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Markus Seyfferth 30. August 2019

Wie Du ein Online-Business gründest

Eine Frau, die einen Schuh mit dem Handy fotografiert

Mit einem Online-Business kannst du dein eigenes unternehmerisches Können testen, ohne viel Geld investieren zu müssen. Doch dazu braucht es zunächst eine gute Idee und einen gut durchdachten Geschäftsplan.

Um wirklich Erfolg zu haben und um die unternehmerischen Risiken besser zu überblicken, solltest Du schon vorher überlegen, wie du deine Kunden überhaupt erreichen möchtest, und wie die Einnahmensituation realistischerweise aussehen wird. Das klingt banal, wird aber in der Regel doch gerne bei aller Begeisterung vergessen, oder gar verdrängt.

Eine Frau, die einen Schuh mit dem Handy fotografiert
Der Anfang ist schnell gemacht. Bildquelle: Depositphotos

Du willst handgemachten Schmuck online verkaufen? Klingt wie eine hervorragende Möglichkeit, dein Hobby in ein Geschäft zu verwandeln. Bietest du professionelle Dienstleistungen an (Texterstellung, Grafikdesign, Website-Entwicklung, Unternehmensberatung, Buchhaltung usw.)? Die Art und Weise, wie du dein Online-Geschäft konzipierst, hängt stark von der Zielgruppe ab.

Der bloße Einstieg ins Online-Business ist zunächst vermeintlich einfach:

  • Du benötigst nur eine begrenzte Ausstattung und ein überschaubares Inventar
  • Für Dienstleistungen wie Grafikdesign, Website-Entwicklung, Unternehmensberatung brauchst du lediglich einen Computer, die nötige Software, und eine Internetverbindung
  • Eine eigene Website, um potenzielle Kunden anzulocken und dein Fachwissen unter Beweis zu stellen, solltest du ebenso vorweisen können.

Beim Online-Verkauf von Waren wird es schon komplexer. Du musst dich um Einkauf, Lagerhaltung und Versand kümmern, und mitunter kostet das richtig Zeit und Geld. Auch die Produktentwicklung selbst ist unmittelbar mit Import & Logistik verwoben, denn für die Herstellung der Ware braucht es auch die entsprechenden Ausrüstung, Rohstoffe und Bauteile.

Hier haben wir eine detaillierte Checklist, was es für den Aufbau deines eigenen Web-Shops braucht.

Bevor du dich also ins finanzielle Abenteuer stürzt, lohnt es sich, einen Überblick über den Umfang deines Vorhabens zu bekommen.

1. Den richtigen Namen für dein Unternehmen finden

Ein guter Name ist schon die halbe Miete für den Erfolg. Einprägsam soll er sein, ein Versprechen enhalten, Werte vermitteln und Vertrauen erwecken. Es lohnt sich also, hier gebührend Zeit zu investieren.

Erstelle dazu eine Liste mit Namen für dein Unternehmen. Websites wie BusinessNameGenerator.com sind besonders hilfreich, da sie dich bei der Generierung von Unternehmensnamen unterstützen. Alles, was es dazu braucht, sind ein paar Wörter, die Du in das Suchfeld eingibst. Und einige richtig gute Vorschläge werden mit Sicherheit dabei sein.

2. Eine eigene Website bauen

Eine eigene Website zu haben ist, unabhängig von der jeweiligen Branche, fast immer notwendig. Egal ob für die Darstellung der eigenen Dienstleistungen (siehe So baust du eine erfolgreiche Landingpage auf), oder um Produkte online zu verkaufen: eine Website regt zur Erkundung und Kontaktaufnahme oder zum Kauf an:

  • Eine E-Commerce-Website lädt dazu ein, Produkte zu entdecken und sich umzusehen
  • Sie hilft dir, eine eigene Marke aufzubauen
  • Die Qualität der Website hat unmittelbar Auswirkungen auf das Verhalten der Besucher
  • Du kannst einen Shop aufbauen, und so ohne Zwischenhändler Zahlungen von deinen Kunden annehmen
  • Sie bietet eine einfache Möglichkeit für Kommunikation und Anfragen
  • Wenn du ausserdem ein stationäres Geschäft betreibst, kann die Website helfen, dass Kunden in der Region dein Geschäft besuchen (siehe Local SEO: So organisierst du deine Firmeneinträge im Netz)

Websites können auch schon mit wenig Kenntnissen und geringen Kosten eingerichtet werden. Siehe: So stampfst du einen Online-Shop buchstäblich aus dem Boden. Es sind online Tausende professioneller Website-Vorlagen verfügbar, mit denen du deine Website innerhalb weniger Stunden einrichten kannst.

Willst du den eigenen Spielraum nicht nur auf Deutschland, Österreich und Schweiz begrenzen, ist es das Beste, sich auch jeweils die entsprechenden .eu und .com-Domains des eigenen Geschäftsnamens zu sichern.

Ist dieser jedoch bereits vergeben, solltest du einen kurzen, einprägsamen und relevanten Domainnamen verwenden, der eher brandingtechnisch funktioniert als in Hinsicht auf SEO. Tools wie InstantDomains helfen dabei, die Verfügbarkeit von einer Domain zu überprüfen und gegebenenfalls ähnliche und verfügbare Domains zu finden.

3. Dein Unternehmen bewerben

Die Produkte sind da, und die Dienstleistung kann an die Frau gebracht werden. Die Website steht auch. Toll! Nur, woher kommen denn jetzt die Kunden?

Deine Werbemaßnahmen beginnen bereits mit der Entwicklung der eigenen Website. Das Design sollte modern und klar und die Website sollte suchmaschinenoptimiert sein.

Suchmaschinen sorgen für gezielten Traffic, wenn du die Website auf die richtigen Keywords hin optimierst. So bekommst du qualifizierten Traffic auf deine Seite, und von Personen, die bereits Interesse an der jeweiligen Nische haben. Solche interessierten Besucher werden noch am ehesten zu Kunden.

Ein paar andere Online-Marketingtechniken, auf die du dich verlassen solltest, sind unter anderem:

  • Für E-Commerce-Websites: Social Media Marketing über Facebook, Instagram und YouTube
  • Für Dienstleistungen: Xing und LinkedIn
  • Content Marketing durch Erstellung von eigenen Beiträgen, Infografiken und hochwertigen Videos
  • Pay-per-Click-Werbung (PPC)
  • Bezahlte Google-Suchergebnisse eignen sich besonders, um eine bestimmte Kampagne zu unterstützen
  • Teilnahme an relevanten Foren und Communities zum Aufbau deiner Marke und Reputation

Auch Offline-Werbung kann sich auch auszahlen — wenn du sie denn richtig angehst. Auch Unternehmen im digitalen Bereich können von traditionellen Werbeideen profitieren:

  • Teilnahme an relevanten Veranstaltungen, Seminaren und Messen für Networking
  • Visitenkarten mit deiner Website-URL und E-Mail-Adresse
  • Erstellung von Markenartikeln als Geschenk
  • Event-Sponsorships
  • Rabatte und Gutscheine
  • PR und Aufbau von Beziehungen zu Medienvertretern

4. Ziele und KPIs setzen

Mithilfe von KPIs (englisch für Key-Performance-Indicator, bzw. für Leistungskennzahl) kannst du den Erfolg deiner Unternehmung messen. Entsprechende Messgrößen erfassen beispielsweise:

  • Die Anzahl der Besucher
  • Wer deine Besucher sind (Alter, Geschlecht, regionale Verteilung, Interessen)
  • Wie viele der Besucher auf der Seite aktiv werden (Kauf oder Kontaktaufnahme)
  • Kundenbindung: wie viele der Kunden sind wiederkehrende Kunden?
  • Wie viele empfehlen dein Unternehmen weiter?
  • Was kostet dich die Kundenakquise?
  • Wie gut werden deine Werbemittel geklickt?
  • Wie hoch ist die Absprungrate?

All diese Faktoren lohnt es sich ständig im Blick zu behalten, am besten mit Hilfe eines monatlichen Reportings. So kannst du frühzeitig bei negativen Trends eingreifen und gegensteuern, und auch über längere Zeiträume geschäftsrelevante Kennzahlen sammeln. Hier früh anzufangen, lohnt sich!

Für Online-Shops sind die Anzahl der Stammkunden und die durchschnittliche Größe des Warenkorbs ebenso wichtig. Gleiches gilt für die Absprungrate: Wenn Nutzer häufig ihren Einkaufswagen verlassen, ohne den Kauf abzuschließen, solltest du auf funktionale oder gestalterische Problem beim Einkauf achten. Sie könnte einer optimalen Kundenerfahrung im Wege stehen.

5. Plane deine Finanzen

Beim Start eines Online-Geschäfts gibt einige wesentliche Kostenpunkte, die du beachtet solltest. Dazu gehören die Entwicklung von Websites, die Registrierung von Domains, das Hosting und das Marketing.

Oftmals musst du auch folgende Kostenfaktoren berücksichtigen:

  • Etwaige Genehmigungen und Lizenzen
  • Buchhaltungskosten
  • Zu kaufende Software und Hardware
  • Telefon- und Internetverbindung
  • Dienstprogramme
  • Versicherungen, Lagerhaltung, Logistik,
  • Mitarbeitergehälter
  • Transaktionsgebühren (die je nach Anbieter schnell mal 3% der Umsätze auffressen können)
  • Rechtliche Aspekte wie Cookie-Hinweis, rechtskonforme Speicherung der Daten gemäß DSGVO

Und so können aus einer Summe von scheinbar kleinen Beiträgen schnell 4 bis 5-stellige monatliche Kosten entstehen.

Wenn dein Geschäft wächst, wachsen auch deine Ausgaben. An solch einem Punkt gilt es sich zu entscheiden. Willst du mit deinem Unternehmen wachsen? Oder reichen dir die Umsätze, um ein gutes Auskommen zu haben?

Anfangs braucht es zumeist nur kleine Budgets. Viele Online-Unternehmer verlassen sich zu dem Zeitpunkt noch auf ihre Ersparnisse oder die Unterstützung von Familienmitgliedern, um loszulegen.

Sobald du aber mehr Geld benötigst um zu wachsen, solltest du folgende Möglichkeiten in Betracht ziehen, um an Invesitionskapital zu gelangen:

  • Crowdfunding: hier zählt vor allem die Idee und wie sie präsentiert wird.
  • Investoren: hier müssen Unternehmer ihre Geschäftstüchtigkeit unter Beweis stellen. Ein solide durchgedachter Businessplan ist hier ein muss. Die Erstellung eines solchen kostet dich schnell mal einige Wochen, je nachdem wie versiert du in der Erstellung von Businessplänen bist
  • Bankdarlehen: dafür musst du eine Sicherheit hinterlegen. Überleg dir aber gut, ob Du Haus & Hof auf den Erfolg deines Unternehmens verwetten möchtest!
  • Geschäftspartner finden: Suche dir einen Partner, der dir bei finanziellen Aspekten hilft, und dich im laufenden Geschäft und bei der Planung unterstützt. Zu zweit kämpft es sich deutlich einfacher, und dein Partner kann dir den Rücken freihalten, wenn du selber Hilfe brauchst, krank bist, oder einfach mal Urlaub nehmen möchtest!
  • Wettbewerbe: nimm an Initiativen und Wettbewerben teil, um deine Idee einem Fachpublikum vorzustellen.
  • Neu- und Ausgründungen: fast alle Universitäten hierzulande bieten Programme und fachliche Unterstützung an, um ihren studentischen Jungspunden auf die Beine zu helfen. So bekommt man an guten Rat, der ansonsten teuer ist, und eventuell lernt man auch andere Partner und Investoren kennen.

Die Entscheidung, sich selbständig machen zu wollen bringt eine Vielzahl von Hürden, Risiken und Schwierigkeiten mit sich. Kein Wunder, dass in Deutschland häufig der Mangel an Selbstständigkeit beklagt wird.

Die Belohnung für solch ein Risiko kann aber auch ein durchschlagender finanzieller Erfolg sein. Mit einer guten Planung, und mit entsprechender Erfahrung im Rücken, oder mit einem Partner, der dich fachlich gut unterstützt, hast du dabei die besten Aussichten auf Erfolg!

Markus Seyfferth

Markus Seyfferth

Markus leitet seit April 2019 die Geschicke von Dr. Web, und ist dabei, einige interessante neue Projekte in Angriff zu nehmen. Zuvor war er für mehr als 6 Jahre der Geschäftsführer und Vorstand vom Smashing Magazine, der englischsprachigen Schwesterpublikation von Dr. Web.

2 Kommentare

  1. Klingt ja fast zu schön, um wahr zu sein. Besonders solche Sätze: „Für Dienstleistungen wie Grafikdesign, Website-Entwicklung, Unternehmensberatung brauchst du lediglich einen Computer, die nötige Software, und eine Internetverbindung“ können sehr motivieren, erst einmal klein anzufangen, bspw. als zeitlich begrenzte selbständige Tätigkeit von zunächst nur 15 Stunden wöchentlich. Fehlt nur noch die Gewerbeanmeldung. Aber das ist ja eine reine Formalität, schnell erledigt und kostet auch nur ein paar Euro Gebühren.

    Man will ja schließlich alles richtig machen, denn ohne Anmeldung wäre es ja „Schwarzarbeit“ und das kann teuer werden. Also alles ganz einfach?

    Nicht ganz! Leider werden auch in diesem Artikel die Risiken und Nebenwirkungen verschwiegen. Immer wieder passiert es, dass bei der Gewerbeanmeldung die eigene Mietwohnung als Geschäftsadresse oder Betriebsstätte angegeben wird, was eine fristlose Kündigung seitens des Vermieters zur Folge haben kann und somit sogar in einer Obdachlosigkeit enden kann.

    Klingt dramatisch? Leider gibt es Immobiliengesellschaften, die nur darauf warten, dass ein Mieter einen solchen Fehler begeht und sich dann die Hände reiben, dem Mieter dann fristlos kündigen, um die Wohnung danach teurer neu vermieten zu können. Natürlich gibt es auch hier Lösungen, zumindest theoretisch.

    So kann man (vor!) einer Gewerbeanmeldung den Vermieter zwar bitten, eine Genehmigung für eine teilgewerbliche Nutzung der Privatwohnung zu erteilen, sofern die Nutzung zu reinen Wohnzwecken eindeutig im Vordergrund steht, die Nachbarn nicht gestört werden, und noch einige andere Einschränkungen (ist alles im Mietrecht beschrieben).

    Und der Vermieter ist dann unter Umständen sogar verpflichtet, diese Genehmigung zu erteilen, wenn es da nicht wieder ein „Aber“ gäbe.

    In vielen Mietshäusern gibt es mehrere Eigentümer, die sich oft nur einmal im Jahr in einer Eigentümerversammlung treffen und dann alle gemeinsam über den Antrag des Mieters entscheiden. Bis die Genehmigung zur teilgewerblichen Nutzung kommt, kann es also dauern.

    Sollte dies Genehmigung dann tatsächlich kommen, besteht allerdings noch die Gefahr, dass schlappe 50.000,- Euro Bußgeld fällig werden, etwa wenn das Grundstück mit dem Haus der Mietwohnung seitens des Bauamtes als „reines Wohngebiet“ ausgezeichnet ist.

    Hier ist tatsächlich das Bauamt zuständig und nicht das Gewerbeamt. Der Begriff „Gebiet“ wird in diesem Zusammenhang übrigens nicht nur für ganze Stadtteile verwendet, sondern auch für einzelne Grundstücke.

    Der erste Schritt bei einer Selbständigkeit ist also immer die Suche nach geeigneten Gewerberäumen. Bei „Dienstleistungen wie Grafikdesign,…“ reicht da manchmal schon ein kleiner, zusätzlich zur Privatwohnung angemieteter Büroraum, wobei in Großstädten für zehn Quadratmeter Bürofläche (eine etwas größere Abstellkammer also) mal eben 150,- bis 300,- Euro Miete im Monat fällig werden.

    Viele denken dann auch an eine sogenannte „virtuelle Geschäftsadresse“. Aber dabei handelt es sich oft nur um einen Postservice und die Betreiber verlangen, dass bereits eine Gewerbeanmeldung besteht.

    Eine reine „Briefkastenadresse“ verstößt aber höchstwahrscheinlich gegen die Gewerbeordnung. Da sollte man sich schon beraten lassen, etwa beim Gewerbeamt, der IHK, oder vielleicht gibt es hier auf „DR. Web“ ja auch mal einen Artikel mit nützlichen Tipps und Tricks zum Thema „Gewerbeanmeldung ohne die Gefahr einer Obdachlosigkeit“ ;-)

    • Hallo Anita, guter Punkt, vielen Dank! Ich lass das mit der Beratung bei der IHK einfach mal so stehen, das ist sicher nicht verkehrt.

      Im Übrigen ist eine freiberufliche Tätigkeit à la Webdesigner, Medienberater, usw. in einer ansonsten rein privat genutzten Wohnung kein Problem, solange kein regelmäßiger Besucherverkehr herrscht. Im Zweifel versichert sich man aber natürlich lieber beim Vermieter.

      Danke nochmals für Deinen Hinweis!

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