Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Manuel Diwosch 15. April 2014

Online-Marketing-Basics #2: Drei Gründe, warum die eigene Website höchste Priorität haben sollte

Wie bereits im ers­ten Teil der Serie ange­deu­tet, ist die eige­ne Website Dreh- und Angelpunkt der meis­ten erfolg­rei­chen Online-Marketing-Strategien. Schließlich ist es das Ziel der Maßnahmen, Traffic (= Besucherströme) auf die Website zu len­ken. Eine Facebook- Unternehmensseite oder ähn­li­che Instrumente kön­nen sie nicht erset­zen. Dafür gibt es vor allem drei schlag­kräf­ti­ge Argumente. Welche das sind und wie Sie Ihre Seite auf­bau­en soll­ten, erfah­ren Sie in die­sem Teil der Serie.

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Ich möch­te gar nicht abstrei­ten, dass es auch erfolg­rei­che Beispiele ohne eige­ne Website geben kann. Vor allem die Möglichkeiten von Facebook als größ­tes sozia­les Netzwerk haben sich in den ver­gan­ge­nen Jahren deut­lich erwei­tert. Allerdings ist ein sol­ches Vorgehen zu einem hohen Grad bran­chen­ab­hän­gig. Nicht jede Branche eig­net sich für Vermarktung via Facebook und Co. Und selbst bei pas­sen­den Branchen exis­tie­ren schwer­wie­gen­de Nachteile, die es abzu­wä­gen gilt.

Um das gan­ze an einem kon­kre­ten Beispiel auf­zu­hän­gen: Die deut­sche Ausgabe des Lifestyle-Männermagazins FHM, stampf­te im Jahr 2010 die eige­ne Website ein und ver­ließ sich zu 100 Prozent auf einen Facebook-Auftritt. Von der Domain wur­de nur noch auf die Unternehmensseite des sozia­len Netzwerks umge­lei­tet. Nach rund 1 Jahr mach­te der Verlag die­sen Schritt wie­der rück­gän­gig. Das war ver­mut­lich mit einem hohen Kostenaufwand ver­bun­den. Die Gründe wur­den – mei­nes Wissens nach – nicht öffent­lich kom­mu­ni­ziert. Es liegt jedoch auf der Hand, dass die Vorteile (Einsparungen bei Hosting, Programmieraufwand etc.) die fol­gen­den Nachteile nicht aus­glei­chen konn­ten.

1. Abhängigkeit

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Verzichtet man auf eine eige­ne Website und setzt statt­des­sen im Online-Marketing haupt­säch­lich auf einen Auftritt bei einem sozia­len Netzwerk, so begibt man sich in star­ke Abhängigkeit. Wenn das sozia­le Netzwerk will, wer­den mor­gen die all­ge­mei­nen Geschäftsbedingungen geän­dert. Will man die­se nicht akzep­tie­ren, muss man das Netzwerk mit sei­ner Unternehmensseite ver­las­sen und fängt mit sei­ner Website wie­der bei Null an. Zudem ver­liert man alle (Kunden-)Daten, denn die­se sind beim sozia­len Netzwerk gespei­chert und nicht in der eige­nen Hand.

Die Abhängigkeit reicht aber noch wei­ter: Man ist beim Design extrem ein­ge­schränkt, obwohl es für Unternehmensseiten etc. mehr Möglichkeiten gibt. Zudem kann das sozia­le Netzwerk jeder­zeit das Design nach eige­nen Vorstellungen anpas­sen. Um beim Beispiel von Facebook zu blei­ben, wur­de das bei der Umstellung auf die neue Chronik beson­ders deut­lich. Klar ist, dass für das sozia­le Netzwerk nicht die Interessen des Unternehmensseiten-Betreibers im Vordergrund ste­hen, son­dern die eige­nen. Facebook und Co. stel­len sich nicht die Frage: “Wie kann der Mensch hin­ter der Unternehmensseite am meis­ten her­aus­ho­len?” Sondern: “Wie kön­nen wir am meis­ten aus dem sozia­len Netzwerk her­aus­ho­len?”

Die nächs­te Gefahr mag der­zeit beim Social-Media-Riesen Facebook oder auch beim Google-Ableger Google+ nicht bedroh­lich erschei­nen, aber die Frage muss man sich den­noch stel­len: Was pas­siert, wenn die­ser Dienst mor­gen ein­ge­stellt wird? Alle Daten sind ver­lo­ren und man muss wie­der bei Null anfan­gen. Das Gleiche gilt übri­gens für Hosting-Anbieter mit beson­ders nut­zer­freund­li­chen Website-Baukästen. Wenn die­se ihren Dienst ein­stel­len, weil sie in Konkurs gehen, ist alles weg. Diese Systeme kön­nen Sie nicht ein­fach abspei­chern und auf einem x-belie­bi­gen Server wie­der auf­bau­en. Daher soll­ten Sie auf einen klas­si­schen Hosting-Anbieter set­zen und die eige­ne Website so auf­bau­en, dass Sie sie abspei­chern kön­nen und auf dem nächs­ten Server wie­der instal­lie­ren kön­nen. Ob Sie dabei auf ein selbst gebau­tes Framework set­zen oder ein moder­nes CMS ist bedarfs­ab­hän­gig und/oder Geschmacksache. Hauptsache ein mög­li­cher Übergang funk­tio­niert rei­bungs­los.

2. Datensicherheit und Datenhoheit

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Verzichten Sie auf eine eige­ne Website, zum Beispiel zuguns­ten einer Facebook-Seite, tei­len Sie nicht nur alle Daten mit dem sozia­len Netzwerk, son­dern sämt­li­che Kundendaten lie­gen in des­sen Hand. Das Netzwerk teilt Ihnen genau das mit, was es Ihnen mit­tei­len will. Außerdem: Ob es sich dabei an die gel­ten­den Gesetze Ihres Landes hält, ent­zieht sich zwar Ihrer Verantwortung, aber viel­leicht schre­cken die Datenskandale poten­zi­el­le Kunden ab. Nur als eigen­stän­di­ger Seitenbetreiber kön­nen Sie sicher­ge­hen, dass die Gesetze für Ihre Kunden ein­ge­hal­ten wer­den. Zudem blei­ben die Daten fest in Ihrer Hand. Sie kön­nen sie aus­wer­ten, behal­ten, inter­pre­tie­ren und all das mes­sen, was Sie wirk­lich inter­es­siert.

Ein wei­te­rer Nachteil, der damit in Zusammenhang steht: Geschäfte über die Plattform eines sozia­len Netzwerks abschlie­ßen zu wol­len, ist zwar mög­lich gewor­den, aller­dings könn­te auch das poten­zi­el­le Kunden abschre­cken. Bislang erober­te F-Commerce (noch) nicht die gro­ße Masse im Internet. Etablierte Schnittstellen ver­trau­ens­wür­di­ger Bezahlmethoden wie PayPal oder Kreditkarten auf der eige­nen Seite, wir­ken auf die KundInnen (der­zeit zumin­dest noch) deut­lich ver­trau­ens­wür­di­ger. Vergessen Sie außer­dem nicht: Ihre gesam­te Zielgruppe ist mit gro­ßer Wahrscheinlichkeit im Internet unter­wegs, aber nicht alle nut­zen ein bestimm­tes sozia­les Netzwerk.

3. Gestaltung und Conversion-Rate

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Dieser Punkt ist nicht nur ein Argument für eine eige­ne Website. Er ist zudem – und auch vor allem – ein Argument dafür, war­um die eige­ne Website immer im Online-Marketing höchs­te Priorität genie­ßen soll­te. Denn nur, wenn die­se ent­spre­chend auf­ge­baut und gepflegt wird, bringt sie als Dreh- und Angelpunkt den gewünsch­ten Erfolg ein.

Dass man nur auf der eige­nen Website die abso­lu­te Gestaltungshoheit über die eige­ne Internetpräsenz hat, ist bereits ange­deu­tet wor­den. Doch mit einem eige­nen Design und einer eige­nen Website ist es nicht getan. Bedenken Sie: Ziel aller Maßnahmen auf den Online-Marketing-Kanälen (egal ob Suchmaschinenoptimierung, Banner-Werbung, Social Media Marketing etc.)  ist es, mög­lichst gro­ße Besucherströme auf Ihre Seite zu len­ken. Davon haben Sie aber nur etwas, wenn mög­lichst vie­le die­ser Seitenbesucher auch das tun, was Sie wol­len. Das könn­te ein Produkteinkauf, ein Newslettereintrag, eine Kontaktaufnahme etc. sein. Diese Erfolgsquote nennt man dann in der Internet-Fachsprache Conversion-Rate.

Das heißt: Damit Ihre Website funk­tio­niert muss Sie 1. dazu in der Lage sein Besucherströme für bestimm­te Marketing-Kanäle zu gene­rie­ren (der meis­te Traffic kommt im deutsch­spra­chi­gen Raum über die Suchmaschine Google) und 2. eine hohe Conversion-Rate erzie­len. Diese bei­den Eigenschaften geben Kriterien für den Website-Aufbau vor.

Wie sollte eine erfolgsversprechende Website aufgebaut sein?

Die genann­ten Eigenschaften geben dadurch bereits zwei Zielgruppen vor, die ich mit mei­ner Website anspre­chen muss: Eine Maschine – näm­lich die Suchmaschine Google – und ech­te Menschen.

Um die Suchmaschine Google anzu­spre­chen, muss man als ers­tes dar­auf ach­ten, dass man die Website auf die gewünsch­ten Suchbegriffe hin aus­rich­tet. Wie oft wel­che Suchbegriffe in einer bestimm­ten Region gesucht wer­den, lässt sich über ver­schie­de­ne Tools her­aus­fin­den. Allen vor­an bie­tet Google die­se Funktion mit dem kos­ten­lo­sen AdWords-Keyword-Planer selbst an.

Danach gilt es die Inhalte so zu erstel­len, dass Google mit­ge­teilt wird: Genau die­se Suchbegriffe sind die wich­tigs­ten auf mei­ner Website. Das tut man, indem man in den Inhalten selbst das Gewicht dar­auf legt, sowie Seitentitel, Description, Url, Überschriften und Meta-Informationen dar­auf aus­rich­tet. (Ein Link zu einem wei­ter­füh­ren­den Artikel folgt am Ende des Beitrags.)

Um die mensch­li­chen Nutzer mit der Seite anzu­spre­chen und die Besucher in Kunden zu ver­wan­deln, braucht man ein anspre­chen­des Design, hohe Benutzerfreundlichkeit bei allen Seitenfunktionen und man soll­te das Bedürfnis der Nutzer direkt anspre­chen. Um das an einem Beispiel zu ver­deut­li­chen: Wenn ein Nutzer auf eine Werbung für Herrenlederstiefel klickt, wird er ver­mut­lich auch genau das suchen. Landet er dage­gen auf der Startseite eines Online-Shops, wo er nur Pumps und Flip-Flops sieht, wird er ver­mu­ten, hier falsch zu sein und die Seite wie­der ver­las­sen.

Hat man dafür gesorgt, dass man dem Nutzer den Inhalt zu sei­nem Bedürfnis lie­fert, hängt nun viel von der Aufbereitung des Inhalts ab. Dieser soll­te ihm eine Lösung für sein Bedürfnis bie­ten und anspre­chend sein. (Weiterführender Links zur Aufbereitung und Gestaltung der Inhalte fol­gen am Ende des Beitrags.)

Wie geht es weiter in der Online-Marketing-Serie?

Der nächs­te Teil der Serie beschäf­tigt sich mit einer Einführung ins Social-Media-Marketing. Es geht dar­um, die wich­tigs­ten Social-Media-Kanäle vor­zu­stel­len, wel­che Mittel sich zu wel­chem Zweck eig­nen und wo ich wel­che Zielgruppe fin­de. Zudem wer­den Grundregeln der Kommunikation und Interaktion auf sozia­len Netzwerken, in Foren etc. vor­ge­stellt.

Nützliche Links zum Beitrag

Online-Marketing-Basics Teil 1: Die Werkzeuge des Online-Marketing im Überblick

Mehr Erfolg im Marketing: Fünf Tipps für Texte, die ver­kau­fen

Webshops: Klassische Conversion-Killer und Conversion-Booster im Überblick

Onsite-Seo-Basics: Effekive Sofortmaßnahmen für jeder­mann

Der Google-Adwords Keyword-Planer

 

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

10 Kommentare

  1. Interessanter Beitrag!
    Gutes und nach­hal­ti­ges Webdesign gibts halt ein­fach nicht für 200€. Diese Erfahrung machen vie­le Unternehmer und Selbständige lei­der zu spät.

  2. Vielleicht soll­te den meis­ten Webseitenbetreiber erst­mal die Liebe und Mühe in Ihre Webseite ste­cken, die Sie in Ihren phy­si­ka­li­schen Laden ste­cken – viel­leicht wären die Webseiten dann weni­ger eine “Visitenkarte” im Netz son­dern ein Info Plattform.
    Als zwei­tes wür­de ich in emo­tio­na­le Verkaufstexte inves­tie­ren…

  3. Facebook ist qua­si tot, der nächs­te Hype sind Apps. Noch hat kein Unternehmen auf sei­ne Website zuguns­ten einer App ver­zich­tet, ist aber nur eine Frage der Zeit.

    • waren die 14jährigen je die Zielgruppe? Da ist doch jeder Shopbetreiber oder Verkäufer bei den Mamis bes­ser auf­ge­ho­ben, oder?

  4. I am abso­lute­ly agreed with Robert. As for Facebook, G+ or other soci­al plat­forms are con­cer­ned, for me i got bet­ter results from email news let­ters as com­pa­red to any of them. My soci­al SEM team is working on many soci­al net­wor­king sites, i also have local busi­ness pages, but stats are sug­ges­ting me to keep working on other means too, like of emails, adverts and other mar­ke­ting activi­ties. Well, that is my per­so­nal opi­ni­on i could be wrong and it also not necessa­ry for all of us to get results from a same source, as it is not a sci­ence, anyo­ne could get posi­ti­ve respon­se from any of the mar­ke­ting tech­ni­que, it total­ly depends upon, the busi­ness type, regi­on and mar­ke­ting qua­li­fi­ca­ti­ons.

  5. Und ich dach­te schon, ich bin mit mei­ner Ansicht bzgl. eige­ner Website allein …

    • Ich ver­ste­he gar nicht, wie man auf die Idee kom­men kann, sich voll in die Hände der Social Networks zu geben. Da muss man schon ein gerüt­telt Maß an Inkompetenz in der Beratung ver­mit­telt bekom­men haben ;-)

      • Diese Ansicht ist lei­der teil­wei­se gar nicht so unüb­lich. Aber seit die Reichweite über Facebook stark zurück­ge­gan­gen ist (wenn man sei­ne Posts nicht künst­lich per Bezahlung pusht) den­ken vie­le Leute wie­der um. Selbst der E-Mail Newsletter erscheint plötz­lich wie­der rela­tiv attrak­tiv zu sein :)

      • Ja, auch. Manche Leute sind aber auch extrem bera­tungs­re­sis­tent und ticken kom­plett aus, wenn sie kurz­fris­tig (kurz­sich­tig) ein paar Euro spa­ren kön­nen.

      • Für mich ist es auch nicht nach­voll­zieh­bar… Allerdings glau­be ich, dass die Beratung bei so man­chem, der die­sen Schritt wag­te, doch den einen oder ande­ren Euro gekos­tet hat… und dann auch noch die Kosten, wenn man merkt, was man ange­rich­tet hat… Der Punkt von Robert ist auch nicht schlecht: Fragt mal einen 14-Jährigen, wie cool FB ist. Nicht sel­ten höre ich: “Cool? Überhaupt nicht! Das ist was für Mama…”

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