Dennis Knake 27. September 2010

Photoshop-Tutorial: Konturenbildeffekte für Logos, Buttons, Flyer oder T-Shirts

Wenn es darum geht, einen „Eyecatcher“ zu entwerfen, der sich wunderbar als Logo, Button oder anderes Stilelement für Webseiten oder zum Druck auf Flyern oder T-Shirts eignet, stößt die Verwendung von Fotos an ihre Grenzen. Zu viele Farben und zu viele Bildbestandteile, die vom eigentlichen Inhalt ablenken. Mit ein paar Handgriffen kann man mit Photoshop aus einem Foto jedoch die wichtigsten Konturen extrahieren und als stilisiertes Bildelement wunderbar verwenden.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Das richtige Bild auswählen

Um aus einem Foto die Konturen eines Objektes bestmöglich hervorzuheben, sollte es bereits vor einem möglichst neutralen Hintergrund abgelichtet worden sein. Je mehr Elemente um das eigentliche Objekt drum herum erscheinen, desto komplizierter wird es, den eigentlichen Teil sinnvoll hervorzuheben – oder die Nachbearbeitung wird schlichtweg aufwändiger.

Für dieses Tutorial nehme ich das Foto eines genügsamen Breitmaul-Nashorns, dem ich eines Tages zusammen mit seiner Partnerin auf einer Wiese begegnete. Das Bild selbst muss nichtmal von besonderer Qualität sein: Der hier „ausgebrannte“ Hintergrund kommt unserem Vorhaben sogar zu Gute.

In 7 Schritten zum Konturenbild

Schritt 1

Da das Bild in der folgenden Bearbeitung durch verschiedene Eingriffe (Weichzeichner, Tontrennung, Auswahlmaske) manipuliert wird und man unter Umständen an dem ein oder anderen Filter zwecks Optimierung des Ergebnisses noch nachjustieren möchte, können Sie – müssen aber nicht – das Bild zunächst in ein so genanntes Smart-Objekt konvertieren. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die entsprechene Bildebene und wählen „In Smart-Objekt konvertieren“ aus.

Photoshop bietet Smart-Objekte seit Version CS2. Dabei bleibt das Originalbild in der Ebene erhalten, auch wenn es anschließend mit Filtern, wie Weichzeichner, verändert wird. Sie können anschließend ohne Qualitätsverlust auch nachträglich einzelne Filtereinstellungen ändern, wenn Sie feststellen, dass der ursprünglich gewählte Wert doch nicht so optimal war. Die angewandten Filter werden unter dem Originalbild in Baumstruktur angezeigt und lassen sich per Mausklick gezielt auswählen und abändern.

Schritt 2

Im zweiten Schritt zeichen Sie das ganze Bild mit dem Gaußschen Weichzeichner ein paar Stufen weicher, um bei der darauf folgenden Tontrennung der Farbkanäle besser abgegrenzte Konturen zu erzielen. Wählen Sie dazu Filter -> Weichzeichnungsfilter -> Gaußscher Weichzeichner und hier einen Radius bei dem eine deutliche Weichzeichnung erkennbar wird. In diesem Fall Stufe 5.

Schritt 3

Jetzt geht es an die Festlegung der Anzahl der Helligkeitswerte eines jeden Farbkanals (Rot, Grün, Blau). In Photoshop findet sich dies unter Fenster -> Korrekturen -> Tontrennung. Wählen Sie hier einen Wert aus, der irgendwo zwischen 3 und 8 liegt. Das Bild sollte sich nun deutlich in wenige Farbbereiche aufteilen, die sich anschließend für die Auswahl der Konturen eignen. In diesem Beispiel erwies sich ein Wert von 5 optimal. Bei diesem Wert hat das Bild noch ingesamt 15 Farben, jeweils 5 im Rot-, Grün- und Blaukanal. Dadurch ergeben sich bereits jetzt klare Konturen.

Haben Sie zu Beginn das Bild in ein Smart-Objekt verwandelt, können Sie nun auch nachträglich die Einstellung für den Gaußschen Weichzeichner verändern und damit das Ergebnis der Tontrennung optimieren. Klicken Sie dazu in de Ebene unter Smartfilter auf Gaußscher Weichzeichner. So lassen sich optimale Flächenkonturen herausarbeiten ohne durch langwieriges herumprobieren die beste Weichzeichner-Einstellung herauszufinden.

Tontrennung Weichzeichner

Schritt 4

Unter Auswahl -> Farbbereich geht es nun darum, einen möglichst geeigneten Bereich zu finden, der die Konturen des Bildes optimal umschließt. Zuvor stellen Sie jedoch gegebenenfalles sicher, dass im Ebenenmenü das Bild wieder ausgewählt ist und nicht die Tontrennungsebene. Mit der Pipette können Sie jetzt einen Bildbereich auswählen und mit dem Toleranzregler die optimale Auswahlfläche bestimmen. Hier sind mitunter mehrere Anläufe notwendig, um einen geeigneten Farbbereich zu erwischen.

Schritt 5

Als nächster Schritt folgt Auswahl -> Kante verbessern. Damit wird die entgültige Kontur erstmals sichtbar. Hier können Sie ein wenig mit den Reglern spielen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Je größer der Radius, desto gröber werden die Konturdetails. Je nach Bildvorlage kann es sich hier lohnen einen sehr hohen Radius zu verwenden, oder – wie in diesem Beispiel – eher einen recht kleinen Radius. Der Kontrast sorgt für eine scharfe Abgrenzung der Linien. Je höher, desto besser. Abrunden wiederum lässts die Konturen – wie der Name schon sagt – abgerundeter erscheinen. In diesem Beispiel genügt es, den Wert für Abrunden recht niedrig zu belassen.

Schritt 6

Haben Sie eine zufriedenstellende Auswahl getroffen zeigt ihnen Photoshop diese mit den typischen Maskierungslinien an. Kopieren Sie die aktuelle Auswahl mit der Tastenkombination STRG + C und fügen Sie sie mit STRG + V als neue Ebene wieder ein. Damit sich die Kontur plakativ abhebt, sollte nun ein möglichst einfarbiger Hintergrund darunter gelegt werden. Erstellen Sie also eine neue Ebene mit SHIFT + STRG + N und platzieren Sie diese unterhalb der Konturauswahl (hier Ebene 1) und füllen diese mit einem Farbton ihrer Wahl.

Schritt 7

Noch heben sich die Konturen des Nashorns nicht besonders hübsch vom roten Hintergrund ab. Auch sind noch deutlich die Farbverläufe in der Auswahl zu erkennen. Mit einem Rechtsklick auf die Konturauswahl kommen Sie in das Ebenenmenü Fülloptionen und dort in den Ebenenstil Farbüberlagerung. Wählen Sie hier unter Füllmethode Normal je nach Hintergrund eine helle oder dunkle Kontrastfarbe.

Das Ergebnis ist vielseitig einsetzbar

Voilá, das Nashorn ist jetzt deutlich als stilisierte Kontur für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete einsatzbereit.

Überflüssige Konturen, die sich störend auf das eigentlich hervorzuhebende Objekt auswirken, können Sie einfach mit dem Radiergummi entfernen. Verwenden Sie dabei eine harte Radiergummi-Kante und keinen weichen Verlauf. Vor allem aber dient das gewählte Motiv nur als Beispiel.


Beispiel Turm


Beispiel Helikopter

Auf dieselbe Art und Weise können Sie Windräder, Skater, Häuser oder diverse andere Produkte stilsieren und als Hintergrundbild, Textur oder Logo verwenden. Viel Spaß dabei!

(mm),

Dennis Knake

Dennis Knake schreibt seit Beginn seiner journalistischen Laufbahn 1996 für verschiedene Online- und Printmedien und ist sozusagen seit den frühen Tagen des World Wide Web mit dabei. Sein privates Blog betreibt er seit 2005 und ist auch sonst im Internet "gut unterwegs". Heute ist er neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als PR-Manager bei der QSC AG auch als freier Autor für den DATA BECKER Verlag tätig.
Dr. Webs exklusiver Newsletter
Hinweise zum Datenschutz, also dem Einsatz von Double-Opt-In, der Protokollierung der Anmeldung, der Erfolgsmessung, dem Einsatz von MailChimp als Versanddienstleister und deinen Widerrufsrechten findest du in unseren Datenschutzhinweisen.

19 Kommentare

  1. Mal abgesehen von den verwendeten beispielen ist das Tutorial durchaus brauchbar. Ich habe es gerade schritt für schritt nachvollzogen und bin zu einem sehr guten Ergebnis gekommen. Für Anfänger wird das verketten von effekten begreiflich, ausserdem ist es liebevoll gemacht, vielen dank dafür.

  2. Schön, dass Du am Ende noch ein paar mehr Beispiele gezeigt hast. Die Technik kommt mir aber schon sehr bekannt vor von diesem Tutorial: http://www.photoshoptutorials.de/News-file-article-sid-73.html

  3. Hallo Daniel,

    vielen Dank für das Tutorial. gerade das Nashorn finde ich, von seiner Verfremdung her, besonders gut gelungen. Der Helikopter ist ein bisschen…“normal“.

    Übrigens: Wäre ich ein PS-Könner, würde ich nicht im Internet kostenlose Tutorials lesen. Und mir dann noch die Zeit nehmen, sie indigniert zu verreissen.

    • Viele Wege führen nach Rom, finde das ein gelungenes Beispiel um es weniger geübten einfach zu machen, PS zu verstehen.
      Ich persönlich verwende für solche Aufgaben lieber Illustrator und vektorisiere das Bild in der Farbanzahl die ich möchte.
      Vorteil: Druckbare Qualität
      Nachteil: mehr Farben und Details, mehr Nachgefrickel.

  4. Auch auf die Gefahr hin, weiteren Tomaten im Tiefflug ausweichen zu müssen: In diesem Tutorial sollte aufgezeigt werden, wie man aus einer Fotovorlage ein Konturenbild erstellt, das einer Konturgrafik im Vektorstil recht Nahe kommt. Vielleicht ist das nicht deutlich geworden, weil dieser Hinweis fehlt. Die Konturen sind hier nicht einfach gleichmäßig umgrenzt, sondern unterscheiden sich in ihrer Stärke oder erscheinen manchmal auch flächig.

    Wie so oft gibt es in Photoshop auch andere Wege, an ähnliche Ergebnisse zu kommen. Auch der Filter „Farbpapier Collage“ kann ein paar der genannten Arbeitsschritte ersetzen. Anschließend wären dann aber ähnlich viele weitere Schritte notwendig, um ein Ergebnis zu erzielen, wie es hier vorliegt. Letzendlich sollte hier auch nur ein möglicher Weg anhand eines Beispielfotos aufgezeigt werden. Ob das nun den individuellen Geschmack trifft, sei einmal dahingestellt.

    • Ich denke das Ergebnis ist ja nicht so schlecht, man sieht ja was es ist und der Heli hat ein besseres Ergebnis geliefert. Alles in allem ist es „künsterlische Freiheit“ und Geschmacksache.
      Die Zielgruppe ist aber sicherlich Basic-Anwender

      Ich glaube Photoshop-Tutorials haben es hier allgemein schwer. Ich denke da nur an die Portrait-Manipulation die vor einiger Zeit da war, da ist dieser Artikel eigentlich ja nicht so schlecht.

  5. Dieser Artikel erfüllt in jeder Hinsicht den „Tatbestand“ des Belanglosen. Es sollte darum gehen, aufzuzeigen, wie es richtig gemacht wird. Da hat mal wieder einer mit Photoshop rumgespielt. Lasst es lieber sein.

  6. @ Manuela Müller
    Es geht ja nicht darum, dass dieses Tutorial zu einfach ist. Es geht darum, dass man hier mit Photoshop etwas bastelt, dass a) mit anderen Filtern besser und unkomplizierter lösbar ist und b) dass das Endergebnis sehr schlecht aussieht (Mit dem Heli ist es etwas besser).

    Aber dafür gleich ein Tutorial?

    Das Einführen einer Klassifizierung wie „Basic“ und „Expert“ ist hier nicht sehr einfach. Beispiel PHP-Tutorial: Für die einen ist ein PHP-Tutorial rund um OOP und Vererbung extrem advanced, für alte Hasen ist es „back to the roots“. Wie soll man so etwas klassifizeren?

    • Dass Kategorien wie „Basic“ und „Advanced“ die Gefahr bergen, Leser von vornherein zu verscheuchen, weil sie ihre eigenen Kenntnisse anders beurteilen als etwa die drweb.de-Redaktion, ist natürlich möglich.

      Und dass es bei manchen Beiträgen schwer fällt, sie in die eine oder andere Schublade zu stecken, kommt dazu.

      Unmöglich ist es aber nicht, bei Fachbüchern und Printmagazinen ist das schließlich gängige Praxis. Und es soll ja auch nur eine erste Orientierung bieten.

  7. Nein, ganz im Gegenteil: Die Idee bestand darin, Konturenbilder zu erstellen. Die ursprüngliche Umsetzung war – zugegeben – nicht ganz so geschickt. Inzwischen hat der Autor nachgebessert.

    Natürlich hätte die Redaktion den Beitrag zurück weisen können. Andererseits kam die eigentliche Arbeitstechnik ja auch so zur Geltung.

    Diejenigen, die diesen Beitrag hier vollkommen verrissen haben, bitte ich zu bedenken, dass die Gruppe der Leserinnen und Leser von drweb.de sehr heteregon ist. Sprich – neben ausgewiesenen Profis gibt es auch sehr viele Photoshop-Neulinge, die für solche Anregungen und Anleitungen sehr dankbar sind, wie man an den Trackbacks sieht.

    Um unnötigen Frust zu vermeiden, könnten wir künftig eine Klassifizierung à la „Basic“ und „Experten“ in den Anreisser integrieren. Wäre das im Sinne der Community? Konstruktive Antworten auf diese ernst gemeinte Frage sind erwünscht :-).

  8. Der Titel hätte lauten sollen: Wie verunstalte ich ein Bild in sieben Schritten? Einfach mal ein paar Photoshop Funktionen ausprobiert und vorgestellt.

    Mal im Ernst: Was soll das? Ideenmangel bei Dr. Web?

  9. Boah, das tut echt Weh..

  10. Ich sag nur Schwellenwert…

  11. Auweia…

  12. Ich finde auch, das Ergebnis ist ohne dem Original nicht mehr zu erkennen. Schade

  13. Ich habe noch selten ein Tutorial mit einem schlechteren Endergebnis gesehen.
    Wer beschließt, so etwas zu veröffentlichen?

    Und wie Illu schon sagt, man kann mit wesentlich weniger Aufwand WESENTLICH bessere Ergebnisse erreichen!

  14. da gibt es wirklich einfachere und schönere methoden für diese art von effekt. der „filter farbpapier collage“ z.B. erledigt den großteil der schritte auf einmal und mit dem farbtopf kann man sich die areale dann nachträglich einfärben… der zauberstab mit der auswahlkorrektur schafft es nachträglich auch recht zuverlässig die kantenglättung rein zu hauen falls nötig…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennst du schon unseren Newsletter?

Hinweise zum Datenschutz, also dem Einsatz von Double-Opt-In, der Protokollierung der Anmeldung, der Erfolgsmessung, dem Einsatz von MailChimp als Versanddienstleister und deinen Widerrufsrechten findest du in unseren Datenschutzhinweisen.