Manuel Diwosch 30. April 2014

Online-Marketing-Basics #4: Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Anfänger

Suchmaschinenoptimierung ist eine Teildisziplin des Suchmaschinenmarketings. Dadurch sollen Besucher von einer Suchmaschine auf Ihre Webpräsenz geführt werden. Die Suchmaschinenoptimierung, kurz Seo, konzentriert sich dabei auf die sogenannten organischen Rankings. Im vierten Teil unserer Online-Marketing-Serie soll nun erklärt werden, was Seo bedeutet und eine Einführung gegeben werden, wie man die Positionen positiv beeinflussen kann.

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Die besondere Marktsituation im Bereich der Suchmaschinen im deutschsprachigen Raum beschränkt uns unweigerlich auf Google. Bei mehr als 90 Prozent Marktanteil macht es kaum Sinn, sich auf andere Suchmaschinen zu spezialisieren.

Das bringt uns hierzulande Vor- und Nachteile mit sich: Man muss sich nur auf Google spezialisieren, da Google der einzig relevante Markt im Suchmaschinenmarketing ist. Aber: Alle anderen Mitbewerber wollen auch ein Stück vom wertvollen Google-Kuchen. Die gesamte Konkurrenz konzentriert sich auf diesen Markt. Man kann also nicht spezialisiert auch andere Suchmaschinen anvisieren und dort zwar weniger, aber dennoch gewinnbringende Früchte ernten.

Das heißt allerdings nicht, dass es unmöglich ist, auf Google voranzukommen. Mit der richtigen Strategie kann man relevante Keywords anvisieren, die im Idealfall wenig umkämpft, aber noch immer ertragreich sind.

Wie sieht eine erfolgversprechende SEO-Strategie aus?

Suchmaschinenoptimierung bezeichnet alle Maßnahmen, um eine Webpräsenz in den organischen SERPs (= Ergebnisseiten nach einer Suchanfrage) unter einer bestimmten Suchphrase auf eine top Position zu bringen. Die erste Frage, die sich daher stellt: Was ist eine organische top Position?

Die organischen Ergebnisse bei einer Suchanfrage bezeichnen jene Ergebnisse, die von Google aufgrund Ihrer Beschaffenheit als hilfreich für den Suchenden angezeigt werden. Das Gegenteil der organischen Suchergebnisse sind die bezahlten Werbeanzeigen (kurz Sea für Search Engine Adverstising). In der Regel gibt es bei Suchanfragen in der rechten Spalte und oben in der Mitte Werbeanzeigen. Diese sind auch als solche gekennzeichnet. Die organische Liste sind somit alle Treffer in der mittleren Spalte, die nicht als Anzeigen gekennzeichnet sind.

Um zu wissen, welche die top Positionen sind, muss man einen Blick auf die Click Through Rate (= Klickrate, kurz CTR) der einzelnen Positionen werfen. Es gibt unterschiedliche Statistiken mit unterschiedlichen Ergebnissen zur CTR. Von Studie zu Studie variierten die Ergebnisse stark. Allerdings ist die Kernaussage immer gleich: Die top 3 erhalten rund 60% aller Klicks, die 1. Seite mehr als 90 Prozent. D.h.: Auf die zweite Seite abzurutschen bedeutet meist, keinen nennenswerten Besucherstrom mehr zu erhalten.

Schritt 1: Die richtigen Suchbegriffe anvisieren

Herauszufinden unter welchen Suchbegriffen man ganz oben stehen sollte, ist die erste Herausforderung. Viele Unternehmer freuen sich, wenn Sie unter Ihrem Namen oder unter selbst ausgedachten Suchbegriffen weit oben stehen. Das ist aber oft nichts wert. Warum? 1. Unter dem Namen ist das keine Kunst. Die Konkurrenz wird nicht auf Ihren Namen optimieren. 2. Wenn Sie Ihre Suchbegriffe ohne vorhergehende Analyse auswählen, besteht die Gefahr, dass niemand danach sucht.

Daher müssen Sie zuerst die Anzahl der Suchanfragen für ein bestimmtes Keyword herausfinden. Oftmals machen bei den Keywords sogar nur Kleinigkeiten den Unterschied. Es kann sein, dass die Singularform eines Produkts oft gesucht wird und die Pluralform selten (oder umgekehrt).

Um Herauszufinden, wie oft ein Suchbegriff gesucht wird, hilft Ihnen der Google-Keyword-Planer. Er zeigt Ihnen auch andere themenrelevante Suchphrasen an.

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(Screenshot: Keyword-Planer, 28. April 2014)

Nachdem Sie potentiell ertragreiche Suchbegriffe recherchiert haben, müssen Sie diese noch in zwei Punkten „gegenchecken“:

  1. Ist es wirklich Ihre Zielgruppe, die danach sucht? Um das herauszufinden, geben Sie einfach Ihren Suchbegriff in die Google-Suche ein und sehen sich die Ergebnisse an. Beispiel eines häufigen Fehlers: Wenn Sie Ihr Tätigkeitsfeld mit dem Fachbegriff eingeben, wirft Google vermehrt Job-Angebote aus. Der Grund ist nicht der, dass Google nicht weiß, was der richtige Suchbegriff ist. Im Gegenteil: Google weiß genau (anhand der täglichen Analyse von Milliarden an Daten), dass die meisten Personen mit diesem Suchbegriff nach Jobs suchen. Das heißt für Sie: Wenn Sie Ihre Tätigkeit als Dienstleister verkaufen wollen, müssen Sie weiter suchen, um den richtigen Suchbegriff Ihrer Kunden zu finden!
  2. Wie stark ist die Konkurrenz? Oftmals ist das beste Keyword nicht jene Suchphrase, die von Ihrer Zielgruppe am häufigsten eingegeben wird. Nicht, weil es Ihnen nichts bringen würde, dort ganz oben zu stehen. Sondern, weil der Preis dafür einfach zu hoch wäre. Optimierungen von Profis, Linkbuilding etc. kosten Geld. Übersteigen diese Kosten den zu erwartenden Gewinn, rentiert es sich nicht. Außerdem haben Sie bei starker Konkurrenz keine Garantie, es jemals ganz nach oben zu schaffen. Vielleicht gibt es eine andere Suchphrase, mit nur geringfügig weniger Suchanfragen, aber dafür viel schwächerer Konkurrenz. Dort könnten Sie schneller und günstiger gute Rankings erreichen…

Fünf Basis-Punkte, um die Konkurrenzsituation kostenlos einzuschätzen

  1. Wie viele Seiten ranken unter dem Suchbegriff? Geben Sie den Suchbegriff ein und Google verrät Ihnen, wie viele Ergebnisse die Suchmaschine gefunden hat.
  2. Welchen Pagerank hat die Konkurrenz? Auch wenn der Pagerank (PR) nicht mehr Ranking-Kriterium ist, so gibt er Ihnen dennoch einen Hinweis darauf, welchen Trust die Website genießt. Den PR einer Site können Sie beispielsweise mit dem kostenlosen Firefox-Plugin „Seoquake“ oder mit einem der zahlreichen PR-Checker aus der Google-Suche analysieren.
  3. Stecken die Keywords in der Url? Kommen die Keywords in der Url vor oder handelt es sich um unbenannte Unterseiten? Subdomains, Vergleichsseiten oder Shops sind ein gutes Zeichen. Ranken Websites vorne ohne Keywords in der Url, steigen Ihre Chancen, diese zu schlagen.
  4. Stecken Keywords im Seitentitel und in der Metadescription? Der Seitentitel ist der Teil der Suchergebnisse, der blau angezeigt wird. Die Metadescription kann der graue Erklärungstext darunter sein. Finden sich die Keywords nicht in der Description nimmt sich Google diese direkt aus den Texten. Da Google aber den Zusammenhang nicht erkennen kann, sind das keine ganzen Sätze, sondern immer mit „…“ zusammengesetzte Textteile. Fehlen die drei Punkte, wurden die Keywords in der Description eingepflegt. Passt hier alles, wird es für Sie schwieriger, denn das ist ein Anzeichen für Profis.
  5. Wieviele Backlinks hat die Konkurrenz? Wichtigstes Rankingkriterium sind noch immer Backlinks von anderen Webseiten. Trotz Updates der letzten Jahre kann man zumindest als Orientierung noch die alte Faustregel heranziehen: Je mehr die Konkurrenz gesammelt hat (vor allem von starken Seiten), desto stärker ist sie. Diese können Sie mit einem Backlink-Checker aus der Google-Suche kostenlos nachprüfen.

Eine solche Basis-Konkurrenzanalyse können Sie auf diese Weise kostenlos durchführen. Profis sichten mehr Kennzahlen und verwenden kostenpflichtige Tools. Damit können diese Seos (so nennt man Suchmaschinenoptimierer) noch genauer, schneller und besser die Wettkampfsituation einschätzen.

Schritt 2: Onpage-Seo – die eigene Website auf Keywords trimmen

Nach der Keyword-Recherche gilt es, Ihre Website auch korrekt aufzustellen. D. h.: Sie müssen Google vermitteln, dass User die gesuchten Informationen auf Ihrer Seite erhalten werden. Dafür müssen Sie Parameter wie Title, Description und Url auf diese Suchbegriffe hin ausrichten. Saubere Struktur und Code spielen, ebenso wie Inhaltsquantität eine Rolle. Natürlich sollte der Content auch wirklich die Informationen abdecken, die Sie Google vermitteln wollen. Und die wichtigsten Keywords sollten Sie wiederum hervorheben – durch Überschriften, Fettungen etc. Auch Aspekte wie Ladezeiten und mehr spielen hier hinein. Ein ausführlicher Beitrag zur Onsite-Optimierung wurde bereits auf Dr. Web veröffentlicht. Den Link dazu finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Schritt 3: Offpage-Optimierung – sammeln Sie Links als Empfehlung

Die Idee mit der Google den Suchmaschinenmarkt revolutioniert hatte war folgende: Setzt Website A einen Link auf Website B, gleicht das einer Empfehlung. Denn auf eine Website, von der man nichts hält, würde man nicht verlinken. Das Prinzip ist heute noch das gleiche. Es geht um die Links. Allerdings wurde und wird immer wieder versucht das System auszutricksen. Daher hat Google einen geheimen Algorithmus, um natürlichen von unnatürlichen Backlinkaufbau zu unterscheiden.

Das heißt: Setzen Sie auf die falschen Linkgeber, kann das schwerwiegende Folgen haben. Ganze Websites wurden von Google dafür schon mit schlechten Rankings bestraft oder gar aus dem Index genommen. Eine Existenzgefährdung für Unternehmen, wenn diese auf den Besucherstrom aus dem Internet angewiesen sind. Achten Sie also darauf, eine möglichst natürliche Linkstruktur aufzubauen und nicht wild mit jedem, den Sie kennen, Links zu tauschen. Tragen Sie Ihre Website auch nicht in jeden Katalog ein, der gratis Links verteilt. Das findet Google heraus und straft Sie ab.

Ein paar Tipps zum Linkaufbau:

  • Übertreiben Sie nicht! Tausende Links in kürzester Zeit sind auffällig.
  • Variieren Sie den Ankertext. Wenn Sie immer Ihre Keywords verlinken, fällt es auf. Würden die Links auf natürlichen Empfehlungen basieren, würden die Webmaster auch unterschiedlich vorgehen.
  • Achten Sie darauf, dass nicht immer auf die Domain, sondern auch immer wieder auf Unterseiten (z. B.: Blogartikel) verlinkt wird.
  • Je stärker die Website ist, die auf Sie verlinkt, desto besser. Achten Sie aber auch darauf: Wenn Sie nur top Links generieren, wird Google irgendwann vermuten, dass Sie diese eingekauft haben. Noch gefährlicher ist es aber, von der falschen Website Links zu generieren. Wenn Google diese als Bad-Neighbourhood einstuft, kann das für Sie Rankingverluste zur Folge haben.

Wie geht es weiter in der Online-Marketing-Serie?

Der nächste Teil der Serie beschäftigt sich mit der zweiten Teildisziplin im Suchmaschinenmarketing, der Suchmaschinenwerbung (Sea). In einer kurzen Einführung wird erläutert, worauf man bei der Erstellung von AdWords-Anzeigen achten sollte und wieso sich Seo und Sea nicht ausschließen, sondern wie sich diese beiden Online-Marketing-Formen ergänzen können.

Nützliche Links zum Beitrag

Onpage-Seo-Basics: Effektive Sofortmaßnahmen für jedermann

Online-Marketing-Basics #1: Die Werkzeuge des Online-Marketings im Überblick

Online-Marketing-Basics #2: Drei Gründe, warum die eigene Website höchste Priorität haben sollte

Online-Marketing-Basics #3: Einführung ins Social-Media-Marketing

(dpe)

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.
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5 Kommentare

  1. Toll, vielen Dank, Wirklich This article Erscheint mir sehr hilfreich. Ich bin ein Anfänger und dieser Artikel ist sehr nützlich für mich

  2. Interessant wäre bei der Keywordrecherche ein Hinweis gewesen, dass es eben oft nicht sinnvoll ist auf das Hauptkeyword – hier „Hotel Berlin“ zu optimieren sondern seinen Erfolg in der Nische zu suchen, da hier der Erfolg vielleicht noch mit angemessenem Budget und Zeiteinsatz möglich ist.
    Bsp.: „Familienhotel Berlin“ – „Hotel am Kurfürstendamm“ etc.

  3. Ich habe vor kurzem einen Artikel darüber gelesen, dass der Aufbau eines eigenen Webseiten-Netzwerkes durch den Kauf von alten, starken Domains eine sehr effektive Methode ist. Auf meine Bedenken nach dem Inhalt auf den Seiten, wurde ich ausgelacht, da der Page-Rank, die Domain-Authority und die Page-Authority der verlinkenden Seite für ein Ranking am wichtigsten zu sein scheinen.

  4. „Wichtigstes Rankingkriterium sind noch immer Backlinks von anderen Webseiten.“ – Ich glaube trotzdem hier wird sich in absehbarer Zeit viel ändern. Google hatte vor kurzer Zeit versucht, Ergebnisse ohne Backlinks zu werten (gab u.a. einen Bericht bei Sistrix dazu). Und auch bei meinen Projekten konnte ich keinen großen Einfluss darauf feststellen, wenn die Unternehmen NICHT verlinkt wurden. Google sieht diese Backlinks, wie richtig beschrieben, bei einer großen Anzahl als Manipulations-Faktor an und wird es in Zukunft wohl auch verstärkt tun.

    Der Trend wird wohl in Richtung Content (Verweildauer), Kommunikation (neue und wiederkehrende Besucher) und regionale Lage (wenn das Unternehmen regional tätig ist) gehen und der Fokus auf die Onpage-Optimierung liegen.

  5. Ich lerne jeden Tag dazu. Noch immer. Danke!

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