Payment in Europa – Die Top 5 Länder zum Expandieren

E-Commerce: Bezahlen in Europa

Redaktion Dr. Web

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Deutschland gehört nach einer Studie zu den fünf wachstumsstärksten E-Commerce Märkten. Mitstreiter sind die USA, China, Großbritannien und Japan. Der Umsatz durch E-Commerce (B2C) in Deutschland betrug im Jahr 2016 44,2 Milliarden Euro. Das Jahr 2017 wird aller Voraussicht nach sogar mit ca. 48,7 Milliarden Euro abschließen. Der Konkurrenzkampf zwischen deutschen Onlinehändlern ist inzwischen sehr groß. Die Expansion in ausländische Märkte ist eine gute Möglichkeit, die Reichweite des eigenen Onlineshops zu erhöhen und den Umsatz zu steigern. Für die erfolgreiche Internationalisierung gibt es einiges zu beachten.

Was ist bei einer Expansion zu beachten?

Damit eine Expansion glatt verläuft, gilt es sich auf das zu erschließende Land einzustellen. Dazu gehört zu aller erst einmal die Sprache. Die Website sollte qualitativ hochwertig in die Sprache des jeweiligen Expansions-Landes übersetzt sein. Stoßen Muttersprachler auf Rechtschreibfehler, ist das meist der erste Faktor für eine sinkende Conversion-Rate. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Gesetzesunterschiede. Gerade Einfuhrbestimmungen, Lizenzregelungen sowie Gesetze zum Jugend- und Verbraucherschutz unterscheiden sich von Land zu Land und sind essentiell für den E-Commerce. Auch Versand und Zoll ist bei einer Expansion einzuplanen. So fallen meist extra Kosten bei dem Versand ins Ausland an, die auch bei Retoursendungen beachtet werden müssen. Zudem gilt es die Lieferzeiten richtig einzuplanen. Diese sind von der Infrastruktur vor Ort und den Möglichkeiten der Versanddienstleister abhängig. Besonders zu berücksichtigen ist das Angebot der richtigen Zahlungsverfahren und Fraud Management. Hier wird die Zahl der Kaufabbrüche entscheidend beeinflusst. Neben international genutzten Zahlungsmethoden wie die Kreditkarte oder PayPal, hat jedes Land seine eigenen Zahlungsarten und -vorlieben.

Wir stellen dir die Top 5-Länder für eine Expansion in Europa vor und gehen dabei auf die wichtigsten Zahlungsmethoden und Besonderheiten im E-Commerce ein.

Österreich

Der E-Commerce-Markt in Österreich steigt stetig. Aufgrund der Sprache ist Österreich für eine Expansion weniger aufwendig und meist gut geeignet für eine erste Expansion. Im letzten Jahr (2016) wurde im Internet-Einzelhandel ein Bruttoumsatz von 3,4 Milliarden Euro erzielt. Die Umsatzverteilung zeigt sich stark konzentriert. Die größten zehn Online-Händler in Österreich machen knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Zusätzlich gewinnen mobile Angebote und Marktplätze stark an Bedeutung.

Die wichtigsten Bezahlmethoden in Österreich

Über 34 Prozent der Transaktionen in Österreich werden über Kartenzahlung abgewickelt. Damit ist diese Bezahlmethode die beliebteste in Österreich, gefolgt von Banküberweisungen mit 31 Prozent. Zudem nutzen Kunden gerne Sofortüberweisung oder EPS. Besonders in Österreich ist, dass neben Banküberweisungen, die in Echtzeit getätigt werden auch viele Banküberweisungen über die klassische Art (den Bankschalter) getätigt werden. Zudem befinden sich E-Wallet Lösungen im Wachstum, angeführt von PayPal.

Mobile Payment in Österreich – ein aufstrebender Markt

Laut dem Mobile Communication Report 2016 nimmt das Einkaufen über mobile Endgeräte in Österreich immer weiter zu. 41 Prozent aller befragten Smartphone-Nutzer haben bereits über das Smartphone Käufe getätigt. Für Kauf-Recherchen wird der tägliche Begleiter noch öfter benutzt. Die Bezahlung im M-Commerce erfolgt hauptsächlich über die Kreditkarte, Online-Überweisungen und PayPal. Bei einer Expansion nach Österreich sollten also möglichst mobile Zahlungsarten miteinbezogen werden.

Schweiz

Schweizer kaufen gerne im europäischen Ausland ein und zwar ein kleinerer, jedoch sehr kaufkräftiger Markt. Durchschnittlich gibt der Schweizer Kunde 1.600 Euro pro Jahr im Online-Geschäft aus. Vor allem Elektroartikel und Lebensmittel werden gerne gekauft. Ein gutes Viertel aller Online-Bestellungen laufen über das Smartphone ab.

Beliebte Zahlungsmethoden in der Schweiz

Um die Conversion-Rate in der Schweiz anzukurbeln, gilt es den Kauf auf Rechnung, Kreditkartenzahlung, PayPal und PostFinance im Online-Shop anzubieten. Das sind die beliebtesten Bezahlmethoden. Viele Bezahlvorgänge im E-Commerce finden außerdem noch offline statt. Neben dem Rechnungskauf spielt beispielsweise die Vorkasse und die Nachnahme eine Rolle. Gerade im Handel wird häufig die Rechnung benutzt. Bei Dienstleistungen dominieren, aufgrund der meist benötigten Zahlungsbestätigung vor der Leistungserbringung, Kreditkarten. Nicht zu vergessen in der Schweiz ist die Währungsumrechnung. Teilweise werden auf bestimmte Zahlungsmethoden zusätzliche Gebühren berechnet, z.B. auf den Rechnungskauf. Dies hat den Hintergedanken, dass die Rentabilität erhöht wird und Kunden auf günstigere Zahlungsarten ausweichen.

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Niederlande

Die Niederlande gehört zu den fortschrittlichsten Nationen in Europa, was die Internetpenetrationsrate angeht. Zudem wird ein starkes Wachstum im M-Commerce erwartet und Niederländer kaufen sehr gerne international ein. Alles in allem ein sehr geeignetes Land für eine Expansion.

iDEAL und andere Bezahlmethoden

77% aller Mobile-Transaktionen werden mit der lokalen Bezahlmethode iDEAL durchgeführt. Der Kunde wird bei dieser Bezahlmethode auf die Website seiner Bank geleitet und authentifiziert die Transaktionsdaten mit der Eingabe der Kontonummer und der „Zwei-Faktor-Zertifizierung“. Weitere verwendete Zahlarten sind Kreditkarten und E-Wallets. Interessant ist auch die Entwicklung des kontaktlosen Bezahlens zu beobachten. Seit 2014 gewinnt dies laufend an Popularität und mittlerweile besitzen mehr als ein Drittel aller Einzelhändler ein NFC-POS-Terminal.

Frankreich

Frankreich hat einen der größten E-Commerce Märkte in Europa. Zudem wird sich der M-Commerce Markt in den kommenden Jahren verdoppeln. Auch Marktplätze spielen hier eine immer wichtigere Rolle und stellen ein großes Potenzial für Expansionen dar.

Kartenzahlungen dominieren den Markt

Kartenzahlungen, allen voran die Carte Bancaire, sind die bestimmenden Zahlungsmethoden in Frankreich und machen mit 62% einen Großteil der Transaktionen aus. Entgegen der letzten zwei Jahre haben Kreditkartenzahlungen, vor allem aufgrund der Niedrigzinspolitik, wieder an Wachstum zugelegt. Auch kontaktlose Zahlungen werden stark von den führenden Banken in Frankreich gefördert und etablieren sich langsam am Markt.

Worauf legen französische Kunden wert?

Gerade hochwertige Produkte sind besonders gefragt. Das in Verbindung mit einer soliden Preispolitik ist ein guter Ausgangspunkt für deutsche Händler. Weiter ist es von Vorteil die Website auch auf Französisch zu gestalten, da dies bei den Kunden besser ankommt und Englisch vor allem in den Provinzen immer noch nicht sehr gut verbreitet ist. Wie bereits angesprochen ist die Modebranche in Frankreich im Online-Kauf am beliebtesten.

Italien

Italien ist der fünftgrößte E-Commerce Markt in Europa. Wie auch in Frankreich wird sich der E-Commerce Markt in den nächsten Jahren verdoppeln.

Kartenzahlungen als beliebtestes Zahlungsmittel

Die beliebteste Kreditkarte in Italien ist Visa. Weiter werden 20% der Transaktionen über E-Wallets getätigt. Der Großteil hiervon läuft über den E-Wallet Riesen PayPal. Interessant ist, dass zwar der durchschnittliche Karten-Transaktions-Betrag gesunken ist, die Anzahl der Transaktionen sowie der Gesamtbetrag jedoch gestiegen. Das deutet darauf hin, dass die Tendenz bei Online-Käufen in Richtung kleinere tägliche Einkäufe geht.

Trends und Lösungen für den italienischen E-Commerce Markt

Die ursprüngliche Skepsis der Italiener gegenüber „nicht anfassbaren“ Produkten wird durch intelligente Maßnahmen von Online-Händlern immer schwächer. Beispielsweise kann durch die richtige Nutzung von Kundenbewertungen und Gütesiegeln Vertrauen geschaffen und die nötige Sicherheit ausgestrahlt werden. Die E-Commerce Bereiche mit dem stärksten Wachstum sind der Tourismus, Elektronik, Lebensmittel, Mode und Bücher. Der Schlüssel um in Zukunft auf diesem Markt erfolgreich zu sein, ist eine erfolgreiche Kundenkommunikation sowie schnelle und personalisierte Lieferungen. Zudem sollten im Falle einer Expansion M-Commerce Strategien entwickelt werden.

Redaktion Dr. Web

Unter der Bezeichnung “Redaktion Dr. Web” findest du Beiträge, die von mehreren Autorinnen und Autoren kollaborativ erstellt wurden. Auch Beiträge von Gastautoren sind hier zu finden. Beachte dann bitte die zusätzlichen Informationen zum Autor oder zur Autorin im Beitrag selbst.

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1 Kommentar auf "Payment in Europa – Die Top 5 Länder zum Expandieren"

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DJ Karla
Gast

Gut, meiner Meinung nach wird diese Expansion nicht lange anhalten. Besonders wenn sich die Blockchain durchsetzt und dann mit Kryptowährungen und Fiat bezahlt wird. Das Startup OmiseGo wird den Markt ganz schön aufmischen und Banken überflüssig machen.

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