Gastautor 9. Juni 2010

Photoshop: Schnell und flexibel Masken bearbeiten (1)

Masken können Sie in Photoshop äußerst vielseitig einsetzen – nicht nur zum Freistellen, sondern auch zum Bearbeiten von Transparenz oder Helligkeit/Kontrast. Seit Photoshop CS4 macht die verbesserte Masken-Palette die Bearbeitung von Masken schneller, einfacher und vor allem flexibler. Dieses zweiteilige Tutorial von Sibylle Mühlke aus dem Buch Adobe Photoshop CS4 – ein Gastbeitrag von Galileo Design – zeigt, wie’s geht.

Ebenen- und Kanäle-Palette bleiben auch in Photoshop CS4 wichtige Steuerungselemente für Masken. In der Masken-Palette finden Sie zwar auch einige Basis-Funktionen wie Erzeugen, Löschen oder Anwenden von Masken. Vor allem aber ist sie ein Tool, mit dem Sie bereits bestehende Masken nachbearbeiten. Bisher fiel beim Anpassen von Masken viel Handarbeit an: Maskenkonturen mussten oftmals mit mit Pinselwerkzeugen manuell nachgebessert werden. Zuweilen half auch der Einsatz von Filtern wie dem Gaussschen Weichzeichner (unter Filter / Weichzeichnungsfilter – sorgt für weiche Konturen) oder Dunkle/Helle Bereiche vergrössern (unter Filter / Sonstige Filter – diese Filter verkleinern oder erweitern den maskierten Bereich).

All diese Befehle stehen weiterhin zur Verfügung. In der Masken- Palette sind die Entsprechungen zu diesen Funktionen (und noch einige mehr) jedoch bequem zusammengefasst. Und der größte Vorteil: Ihre Anwendung ist reversibel. Mit der Masken-Palette können Sie Konturlinien innerhalb von Masken detailliert anpassen und die Deckkraft der Maske – und damit die Transparenz der maskierten Ebene – steuern. Farbbereiche des Bildes können mit wenigen Klicks zu den maskierten Bereichen hinzugefügt oder von ihnen ausgeschlossen werden.

TOPP-TIPP: Maskenautomatik: „In die Auswahl einfügen“

Unter dem Menüpunkt „Bearbeiten“ findet sich auch der Befehl „In die Auswahl“ einfügen. Damit können in der Zwischenablage befindliche Inhalte in einen zuvor festgelegten Auswahlbereich eingefügt werden. Wenn Sie diesen Befehl wählen, wird eine neue Bildebene mit dem eingefügten Bildgegenstand angelegt, die automatisch eine Maske (die dem zuvor erstellten Auswahlbereich entspricht) enthält. Die Verkettung von Maske und Palette ist bereits aufgehoben. So können Sie durch Bewegen von Maske und eingefügtem Objekt entscheiden, welcher Ausschnitt der beste ist.

In der Datei mit der Tür wurde eine rechteckige Auswahl angelegt. Das Pinienbild wurde in die Zwischenablage kopiert und mit dem Befehl „In die Auswahl einfügen“ eingesetzt.

Vor dem Bearbeiten: Maske auswählen

In einem Dokument können mehrere Masken vorkommen. Deswegen ist die Masken-Palette so eingerichtet, dass Sie die Maske, die Sie bearbeiten möchten, zunächst auswählen müssen. Dazu genügt ein Klick auf die Maskenminiatur in der Ebenen-Palette (!). Die Titelleiste Ihres Dokuments können Sie als Kontrolle nutzen. In dem Abschnitt „Maske aktivieren“, später in diesem Kapitel, finden Sie weitere Informationen zum Thema.

Die Masken-Palette verweigert den Dienst, wenn keine Maske gewählt ist.

Grundfunktionen auf einen Blick

Standardmäßig ist die Masken-Palette in Photoshop immer eingeblendet. Sie teilt sich im Dock das Fach mit der – ebenfalls neuen – Palette Korrekturen. Sie lässt sich auch über den Befehl Fenster / Masken starten. Im Gegensatz zur vollgepackten Ebenen-Palette ist die Masken- Palette recht übersichtlich. Und auch ihre Funktionen sind nicht so erklärungsbedürftig: Zum größten Teil sind sie bereits aus anderen Zusammenhängen bekannt. Das Besondere ist, dass sie hier erstmals auch auf Masken angewandt werden können – dadurch eröffnen sich ganz neue Arbeitsweisen!

Diese Palette ändert die Arbeitsweise mit Masken grundlegend.

Das Miniatur-Vorschaubild oben links zeigt Ihnen an, welche Maske aktuell ausgewählt ist – und auf welche Maske sich Ihre Einstellungen auswirken. Die zwei Buttons oben rechts dienen zum Anlegen neuer Masken. Sie können »normale«, pixelbasierte Ebenenmasken und auf Vektorlinien basierende Vektormasken erzeugen. Die kleinen Icons am Fuß der Palette übernehmen Grundfunktionen, die Sie auch mit der Ebenen-Palette ausführen können: das Löschen , Ein- und Ausblenden und Anwenden von Masken sowie das Erzeugen von Auswahlen aus Masken (mehr dazu finden Sie in Abschnitt „Ebenenmasken, Auswahlen und Kanäle“). Der Button Umkehren vertauscht Schwarz und Weiß in der Maske und kehrt damit auch die Maskierwirkung um.

Transparenz mit dem „Dichte“-Regler steuern

Zwei Regler stehen auf der Masken-Palette zum schnellen Zugriff zur Verfügung. Der obere heißt Dichte. Mit ihm steuern Sie, wie dunkel das Schwarz der Maske erscheint und damit, wie stark die Maske die maskierte Ebene abdeckt. Das Prinzip ist nicht neu: Schwarze Maskenbereiche decken die Ebenen vollständig ab, graue Maskenteile machen Bildebenen leicht transparent oder reduzieren die Korrekturwirkung von Einstellungsebenen (anstatt sie ganz aufzuheben). Seit Photoshop CS4 kann dieser Effekt nun über den Regler stufenlos reguliert und jederzeit geändert werden.

Einige Vergleichsbilder machen die Wirkung des Sliders anschaulich. Dazu nutze ich nochmals den kleinen Leuchtturm vom Kapitelanfang (Abbildungen 14.29 bis 14.35). Die Korrekturwerte wurden jedoch überhöht, damit der Effekt besser zu sehen ist. Dem Ausgangsbild wird eine stark gelb färbende Einstellungsebene Farbton/Sättigung hinzugefügt. Mittels Maske wird die Wirkung dieser Einstellungsebene zunächst auf den Sandstrand im Vordergrund sowie auf die Zaunpfähle und einige andere Details eingegrenzt. Die Dichte der Maske beträgt 100 %.

Das Originalbild, ohne Einstellungsebene, ohne Korrektur und ohne Maske.

Der Ebenenaufbau des Testbildes.

Die Maske mit Dichte 100 % – Schwarz und Weiß und sehr wenig Grautöne bei den Details.

Das Bild mit extrem färbender Einstellungsebene. Durch die Maske wirkt diese zunächst nur auf den Vordergrund.

Der Kontrast zwischen den nicht-maskierten, verfärbten Bildteilen einerseits und den maskierten, nicht verfärbten Bereichen andererseits ist sehr deutlich. Doch was passiert, wenn die Dichte der Maske auf 50 % herabgesetzt wird?

Die Maske bei 50 % Dichte sieht nun so aus. Aus Schwarz wurde Grau – und das ist dafür verantwortlich, dass die färbende Wirkung der Einstellungsebene auch in den maskierten Teilen zum Tragen kommt.

Der Gelbstich wird im gesamten Bild sichtbar. Im Bildhintergrund – der ja immer noch durch die Maske verdeckt ist – erscheint er weniger stark als im unmaskierten Vordergrund.

Wenn man die Dichte der Maske weiter reduziert, nimmt die Deckkraft der Maske ab, und die färbende Wirkung der Einstellungsebene nimmt zu. Bei einer Dichte von 0 % ist die Maskenwirkung völlig aufgehoben. Die Maske erscheint ganz weiß.

Das Beispielbild ist überall stark verfärbt. Die Maske mit einer Dichte von 0 % hat keinerlei filternde Wirkung mehr.

Mit solchen Extremwerten wird man in der Praxis wohl eher selten arbeiten. Im Normalfall werden Sie die Funktion zum feinen Nachjustieren nutzen. Allerdings müssen Sie beachten, dass es bei einer Maske, deren Dichte-Wert mit der Masken-Palette gesenkt wurde, auch nachträglich nicht mehr möglich ist, auf das Maskengrau voll deckendes Schwarz aufzubringen – weder mit dem Pinsel noch mit anderen Maßnahmen. Und Auswahlen, die aus solchen Masken erzeugt werden, sind ebenfalls in der Wirkung reduziert, vergleichbar mit einer global wirksamen „Weichen Auswahlkante“.

Der Korrekturbefehl „Helligkeit/Kontrast“ als Alternative
Der Korrekturbefehl Helligkeit/Kontrast (unter Bild / Korrekturen) kann die Wirkung von Masken insgesamt verschärfen oder abmildern. Er macht aus Schwarz und Weiß Grautöne oder aus Graustufen Schwarz und Weiß. Anders als der Dichte-Slider ist er auch in der Lage, das Maskenweiß zu verändern. Und wenn Sie mit dieser Funktion arbeiten, können Sie graue Maskenbereiche wieder mit Schwarz überpinseln – etwa, um einzelne Details doch vollkommen abzudecken. Einziger Nachteil: Anders als mit den Funktionen der Masken-Palette haben Sie nicht jederzeit einen einfachen Zugriff auf Ihre Einstellungen, um sie zu ändern. Dennoch stellt Helligkeit/Kontrast in einigen Situationen eine sinvolle Alternative zur Dichte-Funktion dar.

Ist die Option „Früheren Wert verwenden“ aktiv, wirkt das Tool insgesamt viel schärfer.

Konturbereiche in Masken nachbessern

Die wahren Problemzonen von Masken sind Kanten und Konturen innerhalb des Bildes und innerhalb der Maske: also die Stellen, an denen maskierte und nicht-maskierte Bereiche aneinanderstoßen. Dort soll die Maske exakt den vorhandenen, manchmal recht gewundenen und kleinteiligen Bildkonturen folgen. Gleichzeitig soll die Maske jedoch auch weich genug sein, damit das maskierte Objekt nicht wie grob mit der Schere ausgeschnitten wirkt. Denn in vielen Fällen ist der Übergang zwischen verschiedenen Bildobjekten eher diffus als klar konturiert, wie die folgenden Abbildungen zeigen.

An Lockenschöpfen wie hier zeigt sich schnell, ob eine Maske gut gemacht ist. Diese ist es nicht: Der Bildhintergrund wurde ausgeblendet und lässt die Haarkonturen grob zugeschnitten stehen.

Zoom auf die Lockenkontur, hier ohne Maske mit dem Originalhintergrund: Eine klare Grenze zwischen Haar und Hintergrund ist schwer auszumachen.

Die Masken-Palette bietet gleich zwei Werkzeuge, um mit dieser schwierigen Materie fertig zu werden.

Weiche Kante nicht nur für Pixel-Masken
Der „Slider Weiche Kante“ ist direkt in der Masken-Palette zugänglich. Er zeichnet Konturen innerhalb der Maske stufenlos weich. Änderungen werden direkt im Bild angezeigt. Korrekturen der Einstellung können jederzeit vorgenommen werden. Diese Funktion lässt sich auf pixelbasierte Ebenenmasken anwenden und – das ist das Besondere – auch auf Vektormasken. Bisher galt: Vektormasken haben stets scharfe, harte Kanten und bestehen nur aus Schwarz oder Weiß; Graustufen und damit weiche Übergänge waren nicht realisierbar. Das ist nun anders, der „Weiche Kante“ -Regler macht auch die Konturen innerhalb von Vektormasken weich. Diese werden dadurch deutlich aufgewertet und bieten gewissermaßen das Beste aus der Pixel- und der Vektorwelt: Sie sind stufenlos skalierbar, kommen nun aber nicht mehr zwangsläufig in harter Scherenschnitt-Optik daher.

Differenzierte Einstellungen: Maskenkante
Differenziertere Einstellungen für die Konturen innerhalb von Masken eröffnen sich mit dem „Maskenkante“-Dialog. Dessen Funktionen lassen sich jedoch nur auf Pixelmasken anwenden. Wohl aus diesem Grund sind die beiden Weiche-Kante-Funktionen innerhalb der Masken-Palette nicht miteinander gekoppelt: Die „Weiche Kante“-Einstellung innerhalb des Dialogs „Maskenkante“ arbeitet völlig unabhängig vom Regler „Weiche Kante“ auf der Masken-Palette.


Hier geht es zum Masken-Feintuning.

TOPP-TIPP: Zwei verschiedene Ansichten gleichzeitig

Mit dem Befehl „Fenster / Anordnen / Neues Fenster für [Dateiname]“ wird eine Datei in zwei Fenstern gleichzeitig angezeigt. Das ist kein Dateiduplikat, sondern lediglich eine zweite Ansicht. Änderungen werden in beiden Fenstern synchron gezeigt. Der Vorteil: Sie können mehrere Ansichtsvarianten eines Bildes gleichzeitig auf dem Schirm haben. So haben Sie bei kniffligen Arbeiten beispielsweise unterschiedliche Maskendarstellungen und Zoomstufen parallel im Blick. Mehr dazu finden Sie im Kapitel „Nützliche Helfer“.


„Maske verbessern“ ist ein neuer Name für Funktionen, die Sie schon von der Auswahlfunktion „Kante verbessern“ kennen.

Wirklich neu sind die Funktionen des Dialogs nicht: Sie kennen sie bereits aus dem „Kante Verbessern“-Dialog der Auswahlwerkzeuge. Es ist jedoch ein absoluter Zugewinn, dass diese Einstellungen nun auch auf Masken angewendet werden können. Das Handling ist einfach und spart gegenüber den bisherigen manuellen Masken-Korrekturen viel Zeit. Und auch diese Einstellungen lassen sich jederzeit erneut aufrufen und ändern.

Das Wunderwerkzeug für komplizierte Masken: „Farbbereich „

Altgediente Photoshop Anwender sind über diese hymnische Überschrift sicherlich etwas verwundert: Schließlich ist der Dialog „Farbbereich“ schon seit gefühlten Ewigkeiten Teil des Photoshop-Funktionsumfanges (im „Auswahl“-Menü). Doch dank der seit CS4 neuen Optionen „Bereich“ und „Lokalisierte Farbgruppen“ und der Anwendbarkeit auf Masken bringt dieser „Oldie“ jetzt einen kräftigen Produktivitätsschub. Wer jemals mit komplizierten Freistellern oder dem alten, seit CS4 nicht mehr vorhanden,  „Extrahieren“-Filter gekämpft hat, wird die Kombination „Farbbereich“ plus Maske sehr zu schätzen wissen.

Zur Nachbearbeitung von Masken ist die „Farbbereich“-Funktion nicht so gut geeignet. Doch Sie können – ohne den Umweg über eine zuvor erstellte Auswahl – Masken erzeugen, die bestimmte Bildteile ausblenden. Welche Bildteile das sind, lässt sich dabei genau steuern. Im zweiten Teil dieses Beitrags erfahren Sie anhand eines handwerklich recht anspruchsvollen Motivs (dem oben abgebildeten Lockenschopf), wie das funktioniert.

Im nächsten Teil lesen Sie

Schritt für Schritt: Masken-Maßarbeit – ganz ohne Pinseln: Farbbereich plus Maske

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