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Dirk Metzmacher 28. September 2019

Ein Kinderspiel: Haare und Fell freistellen in Photoshop

Haare freistellen. Für den Einsteiger und Profi ist das eine undankbare Aufgabe. Nicht schwer, aber schon recht zeitaufwendig. Oft bleiben auch Verfärbungen des alten Hintergrundes bestehen. Dabei gibt es einfache Techniken, um das zu verhindern.

Wir stellen professionelle Freistellungstechniken vor, die besonders in Kombination zu perfekten Ergebnissen führen. Tipps und Tricks zur Optimierung von schon freigestellten Haaren runden dieses Tutorial ab.

Haare freistellen in Adobe Photoshop – So einfach gelingt das mit dieser Anleitung


savageultralight/Shutterstock.com

Haare freistellen über Auswählen und maskieren

01 Bildelement auswählen

Über Datei > Öffnen wird das gewünschte Dokument in Photoshop geladen. Drücke das Tastenkürzel Strg+J auf der Tastatur, um die Hintergrundebene zu kopieren.

Blende die Hintergrundebene über einen Klick auf das Augensymbol im Ebenenbedienfeld aus. Ein Doppelklick auf den Ebenen-Namen „Ebene 1“ ermöglicht es uns, diese Ebene umzubenennen, etwa in „Haare freigestellt“.


Anatolii Riepin/Shutterstock.com

Aktiviere das Schnellauswahl-Werkzeug in der Tool-Leiste und stelle oben in der Optionsleiste die Größe der Werkzeugspitze ein. Diese bestimmt, wie grob oder fein zusammenhängende Bereiche bei der Anwendung selektiert werden. Um die Freistellung vorzubereiten, wird nun mit dem Schnellauswahl-Werkzeug über die Haare und den Körper gemalt.

Wurde dabei versehentlich der Hintergrund mit ausgewählt, so halte einfach die Alt-Taste gedrückt (das Plus-Symbol in der Werkzeugspitzenmitte wird zu einem Minus-Symbol) und male über die Stellen, die nicht selektiert werden sollten. Vielleicht ist zuvor noch eine Anpassung der Werkzeugspitzen-Größe erforderlich.

02 Ausgewähltes maskieren

Klicke in der Optionsleiste auf den Button Auswahl und maskieren. Es öffnet sich ein eigenes Dialog-Fenster, indem du auf der rechten Seite die Transparenz auf 100% einstellst. Noch ist die Freistellung nicht perfekt.

Aktiviere auf der linken Seite das Kante-verbessern-Pinsel-Werkzeug und stelle über dem Dokument und einem Rechtsklick die Größe der Werkzeugspitze ein.

Male dann am Rand entlang, wobei zwei Drittel der Spitze über dem alten Hintergrund liegen und nur ein Drittel über den Haaren. So erkennt Photoshop den alten Hintergrund und blendet diesen weiter aus.

03 Maskierung verfeinern

Die Haare an der Kante zum alten Hintergrund sind nun sauber freigestellt. Doch es gibt auch zwischen den Haaren größere und kleinere Bereiche, die dahinter liegende Strukturen zeigen. Male gezielt über einen dieser Abschnitte und dann großzügig über den alten Hintergrund. So erkennt Photoshop diesen und blendet ihn aus, obwohl Haare direkt davor liegen.

Sollten bei der Bearbeitung Haare auch einige Bereiche der Haare allzu durchsichtig umgesetzt werden, so mal mit dem gleichen Werkzeug bei gehaltener Alt-Taste darüber. Ändere zuvor bei Bedarf die Größe der Werkzeugspitze ab. Bist du zufrieden, so bestätige über OK. Klicken im Ebenenbedienfeld auf den Button Ebenenmaske erstellen.

Haare freistellen über einen Kanal

01 Kanal kopieren

Wechsle von der Ebenen- in die Kanäle-Ansicht. Falls die Kanäle noch nicht zu sehen sind, klicke im Menü auf Fenster > Kanäle. Du solltest bei einem RGB-Bild (Bild > Modus > RGB-Farbe) drei Kanäle sehen können. Klicke die Kanäle Rot, Grün und Blau nacheinander an und schaue, wo sich die Haare am stärksten vom Hintergrund absetzen. Wir suchen also den Kanal mit dem größten Kontrast.

Das Haar sollte so dunkel wie möglich sein. Kopiere diesen Kanal über Anklicken und Ziehen (Drag & Drop) auf das kleine Blattsymbol, unten im Bedienfeld. Dieser Button heißt Neuen Kanal erstellen, kopiert jedoch mit dieser Methode den ausgewählten Kanal. Über einen Doppelklick kannst du auch hier den Namen des Kanals ändern, etwa von „Blau Kopie“ auf „Maskenvorlage“.

02 Kanal bearbeiten

Gehe im Menü auf Bild > Korrekturen > Tonwertkorrektur und versuche, den Kontrast zwischen den Haaren und dem Hintergrund drastisch zu erhöhen. Ziehe dazu die Tonwertspreizungsregler für die Schatten und die Lichter zur Mitte hin. Auch die Mitteltöne könntest du anpassen. Bestätige mit OK, sobald du zufrieden bist.

03 Maske erzeugen

Halte die Strg-Taste gedrückt und klicke auf den Kanal „Maskenvorlage“. Wechsle zurück zur Ebenenansicht und klicken da auf den Button Ebenenmaske hinzufügen. Strg+I invertiert die Maske. Noch ist das Ergebnis nicht perfekt, doch die weitere Optimierung folgt sofort: per Hand. Nach einem Klick auf die Maske bei gehaltener Alt-Taste erscheint diese groß im Dokument.

04 Maske optimieren

Aktiviere das Buntstift-Werkzeug, um mit schwarzer Vordergrundfarbe und einer recht großen Werkzeugspitze zunächst die groben Bereiche, die ebenso ausgewählt werden sollen, zu verdecken. Arbeite mit dem Pinsel und einer kleineren Pinselvorgabe weiter. Es kommt vor, dass bei sehr feinen Haaren noch der alte Hintergrund leicht durchschimmert. Arbeite da mit dem Abwedler-Werkzeug. Stelle in der Optionsleiste die Belichtung auf etwa 20% ein und male über die entsprechenden Stellen.

Erstelle unterhalb der obersten Ebene eine neue Ebene, die du mit einer Farbe deiner Wahl füllst, etwa über Bearbeiten > Fläche füllen mit Verwenden: 50% Grau. So kannst du erst ablesen, wie gut oder schlecht dir die Maske gelungen ist.

Fehler kannst du leicht mit weiteren Masken, die für einen Teilbereich mit gleicher Technik optimiert wurden, ausgleichen. Nur sehr wenige der ganz feinen, einzelnen Haare sind so verloren gegangen, was nicht weiter auffällt. Der neue Hintergrund passt sich ohne zu stören an die Haarpracht an.


Yuliya Yafimik/Shutterstock.com

Freigestellte Haare optimieren

01 Optimierung vorbereiten

Obwohl die Haare freigestellt wurden kann es doch vorkommen, dass bei einzelnen Haaren der alte Hintergrund durchscheint. Ein stärkeres Freistellen würde diese feinen Haare nur ausblenden, da die Linien oft nur wenige Pixel breit sind.

Eine Technik zum Optimieren ist es, diese Haare passend einzufärben. Erstelle dazu eine neue Ebene und stelle deren Füllmethode von Normal auf Farbe um. Gehe dann im Menü auf Ebene > Schnittmaske erstellen.

Damit hast du zwei Dinge vorbereitet: Es werden mit der darunter liegenden Ebene nur die Farben verrechnet und die Farben wirken sich nur da aus, wo auf der darunter liegenden Ebene freigestelltes Pixelmaterial vorhanden ist.

02 Freigestelltes optimieren

Aktiviere den Pinsel und halte für den Moment die I-Taste gedrückt, um mit dem für den Moment aktiven Pipette-Werkzeug eine Farbe aus den Haaren aufzunehmen. Damit malst du über die feinsten Haare, die vor dem neuen Hintergrund liegen. Über die Ebenendeckkraft steuerst du die Stärke der Umsetzung.

Da ein großflächiger Hintergrund sich auf das komplette Modell auswirkt, kommt es selbst bei perfekt freigestellten Elementen zu dem Effekt, dass das Bildelement wie aufgeklebt wirkt.

Kopiere deshalb den Hintergrund auf eine eigene Ebene, die die oberhalb des freigestellten Bildelements liegen sollte, aktiviere eine Schnittmaske und stelle die Füllmethode auf Farbe um. Reduziere nun die Deckkraft sehr stark, auf etwa 10% bis 20%.

02 Dodge & Burn

Neben den Farben mach oft auch die Lichter und Schatten im freigestellten Bildelement Probleme. Um diese zu optimieren drücke Umschalt+Strg+N auf der Tastatur, nenne diese Ebene „Dodge & Burn“ und aktiviere den Modus Ineinanderkopieren. Jetzt kannst du bei „Mit neutraler Farbe für den Modus Ineinanderkopieren füllen (50% Grau)“ ein Häkchen setzen.

Nach dem Bestätigen mit OK sorgst du mit dem Abwedler-Werkzeug (in der englisch-sprachigen Version: Dodge) für Lichtschein, mit dem Nachbelichter-Werkzeug (Burn) für Schatten. Stelle bei beiden Werkzeugen die Belichtung auf etwa 25% ein.

Fell freistellen

01 Techniken kombinieren

Alle vorgestellten Techniken kannst du kombinieren. So könntest du Haare – und damit natürlich auch Fell – zunächst über einen Kanal freistellen, um dann eine weitere Variante mit Auswählen und maskieren zu erstellen.

Beide Ebenen haben eine Maske. Du kannst also recht leicht mit dem Pinsel und schwarzer und weißer Farbe bestimmen, von welcher Ebene welche Haarbereiche übernommen werden. Auch könntest du diese freigestellten Ebenen gruppieren (mit gehaltener Strg-Taste auswählen, dann das Tastenkürzel Strg+G drücken)


ravl/Shutterstock.com

Körper freistellen

01 Pfadwerkzeuge einsetzen

Auch wenn mit den oben vorgestellten Methoden nicht nur die Haare, sondern dazu der Körper freigestellt werden könnten, empfehle ich bei diesen unkomplizierten Bereichen eine andere Technik.

So könntest du zunächst den schwierigen Teil erledigen, und die Haare freigestellt auf einer neuen Ebene ablegen. Anschließend wird der Körper mit dem Zeichenstift-Werkzeug eingefangen.

Stelle dazu in der Optionsleiste Pfad ein, klicke das Zahnrad an, um Gummiband zu aktivieren, und gleich daneben auf den Button Autom. hinzuf./löschen.

Hier habe ich einen ersten Punkt am Rand des Körpers gesetzt, um diesem weitere folgen zu lassen. Bei einer Kurve setzt du zunächst einen Punkt, hältst dann jedoch die Maustaste gedrückt und ziehst die Kurve auf. Photoshop möchte nach dem Lösen der Maustaste (also beim Setzen des nächsten Punktes) automatisch eine weitere Kurve ziehen, was jedoch nicht immer erwünscht ist.

Um diesen Effekt zu unterbinden, klicke den zuletzt gesetzten Punkt mit gedrückter Alt-Taste an. Hast du einmal einen Punkt falsch gesetzt, so korrigierst du diesen leicht mit gedrückter Strg-Taste.

Kommst du beim Setzen des Pfades an den Bildrand, so halte für den Moment die Leertaste gedrückt, um zum Hand-Werkzeug zu wechseln. So kannst du leicht den Bildausschnitt anpassen. Setze den Pfad einen Pixel weiter ins Innere des Bildelementes, um den alten Hintergrund wirklich auszuschließen.


conrado/Shutterstock.com

Ist der Pfad geschlossen, so drücke Strg+Eingabetaste, um daraus eine Auswahl zu erzeugen. Gehe im Ebenenbedienfeld auf Ebenenmaske erstellen. In Kombination ist also ein sehr hochwertiges Ergebnis möglich.

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

2 Kommentare

  1. Noch einfacher geht’s mit ki Lösungen wie http://bilder-freistellen.org oder remove bg… Mal probieren denn so spart man sich ne Menge Zeit

  2. Hallo Herr Metzmacher,

    ich betreibe auch einen kleinen privaten Blog. Meine Bilder stelle ich mit https://bilder-freistellen-online.de/online-freistellen kostenlos frei. Photoshop ist mir bei der kleinen Menge leider zu teuer.

    Viele Grüße
    Larissa

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