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Andreas Hecht 12. Juli 2019

WordPress: So änderst du deine Permalinkstruktur ohne Rankingverluste

Für die Änderung der Permalinkstruktur deiner Website kann es gute Gründe geben. Vielleicht hast du bei der Einrichtung deines Blogs die falsche Wahl getroffen, oder du möchtest sie aus Performance-Gründen wechseln.

Du hast dich bisher nicht getraut, weil du Ranking-Verluste befürchtest? Wir zeigen dir heute, wie du deine Permalinkstruktur ändern kannst, ohne Verluste in der Sichtbarkeit des Google-Rankings befürchten zu müssen.

Die Einrichtung der Permalinks ist eine der ersten Aufgaben, die man bei einer neuen Installation von WordPress und anderen Content-Management-Systemen angeht. Manche Website-Besitzer stecken von vornherein Überlegungen in diesen Vorgang, andere hingegen wissen vielleicht gar nicht, wie eine optimale Struktur aussehen könnte.

Der Wechsel zu einer neuen Permalinkstruktur

Zudem hat sich in der letzten Zeit vieles geändert. Google legt immer weniger Wert auf sprechende URLs, sondern gewichtet sehr kurze URLs stärker im Ranking. Was natürlich auch daran liegen mag, dass Google selbst dazu übergeht, überall nur noch kurze IDs zu nutzen, anstatt die langen, sprechenden URLs zu verwenden.

Allerdings kann eine planlose Änderung der Struktur auch einige sehr reale Probleme mit sich führen. Interne Links funktionieren nicht mehr, die Suchmaschine entfernt die Seiten mit nicht mehr funktionierenden URLs aus dem Index und gewichtet die neuen Strukturen lange nicht so hoch, wie es zuvor der Fall war.

Trotzdem ist mit einiger Umsicht eine Änderung der Links ohne Rankingverluste möglich.

#1. Generiere eine Liste mit den alten Permalinks

Vor einem Wechsel zu einer neuen Permalink-Struktur muss zuerst eine Liste mit den alten Links der Beiträge angelegt werden. Später werden wir Weiterleitungen einrichten und benötigen daher diese Liste, um sichergehen zu können, keine URL zu vergessen.

Einen optimalen und schnellen Weg verspricht uns das Plugin List URLs, welches eine CSV-Datei mit allen URLs anlegt.

list-urls-plugin

Nach der Installation und Aktivierung des Plugins ist die Generierung einer Post-URL-Liste nur noch einen Mausklick entfernt.

#2. Schalte deine neuen Permalinks frei

Hier hast du verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Empfehlenswert sind mehrere Varianten, wobei ich definitiv zur kürzesten Variante tendiere mit den reinen IDs der Artikel. Da auch Google diese Variante verwendet, ist anzunehmen, dass sich in der Zukunft Rankingvorteile für Websites mit dieser kürzesten aller URLs ergeben werden.

Variante 1: Beitragsname mit IDs

permalink-struktur-eins

Das Problem bei dieser Version ist, dass die URLs sehr lang werden, wenn die Titel der Beiträge lang sind. Immer muss man händisch eingreifen, um Stopp-Wörter und ähnliches zu entfernen und letztendlich nur drei bis vier Wörter in der URL zu haben.

Variante 2: Die reinen IDs

permalink-struktur-zwei

Diese Variation nutzt Google bereits für etliche seiner Dienste, wie zum Beispiel YouTube. Die IDs haben noch einen weiteren Vorteil. Sie laden nämlich etwas schneller und sollten daher ein Teil einer guten Speed-Optimierung sein.

Solltest du deine Beiträge gerne überarbeiten und ständig aktuell halten wollen, dann empfehle ich dir keinesfalls, ein Datum mit in die URL aufzunehmen. Zu schnell sehen deine Beiträge dann veraltet aus.

Such dir deine bevorzugte Variante aus und klicke auf »Änderungen übernehmen«.

#3. Die 301-Weiterleitungen definieren

Damit du keine Rankingverluste einfährst, müssen nun 301er Weiterleitungen der alten URLs auf die neuen Varianten getätigt werden. Damit vermittelst du Google, dass die betreffenden Beiträge für immer auf die neuen Adressen umgezogen sind.

Solltest du dir diesen Schritt sparen wollen, dann wäre das eine schlechte Idee, denn folgendes würde geschehen:

  1. Alle internen Links, die manuell erstellt worden sind, würden nicht mehr aktualisiert werden und ins Nirvana führen.
  2. Alle externen Links, die auf die Beiträge führen, würden nur noch 404-Fehler verursachen. Deine Besucher sehen dann also eine Fehlerseite, anstatt der gesuchten Informationen.
  3. Beim nächsten Besuch einer Suchmaschine auf deinen Seiten würden sehr viele 404-Fehler festgestellt werden. Die Seiten fallen dann aus den Rankings heraus. Deine Website ist quasi nicht mehr existent.

Daher sind wir nun bei der wichtigsten Handlung angelangt, der Umleitung der alten Permalinks auf die neuen Adressen.

Zwei Möglichkeiten der Umleitung bieten sich dir:

Möglichkeit Nummer 1

ist die Nutzung eines WordPress-Plugins. Ein ständig gepflegtes und funktionierendes ist Redirection.

redirection-plugin

Du benötigst für die Arbeit mit diesem Plugin keine Kenntnisse im Umgang mit der .htaccess Datei. Du kannst deine Aufgabe direkt in WordPress mittels einer einfach zu erfassenden Oberfläche erledigen.

Möglichkeit Nummer 2

ist die händische Erstellung der Regeln für die Server-Steuerungsdatei .htaccess. Auch das ist sicherlich keine schlechte Wahl. Nach folgendem Schema funktioniert es:

# ----------------------------------------------------------------------
#  Redirects
# ----------------------------------------------------------------------

RewriteEngine On
Redirect 301 /das-ist-eine-lange-url/ http://www.deinedomain.de/348/

Das Muster ist recht einfach. Der erste Teil zeigt die alte URL ohne deine Domain, der zweite Teil die neue URL inklusive deiner Domain. Nach diesem Schema gehst du für alle Beiträge vor. Füge den Code oberhalb der WordPress-Regeln in die Datei ein.

Ich empfehle dir, die Weiterleitungen mit Hilfe der .htaccess Datei zu realisieren. Damit bist du auf der sicheren Seite.

Teste deine Weiterleitungen

Du musst sicher sein, dass die Redirects wirklich funktionieren und auf die neue URL umleiten. Gib daher einige der alten Adressen aus deiner Liste ein, und prüfe, ob sie korrekt umleiten. Besuche zudem Google und suche nach deiner Website und einigen der gelisteten Artikel.

Klicke diese an und schaue, ob auch hier die Weiterleitung korrekt ausgeführt wird.

#4. Interne Links korrigieren (optional)

Dieser Schritt ist nicht unbedingt nötig, weil die 301-Weiterleitungen natürlich auch hier wirksam sind. Wenn also ein Besucher auf die »falschen, alten« Links innerhalb deiner Artikel klickt, wird er definitiv auf die richtigen Beiträge geleitet.

Allerdings kann das schon je nach Traffic und Webhosting durchaus eine halbe Sekunde dauern. Eine (zusätzliche) halbe Sekunde ist in der heutigen Zeit eine nicht zu akzeptierende Wartezeit. Google und deine Besucher lieben schnelle Websites, daher solltest du eine Korrektur der internen Links auf die neue Variante vornehmen.

Eine schnelle und einfache Art, die Aufgabe zu erledigen, bietet dir das Plugin Search & Replace.

search-and-replace-plugin

Mit Hilfe des Plugins kannst du jede Instanz alter Permalinks identifizieren und direkt in der Datenbank deines WordPress aktualisieren. Somit werden die Links dann nicht mehr über die Weiterleitungen angesprochen, sondern durch die korrekten und schnellen neuen Links.

Fazit

Natürlich kann das Ändern der Permalinkstruktur beachtliche Auswirkungen auf das Ranking deiner Website haben. Wenn du jedoch mit Bedacht und Plan an die Sache herangehst, dann ist ein Rankingverlust zu vermeiden.

Weitere Informationen zum Thema findest du hier:

(Beitragsbild von Mudassar Iqbal auf Pixabay)

Andreas Hecht

Andreas Hecht

entwickelt WordPress-Websites und bietet dir einen Website Sicherheit Service und einen Performance Service für deine Website. Außerdem ist er Spezialist für Onpage SEO und bringt Deine Website in die Top-Suchergebnisse von Google. Auf seinem Blog schreibt er über WordPress, SEO und Content SEO.

2 Kommentare

  1. Ich habe noch zwei Fragen, die du mir vielleicht beantworten kannst:

    Frage 1: Ich möchte die Permalink-Struktur von /Kategorie/Beitrag auf /Beitrag ändern. Dazu sollte es doch reichen, wenn ich im Redirection Plugin eine Wildcard einrichte, oder? (bswp: /Kategorie/(.*) –> /$1)

    Frage 2: Wenn ich auf IDs gehen sollte, muss ich also bei 1.500 Artikeln auch 1.500 Weiterleitungen einrichten, richtig? Beansprucht dieser Weg nicht zusätzliche Ladezeit?

  2. wir nutzen zwar kein word-press, allerdings haben wir auch url’s geändert im selben stil , wie ihr es hier mit wordpress macht.

    leider stimmt die aussage, dass rankings behalten werden, nicht.
    trotz 301er-Weiterleitungen haben wir gut 1/3 der Rankings verloren.

    Google muss man es wohl noch anders mitteilen. Nach ein paar Tagen war die Änderung sichtbar, allerdings hat sich die URL in den Rankings noch nicht ganz erholt. 3 Monate ist es jetzt her.

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