Dieter Petereit 21. August 2018

Müllmail: Kostenlose Wegwerf-Adressen für jedermann

Sie sind so alt wie das Netz. Wegwerf-E-Mail-Adressen habe ich zum ersten Mal in den Neunzigern genutzt. Heutzutage gibt es indes noch weit mehr Bedarf daran. Der deutschsprachige Dienst Müllmail.com ist derzeit deine beste Anlaufstelle, wenn du aktiven Spamschutz betreiben willst.

Internet ohne E-Mail-Adresse? Undenkbar.

Im Weltennetz ist die E-Mail-Adresse unverzichtbar. Willst du dich zu einem der Trilliarden Cloud-Dienste anmelden, die aktuell das Internet definieren, besteht dein Benutzername in der Regel aus der E-Mail-Adresse – mindestens musst du sie angeben, um einen Account überhaupt anlegen zu können. Dabei ist nicht jeder Anbieter mit reinen Absichten gesegnet. Vielfach ist deine E-Mail-Adresse an sich das Objekt der Begierde der dubioseren Zeitgenossen im digitalen Spiegel der Gesellschaft.

Es empfiehlt sich also nachdrücklich, mit der eigenen E-Mail-Adresse sparsam umzugehen und selbige nur an Orten zu hinterlassen, an denen du auch bedenkenlos dein Auto parken würdest – im übertragenen Sinne, natürlich. Das sich daraus ergebende Dilemma umgehst du elegant mit der Nutzung eines Wegwerf-Maildienstes.

Wegwerf-E-Mail-Adressen schützen vor Spam

Ein solcher Dienst stellt dir temporär eine E-Mail-Adresse nebst entsprechender Empfangsmöglichkeit, neudeutsch als Inbox bekannt, zur Verfügung. So kannst du dich bei Dienst X registrieren, an Gewinnspiel Y teilnehmen oder die kostenlose App Z herunterladen, ohne dass der jeweilige Anbieter deine tatsächlich in Gebrauch befindliche Adresse erfahren muss.

Natürlich könntest du dir auch einfach eine weitere Gmail- oder sonstige Adresse anlegen und diese ausschließlich für Registrierungszwecke nutzen. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich indes ganz allgemein, um das Postfach mit der wirklich wichtigen Kommunikation überschaubar zu halten. Der Wegwerfdienst bietet dir den zusätzlichen Komfort, dass du dich um die so erzeugte E-Mail-Adresse anschließend gar nicht mehr zu kümmern brauchst.

Bestätige die eventuell erhaltene Registrierungs-Mail, ruf die benötigte Information ab und vergiss deine Wegwerf-Adresse wieder. Bequemer geht es nicht. Natürlich solltest du so nur vorgehen, wenn du tatsächlich im Nachgang nie wieder vom jeweiligen Anbieter, bei dem du dich registriert hattest, hören willst. In allen anderen Fällen verwendest du lieber die bereits erwähnte Zweitadresse.

Müllmail ist ein Wegwerfdienst ohne Furcht und Tadel

Der deutschsprachige Dienst Müllmail.com aus Österreich ist das derzeit beste, mir bekannte Angebot an Wegwerf-E-Mail-Adressen. Müllmail ist vollkommen kostenlos und werbefrei. Der Dienst erfordert selbst weder eine Registrierung, noch die Angabe persönlicher Daten in sonstiger Weise.

Müllmail.com in der Postfach-Ansicht. (Screenshot: D. Petereit)

Das Generieren und Abrufen deiner Wegwerf-Adresse ist unkompliziert und total einfach. Auf der Startseite des Dienstes gibst du einfach deinen gewünschten Prefix, also etwa schlauerdesigner66 ein und suchst dir eine der verfügbaren Domains für deine Adresse aus. Hier findest du schmunzelige Extensions wie @existiert.net oder @magspam.net, aber natürlich auch die namengebende @muellmail.com mit und ohne Umlaut.

Müllmail bietet auch Extensions für Chrome und Firefox

Neben einer eigenen Kreation kannst du auch den Zufallsgenerator arbeiten lassen. Dieser bestückt dich dann mit einer Zufalls-Adresse, wie

FreizuegigWohlriechenderTapir903@muellmail.com,

die du dann ebenso umstandslos verwendest, wie deine selbst ersonnenen. Für das Generieren von Zufallsadressen stellt Müllmail.com jeweils eine Extension für Chrome und eine für den Firefox bereit. Einmal installiert, klickst du auf das Mülleimer-Icon in deiner Browser-Toolbar, woraufhin sich ein Popdown-Fenster öffnet, welches dir eine zufällig generierte Adresse zur unmittelbaren Nutzung anbietet. Gefällt dir selbige nicht, wie es beim eben gezeigten Tapir womöglich der Fall sein könnte, klickst du auf „Neue zufällige Email” und wartest auf den nächsten Geniestreich des Namensalgorithmus.

Müllmail ruft alle paar Sekunden dein Postfach ab

Sobald du deine Adresse über das Web-Interface gebaut hast, wirst du in deine neue Inbox weitergeleitet. Alle vier Sekunden wird selbige auf den Eingang neuer Mails überprüft. Lass das Browserfenster mit der Inbox jetzt einfach so lange offen, bis du die erwartete E-Mail erhalten hast.

Auch über die Browser-Extensions kommst du ganz simpel an diese Stelle, indem du im genannten Popdown schlicht auf „Abrufen” klickst. Es öffnet sich nun dein Postfach im Browser.

Nachdem du die erwartete E-Mail erhalten und erforderlichenfalls darauf reagiert hast, schließt du das Browserfenster und vergisst die Adresse wieder. Nach 15 Minuten kann nun die Adresse neu vergeben, respektive auch durch andere Nutzer verwendet werden. Die Mails in der Inbox bleiben für drei Tage gespeichert, danach erfolgt die automatische Löschung. All das muss dich eigentlich gar nicht interessieren, es sei denn, dir fiele im Nachhinein ein, dass du die erhaltenen E-Mail doch als Ausdruck oder sonst wie verwahren wolltest.

Müllmail.com funktioniert auch auf mobilen Geräten, wie Smartphones. Hier ist allerdings nur der Zufallsgenerator nutzbar. Ich nehme an, der Betreiber wollte dir das Tippen mit der fummeligen Tastatur ersparen.

Was du mit Müllmail.com nicht tun kannst, ist, E-Mails versenden. Das indes brauchtest du eigentlich auch nur dann, wenn du selber spammen wolltest.

Fazit: Kosten- und werbefrei, was willst du mehr?

Müllmail ist, wie ich bereits erwähnte, vollkommen kosten- und vollkommen werbefrei nutzbar. Der Anbieter versendet selbst keine E-Mails. Du musst also keinen Spam vom Antispamdienst befürchten.

Damit hat Müllmail.com weder Haken, noch Ösen und deshalb einen Platz in deiner Bookmark-Liste verdient.

 

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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