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Daniel Dubsky 26. Juni 2007

Opera, ein unterschätzter Browser

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Der norwegische Browser Opera ist seit anderthalb Jahren kostenlos und ohne Werbung zu haben. Doch auf den Marktanteil hat das kaum Auswirkungen, man steht klar im Schatten von Firefox. Doch Opera hat seine Stärken.

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Opera hat zwar eine treue Fangemeinde, doch bei der breiten Masse der Internet-Nutzer konnte der Browser bisher kaum punkten. Wer den Internet Explorer links liegen lässt, wechselt meist zu Firefox, dessen Marktanteil folgerichtig stetig wächst. Opera dagegen konnte bisher kaum zulegen, und das obwohl der Browser vergleichbare Funktionen bietet und die meisten Inhalte schneller darstellt. Deshalb sollen hier ein paar Highlights von Opera nebst einigen Tipps und Tricks vorgestellt werden, die dem ein oder anderen vielleicht den Browser schmackhaft machen.

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Neben der Schnelligkeit ist vor allem die Flexibilität Operas große Stärke. So lassen sich beispielsweise Buttons und Tabs bequem via Drag-and-Drop umarrangieren und die Symbolleisten ganz nach Geschmack oben, unten, rechts oder links im Browser einblenden. Damit der Umstieg leichter fällt, hat der norwegische Browser-Hersteller mit Version 9 zudem einige Bedienelemente umbenannt und Tastaturkürzel geändert, so dass sie mit denen von Internet Explorer und Firefox übereinstimmen. Wer will, kann auch die Optik – zumindest teilweise – einem der beiden anderen Browser anpassen und Opera einen entsprechenden neuen Skin verpassen.

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Tastaturkürzel, Mausgesten und Sprachsteuerung
Fast jede Funktion in Opera lässt sich durch eine Tastenkombination aufrufen. Der Anwender kann so ohne lange Wege mit der Maus zurückzulegen und ohne sich durch die Tiefen der Browser-Menüs zu hangeln, flott arbeiten. Wer die Steuerung mit der Maus lieber mag, kann auf Mausgesten zurückgreifen und spart sich dann meist die Tastatur. Durch Kombinationen von Klicks und Mausbewegungen wird beispielsweise zwischen Tabs hin- und hergewechselt, eine Seite neu geladen oder geschlossen.

Sowohl die Arbeit mit Tastaturkürzeln als auch mit Mausgesten mag zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig sein, mit etwas Übung klappt die Browser-Bedienung jedoch deutlich schneller als über Buttons und Menüs – zumal sich Tastaturkürzel und Mausgesten den eigenen Wünschen anpassen lassen. Ein weiterer Vorteil: Die meisten Buttons kann man problemlos aus der Navigationsleiste werfen und die Zahl der Bedienelemente in Opera auf ein Minimum reduzieren; so ist mehr Platz für die angezeigten Webseiten.

Wer es ganz ausgefallen mag, kann Opera auch via Headset mit Sprachbefehlen steuern und sich die Inhalte von Webseiten vorlesen lassen. Dafür werden lediglich ein Headset und einige zusätzliche Programmbibliotheken (rund 10 MByte) benötigt. Soll der Browser vorlesen, muss der gewünschte Text markiert und der Befehl Opera Speak gesprochen oder [v] gedrückt werden. Allerdings gibt es lediglich eine englische Sprachsynthetisierung, mit der sich deutschsprachige Texte nicht gut anhören.

Keine Erweiterungen notwendig
Viele Browser-Features, die Firefox erst durch Erweiterungen erhält, hat Opera standardmäßig an Bord. Dazu zählen beispielsweise die schon erwähnten Mausgesten, ein Popup- und Werbeblocker, Bittorrent-Client, ein ausgefeiltes Tab-Management, seitenspezifische Einstellungen und eine Sitzungsverwaltung.

Dank der seitenspezifischen Einstellungen lässt sich für jede Website festlegen, ob sie Cookies annehmen soll, Popups anzeigen darf, Sounds und Animationen abspielt sowie Java, Plugins und Javascript ausführt. So können die allgemeinen Sicherheitseinstellungen in Opera recht restriktiv sein. Soll eine Site mehr oder noch weniger Rechte besitzen, lässt sich das schnell via Rechtsklick und Seitenspezifische Einstellungen einrichten.

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Mit der Option Fortsetzen, wo Opera beendet wurde im Reiter Allgemein der Einstellungen merkt sich Opera beim Beenden alle geöffneten Seiten. Man kann den Browser schließen und beim erneuten Öffnen einfach weiterarbeiten. Die geöffneten Websites können allerdings auch als Sitzung gespeichert und später bei Bedarf wieder geladen werden. Das ist praktisch, wenn beispielsweise eine Arbeit unterbrochen wird, man aber die zugehörigen Tabs der Übersichtlichkeit wegen schließen will. Die Sitzungsdatei kann auch per Mail verschickt beziehungsweise per USB-Stick mitgenommen werden, um an einem anderen System weiterzuarbeiten.

Neue Funktionen für Opera
Zwar bietet Opera keine Erweiterungen im Stile von Firefox, aber auch der norwegische Browser lässt sich mit neuen Funktionen ausstatten. Seit Version 8 unterstützt er User-Javascript (UserJS) und kann damit aufgerüstet werden; eine ausgesprochen fleißige Community liefert stetig neue Bedienelemente und Funktionen. Zahlreiche UserJS finden sich beispielsweise unter userjs.org. Um den Überblick über die genutzten Skripte zu behalten und diese gezielt aktivieren und deaktivieren zu können, ist auf jeden Fall der Einsatz des UserJS Managers empfehlenswert.

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Auch für Webentwickler bietet Opera einige Funktionen. So kann der Browser Webseiten in einem Kleinbildschirmmodus darstellen, um die Anzeige auf Handy-Displays zu simulieren. Zudem läst sich der Quelltext jeder Seite bearbeiten, die Änderungen werden über Aus dem Cache neu laden beziehungsweise Änderungen anwenden sofort eingebaut.

Für Seiten mit zu kleiner Schrift, unbrauchbaren Farbkombinationen oder anderen Darstellungsfehlern bringt Opera verschiedenen vorgefertigte Darstellungsmodi (Ansicht/Seitendarstellung) mit, mit denen sich die Ansicht verbessern lässt. Andere Modi deaktivieren Tabellen, blenden Bilder aus oder zeigen Tabellendefinitionen und <div>-Blöcke direkt in der Seite an. Eigene Modi kann der Anwender durch Editieren der Datei user.css erstellen.

Weitere Funktionen für Entwickler liefert die Web Developer Toolbar, die ähnlich ihren Gegenstücken für Firefox und Internet Explorer einen DOM-Explorer mitbringt, einzelne Elemente der Seite hervorhebt und Webseiten validiert. Andere hilfreiche Tools wie Color Picker oder Bildschirmlineal finden sich unter den weit über 1000 Widgets, die es mittlerweile für Opera gibt.

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Neue Suchen und Nachschlagewerke hinzufügen
Für das in den Browser integrierte Suchfeld sind in Opera schon einige Suchen vordefiniert. Zudem ist es sehr einfach, weitere Suchmaschinen zu ergänzen. Dafür muss lediglich die Suchseite angesurft, mit der rechten Maustaste in das Eingabefeld geklickt und der Eintrag Suche erstellen gewählt werden. Hier lässt sich auch ein Kürzel vergeben, über das die Suche später über die Adresszeile des Browsers aufgerufen werden kann. Gerade wer viele verschiedene Suchen nutzt, ist damit deutlich schneller, als wenn er das Suchwort jeweils in das Suchfeld des Browsers tippen und über das Pulldown-Menü die gewünschte Suche auswählen würde.

Natürlich lassen sich nicht nur Suchmaschinen á la Google in Opera einbinden, sondern die Suchfunktionen beliebiger Websites. So können Nachrichtenseiten wie Spiegel Online, Nachschlagewerke wie die Wikipedia und Wörterbücher wie LEO durchforstet werden, ohne erst die entsprechenden Seiten aufrufen zu müssen.

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Wer sich daran stört, dass Opera seit Version 9 für Suchen nach einem Wort in einer Webseite via [Strg]+[F] beziehungsweise Bearbeiten/Suchen ein Popup-Fenster öffnet und nicht mehr das Browser-Suchfeld nutzt, gibt about:config in die Adresszeile ein, um in die Browser-Konfiguration zu wechseln. Dort wird unter dem Punkt User Prefs der Punkt Use Integrated Search aktiviert. Nun springt der Cursor bei Suchen in einer Webseite wieder ins Browser-Suchefeld.

Verlinkte Seiten und Automatischer Reload
Abschließend sollen hier noch zwei kleine, aber feine Funktionen vorgestellt werden: Verlinkte Seiten und der automatische Website-Reload in Intervallen. Verlinkte Seiten sind vor allem dann hilfreich, wenn lange Trefferlisten von Suchmaschinen durchgearbeitet werden. Dabei wird über Fenster/Verlinkten Tab erstellen ein neuer Tab geöffnet, in dem alle Links aufgerufen werden, die im ursprünglichen Tab angeklickt werden. Das Ganze ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn man ein breites Display besitzt und die beiden Webseiten nebeneinander anordnen kann.

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Wer Ticker verfolgt und sich ärgert, dass neue Meldungen nur nach einem Druck auf den Refresh-Button der Webseite angezeigt werden, kann über die rechte Maustaste und Automatisch neu laden ein Intervall vorgeben, in dem die Seite vom Browser neu geladen werden soll. Bei einigen Webangeboten kann man auf diese Weise auch verhindern, dass man nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität ausgeloggt wird.

Opera im Dr. Web Weblog

Erstveröffentlichung am 26.06.2007

Daniel Dubsky

Freier Journalist für Computer-und Internet-Themen. Schrieb unter anderem für verschiedene gedruckte Fachzeitschriften.

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