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Manuel Diwosch 11. Juni 2014

Online-Marketing-Basics #8: Aktives Affiliate-Marketing für Einsteiger

Symbolbild Affiliate-Marketing

Im 8. Teil der Online-Marketing-Serie geht es um das Affiliate-Marketing. Diese Art des Marketings kann vor allem für Produktverkäufer ein mäch­ti­ges Instrument dar­stel­len. Um es zu ver­ste­hen und ein­set­zen zu kön­nen, sol­len in die­sem Beitrag fol­gen­de Fragen geklärt wer­den: Was bedeu­tet Affiliate-Marketing genau? Wer soll­te es ein­set­zen? Wie wird es ange­wandt? Welche heik­len Punkte gilt es, beim Affiliate-Marketing unbe­dingt zu beach­ten?

Symbolbild Affiliate-Marketing

Was ist Affiliate-Marketing?

„To affi­lia­te“ kommt aus dem eng­li­schen und bedeu­tet soviel wie „sich anglie­dern“. Die Wortbedeutung beschreibt auch, wor­um es geht: Man glie­dert sei­ne Partner (die Affiliates) an die Werbung für sei­ne Produkte/seine Dienstleistung an. Wie immer im Online-Marketing geht es dar­um, Aufmerksamkeit auf eine bestimm­te Webpräsenz (z. B. die eige­ne Website) zu len­ken.

Im Affiliate-Marketing holt man sich als Händler (wobei dies stell­ver­tre­tend für alle Verkäufer eines Produkts oder einer Dienstleistung steht) soge­nann­te Publisher als Partner ins Boot. Diese Publisher bewer­ben dann das betref­fen­de Produkt auf ihrer Website, um via Link Besucher auf die Website des Händlers zu len­ken. Vollziehen die­se Besucher dort die rich­ti­ge Aktion, schüt­ten die Händler an ihre Partner dafür vor­her fest­ge­leg­te Provisionen aus.

Am ein­fachs­ten ist dies am Beispiel eines Webshops zu ver­deut­li­chen: Ein Online-Shop-Betreiber will sei­ne Produkte an ein grö­ße­res Publikum ver­kau­fen. Dafür star­tet er eine Affiliate-Marketing-Kampagne und ver­spricht Publishern einen pro­zen­tu­el­len Anteil an jedem durch sie erziel­ten Umsatz. Gelangt nun ein Besucher von der Website des Partners in den Shop des Händlers und kauft dort ein, erhält die­ser Partner sei­ne Provisionszahlung.

Das ver­mut­lich bekann­tes­te Affiliate-Marketing-Programm ist das Partnerprogramm des Online-Riesen Amazon. Abertausende Seiten im Netz sind bereits nur dafür ent­stan­den…

Screenshot Amazon Partnernet

(Screenshot: Amazon Partnernet)

Wie wird Affiliate-Marketing umgesetzt?

Symbolbild Technik Affiliate-Marketing

Für die tech­ni­sche Umsetzung bedient man sich beim Affiliate-Marketing meist des Cookie-Trackings. Ein Cookie wird durch die Publisher-Website bei Klick auf das Werbemittel (=Link zur Zielseite) auf der Festplatte des Nutzers gespei­chert. Dieser lässt eine ein­deu­ti­ge Identifikation des Publishers als Anwerber die­ses Nutzers zu. Führt die­ser dann die gewünsch­te Aktion aus, kommt es in vor­her defi­nier­ten Zeiträumen zur Auszahlung.

Die tech­ni­sche Gewährleistung des feh­ler­frei­en Betriebs die­ses Systems muss der Affiliate-System-Betreiber über­neh­men. Für einen Händler gibt es dabei zwei Möglichkeiten: 1. Er über­nimmt dies mit Software und Server selbst oder 2. Er wird Kunde eines Affiliate-Netzwerks.

Der Vorteil in einem eige­nen Partnerprogramm liegt in den nur ein­mal fäl­li­gen Kosten. Die Nachteile lie­gen dar­in, dass man das tech­ni­sche Know-How dazu benö­tigt und die Vermarktung sei­nes Partnerprogramms auch selbst über­neh­men muss.

Die Vorteile eta­blier­ter Affiliate-Netzwerke wie Zanox, affili­net und Co. lie­gen dar­in, dass die­se die tech­ni­sche Umsetzung erle­di­gen und sie bereits einen gro­ßen Kreis an Publishern errei­chen. Dadurch fällt die Vermarktung des Partnerprogramms leich­ter. Der Nachteil liegt in den Kosten: Viele ver­lan­gen eine Setup-Gebühr für das Partnerprogramm. Diese rei­chen von gra­tis über meh­re­re Hundert Euro zu ein paar Tausend Euro. Zudem ver­lan­gen Sie pro Verkaufsgenerierung eine Provision von bis zu 30 Prozent und manch­mal auch eine Monatsgebühr.

Wann Provisionen aus­be­zahlt wer­den müs­sen, wird vor­her genau defi­niert: Die gän­gigs­ten Varianten sind “Pay per View” (für den rei­nen Besuch einer Aktion), “Pay per Click” (pro Click, wobei meist eine vor­her defi­nier­te Besucherzahl erreicht wer­den muss), “Pay per Lead” (z. B.: wenn ein Interessent sei­ne Daten bekannt gibt und wei­te­re Werbemittel bestellt) oder “Pay per Sale” (die klas­si­sche Verkaufsprovision).

Für wen ist Affiliate-Marketing geeignet?

Der klas­si­sche Einsatzbereich für Affiliate-Marketing liegt im Endkundenbereich. Daher ist es auch eine beson­ders belieb­te Art des Marketings für Online-Shops. Diese set­zen meist auf das Pay-per-Sale-Modell. Handelt es sich um beson­ders bera­tungs­in­ten­si­ve Produkte, so wird bevor­zugt das Pay-per-Lead-Modell ein­ge­setzt, da man dann poten­zi­el­le Interessenten direkt anspre­chen und eine mög­li­che Beratung in die Wege lei­ten kann.

Für den Geschäftskundenbereich ist Affiliate-Marketing nur bedingt geeig­net. Dennoch ist es nicht unmög­lich, wenn die Zielgruppe groß genug ist. Auch hier kann sich neben dem Pay-per-Sale-Modell das Pay-per-Lead-Modell unter gewis­sen Voraussetzungen gut eig­nen.

Was gilt es beim Affiliate-Marketing zu beachten?

Wie bei allen Online-Marketing-Maßnahmen gilt auch beim Affiliate-Marketing, nicht ein­fach auf gut Glück los­zu­star­ten. Man soll­te immer den Return on Investment (= Kosten-Nutzen-Abgleich, kurz ROI) betrach­ten. Daher soll­te man sich aus­führ­lich mit der Frage aus­ein­an­der­set­zen, ob Affiliate-Markteting der rich­ti­ge Weg für das eige­ne Geschäft ist. Entscheidende Faktoren sind:

  • Ist genü­gend Potenzial für mein Programm vor­han­den? Das heißt: Stimmt das Suchvolumen nach mei­nem Produkt/meiner Dienstleistung.
  • Wie sehen mei­ne Ziele und mei­ne Zielgruppe aus? Taugen mei­ne Ziele zur Vermarktung mit­tels Affiliates? Welche Kunden möch­te ich anspre­chen? Ist Affiliate-Marketing der geeig­ne­te Weg dafür?
  • Gibt es die geeig­ne­ten Publisher für mich? Wer ist es – Content-Anbieter, Gutschein-Affiliate oder Cashback-Plattform?
  • Was macht die Konkurrenz? Kann ich mit den Partnerangeboten der Konkurrenz mit­hal­ten und eben­falls ein attrak­ti­ves Programm schaf­fen?
  • Ist die Marge mei­nes Produkts/meiner Dienstleistung hoch genug, damit sich die Anschaffung eines Inhouse-Programms oder die Teilnahme an einem Affiliate-Netzwerk ren­tie­ren?
  • Wenn man die tech­ni­sche Umsetzung selbst in die Hand nimmt: Habe ich die Möglichkeiten, genü­gend Publisher zu errei­chen und somit Partner für das Programm zu fin­den?

Wie gewinnt man die richtigen Publisher?

Symbolbild Publisher

Sind die oben genann­ten Punkte geklärt und hat sich der Einsatz eines Affiliate-Marketing-Programms als guter Weg her­aus­kris­tal­li­siert, geht es dar­um, für Publisher attrak­tiv Partner zu wer­den. Allerdings geht es nicht nur um mög­lichst vie­le Publisher, es geht vor allem auch um die rich­ti­gen. Natürlich spielt die Provisionshöhe eine gro­ße Rolle, aber sie ist nicht alles. Seriöse Partner wer­den auch dar­an inter­es­siert sein, an einer guten und (lang­fris­tig) erfolg­ver­spre­chen­den Kampagne mit­zu­wir­ken.

Daher soll­te man fol­gen­de Überlegungen aus­ar­bei­ten, um gute Publisher zu gewin­nen:

  • Was ist eine ange­mes­se­ne Provision?
  • Welche Zusatzanreize könn­te ich bie­ten? Beispiele: attrak­ti­ve Einstiegsprovisionen, erfolgs­ori­en­tier­te Provisionserhöhungen, Preise für die umsatz­stärks­ten Partner etc.
  • Biete ich anspre­chen­de Zielseiten, die hohe Conversion-Rates in Aussicht stel­len?
  • Biete ich anspre­chen­de Werbemittel in allen nöti­gen Variationen?
  • Ist mei­ne Kampagne gut durch­dacht, so dass auch die Publisher mit regel­mä­ßi­gen Provisionen rech­nen kön­nen?
  • Wie kann ich poten­zi­el­le Publisher über mein Partnerprogramm infor­mie­ren? Beispiele: Über das Affiliate-Netzwerk, E-Mail-Kontakte, Werbung, exter­ne Dienstleister.

Hat man anhand sol­cher Überlegungen ein durch­dach­tes Affiliate-Marketing-Konzept erstellt, kann dar­aus eine mäch­ti­ge Online-Strategie ent­ste­hen, die ent­spre­chen­de Umsatzsteigerungen mög­lich macht.

Wie geht es weiter in der Online-Marketing-Serie?

Der nächs­te Beitrag der Serie behan­delt das Thema Banner-Werbung. Erst wird ein­füh­rend der Begriff der Banner-Werbung erläu­tert und die Funktionsweise erklärt. Zudem wird der Frage nach­ge­gan­gen, wel­che Arten von Werbebannern es gibt und wo man im Idealfall Banner-Werbungen schal­ten soll­te.

Nützliche Links

Online-Marketing-Basics #1: Die Werkzeuge des Online-Marketings im Überblick

Online-Marketings-Basics #2: Drei Gründe, war­um die eige­ne Website höchs­te Priorität haben soll­te

Online-Marketing-Basics #3: Einführung ins Social Media Marketing

Online-Marketing-Basics #4: SEO für Anfänger

Online-Marketing-Basics #5: SEA

Online-Marketing-Basics #6: Einführung ins E-Mail-Marketing

Online-Marketing-Basics #7: Video-Marketing

 

 

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

2 Kommentare

  1. Bin über den Suchbegriff Linkbuildung gekom­men. Denn das ist für mich die höchs­te Kunst bei die­ser Sache.

  2. Schöner Artikel. Vor allem inter­es­sant, dass hier mal das Affiliate Marketing aus der ande­ren Perspektive erleu­tert wird. Sonst geht es immer nur dar­um, wie man als Affiliate mit sol­chen Progrrammen ver­die­nen kann.

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