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Dieter Petereit 7. Dezember 2016

Neuerscheinung: WordPress 4.7 ist die bisher beste Version

Am Nikolaustag 2016 erschien die neu­es­te Version 4.7 des belieb­ten WordPress CMS. Da ich alle mei­ne Projekte mit WordPress betrei­be, instal­lier­te ich das Update zunächst auf dem­je­ni­gen, wel­ches noch am ehes­ten den Zusammenbruch hät­te ver­kraf­ten kön­nen. Doch, es geschah nur gutes.

Wer, wie ich, seit 2005 auf WordPress setzt, der weiß, dass nicht alle Updates in der über zehn­jäh­ri­gen Geschichte in jedem Falle rei­bungs­los ver­lie­fen. Mehr als ein­mal, habe ich mir Seiten aus dem Netz geschos­sen, bloß weil ich mich trau­te, ein WordPress-Update ein­zu­spie­len. In den ers­ten Jahren, in denen Automattic dann das auto­ma­ti­sche Update anbot, habe ich davor zurück­ge­scheut. Erst seit etwa zwei Jahren drü­cke ich ohne Schweißausbrüche auf „Aktualisieren” im Backend.

Auch wenn die Neuerungen der letz­ten Jahre durch­aus stets ihre Berechtigung hat­ten, so rich­tig begeis­tert haben sie mich nicht. Das mag an mei­ner inne­ren Ausrichtung lie­gen. Ich kann halt mit tie­fen Änderungen an Core-Funktionen, die ich nicht mal ver­ste­he, nur wenig anfan­gen. Gibt es Neuerungen mit Blick auf Design-Features hin­ge­gen, bin ich schnell zu begeis­tern. Und genau das hat die neue Version 4.7, die­ses Mal nach der Jazz-Sängerin Sarah „Sassy” Vaughan benannt, geschafft.

Neues Standardtheme und verbesserter Customizer

Es sind die Verbesserungen des Theme Customizers in Kombination mit dem neu­en Standardtheme „Twenty Seventeen”, die mich fas­zi­nie­ren. Das neue Theme setzt tat­säch­lich auch die neue Version vor­aus und ist nicht abwärts­kom­pa­ti­bel zu vor­he­ri­gen Versionen. Das hat viel damit zu tun, dass es die Neuerungen im Theme Customizer unter­stützt und von daher aktu­ell der bes­te Ausgangspunkt für eige­ne Designübungen mit WordPress 4.7 ist. Wenn du dir das Theme in Aktion anse­hen willst, sur­fe rüber zu 2017.wordpress.net.

Needle & Hook: Die offi­zi­el­le Demo für Twenty Seventeen (Screenshot: Dr. Web)

Wenn du dir die Demo anschaust, fällt dir mit Sicherheit als ers­tes das Video im Hero-Format als Header auf. Videos im MP4-Format kannst du jetzt bequem über den Customizer als Header defi­nie­ren. Das ist aber längst nicht alles, denn im Grunde ist der Customizer der neue Dreh- und Angelpunkt für den Aufbau dei­ner Website und nicht mehr bloß ein klei­nes Tool für die Anpassung ein­zel­ner Elemente.

Mit dem neu­en Customizer kannst du Menüs sogar mit Seiten bau­en, die es noch gar nicht gibt. Du legst sie aus dem Customizer her­aus als lee­re Dateien an. So musst du dei­nen Workflow nicht unter­bre­chen, kannst erst­mal in Ruhe dein gewünsch­tes Navigationsmenü bau­en und spä­ter zu den Inhalten kom­men.

Die Anpassung von Elementen, die über den Customizer nicht änder­bar sind, wer­den nun mit­tels eines Bereichs für eige­nes CSS erle­digt. Damit erüb­rigt sich in vie­len Fällen das Anlegen eines Child-Themes, denn das eige­ne CSS bleibt auch bei einem Theme-Update erhal­ten. Es wird in einem Custom Post Type namens custom_css gespei­chert und bleibt mit dem jewei­li­gen Theme ver­knüpft. So ver­lierst du es auch nicht bei häu­fi­gen Themewechseln.

Damit du bei einem neu­en Projekt am Design schrau­ben kannst, bevor du eige­ne Inhalte hast, kön­nen Themes künf­tig mit Starter-Inhalten gelie­fert wer­den, die du dann vor dem Publizieren des Themes ent­fernst. Überhaupt ist der neue Customizer dar­auf ein­ge­stellt, dich erst­mal spie­len zu las­sen. Sämtliche Änderungen siehst du sofort in der Live-Preview, aber nicht im Frontend. So kannst du expe­ri­men­tie­ren, solan­ge du willst, sicht­bar wer­den dei­ne Designbemühungen erst, wenn du auf „Publizieren” klickst. Kleine Bearbeitungs-Icons neben den Elementen, die du ändern darfst, füh­ren bei Klick direkt zu den ent­spre­chen­den Panels. Damit du dei­ne Änderungen am Layout auch nach län­ge­rem Arbeiten nicht ver­lierst, spei­chert das System künf­tig auto­ma­tisch den Bearbeitungsstand, so, wie es das auch bei Beiträgen tut.

Post Type Templates, PDF-Thumbnails und mehr

Bereits vor eini­gen Tagen schrieb ich einen klei­nen Beitrag zu einer wei­te­ren, sehr nütz­li­chen Änderung in der Version 4.7. Es han­delt sich um die Post Type Templates, die die Funktionalität der Page Templates nun auch für Beiträge zur Verfügung stel­len. Näheres erfährst du im erwähn­ten Beitrag.

In der Mediathek erhal­ten hoch­ge­la­de­ne PDF-Dateien künf­tig ein Thumbnail-Preview, damit sie leich­ter iden­ti­fi­zie­ren kannst. Dabei wird stets die ers­te Seite des Dokuments ver­wen­det. Achte also künf­tig beson­ders auf das Deckblatt dei­ner PDFs.

Internationale Multiautorenprojekte, wie etwa unse­re Schwester Noupe, wer­den sich dar­über freu­en, dass die Backendsprache jetzt auf Benutzerebene ein­ge­stellt wer­den kann. Zur Wahl ste­hen alle Sprachen, die in WordPress instal­liert sind. Hier musst du sicher­lich noch­mal Hand anle­gen.

REST-API: Inhalts-Endpunkte bringen das Headless Web näher

Auf den ers­ten Blick han­delt es sich um eine unschein­ba­re Änderung. Bei genau­er Betrachtung jedoch sind die neu­en Inhalts-Endpunkte der REST-API ziem­lich bedeut­sam. Fortan ist es näm­lich mög­lich, von extern auf jed­we­den Inhalt einer WordPress-Installation zuzu­grei­fen. Damit wer­den ganz neue Generationen von Apps mög­lich. Ebenso las­sen sich Inhalte in belie­bi­ger Art und Weise in ande­re Produkte inte­grie­ren. Es han­delt sich um die ers­ten Schritte ins Headless Web, einem Web, das kei­nen Browser mehr benö­tigt. Wenn dich das Thema näher inter­es­siert, willst du viel­leicht mei­nen Artikel für t3n dazu lesen.

Das waren mei­ne Highlights des neu­en WordPress 4.7. Selbstverständlich ist mei­ne Aufzählung nicht annä­hernd voll­stän­dig. Wenn du es ganz genau wis­sen willst, lies auch den Beitrag im deut­schen WordPress-Blog, der sich mit noch mehr Details beschäf­tigt.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

8 Kommentare

  1. Ist jetzt zwar schon etwas älter, aber das mit dem Customizer wuss­te ich noch nicht. Danke für die Infos!

  2. Sehr infor­ma­ti­ve Seite! Danke!

  3. Ich muss sagen, der Customizer ist nun end­lich in einem Zustand, den man ver­wen­den kann. Vorher habe ich ihn ehr­lich gesagt sel­ten genutzt. Und was ich auch wie­der mal bestä­ti­gen kann: Das Update lief bis­her bei allen mei­nen Blogs sau­ber durch. Bisher kei­ne Probleme mit irgend­wel­chen Plugins oder so. Aber das ist man ja fast schon “gewöhnt” bei WordPress! ;-)

  4. Vielen Dank, der Beitrag hat mir Mut gemacht und ich habe auch 4.7 instal­liert, kei­ne Probleme. Die neu­en “Post Type Templates” wer­den im Netz gut erklärt, ist ein­fach ein­zu­set­zen.
    Ein abso­lu­tes Rätsel ist mir aber, wie man das Standardtheme-Beispiel mit sei­nen vier gro­ßen Fotos auf der Startseite nach­bau­en kann, nichts gefun­den in den Weiten des Netz.

  5. Das neue Update ist wirk­lich fan­tas­tisch! Vor allem mit wel­cher Leichtigkeit sich neue Post-Templates ein­bin­den las­sen.

    Ein Feature auf das ich schon sehr lan­ge gewar­tet habe :)

  6. Vielen Dank für den Beitrag! Dann wer­de ich mich heu­te Abend auch mal das Update wagen. Bin mal gespannt. Da haben die Entwickler ja eini­ges der Versprechen ein­ge­hal­ten ;-)

    Liebe Grüße

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