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Dirk Metzmacher 7. Mai 2009

Photoshop: Fotos im Grunge-Look

Grunge bezeichnet nicht nur einen Musikstil, sondern auch eine Stilrichtung in der Verarbeitung von Fotos mit Photoshop. Das Bildmaterial wird dabei alt und verdreckt dargestellt. Da das Programm recht sauber arbeitet, sorgen Texturen für den gewünschten Schmutz. Diese werden mit Hilfe weniger Schritte auf den Grunge-Look getrimmt.

Schmutzige Texturen: 1. Textur auswählen

Gute Texturen helfen dabei, einfach und schnell mit einem Stück »Realität« zu arbeiten. In diesem Beispiel kommen zwei Oberflächen zum Einsatz. Neben den Braun- und Grüntönen passen die „Kritzeleien“ perfekt zum Thema. Diese Texturen entstammen übrigens dem deutsch-sprachigen Bildarchiv Photocase.

2. Vorbereiten

Eine der Texturen wird in Photoshop geöffnet und über »Bild ↔ Korrekturen ↔ Sättigung verringern« oder Umschalt+Strg+U in ein Schwarz-Weiß-Bild umgewandelt. Ebenfalls unter »Bild ↔ Korrekturen« findet man die Tonwertkorrektur, bei der man den Tonwertspreizungsregler für die Lichter, also das kleine weiße Dreieck, weit nach links verschiebt.

Ein Doppelklick auf die Hintergrundebene und das Bestätigen mit »OK« sorgt dafür, dass die weißen Flächen ausgewählt und zur Transparenz gelöscht werden können. Dazu klickt man auf »Auswahl ↔ Farbbereich auswählen« und ändert im Drop-Down-Menü »Auswahl« den Punkt von »Aufgenommene Farben« auf »Lichter« ab und bestätigt diesen Schritt mit »OK«.

Nach dem Drücken der Entf-Taste und »Auswahl ↔ Auswahl umkehren« wird die Selektion über »Bearbeiten ↔ Fläche füllen« mit Schwarz gefüllt. Die Auswahl wird aufgehoben.

3. Einsetzen

Diese Textur kann man nun über ein Foto legen, indem sie per Drag & Drop in das andere Dokument gezogen wird. Die Füllmethode stellt man in der Ebenenpalette von »Normal« auf »Ineinanderkopieren« um. Weiter könnte eine Kopie der Ebene Rot eingefärbt und dabei die Füllmethode auf »Farbig nachbelichten« gestellt werden. Die andere Textur liegt mit der Füllmethode »Ineinanderkopieren« und einer Braun gefärbten Fläche dazwischen. Übrigens bietet auch Adobe Exchange zahlreiche Texturen zum Download an.

Zerrissener Rand: 1. Displacement Map

„Displacement Maps“ werden zumeist bei 3D-Grafiken angewendet, um eine realistischere Oberfläche und viele Details zu erhalten. Wir erstellen nun eine eigene Map, die jedoch die glatten Kanten zerreissen soll. Dazu öffnet man ein neues Dokument mit weißem Hintergrund und 500 x 500 Pixel Größe.

Die Vorder- und Hintergrundfarbe sollte dem Standard Schwarz/Weiß entsprechen, um nach »Filter ↔ Rendering-Filter ↔ Differenz-Wolken«, »Kunstfilter ↔ Malmesser« und »Kunstfilter ↔ Tontrennung & Kantenbetonung« das Ergebnis über »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene durch Kopie« zu duplizieren.

Noch »Filter ↔ Verzerrungsfilter ↔ Glas« und das Ändern der Füllmethode von »Normal« auf »Ineinanderkopieren« und die Ebenen können auf die Hintergrundebene reduziert und die Map als PSD-Datei abgespeichert werden.

2. Fläche vorbereiten

In einem neuen Dokument, das ebenfalls einen weißen Hintergrund haben sollte und 500 x 500 Pixel groß ist, wählt man mit dem Auswahlrechteck ein Quadrat aus, wobei man zu allen Seiten etwa 20 Pixel Abstand lassen sollte. Nach »Auswahl ↔ Auswahl umkehren« füllt man die Selektion mit Schwarz.

Die Auswahl wird aufgehoben und der »Filter ↔ Verzerrungsfilter ↔ Versetzen« mit den Standard-Einstellungen und der so eben erstellten Displacement Map (Verschiebungsmatrix) angewendet.

3. Bild einfügen

Mit »Auswahl ↔ Farbbereich auswählen«, dabei die »Auswahl: Lichter« und dem Bestätigen mit »OK« sorgt man dafür, dass nur die weißen Bereiche im Bild ausgewählt werden. Nach einem Klick auf »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene durch Kopie« wird die Hintergrundebene mit einer beliebigen Farbe gefüllt und per Drag & Drop ein Foto über allen anderen Ebenen eingefügt. »Ebene ↔ Schnittmaske erstellen« sorgt nun dafür, dass sich das Foto an der Form der darunter liegenden Ebene anpasst.

Fleckiger Hintergrund: 1. Grunge-Pinselvorgaben

Adobe Exchange bietet zahlreiche Werkzeugspitzen – auch zum Thema Grunge – zum Download an. Um eine Pinselvorgabe zu laden, aktiviert man das Pinsel- oder Buntstift-Werkzeug und öffnet in den Optionen die Auswahlliste. Da klickt man auf den kleinen schwarzen Pfeil oben rechts. In der Liste können verschiedene Aktionen in Bezug auf die Spitzen durchgeführt werden.

Man entscheidet sich für »Pinsel laden…«, um der aktuellen Liste eine weitere Bibliothek hinzuzufügen, oder für »Pinsel ersetzen«, um die aktuelle Liste durch eine andere Bibliothek zu ersetzen. Mit den passenden Pinseln ist so ein Hintergrund kein Problem mehr.

2. Einfache Textur

Jetzt könnte man noch eine der Texturen über das Geschmiere positionieren und die Füllmethode der Ebene auf »Umgekehrt multiplizieren« umstellen. Eine Kopie sorgt mit einer verringerten Ebenendeckkraft von 20% und der Füllmethode »Farbig abwedeln« für mehr Kontrast. Diese Kombination sorgt für eine realistische Oberfläche.

3. Foto auf Wand

Wer mag, kann die verschiedenen Techniken verknüpfen und das Foto mit den zerrissenen Kanten über den erstellten Hintergrund positionieren. Ein paar Wasserflecken am Ende der beschmierten Wand sorgen für mehr Tiefe. Diese habe ich einfach mit dem Buntstift und schwarzer Farbe auf einer eigenen Ebene gezeichnet und deren Füllmethode auf »Ineinanderkopieren« umgestellt. Ein Schriftzug, bei dem die Füllmethode ebenfalls auf »Ineinanderkopieren« geändert wurde, unterstreicht den Poster-Charakter. Der Grunge-Stil muss sich nicht zwingend auf Bildmaterial beziehen, sondern kann als Stilrichtung das Design einer ganzen Website oder eines Flyers beeinflussen. ™

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

7 Kommentare

  1. hey
    ihr seid ja alle verdammt sweet undsouu

    love yu all siztaaz!

    (bushido 4 life)

  2. Toller Effekt, Tutorial für Anfänger nur zu schwer zu verstehen… Habe es gerade versucht und insgesamt 6 verschieden Bilder aufgehabt etc. Das mit den Differenzwolken funktioniert bei mir auch nicht, da passiert einfach nichts…

  3. Das ist doch mal ne Idee, aus einem völlig artfremden Bild einen Hintergrund zu bauen. Tolles Tutorial.

  4. Gar nicht schlecht, gefällt mir gut.

  5. Naja so toll ist dieser Effekt hier auch nicht ;)

  6. Sehr gut beschrieben. Grunge wird immer einer meiner Lieblingsthemen bleiben, auch wenn man es nicht bei allen Projekten einsetzen kann :)

  7. Ein toller Bericht!

    Gute Praxis-Tipps, speziell der zerrissene Rand war mir in der Erstellung neu.

    Ich weiß schon, warum ich regelmäßig bei Dr. Web reinschaue ;-)

    Viele Grüße,

    Stefan

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