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28. November 2025 11. Dezember 2025
Reading Time: 6 minutes

Paysafecard im Unternehmen: Sichere Zahlungslösung für kontrollierte Ausgaben

Kleinere Online-Ausgaben ohne Firmenkreditkarte abwickeln? Mitarbeitern ein festes Budget zuweisen, das nicht überschritten werden kann? Die Paysafecard macht’s möglich, ganz ohne Bankdaten preiszugeben. Ein Überblick für Entscheider, die vielleicht auch Eltern sind.

Warum Prepaid-Zahlungsmittel in Zeiten steigender Cyberkriminalität an Bedeutung gewinnen

Die Schadenssumme durch Cyberkriminalität in deutschen Unternehmen erreichte 2024 die alarmierende Marke von 266,6 Milliarden Euro. Allein 13,4 Milliarden Euro entfielen dabei auf Erpressungen mit gestohlenen oder verschlüsselten Daten.

Besonders kleine und mittelständische Unternehmen stehen im Fokus der Angreifer. Und gerade dort können Phishing- oder Ransomware-Attacken existenzbedrohende Auswirkungen haben.

Paysafecard im Unternehmen: Sichere Zahlungslösung für kontrollierte Ausgaben


In diesem Kontext gewinnen Zahlungsmethoden an Relevanz, die sensible Finanzdaten schützen und gleichzeitig eine strikte Budgetkontrolle ermöglichen. Eine davon ist die Paysafecard, ein Prepaid-Zahlungsmittel, das ursprünglich für Privatpersonen entwickelt wurde, mittlerweile jedoch auch im Unternehmensalltag praktische Anwendungsmöglichkeiten bietet.

Was ist eine Paysafecard?

Die Paysafecard ist ein elektronisches Prepaid-Zahlungsmittel für Online-Einkäufe. Das Prinzip ist denkbar einfach: Sie erwerben eine Karte mit einem festgelegten Guthaben – verfügbar sind Werte zwischen 10 und 100 Euro – und erhalten einen 16-stelligen PIN-Code. Diesen Code geben Sie beim Online-Bezahlvorgang ein, woraufhin der Kaufbetrag von Ihrem Guthaben abgezogen wird.

Der entscheidende Unterschied zu Kreditkarten oder Lastschriftverfahren: Bei der Zahlung werden keine persönlichen Bank- oder Kontodaten an den Händler übermittelt. Das Risiko, dass Zahlungsinformationen bei einem Datenleck kompromittiert werden, entfällt vollständig.

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Die Paysafecard wurde im Jahr 2000 in Wien gegründet und gehört seit 2015 zur Paysafe Group mit Hauptsitz in London. Das Unternehmen ist mittlerweile in etwa 50 Ländern aktiv und verfügt weltweit über mehr als 650.000 Verkaufsstellen.

Einsatzmöglichkeiten im Unternehmenskontext

Kleinere Online-Ausgaben ohne Firmenkreditkarte

Nicht jedes Unternehmen möchte seinen Mitarbeitern Zugang zur Firmenkreditkarte gewähren. Gerade bei kleineren, regelmäßig wiederkehrenden Online-Ausgaben bietet die Paysafecard eine praktische Alternative.

Typische Anwendungsbeispiele sind Software-Abonnements, digitale Lizenzen, Cloud-Dienste oder kleinere Werbebudgets für Social-Media-Kampagnen.

Strikte Budgetkontrolle für Projekte und Abteilungen

Da eine Paysafecard nur über einen begrenzten, vorab festgelegten Betrag verfügt, ist eine Überschreitung des Budgets technisch unmöglich. Projektleiter oder Abteilungsverantwortliche erhalten genau das Guthaben, das für eine bestimmte Aufgabe vorgesehen ist, ohne Risiko unerwarteter Mehrkosten.

Schutz sensibler Unternehmensdaten

Die Zahlung per Paysafecard erfordert lediglich die Eingabe eines 16-stelligen Codes. Bankverbindungen, Kreditkartennummern oder andere sensible Finanzdaten bleiben vollständig geschützt. In einer Zeit, in der laut Bitkom-Studie 45 Prozent der von Datendiebstahl betroffenen Unternehmen angeben, dass Kundendaten im Visier der Angreifer standen, ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Akzeptanzstellen und verfügbare Dienste

Die Paysafecard wird bei zahlreichen Online-Plattformen und Diensten akzeptiert, darunter:

  • Gaming und Software: Steam, PlayStation Store, Xbox, Microsoft, Epic Games, League of Legends, Roblox
  • Streaming und Unterhaltung: Spotify, Netflix (über Umwege), Deezer
  • Kommunikation und Mobilfunk: Diverse Prepaid-Aufladungen
  • Geschäftsanwendungen: Microsoft-Produkte, diverse SaaS-Dienste

Wichtig zu wissen: Amazon akzeptiert die Paysafecard nicht als direkte Zahlungsmethode. Allerdings können Sie bei autorisierten Händlern Amazon-Gutscheine mit Paysafecard-Guthaben erwerben und diese anschließend bei Amazon einlösen.

Lesetipp: Das Amazon-Paradox: Wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Wo Sie eine Paysafecard erwerben können

Eine Paysafecard kaufen ist unkompliziert. In Deutschland stehen Ihnen mehr als 650.000 Verkaufsstellen zur Verfügung:

  • Supermärkte: REWE, Edeka, Kaufland, Penny
  • Tankstellen: Shell, Aral, Total, Esso, Jet
  • Drogerien: dm, Rossmann
  • Weitere: Lotto-Annahmestellen, Postfilialen, Kioske

Alternativ können Sie Paysafecard-Codes auch online erwerben, z. B. bei autorisierten Händlern. Der Vorteil: Der PIN-Code wird in der Regel innerhalb weniger Sekunden per E-Mail zugestellt, sodass Sie sofort über das Guthaben verfügen können.

Paysafecard für Jugendliche: Kontrolliertes Online-Shopping ohne Kreditkarte

Ein besonders relevanter Anwendungsfall ergibt sich für Eltern, die ihren Kindern Online-Einkäufe ermöglichen möchten, ohne dabei die eigene Kreditkarte hinterlegen zu müssen.

Eine Umfrage im Auftrag von Mastercard zeigt: Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren haben im Schnitt bereits vor ihrem zwölften Lebensjahr zum ersten Mal etwas online gekauft. Gleichzeitig geben 39,5 Prozent an, mehr Taschengeld online als offline auszugeben.

Das Problem: Nur 21,9 Prozent der Eltern haben tatsächlich den vollständigen Überblick, wofür ihre Kinder das Geld ausgeben. Die Paysafecard bietet hier eine elegante Lösung: Eltern kaufen eine Karte mit einem festgelegten Betrag und übergeben lediglich den PIN-Code. Das Kind kann damit online einkaufen, aber ausschließlich bis zur Höhe des vorhandenen Guthabens.

Rechtliche Rahmenbedingungen für Minderjährige

In Deutschland gibt es kein explizites Mindestalter für den Kauf einer Paysafecard. Allerdings greift der sogenannte Taschengeldparagraph (§ 110 BGB): Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren dürfen ihr Taschengeld selbstständig ausgeben, sofern der Kaufbetrag im Rahmen des als angemessen eingestuften Taschengelds liegt.

Für die Nutzung des myPaysafe-Kontos, das erweiterte Funktionen wie die Verwaltung mehrerer PINs bietet, gilt ein Mindestalter von 16 Jahren. Dies stellt sicher, dass Jugendliche nicht unbegrenzt Guthaben ansammeln und ausgeben können.

Die Paysafecard eignet sich damit hervorragend als Einstieg in den verantwortungsvollen Umgang mit digitalem Geld, mit voller Ausgabenkontrolle und ohne das Risiko von Überschuldung.

Gebührenstruktur: Weitgehend kostenlos für Endnutzer

Ein wesentlicher Vorteil der Paysafecard: Die grundsätzliche Nutzung ist kostenlos. Beim Kauf einer 50-Euro-Karte erhalten Sie auch tatsächlich 50 Euro Guthaben – ohne Abzüge oder Servicegebühren. Paysafecard finanziert sich stattdessen über Anteile am Transaktionsvolumen der Händler, die Paysafecard als Zahlungsmittel akzeptieren.

Gebühren können lediglich in folgenden Sonderfällen anfallen:

  • Inaktivitätsgebühr: Wird das Guthaben eines myPaysafe-Kontos über 12 Monate nicht genutzt, fällt ab dem 13. Monat eine monatliche Gebühr von 2,00 Euro an.
  • Währungsumrechnung: Bei Transaktionen in Fremdwährungen wird ein Umrechnungszuschlag von etwa 3 Prozent erhoben.
  • Rückzahlung: Für die Auszahlung eines Restguthabens werden 2,50 Euro pro PIN berechnet.

Alle genannten Gebühren lassen sich durch vorausschauende Nutzung vermeiden. Wer sein Guthaben innerhalb von 12 Monaten aufbraucht und keine Währungsumrechnungen benötigt, nutzt die Paysafecard faktisch kostenfrei.

Grenzen der Paysafecard im Unternehmenseinsatz

Bei aller Praktikabilität sollten Sie die Einschränkungen der Paysafecard kennen:

  • Betragslimits: Ohne myPaysafe-Konto liegt das maximale Zahlungslimit bei 50 Euro pro Transaktion. Mit registriertem Konto erhöht sich dieser Betrag, bleibt aber für größere Geschäftsausgaben ungeeignet.
  • Keine Auszahlung: Die Paysafecard ist eine reine Prepaid-Lösung. Eine Rücküberweisung auf ein Bankkonto ist nicht vorgesehen – Gewinne aus Online-Casinos oder Rückerstattungen können nicht auf die Karte ausgezahlt werden.
  • Eingeschränkte Akzeptanz: Große E-Commerce-Plattformen wie Amazon akzeptieren die Paysafecard nicht direkt. Der Umweg über Gutscheine ist möglich, aber umständlich.
  • Keine Geschäftsausgaben-Dokumentation: Für die Buchhaltung ist die Paysafecard weniger praktisch als Firmenkreditkarten mit automatischer Belegerfassung.

Fazit: Nischenlösung mit klaren Stärken

Die Paysafecard ist kein Ersatz für etablierte Zahlungsmethoden wie Firmenkreditkarten oder Lastschriftverfahren. Sie bietet jedoch in bestimmten Szenarien handfeste Vorteile: Überall dort, wo strikte Budgetkontrolle, Datenschutz und Anonymität im Vordergrund stehen, ist das Prepaid-Zahlungsmittel eine sinnvolle Ergänzung.

Für Unternehmen empfiehlt sich der Einsatz primär bei kleineren, wiederkehrenden Online-Ausgaben – etwa für Software-Testversionen, digitale Lizenzen oder Mitarbeiter-Incentives. Für Eltern, die ihren Kindern einen kontrollierten Einstieg ins Online-Shopping ermöglichen möchten, ist die Paysafecard eine der sichersten verfügbaren Optionen.

Quellen:

  1. Bitkom e.V. (2024): Wirtschaftsschutz 2024 – Schäden durch Cyberkriminalität in deutschen Unternehmen
  2. Statista (2024): Schadenssumme durch Cyberkriminalität in deutschen Unternehmen bis 2024
  3. Wikipedia: PaysafeCard – Unternehmensinformationen und Geschichte
  4. Paysafecard.com: Offizielle Geschäftskundeninformationen und Gebührenstruktur
  5. Mastercard Newsroom (2021): Gen Z-Umfrage zu Taschengeld und Ausgabeverhalten von Jugendlichen
  6. Stuttgarter Nachrichten (2022): Rechtliche Rahmenbedingungen zum Kauf von Paysafecards durch Minderjährige
  7. Müritzportal (2024): Zahlungsmittel Paysafecard für Kinder
  8. Terd.de: Paysafecard Kosten und Gebührenstruktur
  9. Biallo.de (2025): Paysafecard – Was ist das und wo bekomme ich diese?
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