Manuel Diwosch 7. April 2014

Online-Marketing-Basics Teil 1: Die Werkzeuge des Online-Marketing im Überblick

Was ist Online-Marketing genau und wie funktioniert es? Die neue Dr. Web-Serie über Online-Marketing vermittelt die Grundzüge dieses komplexen Themas in leicht „verdaulichen“ Häppchen. Schließlich sind einzelne Teilbereiche oft Arbeitsinhalt ganzer Agenturen. Allerdings taugt nicht jeder Bereich für jede Branche. Wieso das so ist und wie man eine Online-Marketing-Strategie in Grundzügen aussehen könnte, soll im Rahmen der Serie vermittelt werden. Wir starten daher mit einer Definition und einem kurzen Überblick über die verschiedenen Instrumente.

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1. Was ist Online-Marketing?

Mit dem Online-Marketing (auch Internet-Marketing genannt) ist es so, wie mit dem Marketing im Allgemeinen. Für viele ist es nicht ganz so leicht zu erfassen. Jeder weiß so ungefähr, was er sich darunter vorstellen kann, aber kaum einer weiß genau, was es ist. Marketing ist irgendwie Werbung, aber nicht nur. Oder auch nicht ganz, aber so ähnlich…

Demzufolge ist Online-Marketing irgendwie Werbung im Internet, aber nicht nur. Oder auch nicht ganz, aber so ähnlich…

Dass eine solche Beschreibung nicht weiterhilft, leuchtet vermutlich auch dem Laien ein. Online-Marketing kann allerdings ganz einfach umrissen und definiert werden: Es bezeichnet alle Maßnahmen, die Sie im Internet setzen, um Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Webpräsenz zu lenken.

Was heißt das genau? Sie betreiben Suchmaschinenoptimierung (SEO), Social Media Marketing, Video Advertising und Co., um Besucher für Ihre Website zu erhalten.

Sie werden sich nun vielleicht fragen, wieso ausgerechnet die Website? Die eigene Seite ist natürlich nicht zwangsläufig Ziel von Online-Marketing-Maßnahmen, in den meisten Fällen sollte sie es allerdings sein. Die Gründe dafür erfahren Sie im nächsten Teil der Serie: „Online-Marketing-Basics Teil 2: Drei Gründe, warum Ihre Website stets höchste Priorität haben sollte“.

2. Die Instrumente des Internet-Marketings

Das Ziel des Online-Marketings sind Besucherströme aus Ihrer Zielgruppe für Ihre Website. Wie das genau erreicht werden soll, dafür gibt es mehrere Instrumente. Begriffe wie Suchmaschinenoptimierung (SEO), Social Media Marketing (SMM), Content-Marketing und Co. hat fast jeder schon einmal gehört. Im Folgenden sollen die einzelnen Instrumente kurz angeschnitten und erklärt werden:

2.1. Die Website

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Die Unternehmenswebsite repräsentiert das Unternehmen im WWW und ist die Basis des Online-Marketings. Denn oft soll die Zielgruppe ein Geschäft abschließen. Nur auf der eigenen Website hat man die Gestaltungs-, Daten- und Durchführungsmacht dazu. Sie ist der einzige Bestandteil, über den der Seitenbetreiber die alleinige Kontrolle im Web hat. Daher ist sie Dreh- und Angelpunkt der meisten erfolgreichen Online-Marketing-Strategien.

Zudem entscheiden Aufbau, Gestaltung und Inhalte der Website über den schlussendlichen Erfolg aller anderen Maßnahmen. Denn selbst, wenn es gelingt Besucherströme auf die eigene Seite zu lenken, profitiert man erst davon, wenn diese Besucher dort auch das tun, was der Seitenbetreiber will (z. B.: Einkauf, Newsletter-Eintrag, Kontaktaufnahme,…)

2.2. Social-Media-Marketing

Auf Facebook (FB), Twitter, Xing und Co. geht es um Netzwerk-/Community-Building. Dies unterstützt vor allem eine Markenbildung oder Imagebildung, sowie die Kundenbindung. Die klassischen sozialen Netzwerke und Foren sind Sinnbild des Web 2.0. Aber auch auf der eigenen Website kann man mit einem Blog Social Media Marketing betreiben.

Geschäfte abschließen geht auf Facebook und Co. nicht (oder nur eingeschränkt). Daher ist z. B. eine Facebook-Seite kein Ersatz für die eigene Website. Zudem begibt man sich – setzt man nur noch darauf – in völlige Abhängigkeit des Netzwerks. Alle (Kunden-)Daten und Informationen sind dort gespeichert. Wenn Facebook will, kann man am nächsten Tag nicht einmal mehr darauf zugreifen, die eigene Seite sieht plötzlich ganz anders aus oder die AGB haben sich zum Nachteil verändert.

Ein bekanntes und vermutlich kostspieliges Beispiel für die Abkehr von der eigenen Website und der alleinige Fokus auf eine Facebook-Site ist das deutschsprachige Männermagazin FHM. Der Verlag hatte 2010 seine Website vom Netz genommen und unter der Domain nur noch auf seine Facebook-Seite verlinkt. Ein Jahr später sah man sich offenbar gezwungen den Schritt wieder rückgängig zu machen.

2.3. Content-Marketing

Content-Marketing beruht auf dem Mechanismus im Web, der gerne mit dem Satz „Content is King“ beschrieben wird. Guter Content (=Inhalt) wird geteilt – und zwar im ganzen Internet: angefangen bei Blogs über Facebook-Post bis hin zu allen anderen Möglichkeiten im Netz. Mit gutem Content kann man sich im Internet als Experte und Ansprechpartner auf einem Gebiet profilieren und sogar einen viralen Effekt schaffen. Das bringt oft direkten Traffic und gute Links für die Suchmaschinenoptimierung.

2.4. Suchmaschinenmarketing

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Suchmaschinenmarketing wird eingeteilt in Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization) und Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising). Ziel ist es, in den organischen Suchergebnissen oder mit den geschalteten Werbungen unter den meistgesuchten Begriffen möglichst weit oben zu stehen und die Suchenden auf seine Seite zu lenken.

Diese sollen dann auf meiner Website die gewünschte Handlung durchführen. Gutes Suchmaschinenmarketing visiert strategisch die wichtigsten Suchbegriffe einer Branche an. SEO und SEA ergänzen sich dabei – z. B.: für die Datenerfassung etc. Wie oft welcher Begriff in welcher Region gesucht wird, kann mit gerundeten Werten im Vorhinein recherchiert werden. Dieser Schritt und die ständige Auswertung sind entscheidend für jede erfolgreiche SEO- und SEA-Strategie.

2.5. Affiliate-Marketing

Andere Websitebetreiber machen für die eigenen Produkte Werbung und kassieren, wenn künftige Kunden über diese Website kommen, eine Verkaufsprovision (oder Leadprovision). Das Affiliate-Marketing eignet sich vor allem für Unternehmer, die Produkte selbst herstellen und diese möglichst automatisiert an die Zielgruppe bringen wollen. Der klassische Einsatz dafür sind Webshops.

Seitenbetreiber, die Werbung und einen Link zum Webshop des Produktherstellers setzen, übernehmen dadurch einen Teil des Marketings. Allerdings muss man dafür bereit sein, ein Stück vom Kuchen abzugeben.

Seiten aufzubauen und zu vermarkten, die rein auf Affiliate-Partnerschaften abzielen, ist bereits seit Jahren ein eigenes Geschäftsmodell. Viele erfahrene Online-Marketer nutzen ihr Know-How, um solche Seiten aufzubauen und sich mit den Affiliate-Provisionen ein (Neben-)Einkommen zu generieren.

2.5. E-Mail-Marketing

Über Newsletter die Zielgruppe anzusprechen, ist eine gängige Möglichkeit, um Kunden langfristig zu binden, ihnen Service anzubieten und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Für viele Online-Marketer sind die E-Mail-Adressen potenzieller Kunden ein besonders wertvolles Gut. Schließlich hat man einen direkten „Zugang“ ins Postfach der Zielgruppe.

Die Chance, dass die eigene „Botschaft“ dort gesehen wird, ist natürlich besonders hoch. Allerdings muss man beim E-Mail-Marketing auch einige rechtliche Aspekte beachten.

2.6. Online-Video-Advertising

Beim Online-Video-Advertising mach man mit Online-Videos auf Produkte, ein Unternehmen etc. aufmerksam. Dies geschieht beispielsweise durch Imagefilme, Produktvideos, How-to-Videos oder auch humoristischen Werbevideos. Die Möglichkeiten des Internets sind dabei deutlich größer, als jene des klassischen Werbespots im TV. Eine der wohl bekanntesten, die das zum Ausdruck bringt, war „Ein Jäger erschießt einen Bär“ von Tippex.

Auf Plattformen wie Youtube oder Vimeo werden diese Videos auch gleichzeitig zum Social-Marketing-Instrument.

 

2.7. Banner-Werbung

Banner-Werbung bezeichnet das Platzieren von Werbeflächen auf einer (geeigneten) Website. Ähnlich wie im klassischen Printmedium zahlt man dabei für die Werbefläche auf der Seite. Dabei gibt es mehrere verschiedene Bezahlmodelle und auch verschiedene Banner-Arten. Auch hier bieten die Möglichkeiten des Internets mehr Gestaltungsmöglichkeiten (Animationen etc.) als eine einfache Zeitungsanzeige.

2.8. Online-Couponing

Online-Couponing ist der klassische Rabattgutschein (oder die Rabattmarke) im Internet. Der Gutschein wird meistens mittels eines Gutscheincodes verifiziert und kann so genutzt werden. Nach der Eingabe des Codes sieht dann der Käufer seinen Preisnachlass. Dadurch soll er eher zum Kauf eines Produkts bewegt werden.

3. Wie geht es weiter in der Online-Marketing-Serie?

Der nächste Teil der Serie beschäftigt sich als Schwerpunkt mit der eigenen Website. Wie bereits im Text erwähnt, ist sie der Dreh- und Angelpunkt einer erfolgreichen Online-Marketing-Strategie. Schritt für Schritt sollen im Rahmen dieser Serie die genannten Instrumente etwas genauer vorgestellt und deren Einsatzmöglichkeit beleuchtet werden. Das Ziel der Serie ist es, einen Überblick zu geben und die Basics der Disziplin zu vermitteln.

(dpe)

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.
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12 Kommentare

  1. Hallo Manuel Diwosch,

    möchte mich heute mal als Internet-Dummie ( seit 4 Jahren das Internetbusiness verschlafen ) an einen hoffentlich eher neutralen Experten wenden was die Beurteilung für den optimalen Einstieg eines greenhorns betrifft.
    In den letzen Wochen habe ich von den vielen Webinaren etc. schon 4 eckige Augen und Ohrrauschen von den vielen Tipps und Vorschlägen erhalten, daß ich jetzt an dem Punkt bin, rausfiltern zu müssen, was für mich als Rookie sinnvoll erscheint. Zuletzt ( man sagt ja nicht zu Unrecht, daß einem das zuletzt gehörte oder gesehene am Besten haftbar bleibt ? ) habe ich mir ein Webinar von dem Internetguru Said Shiripour angehört und mir hat sehr gut seine Idee von einem Kurs gefallen den er anbietet ( from Zero to launch ), wo man ihm per Video über die Schulter schauen kann, wie er und sein team vorführen, wie man ein Internetbusiness von Anfang an aufbaut, wobei er die Philosophie vertritt, daß man den ganzen Hype, welche die Kollegen über die ganzen anderern Marketingkanäle etc. berichten, links liegen lassen sollte und sich nur auf 1 Funnel konzentrieren soll, damit man sich nicht zu sehr verzettelt.

    Wie sehen Sie dies als Internet-Fachmann und gibt es neben dem Shiripour noch jemand anders der so eine Beginner-Schulung bis hin zur erfolgreichen Praxisumsetzung anbietet. Was mich betrifft, so habe ich nur die großen Defizite im Bereich Computer + Internet etc. aber ich komme eher aus dem offline-Marketing und kann sehr gut creaitv arbeiten, sodaß mir dieser Bereich liegt, nur die techn. bzw. praktische Umsetzung hapert bei mir und dazu müßte ich einen guten Einstieg finden.
    Für ein praktisches Infostatement wäre ich sehr dankbar.

    Sonniges Wochenende
    Wolfgang Voss

  2. Tolle Bericht! Sehr nützlich und einfach zu verstehen. Für Online Video Werbung kann ich Sie den folgenden Video Maker empfehlen: KIZOA (kizoa.de)

    Damit haben wir tolle Videos mitgeteilt! Danke Manuel für deinen Überblick…

    Grüße

  3. Sehr nützlicher Artikel! Vielen Dank an den Autor.

  4. Toller und sehr gut verständlicher Artikel! Gerade im Bereich Marketing sind viele Autoren unterwegs, die einfach nur mit teils sinnlosen Modewörtern um sich werfen. Dies ist ein schönes Gegenbeispiel.

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