Haare freistellen in Photoshop

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Haare freistellen. Für den Einsteiger und Profi ist das eine undankbare Aufgabe. Nicht schwer, aber schon recht zeitaufwendig. Oft bleiben auch Verfärbungen des alten Hintergrundes bestehen. Dabei gibt es einfache Techniken, um das zu verhindern.

Wir stellen professionelle Freistellungstechniken vor, die besonders in Kombination zu perfekten Ergebnissen führen. Tipps und Tricks zur Optimierung von schon freigestellten Haaren runden dieses Tutorial ab.

Haare freistellen, Methode 1: Kanalberechnungen

Schritt 1: Körper freistellen

In diesem ersten Schritt geht es darum, alle anderen Bereiche auf klassische Art freizustellen. Für die Haare nutzt du dann eine eigene Methode. Kopiere die Hintergrundebene über Strg+J und blende die Hintergrundebene aus. Die Kopie erhält über Ebene > Ebenenmaske > Alle einblenden eine Maske.

Körper freistellen

In dieser arbeitest du zunächst mit dem Buntstift, schwarzer Vordergrundfarbe und einer größeren Werkzeugspitze, um das Model zunächst grob freizustellen. Aktiviere das Zoom-Werkzeug und rufe den Rand des Models groß auf. Tipp: Damit auch bei hohen Zoomstufen die Inhalte gut zu erkennen sind, kannst du über Ansicht > Anzeigen das Pixelraster deaktivieren.

Model freigestellt

Wer eine ruhige Hand hat, malt am Rand mit dem Pinsel und einer kleinen, nicht ganz so weichen Werkzeugspitze entlang. Für mich ist es leichter, mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug zu arbeiten.

Die Hintergrundfarbe steht dabei auf Schwarz. Klick für Klick folgst du der Kontur des Models. Nach einem Abschnitt schließt du die Auswahl nach außen hin. Drücke die Entfernen-Taste, um den Bereich mit Schwarz zu füllen. Schritt für Schritt wird so das Model freigestellt. Die Haare dabei allerdings nur ganz grob.

Schritt für Schritt auswählen

Schritt 2: Kanalberechnungen

Kopiere die Hintergrundebene und blende sie ein. Gehe im Menü auf Bild > Kanalberechnungen. Ändere die Kanäle bei beiden Quellen auf Blau und aktiviere jeweils Umkehren. Entdecke beim Mischmodus die Füllmethode, welche die Haare sehr weiß, den Rest aber schwarz darstellt. Wichtig ist noch, ganz unten bei Ergebnis Auswahl zu aktivieren.

Kanalberechnungen

Nach dem Bestätigen gehst du im Ebenenbedienfeld auf den Button Ebenenmaske hinzufügen. Die Haare sind nun freigestellt. In Kombination mit der ersten Freistellung ergibt sich ein zufriedenstellendes Ergebnis, das allerdings noch optimiert werden kann.

Schritt 3: Ergebnis optimieren

Erstelle unterhalb der zwei Ebenen mit freigestellten Bildelementen eine neue Ebene, die du mit der Farbe des neuen Hintergrund füllst. Erst jetzt wird deutlich, wie gut (oder auch schlecht) du freigestellt hast.

Um das Ergebnis noch zu optimieren, wählst du die zwei freigestellten Ebenen bei gedrückter Strg-Taste aus und drückst Strg+G auf der Tastatur. Damit gruppierst du die Ebenen.

Farben angleichen

Erstelle eine neue Ebene darüber und gehe im Menü auf Ebene > Schnittmaske erstellen. Stelle den Modus dieser Ebene von Normal auf Farbe um. Aktiviere den Pinsel und nehme bei gehaltener I-Taste die neue Hintergrundfarbe auf.

Male dann über den Rand der Haare. Diese erhalten damit den Schein des neuen Hintergrunds. Reduziere bei Bedarf die Ebenendeckkraft.

Haare freistellen, Methode 2: Auswählen und maskieren

Schritt 1: Auswahl vorbereiten

Auswahl und maskieren reagiert auf Kontrastsprünge zum Hintergrund. Um die Erzeugung der Maske zu vereinfachen, kopierst du die Hintergrundebene über Strg+J. Gehe dann im Menü auf Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren.

Stelle die Stärke auf 500% und den Radius auf 1 Pixel oder höher ein. Dickere Haarstränge sollen sich so deutlicher vom Hintergrund trennen. Es folgt der Filter > Stilisierungsfilter > Ölfarbe. Stilisierung und Reinheit stehen auf 1, Skalierung und Borstendetails auf dem kleinsten Wert. Damit werden die Haare geglättet.

Auswahl vorbereiten

Schritt 2: Schnellauswahl

Aktiviere das Schnellauswahlwerkzeug und male über alle Bereiche des Models. In der Optionsleiste kannst du die Größe der Werkzeugspitze kontrollieren, die sich auch auf die Feinheit der Umsetzung auswirkt. Bei gedrückter Alt-Taste werden Bereiche von der Auswahl subtrahiert.

Dein Ziel ist es, das Model so genau es möglich ist auszuwählen. Auch die Haare sollten dabei schon halbwegs gut selektiert sein.

Schnellauswahl nutzen

Schritt 3: Auswahl verfeinern

Gehe im Ebenenbedienfeld auf Ebenenmaske hinzufügen. Ein Doppelklick auf die Maske ruft den Dialog Auswählen und maskieren auf. Auf der linken Seite ist vermutlich schon das Werkzeug Kante-verbessern-Pinsel aktiv.

Stelle in der Optionsleiste dessen Größe ein und male über die Haare. Dabei sollte der Hintergrund immer zu 70% mit übermalt werden, damit Photoshop diesen leichter erkennen kann. Bei gehaltener Alt-Taste können auch wieder Bereiche eingezeichnet werden.

Ebenenmaske bearbeiten

So näherst du dich dem perfekten Ergebnis. Auf der rechten Seite könntest du noch die Regler Weiche Kante und Kontrast zusammenspielen lassen. Nach dem Bestätigen über OK kopierst du die Hintergrundebene ein zweites Mal. Ziehe die erstellte Maske per Drag & Drop auf diese Kopie. Lösche dann die Ebene, die scharfgezeichnet und mit dem Ölfilter behandelt wurde.

Kontrast und Weiche Kante
Auswahl verfeinern

Du kannst das Ergebnis wieder kontrollieren, in dem du unterhalb der Freistellung eine Ebene mit einer neuen Farbe füllst. Auch wurden die feineren Haare wie oben beschrieben optimiert, also eine neue Ebene über der Freistellung angelegt, diese per Ebenenmaske an die Form angepasst und im Modus Farbe mit passenden Farben gemalt.

Haare freistellen, Methode 3: Techniken in Kombination

Schritt 1: Erst die Haare…

Zu Recht könntest du anmerken, dass Haare vor einfarbigen Hintergrund eher leicht freizustellen sind. Dabei werden Fotos doch auch in freier Wildbahn (statt im Studio mit entsprechenden Hintergrundsystem) aufgenommen.

Und da ist der Hintergrund sehr unruhig und das Model bildet ein Ganzes mit der Umgebung. Hier ist es ratsam, die Haare und den Körper weitaus stärker getrennt zu bearbeiten.

Vorher
Haare einzeln freistellen

Kopiere dazu die Hintergrundebene über Strg+J. Nutze Bild > Korrekturen > Helligkeit/ Kontrast, um die Haare weiter vom Hintergrund zu trennen. Es folgt Bild > Kanalberechnungen, wie oben beschrieben.

Bearbeite die Maske mit dem Pinsel und schwarzer Farbe, so dass nur die Haare sichtbar bleiben. Kopiere die Hintergrundebene ein zweites Mal und ziehe die Maske darauf. Lösche die Ebene mit den starken Kontrasten.

Schritt 2: …und dann der Rest

Der Körper wird ganz klassisch freigestellt, die Haare dabei nur grob. Das kann mit Hilfe des Schnellauswahlwerkzeuges erfolgen oder gleich in der Maske mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug. In Kombination ergibt sich das freigestellte Bildelement.

Körper sauber freistellen

Schritt 3: Optimierung

Oft ist an den Rändern freigestellter Elemente der alte Hintergrund noch leicht zu sehen. Kopiere zur Optimierung die Ebene mit dem Körper. Ein Rechtsklick auf die Ebenenmaske und Ebenenmaske anwenden rechnet die Maske ein. Gehe im Ebenenbedienfeld über die Linie zwischen den Ebenen bei gehaltener Alt-Taste und klicke. Damit wurde eine Schnittmaske umgesetzt.

Optimierung der Freistellung

Aktiviere das Wischfinger-Werkzeug, stelle in der Optionsleiste eine Stärke von ca. 30% ein und ziehe Material vom Rand nach außen. Achte darauf keine Unschärfen einzuarbeiten. So werden unschöne Ränder mit passenden Inhalten überdeckt.

Haare freistellen über „Auswählen und maskieren“

01 Bildelement auswählen

Über Datei > Öffnen wird das gewünschte Dokument in Photoshop geladen. Drücke das Tastenkürzel Strg+J auf der Tastatur, um die Hintergrundebene zu kopieren.

Blende die Hintergrundebene über einen Klick auf das Augensymbol im Ebenenbedienfeld aus. Ein Doppelklick auf den Ebenen-Namen „Ebene 1“ ermöglicht es uns, diese Ebene umzubenennen, etwa in „Haare freigestellt“.

Anatolii Riepin/Shutterstock.com

Aktiviere das Schnellauswahl-Werkzeug in der Tool-Leiste und stelle oben in der Optionsleiste die Größe der Werkzeugspitze ein. Diese bestimmt, wie grob oder fein zusammenhängende Bereiche bei der Anwendung selektiert werden. Um die Freistellung vorzubereiten, wird nun mit dem Schnellauswahl-Werkzeug über die Haare und den Körper gemalt.

Wurde dabei versehentlich der Hintergrund mit ausgewählt, so halte einfach die Alt-Taste gedrückt (das Plus-Symbol in der Werkzeugspitzenmitte wird zu einem Minus-Symbol) und male über die Stellen, die nicht selektiert werden sollten. Vielleicht ist zuvor noch eine Anpassung der Werkzeugspitzen-Größe erforderlich.

02 Ausgewähltes maskieren

Klicke in der Optionsleiste auf den Button Auswahl und maskieren. Es öffnet sich ein eigenes Dialog-Fenster, indem du auf der rechten Seite die Transparenz auf 100% einstellst. Noch ist die Freistellung nicht perfekt.

Aktiviere auf der linken Seite das Kante-verbessern-Pinsel-Werkzeug und stelle über dem Dokument und einem Rechtsklick die Größe der Werkzeugspitze ein.

Male dann am Rand entlang, wobei zwei Drittel der Spitze über dem alten Hintergrund liegen und nur ein Drittel über den Haaren. So erkennt Photoshop den alten Hintergrund und blendet diesen weiter aus.

03 Maskierung

Die Haare an der Kante zum alten Hintergrund sind nun sauber freigestellt. Doch es gibt auch zwischen den Haaren größere und kleinere Bereiche, die dahinter liegende Strukturen zeigen. Male gezielt über einen dieser Abschnitte und dann großzügig über den alten Hintergrund. So erkennt Photoshop diesen und blendet ihn aus, obwohl Haare direkt davor liegen.

Sollten bei der Bearbeitung Haare auch einige Bereiche der Haare allzu durchsichtig umgesetzt werden, so mal mit dem gleichen Werkzeug bei gehaltener Alt-Taste darüber. Ändere zuvor bei Bedarf die Größe der Werkzeugspitze ab. Bist du zufrieden, so bestätige über OK. Klicken im Ebenenbedienfeld auf den Button Ebenenmaske erstellen.

Haare freistellen über einen Kanal

01 Kanal

Wechsle von der Ebenen- in die Kanäle-Ansicht. Falls die Kanäle noch nicht zu sehen sind, klicke im Menü auf Fenster > Kanäle. Du solltest bei einem RGB-Bild (Bild > Modus > RGB-Farbe) drei Kanäle sehen können. Klicke die Kanäle Rot, Grün und Blau nacheinander an und schaue, wo sich die Haare am stärksten vom Hintergrund absetzen. Wir suchen also den Kanal mit dem größten Kontrast.

Das Haar sollte so dunkel wie möglich sein. Kopiere diesen Kanal über Anklicken und Ziehen (Drag & Drop) auf das kleine Blattsymbol, unten im Bedienfeld. Dieser Button heißt Neuen Kanal erstellen, kopiert jedoch mit dieser Methode den ausgewählten Kanal. Über einen Doppelklick kannst du auch hier den Namen des Kanals ändern, etwa von „Blau Kopie“ auf „Maskenvorlage“.

02 Kanal

Gehe im Menü auf Bild > Korrekturen > Tonwertkorrektur und versuche, den Kontrast zwischen den Haaren und dem Hintergrund drastisch zu erhöhen. Ziehe dazu die Tonwertspreizungsregler für die Schatten und die Lichter zur Mitte hin. Auch die Mitteltöne könntest du anpassen. Bestätige mit OK, sobald du zufrieden bist.

03 Maske

Halte die Strg-Taste gedrückt und klicke auf den Kanal „Maskenvorlage“. Wechsle zurück zur Ebenenansicht und klicken da auf den Button Ebenenmaske hinzufügen. Strg+I invertiert die Maske. Noch ist das Ergebnis nicht perfekt, doch die weitere Optimierung folgt sofort: per Hand. Nach einem Klick auf die Maske bei gehaltener Alt-Taste erscheint diese groß im Dokument.

04 Maske

Aktiviere das Buntstift-Werkzeug, um mit schwarzer Vordergrundfarbe und einer recht großen Werkzeugspitze zunächst die groben Bereiche, die ebenso ausgewählt werden sollen, zu verdecken. Arbeite mit dem Pinsel und einer kleineren Pinselvorgabe weiter. Es kommt vor, dass bei sehr feinen Haaren noch der alte Hintergrund leicht durchschimmert. Arbeite da mit dem Abwedler-Werkzeug. Stelle in der Optionsleiste die Belichtung auf etwa 20% ein und male über die entsprechenden Stellen.

Erstelle unterhalb der obersten Ebene eine neue Ebene, die du mit einer Farbe deiner Wahl füllst, etwa über Bearbeiten > Fläche füllen mit Verwenden: 50% Grau. So kannst du erst ablesen, wie gut oder schlecht dir die Maske gelungen ist.

Fehler kannst du leicht mit weiteren Masken, die für einen Teilbereich mit gleicher Technik optimiert wurden, ausgleichen. Nur sehr wenige der ganz feinen, einzelnen Haare sind so verloren gegangen, was nicht weiter auffällt. Der neue Hintergrund passt sich ohne zu stören an die Haarpracht an.

Yuliya Yafimik/Shutterstock.com

Freigestellte Haare optimieren

01 Optimierung

Obwohl die Haare freigestellt wurden kann es doch vorkommen, dass bei einzelnen Haaren der alte Hintergrund durchscheint. Ein stärkeres Freistellen würde diese feinen Haare nur ausblenden, da die Linien oft nur wenige Pixel breit sind.

Eine Technik zum Optimieren ist es, diese Haare passend einzufärben. Erstelle dazu eine neue Ebene und stelle deren Füllmethode von Normal auf Farbe um. Gehe dann im Menü auf Ebene > Schnittmaske erstellen.

Damit hast du zwei Dinge vorbereitet: Es werden mit der darunter liegenden Ebene nur die Farben verrechnet und die Farben wirken sich nur da aus, wo auf der darunter liegenden Ebene freigestelltes Pixelmaterial vorhanden ist.

02 Freigestelltes Haar übermalen

Aktiviere den Pinsel und halte für den Moment die I-Taste gedrückt, um mit dem für den Moment aktiven Pipette-Werkzeug eine Farbe aus den Haaren aufzunehmen. Damit malst du über die feinsten Haare, die vor dem neuen Hintergrund liegen. Über die Ebenendeckkraft steuerst du die Stärke der Umsetzung.

Da ein großflächiger Hintergrund sich auf das komplette Modell auswirkt, kommt es selbst bei perfekt freigestellten Elementen zu dem Effekt, dass das Bildelement wie aufgeklebt wirkt.

Kopiere deshalb den Hintergrund auf eine eigene Ebene, die die oberhalb des freigestellten Bildelements liegen sollte, aktiviere eine Schnittmaske und stelle die Füllmethode auf Farbe um. Reduziere nun die Deckkraft sehr stark, auf etwa 10% bis 20%.

02 Dodge & Burn

Neben den Farben mach oft auch die Lichter und Schatten im freigestellten Bildelement Probleme. Um diese zu optimieren drücke Umschalt+Strg+N auf der Tastatur, nenne diese Ebene „Dodge & Burn“ und aktiviere den Modus Ineinanderkopieren. Jetzt kannst du bei „Mit neutraler Farbe für den Modus Ineinanderkopieren füllen (50% Grau)“ ein Häkchen setzen.

Nach dem Bestätigen mit OK sorgst du mit dem Abwedler-Werkzeug (in der englisch-sprachigen Version: Dodge) für Lichtschein, mit dem Nachbelichter-Werkzeug (Burn) für Schatten. Stelle bei beiden Werkzeugen die Belichtung auf etwa 25% ein.


Fell freistellen

01 Techniken

Alle vorgestellten Techniken kannst du kombinieren. So könntest du Haare – und damit natürlich auch Fell – zunächst über einen Kanal freistellen, um dann eine weitere Variante mit Auswählen und maskieren zu erstellen.

ravl/Shutterstock.com

Beide Ebenen haben eine Maske. Du kannst also recht leicht mit dem Pinsel und schwarzer und weißer Farbe bestimmen, von welcher Ebene welche Haarbereiche übernommen werden. Auch könntest du diese freigestellten Ebenen gruppieren (mit gehaltener Strg-Taste auswählen, dann das Tastenkürzel Strg+G drücken)


Körper freistellen

01 Pfadwerkzeuge

Auch wenn mit den oben vorgestellten Methoden nicht nur die Haare, sondern dazu der Körper freigestellt werden könnten, empfehle ich bei diesen unkomplizierten Bereichen eine andere Technik.

So könntest du zunächst den schwierigen Teil erledigen, und die Haare freigestellt auf einer neuen Ebene ablegen. Anschließend wird der Körper mit dem Zeichenstift-Werkzeug eingefangen.

Stelle dazu in der Optionsleiste Pfad ein, klicke das Zahnrad an, um Gummiband zu aktivieren, und gleich daneben auf den Button Autom. hinzuf./löschen.

Hier habe ich einen ersten Punkt am Rand des Körpers gesetzt, um diesem weitere folgen zu lassen. Bei einer Kurve setzt du zunächst einen Punkt, hältst dann jedoch die Maustaste gedrückt und ziehst die Kurve auf. Photoshop möchte nach dem Lösen der Maustaste (also beim Setzen des nächsten Punktes) automatisch eine weitere Kurve ziehen, was jedoch nicht immer erwünscht ist.

Um diesen Effekt zu unterbinden, klicke den zuletzt gesetzten Punkt mit gedrückter Alt-Taste an. Hast du einmal einen Punkt falsch gesetzt, so korrigierst du diesen leicht mit gedrückter Strg-Taste.

Kommst du beim Setzen des Pfades an den Bildrand, so halte für den Moment die Leertaste gedrückt, um zum Hand-Werkzeug zu wechseln. So kannst du leicht den Bildausschnitt anpassen. Setze den Pfad einen Pixel weiter ins Innere des Bildelementes, um den alten Hintergrund wirklich auszuschließen.

conrado/Shutterstock.com

Ist der Pfad geschlossen, so drücke Strg+Eingabetaste, um daraus eine Auswahl zu erzeugen. Gehe im Ebenenbedienfeld auf Ebenenmaske erstellen. In Kombination ist also ein sehr hochwertiges Ergebnis möglich.


Freigestellte Bildelemente optimieren

Kopieren Sie die Ebene des freigestellten Bildelementes über Strg+J und aktivieren im Menü über Ebene eine Schnittmaske. Ist noch eine Maske aktiv, so wenden Sie diese an. Gehen Sie dazu über die Maske, klicken Sie die rechte Maustaste und wählen Sie Ebenenmaske anwenden aus. Mit dem Wischfinger-Werkzeug, und einem Schwellenwert von um die 30% in der Optionsleiste, ziehen Sie vorsichtig die Farben aus dem Element heraus. Natürlich nur am Rand, um keine Unschärfe einzuarbeiten. Auch sollten Sie eher eine kleine Werkzeugspitze einsetzen. So verschwinden unschöne Blitzer des alten Hintergrundes recht schnell.

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Gebäude freistellen in Photoshop: Freistellen mit Pfaden

Vermeintlich schwieriger in der Handhabung, bietet das Freistellen mit dem Zeichenstift-Werkzeug doch zahlreiche Vorteile. Sehr exakte und feine Auswahlen sind damit möglich, doch gibt es Techniken im Einsatz, die wir verstehen sollten, bevor es so richtig los geht. Wir zeigen Übungen und führen zum freigestellten Bildobjekt.

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Photoshop: Gerade Linien zeichnen

Aktivieren Sie das Zeichenstift-Werkzeug (Tastenkürzel: P) und überprüfen Sie, ob in der Optionsleiste Pfad, statt Form oder Pixel, ausgewählt ist. Etwas weiter rechts ist ein Zahnrad-Icon zu sehen. Hier aktivieren Sie Gummiband. So sehen Sie den Pfad während des Aufziehens als Vorschau. Gleich daneben aktivieren Sie Autom. hinzuf./löschen. So kann der Pfad später leichter optimiert werden. Der Einsatz des Zeichenstift-Werkzeuges ist einfach: Klicken Sie in das Bild und etwas entfernt noch einmal, so zieht Photoshop dazwischen einen geraden Pfad auf.

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Kurven ziehen

Doch was ist, wenn ich eine Kurve nachzeichnen möchte? Muss ich dann wie beim Polygon-Lasso-Werkzeug dutzende Punkte setzen, um die Kurve (un)sauber abzubilden? Natürlich nicht, denn einer der größten Vorteile der Pfade sind saubere Kurven, die sich einfach aufziehen lassen. Klicken Sie dazu in das Bild und etwas entfernt noch einmal, wobei Sie nun aber die Maustaste gedrückt halten. Ziehen Sie den Mauszeiger in eine Richtung und die Kurve entsteht. Je länger die dabei aufgezogene Grifflinie wird, desto größer ist der Radius.

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Nach Kurve eine Gerade

Photoshop möchte nach einer Kurve unbedingt eine weitere aufziehen. Das ist nicht immer erwünscht, weshalb wir den zuletzt gesetzten Punkt neutralisieren müssen. Klicken Sie dazu einfach den Punkt bei gedrückter Alt-Taste an. Jetzt können wieder gerade Linien gezogen werden. Durch das Drücken der Alt-Taste erhalten wir für den Moment die Möglichkeiten des Punkt-umwandeln-Werkzeuges, das also nicht extra für diesen Schritt aktiviert werden muss.

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Pfad korrigieren

Um einen falsch gesetzten Punkt zu optimieren, halten Sie die Strg-Taste gedrückt. Sie sehen den weiß gefüllten Pfeil des Direktauswahl-Werkzeuges. Dank des Tastenkürzels müssen Sie dieses Werkzeug also nicht jedes Mal auswählen. Klicken Sie einen Punkt an, halten Sie die Maustaste gedrückt und ziehen Sie den Punkt an die gewünschte Position.

Um eine Kurve zu verändern, klicken Sie diese bei gedrückter Strg-Taste an, halten dann Strg- und Maustaste über dem Pfad gedrückt. Ziehen Sie die Kurve in Form. Auch die Grifflinien könnten zur Optimierung versetzt werden. Wenn Sie wollen, können Sie aus einer Kurve jederzeit eine Ecke machen. Klicken Sie dazu den Punkt bei gedrückter Alt-Taste an.

Um einen Abschnitt eines Pfades zu löschen, halten Sie die Strg-Taste gedrückt und ziehen über dem Abschnitt ein Rechteck auf. Es werden die Punkte ausgewählt, die in diesem Abschnitt liegen. Drücken Sie die Entfernen-Taste zum Löschen. Um einem Pfad weitere Punkte hinzuzufügen, klicken Sie diesen einfach an gewünschter Stelle an. Um einen Punkt zu löschen, kann dieser auch angeklickt werden. Möchten Sie einen noch offenen Pfad fortführen, so klicken Sie den zuletzt gesetzten Punkt an.

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Auswahl eines Bildobjektes

Möchten Sie nun ein Bildelement freistellen, so nutzen Sie das Zoom-Werkzeug, um einen Bildausschnitt vergrößert anzusehen. Setzen Sie an den Rand des Bildobjekts einen ersten Punkt, wobei dieser generell immer eher im Bildobjekt liegen sollte, als genau auf der Kante oder gar darüber hinaus (um so auch noch den alten Hintergrund mitzunehmen). Sehen Sie einen geraden Abschnitt, so setzen Sie den nächsten Punkt in entsprechender Entfernung.

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An kurvigen Abschnitten setzen Sie einen Punkt und ziehen dann, wie oben beschrieben, die Kurve als Pfad nach. Ist der Pfad geschlossen und haben Sie alle Optimierungen vorgenommen, so kann daraus leicht eine Auswahl entstehen.

Pfad in Auswahl umwandeln

Der schnellste Weg vom geschlossenen Pfad hin zur Auswahl führt über das Tastenkürzel Strg + Eingabetaste. Die Ameisen laufen und der Pfad ist verschwunden. Eine weitere Option entdecken Sie im Pfad-Bedienfeld, unten in der Buttonreihe als Schaltfläche Pfad als Auswahl laden. Interessant ist dort auch ein Klick mit der rechten Maustaste über dem Pfad. Wählen Sie aus der Liste Auswahl erstellen aus. So haben Sie zusätzlich die Option, der Auswahl eine weiche Kante zu spendieren.

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Bildobjekt freistellen

Jetzt könnten Sie den Inhalt der Auswahl einfach über Strg + J auf eine neue Ebene kopieren. Somit wäre das Bildelement freigestellt. Jetzt müssten Sie nur noch die Hintergrundebene ausblenden, um das auch im Dokument sehen zu können. Oder Sie klicken im Ebenenbedienfeld auf den Button Maske hinzufügen. Die Auswahl ist verschwunden und das Bild dank der Maske freigestellt. Zur Info: Die Ebene zeigt neben der Ebenenminiatur die Maskenminiatur, in der die Farbe Schwarz = unsichtbar und die Farbe Weiß = sichtbar bedeuten. Diese Maske könnte jetzt natürlich noch mit dem Pinsel optimiert werden.

pfade-zum-freistellen7

Lernt man die Techniken Schritt für Schritt, so sind auch Pfade über den Zeichenstift kein Problem mehr. Und anders als beim Polygon-Lasso schließt sich hier nichts aus Versehen, nur weil einmal zu schnell hintereinander geklickt wurde. Die Auswahl wird feiner und wir können zwischendurch auch mal ein anderes Werkzeug, wie etwa die Lupe, einsetzen, ohne gleich die Auswahl zu verlieren. Und selbst nach dem Speichern, nach Tagen, wann Sie wollen, kann die Arbeit optimiert und ergänzt werden. So machen Auswahlen Spaß!


Alternativen zu Photoshop: Nutzung professionelle Freisteller-Services

Wenn du eine Handvoll Bilder freistellen musst, das aber ansonsten nicht zu deinem Tagesgeschäft gehört, kannst du dich natürlich ebenfalls intensiv mit den später vorgestellten Alternativen beschäftigen. Ob das allerdings Sinn ergibt, darf wohl bezweifelt werden.

Gleiches gilt, wenn das Freistellen zum Massengeschäft werden soll. Nehmen wir an, du hast einen Kunden, der Fotos aller seiner 5.000 Produkte freigestellt haben will. Ja, du kannst dich intensiv einarbeiten und wirst vielleicht nach dem dreihundertsten Bild gute Qualität in akzeptabler Zeit erreichen. Aber ob das Sinn ergibt, würde ich jedenfalls deutlich bezweifeln.

Denn für diesen Job gibt es verschiedene professionelle Dienstleister, die den lieben langen Tag nur Bilder freistellen. Wenn das Freistellen insofern zum Geschäftsmodell erhoben wird, dann gehen damit einige Vorteile einher.

Erstens wissen die Anbieter aufgrund ihrer zigtausendfachen Erfahrung ganz genau wie es geht. Sie haben professionelle Arbeitsabläufe entwickelt, die darauf ausgelegt sind, möglichst schnell möglichst perfekte Ergebnisse zu bringen. Das Software-Toolset ist heterogen. Denn natürlich kann man alle Freisteller mit Photoshop erzeugen, aber wenn es nicht sein muss, warum sollte man dann die ganz große Keule auspacken?

Zweitens ersparen sie dir nicht nur die Einarbeitung, die sich für dich eher nicht rechnen wird, wenn du nicht täglich Bilder freistellen musst. Vielmehr ersparen sie dir auch die Zeit, die du selber für das Freistellen einsetzen müsstest. Und wenn du jetzt bedenkst, dass Dienstleister schon ab 80 Eurocent pro Bild arbeiten, willst du da lange überlegen?

Um eine Form der Qualitätssicherung zu haben, würde ich dir empfehlen, nicht auf Fiverr oder andere vornehmlich asiatische Billiganbieter zu setzen. Ich konnte in der Vergangenheit mehr als einmal feststellen, dass meine Qualitätserwartung und der dortige Qualitätsanspruch sehr deutlich differieren.

2 Antworten

  1. Hohe Anzahlen an Freistellern gebe ich immer weiter zu Bildbearbeitungsagenturen kleine Mengen mache ich selber. Dort bekommt man schnell seine Qualitätsfreisteller für einen günstigen Preis zurückgesendet.

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