Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Dieter Petereit 15. August 2013

Neuer Marktplatz für Kleinstaufträge: Swiftly

Kein Beitragsbild

Sie sind Seitenbetreiber und im Großen und Ganzen mit Ihrer Website zufrie­den? Immer wie­der gibt es jedoch den Bedarf, eini­ge weni­ge, klei­ne Änderungen vor­zu­neh­men. Einen Stamm-Designer haben Sie nicht oder nicht mehr? Dann könn­te der neue Marktplatz Swiftly aus dem Hause 99Designs etwas für Sie sein. Swiftly ver­mit­telt hand­ver­le­se­ne Designer an Kunden mit klei­nen Änderungsbedarfen für eine Flatrate von 15 Dollar pro Job.

swiftly-landingpage

Swiftly: Kleinstaufträge per Flat Fee

Lesen Sie die­sen Beitrag mit der Designer-Kappe auf, dann wer­den sich Ihnen wohl­mög­lich bereits die Fußnägel auf­rol­len. Denn einen belie­bi­gen Kleinauftrag für eine Flatrate von 15 Dollar zu erle­di­gen, klingt nicht eben nach gro­ßem Reichtum. Zumal Swiftly sei­ne Provision noch in Abzug brin­gen wird. An Ende haben Sie dann etwa 10 Dollar, rund 7,50 Euro brut­to zu ver­bu­chen. Das klingt in der Tat nicht so recht ver­lo­ckend.

Andererseits, so wie sich Swiftly die Sache vor­stellt, geht es in der Tat um abso­lu­te Kleinstaufträge. Etwa den Kerl hier rechts im Bild raus­zu­neh­men:

swiftly-exp-before

Damit die schö­ne Erinnerung letzt­lich so aus­sieht:

swiftly-exp-after

Das wür­den wir, die wir Photoshop sowie­so den gan­zen Tag offen haben, sicher­lich für 10 Dollar kos­ten­de­ckend hin­be­kom­men, oder nicht?

Andere Anwendungsfälle kön­nen das Ändern eines Textes auf einer Visitenkarte, das Vektorisieren einer Pixelgrafik, Textänderungen auf einer bestehen­den Website, Formatkonvertierungen oder Anpassungen an Werbebannern sein. Bleibt es dabei, geht von Swiftly für Designer kei­ne Gefahr aus. Im Gegenteil kön­nen der­ar­ti­ge “halb­au­to­ma­ti­sche” Auftragseingänge hel­fen, die Kapazitäten aus­zu­las­ten und klei­ne­re Zeitfenster zwi­schen grö­ßen Arbeitsabschnitten sinn­voll zu fül­len.

swiftly-taskexamples

Regionale Nähe zwischen Kunde und Designer als Ziel

Derzeit arbei­tet Swiftly nur mit hand­ver­le­se­nen Designern aus der 99Designs-Community zusam­men, die nach Skills, aber auch nach Zeitzone aus­ge­wählt wur­den. Swiftly will näm­lich vor allem eines sein, schnell. Um das zu errei­chen, ist es natür­lich sinn­voll, die drin­gen­de Textänderung an der deut­schen Website nicht an einen Auftragnehmer zu ver­mit­teln, der just zu die­sem Zeitpunkt fried­lich schlum­mernd in der Heia liegt.

Nach Angaben des Unternehmens liegt der der­zei­ti­ge Zeitrahmen von Auftragseingang bis Vermittlung an einen Designer bei nur 20 Minuten. Das wird man bereits als hin­rei­chend zügig bezeich­nen wol­len. Sollte sich die Plattform öff­nen, dürf­te mit Reaktionszeiten im ein­stel­li­gen Minutenbereich zu rech­nen sein. Den Kunden wird’s freu­en.

Was halte ich als Auftragsschaffender und Kunde selbst von so einem Dienst?

Als Kunde, der ich in man­chen Spezialbereichen sel­ber bin, kann ich mich mit dem Gedanken, schnell einen ver­läss­li­chen Kontakt zu einem fähi­gen “Job-Erlediger” zu erhal­ten, durch­aus anfreun­den. Denn es kommt viel zu oft vor, dass ich teils tage­lang nach jeman­dem suchen muss, der gera­de klei­ne­re Aufgaben zügig erle­di­gen will. Das “Kann” ist in der Regel nicht das Problem. Jedoch sind Kleinstaufträge offen­bar recht unbe­liebt.

Als Designer kann ich das wie­der­um, bezo­gen auf mei­ne Kernbereiche, sogar nach­voll­zie­hen. Kleinstaufträge kom­men stets zur Unzeit, aber nie, wenn man tat­säch­lich einen Leerlauf hat – und wer hat den nie? Wenn man also nun qua­si auto­ma­ti­siert lau­fend Kleinstaufträge ange­bo­ten bekä­me, dann wäre die sta­tis­ti­sche Wahrscheinlichkeit, dass es in ech­ten Leerlaufzeiten pas­siert, zumin­dest erhöht. Insofern besteht hier even­tu­ell sogar eine ech­te Marktlücke, die Swiftly schlie­ßen kann.

Der Dienst sel­ber weist noch auf einen wei­te­ren poten­zi­el­len Vorteil hin, näm­lich den, dass sich durch die räum­li­che Nähe zwi­schen Kunde und Designer nach dem ers­ten über die Plattform abge­wi­ckel­ten Geschäft eine län­ger­fris­ti­ge Auftragsbeziehung außer­halb von Swiftly auf­bau­en könn­te. Wenn da mal nicht der Wunsch der Vater des Gedanken ist…

Da Swiftly kei­ne ech­ten Grenzen des­sen setzt, was abge­for­dert wer­den kann, son­dern nur Beispiele mög­li­cher Auftragsvergaben nennt, steht aller­dings zu befürch­ten, dass Kunden das System über­rei­zen wer­den. Da könn­te es dann nicht um eine ech­te Änderung am vor­han­de­nen Logo gehen, etwa eine Farbanpassung, son­dern da könn­ten dann schnell mal kom­plet­te Redesigns über die Flatrate abge­for­dert wer­den. Zwar bie­tet 99Designs für grö­ße­re Projekte eine eige­ne Plattform. Dort jedoch begin­nen die Preise in ganz ande­ren Regionen.

Es bleibt abzu­war­ten, wie die Designer auf Swiftly, aber auch der Dienst sel­ber damit umge­hen wer­den. Was hal­ten Sie von Diensten die­ser Art? Schon mal benutzt oder kom­plett indis­ku­ta­bel oder wie?

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

8 Kommentare

  1. Das ist aber jetzt nur für Design-Aufträge oder?

    Gibt es sowas auch für JQuery/JavaScript?

  2. Ein Kunde der soche Dienste wahr­nimmt ken­ne ich seit neu­es­tem. Dort sein Logo bau­en las­sen, dort Visitenkarten mit 5-Punkt-Schrift mit schwar­zem Text auf dun­kel­brau­nem Untergrund. Danach Flyer wie­der woan­ders machen las­sen. Website als Billigbaukasten mit wie­der ande­rem Design – da passt nichts zusam­men.

    Das pas­siert, wenn nur auf den Preis geschaut wird und das Billigste gera­de gut ist.

    Jetzt hat er bei mir sein Logo über­ar­bei­ten las­sen, auch für sei­ne Website, Autobeschriftung und Schilder machen las­sen – alles in einem Design.

    Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass für 15€ eine ver­nünf­ti­ge Leistung mög­lich ist.

  3. “..das Vektorisieren einer Pixelgrafik…” für vol­le 7,50 Euro?
    Ja, Swiftly, bei den Beispielen rol­len sich bei mir, der Photoshop den gan­zen Tag offen hat, die Fußnägel.
    Da gibt es lei­der kei­nen Raum für Diskussionen.

  4. Für Kunden sicher eine super Sache! Allerdings für klei­ne Freischaffende, die u.a. genau die­sen Bereich abde­cken und sich durch viel ‘Kleinvieh’ bis­her teil­wei­se ihr Überleben sichern konn­ten, eine Gefahr, wie ich fin­de.

  5. Hallo Dieter,
    dan­ke für den inter­es­san­ten Beitrag. Der Gedanke, der hin­ter swift­ly steckt, ist prin­zi­pi­ell schon inter­es­sant.
    Allerdings befürch­te ich, dass sehr vie­le “Kunden” ver­su­chen wer­den, so mit mini­ma­len Beträgen das Maximum zu for­dern… Wer kennt nicht den Kunden, der ein klei­nes Projekt ange­fragt hat und einen güns­ti­gen Preis dafür ange­bo­ten bekommt, und der dann plötz­lich zum Großkunden mutiert, ohne dabei aber das Budget anglei­chen zu wol­len…?

    Dennoch wer­de ich die Entwicklung des DIenstes mit Spannung beob­ach­ten.
    VG
    Jan

    • naja, aber wor­in besteht denn das pro­blem den kun­den bei solch dreis­ten for­de­run­gen abzugeben/ abzu­sto­ßen, respek­ti­ve das pro­jekt ent­spre­chend zu been­den. dem gel­de wür­de ich dahin­ge­hend nicht hin­ter­lau­fen. zumin­dest nicht mehr. ein kun­de erhält exakt das, was im ver­trag veri­fi­ziert wor­den ist.
      denn wenn ich zum bäcker gehe, ich die­sem sage, dass ich zwei bröt­chen bezah­le, aber auf­grund zwei, drei feh­len­der son­nen­blu­men­ker­ne aufm bröt­chen gleich ein­mal die hal­be bäcke­rei mit­neh­men möchte/will, wird die­ser mir mit an sicher­heit gren­zen­der wahr­schein­lich­keit auch nicht sein gesam­tes inven­tar über­las­sen.
      ein kun­de erhält exakt das, wofür bezahlt wird. und kein stück mehr.
      klingt mög­li­cher­wei­se hart, vlt zu forsch und dras­tisch. aber mir schenkt auch kein kun­de geld: “mensch lude­wich, bistn tol­ler typ, hier has­te ein, zwei tau­send euro mehr”

      schö­ner traum… nur das auf­wa­chen soll­te ich vlt noch­mal üben ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.