Manuel Diwosch 26. Januar 2019

Online-Marketing für Einsteiger: Alle Werkzeuge im Überblick

Was ist Online-Marketing genau und wie funktioniert es? Welche Instrumente stehen zur Verfügung und wieso passt nicht jedes Instrument zu jeder Branche oder zu jedem Kampagnenziel? Im folgenden Beitrag will ich dir einen  Überblick verschaffen, auf dessen Basis du dann tiefer in die Materie einsteigen kannst. Also, stelle mer uns mal janz dumm…

1. Was ist Online-Marketing?

Mit dem Online-Marketing (auch Internet-Marketing genannt) ist es so, wie mit dem Marketing im Allgemeinen. Für viele ist es nicht ganz so leicht zu erfassen. Jeder weiß so ungefähr, was er sich darunter vorstellen kann, aber kaum einer weiß genau, was es ist. Marketing ist irgendwie Werbung, aber nicht nur. Oder auch nicht ganz, aber so ähnlich…

Demzufolge ist Online-Marketing irgendwie Werbung im Internet, aber nicht nur. Oder auch nicht ganz, aber so ähnlich…

Ja, ich weiß! Es ist nicht so einfach… (Foto: Depositphotos)

Dass eine solche Beschreibung nicht weiterhilft, leuchtet vermutlich auch dem Laien ein. Online-Marketing kann allerdings ganz einfach umrissen und definiert werden: Es bezeichnet alle Maßnahmen, die du im Internet ergreifst, um Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Webpräsenz, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu lenken.

Was heißt das genau? Du betreibst Suchmaschinenoptimierung (SEO), Social Media Marketing, Video Advertising und Co., um Besucher für deine Website zu erhalten.

Du wirst dich nun vielleicht fragen, wieso ausgerechnet die Website? Die eigene Seite ist natürlich nicht zwangsläufig Ziel von Online-Marketing-Maßnahmen, in den meisten Fällen sollte sie es allerdings sein.

2. Die Instrumente des Internet-Marketing

Das Ziel des Online-Marketing sind Besucherströme aus deiner Zielgruppe für deine Website. Wie das genau erreicht werden soll, dafür gibt es mehrere Instrumente. Begriffe, wie Suchmaschinenoptimierung (SEO), Social Media Marketing (SMM), Content-Marketing und Co. hat fast jeder schon einmal gehört. Im Folgenden sollen die einzelnen Instrumente kurz angeschnitten und erklärt werden:

2.1. Die Website

Die Unternehmenswebsite repräsentiert das Unternehmen im WWW und ist die Basis des Online-Marketing. Denn oft soll die Zielgruppe ein Geschäft abschließen. Nur auf der eigenen Website hat man die Gestaltungs-, Daten- und Durchführungsmacht dazu. Sie ist der einzige Bestandteil, über den der Seitenbetreiber die alleinige Kontrolle im Web hat. Daher ist sie Dreh- und Angelpunkt der meisten erfolgreichen Online-Marketing-Strategien.

Webdesign ist schon Teil der Online-Marketing-Strategie. Weiß leider nicht jeder… (Foto: Depositphotos)

Zudem entscheiden Aufbau, Gestaltung und Inhalte der Website über den schlussendlichen Erfolg aller anderen Maßnahmen. Denn selbst, wenn es gelingt Besucherströme auf die eigene Seite zu lenken, profitiert man erst davon, wenn diese Besucher dort auch das tun, was der Seitenbetreiber will (z. B.: Einkauf, Newsletter-Eintrag, Kontaktaufnahme,…)

2.2. Social-Media-Marketing

Auf Facebook (FB), Twitter, Xing und Co. geht es um Netzwerk-/Community-Building. Dies unterstützt vor allem eine Markenbildung oder Imagebildung, sowie die Kundenbindung. Die klassischen sozialen Netzwerke und Foren sind Sinnbild des Web 2.0. Aber auch auf der eigenen Website kann man mit einem Blog Social Media Marketing betreiben.

Geschäfte abschließen geht auf Facebook und Co. nicht (oder nur eingeschränkt). Daher ist etwa eine Facebook-Seite kein Ersatz für die eigene Website. Zudem begibt man sich – setzt man nur noch darauf – in völlige Abhängigkeit des Netzwerks. Alle (Kunden-)Daten und Informationen sind dort gespeichert. Wenn Facebook will, kann man am nächsten Tag nicht einmal mehr darauf zugreifen, die eigene Seite sieht plötzlich ganz anders aus oder die AGB haben sich zum Nachteil verändert.

Ein bekanntes und vermutlich kostspieliges Beispiel für die Abkehr von der eigenen Website und der alleinige Fokus auf eine Facebook-Site ist das deutschsprachige Männermagazin FHM. Der Verlag hatte 2010 seine Website vom Netz genommen und unter der Domain nur noch auf seine Facebook-Seite verlinkt. Ein Jahr später sah man sich offenbar gezwungen den Schritt wieder rückgängig zu machen.

2.3. Content-Marketing

Content-Marketing beruht auf dem Mechanismus im Web, der gerne mit dem Satz „Content is King“ beschrieben wird. Guter Content (=Inhalt) wird geteilt – und zwar im ganzen Internet: angefangen bei Blogs über Facebook-Post bis hin zu allen anderen Möglichkeiten im Netz. Mit gutem Content kann man sich im Internet als Experte und Ansprechpartner auf einem Gebiet profilieren und sogar einen viralen Effekt schaffen. Das bringt oft direkten Traffic und gute Links für die Suchmaschinenoptimierung.

2.4. Suchmaschinenmarketing

Suchmaschinenmarketing teilt sich in die Bereiche Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization) und Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising). Ziel ist es, in den organischen Suchergebnissen oder mit den geschalteten Werbungen unter den meistgesuchten Begriffen möglichst weit oben zu stehen und die Suchenden auf die eigene Seite zu lenken.

Die Suchmaschine will unterstützt werden. (Foto: Depositphotos)

Diese sollen dann auf deiner Website die gewünschte Handlung durchführen. Gutes Suchmaschinenmarketing visiert strategisch die wichtigsten Suchbegriffe einer Branche an. SEO und SEA ergänzen sich dabei. Wie oft welcher Begriff in welcher Region gesucht wird, kann mit gerundeten Werten im Vorhinein recherchiert werden. Dieser Schritt und die ständige Auswertung sind entscheidend für jede erfolgreiche SEO- und SEA-Strategie.

2.5. Affiliate-Marketing

Andere Websitebetreiber machen für die eigenen Produkte Werbung und kassieren, wenn künftige Kunden über diese Website kommen, eine Verkaufsprovision (oder Leadprovision). Das Affiliate-Marketing eignet sich vor allem für Unternehmer, die Produkte selbst herstellen und diese möglichst automatisiert an die Zielgruppe bringen wollen. Der klassische Einsatz dafür sind Webshops.

Seitenbetreiber, die Werbung und einen Link zum Webshop des Produktherstellers setzen, übernehmen dadurch einen Teil des Marketings. Allerdings muss man dafür bereit sein, ein Stück vom Kuchen abzugeben.

Seiten aufzubauen und zu vermarkten, die rein auf Affiliate-Partnerschaften abzielen, ist bereits seit Jahren ein eigenes Geschäftsmodell. Viele erfahrene Online-Marketer nutzen ihr Know-How, um solche Seiten aufzubauen und sich mit den Affiliate-Provisionen ein (Neben-)Einkommen zu generieren.

2.5. E-Mail-Marketing

Über Newsletter die Zielgruppe anzusprechen, ist eine gängige Möglichkeit, um Kunden langfristig zu binden, ihnen Service anzubieten und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Für viele Online-Marketer sind die E-Mail-Adressen potenzieller Kunden ein besonders wertvolles Gut. Schließlich hat man einen direkten „Zugang“ ins Postfach der Zielgruppe.

Die E-Mail ist quicklebendig. (Foto: Depositphotos)

Die Chance, dass die eigene „Botschaft“ dort gesehen wird, ist natürlich besonders hoch. Allerdings gilt es beim E-Mail-Marketing einige rechtliche Aspekte zu beachten.

2.6. Online-Video-Advertising

Beim Online-Video-Advertising macht man mit Online-Videos auf Produkte, ein Unternehmen etc. aufmerksam. Dies geschieht beispielsweise durch Imagefilme, Produktvideos, How-to-Videos oder auch (humoristische) Werbevideos. Die Möglichkeiten des Internets sind dabei deutlich größer, als jene des klassischen Werbespots im TV. Eine der wohl bekanntesten, die das zum Ausdruck bringt, war „Ein Jäger erschießt einen Bär“ von Tippex.

Auf Plattformen wie Youtube oder Vimeo werden diese Videos auch gleichzeitig zum Social-Marketing-Instrument.

2.7. Banner-Werbung

Banner-Werbung bezeichnet das Platzieren von Werbeflächen auf einer (geeigneten) Website. Ähnlich wie im klassischen Printmedium zahlt man dabei für die Werbefläche auf der Seite. Dabei gibt es verschiedene Bezahlmodelle und verschiedene Banner-Arten. Auch hier bieten die Möglichkeiten des Internets mehr Gestaltungsmöglichkeiten (Animationen etc.) als eine einfache Zeitungsanzeige.

2.8. Online-Couponing

Online-Couponing ist der klassische Rabattgutschein (oder die Rabattmarke) im Internet. Der Gutschein wird meistens mittels eines Gutscheincodes verifiziert und kann so genutzt werden. Nach der Eingabe des Codes sieht dann der Käufer seinen Preisnachlass. Dadurch soll er eher zum Kauf eines Produkts bewegt werden.

Fazit: Viele Wege führen nach Rom, München und Hamburg

Du hast gesehen, dass es einen ganzen Haufen Werkzeuge gibt, die du nutzbringend in deiner Marketing-Strategie einsetzen kannst. Dabei ist das Ziel zwar im Grunde stets gleich, aber doch nicht identisch. Deshalb beschäftigen wir uns bei Dr. Web immer wieder eingehend mit jedem einzelnen Werkzeug.

Bei den Kollegen von 3W Future kannst du noch einiges zu den Prinzipien des Online-Marketing lesen. Der Beitrag ergänzt diesen hier besonders gut, weil die Beachtung der Prinzipien natürlich ebenfalls zum Erfolg jeder einzelnen Maßnahme beiträgt. Viel Spaß beim Lesen.

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.
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