht einen Schatten wirft.

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01 Basis umsetzen

Setze zunächst die Schritte wie gerade beschrieben um. Damit hast du nun ein Dokument mit zahlreichen Einstellungsebenen, in dem du schon bestimmt hast, wo das Licht der drei Lichtquellen hinfallen soll.

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In diesem Bild sollen zwei Laternen und zusätzlich eines der Fenster beleuchtet sein. Folge dabei zunächst der weiter oben beschriebenen Technik, bis hin zur „kontrollierten Lichtstimmung“, um ein ähnliches Ergebnis zu erhalten.

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02 Himmel optimieren

Obwohl das Foto nun generell recht stark abgedunkelt wurde, ist der Himmel doch noch zu hell. Erstelle deshalb eine neue Ebene, genau oberhalb der Hintergrundebene, etwa über das Menü und Ebene > Neu > Ebene. Mit einem sehr dunklen Blauton malst du mit dem Pinsel und einer weichen Werkzeugspitze über den Himmel. Hier habe ich eine Dämmerung simuliert, weshalb noch keine Sterne zu sehen sind.

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Soll noch etwas Nebel in den Straßen stehen, so erstelle eine neue Ebene, drücke D für die Standardfarben Schwarz und Weiß und gehe dann im Menü auf Filter > Renderfilter > Wolken. Die Ebene erhält eine Maske, in der du ebenfalls den Renderfilter > Wolken anwendest. Klicke die Maskenminiatur mit der rechten Maustaste an und gehe auf Ebenenmaske anwenden.

Spendiere der Ebene noch einmal eine Maske, dieses Mal allerdings komplett mit schwarzer Farbe gefüllt (also etwa Ebene > Ebenenmaske > Alle ausblenden oder im Ebenenbedienfeld auf den Button Ebenenmaske hinzufügen mit gedrückter Alt-Taste). Mit dem Pinsel und weißer Vordergrundfarbe malst du den Nebel nun gezielt ein.

(Der Beitrag erschien im Original im Mai 201425 und wird seitdem aktuell gehalten. Das letzte Update erfolgte am 25. März 2019.)

Beitragsbild: Arek Socha from Pixabay

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

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