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Sven Lennartz 24. Juni 2009

Moodboards – das Design vor dem Design

Ein Moodboard kann zeit­rau­ben­de Entwürfe und damit Geld spa­ren hel­fen. Es han­delt sich um eine Collage, die dem eigent­li­chen Design-Prozess vor­aus­geht. Hier geht es dar­um, Stimmungen und Ideen zu sam­meln, die für eine bestimm­te Aufgabe in Frage kom­men. Die Collage kann aus Ausschnitten, Ausrissen und Fotos bestehen und zum Beispiel auf eine Pappe geklebt wer­den. Auch geeig­net sind Papier- (Flipchart) oder Korktafeln (Pinwand). Sie kann auch vir­tu­ell am Rechner ent­ste­hen.

Eine beson­de­re Software braucht man dazu nicht, jedes Grafikprogramm genügt. Sie soll­ten in die­sem Fall aber einen Farbdrucker ihr Eigen nen­nen und ihrem Kunden, bezie­hungs­wei­se des­sen Repräsentanten Ausdrucke an die Hand geben. Kunden mögen das und freu­en sich über etwas, das man in die Hand und mit ins Büro neh­men kann.

Moodboards kön­nen für ganz ver­schie­de­ne Aufgaben ein­ge­setzt wer­den, etwa wenn es um die Einrichtung von Räumen geht, in der Mode oder eben im Webdesign. Wie das aus­se­hen kann? Eine Bildersuche im Web oder bei Flickr spuckt jede Menge Beispiele aus.

Leo Chen: Moodboard für Yahoo

Hier geht es um Farben, um Designelemente, typo­gra­fi­sche Vorlieben, Hintergrundmuster, Illustrationen. In wel­che Richtung soll es gehen, wel­cher Stil wird bevor­zugt? Das Moodboard wan­delt abs­trak­te Begriffe in etwas Greifbares un. Das ist pri­ma, wenn es dar­um geht, einem Kunden ers­te Vorschläge zu machen. Und bes­ser als zuviel zu erzäh­len. Nicht sel­ten weiß der Kunde ja selbst noch nicht, was er will, hat noch kei­ne Vorstellung vor dem inne­ren Auge – wer kann es ihm ver­den­ken…


Erica Edwards: Moodboard

In die­sem frü­hen Stadium wird nichts desi­gned oder ge-pho­to­shop­ped, was letzt­lich Zeit, Geld und Nerven spart. Supergenaue Entwürfe, Webdesigner sind nicht sel­ten Perfektionisten, braucht es nicht. Die Collage ist schnell zusam­men­ge­boß­elt. Ihr Charme ent­steht gera­de durch den dahin gewor­fe­nen Charakter. Es kön­nen auch Design-Elemente und für das neue Projekt poten­zi­ell inter­es­san­te Details ande­rer Webseiten ein­ko­piert wer­den. Schließlich will man sich hier erst inspi­rie­ren las­sen.


Video (Englisch): Creating a Mood Board

Es ist sinn­voll, meh­re­re Tafeln zusam­men­zu­stel­len und beim Treffen vor­zu­zei­gen. Farben und Stimmungen spie­len, wie bereits erwähnt, eine beson­de­re Rolle. Der Kunde kann sich spon­tan für eine Richtung ent­schei­den, was ihm wahr­schein­lich sogar leicht fal­len wird.

Auch für Projekte in eige­ner Sache kann man die Technik ein­set­zen, bei­spiels­wei­se wenn man noch nicht sicher ist, wohin die Reise design-tech­nisch über­haupt gehen soll.


Flickr Foto (CC)

Material zum Thema im Web

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Sven Lennartz

Sven Lennartz

Ex Webdesigner, Gründer von Dr. Web und Smashing Magazine. Heute ist Sven als Schriftsteller und Blogger unterwegs. Schau was er jetzt macht…

8 Kommentare

  1. Viele wis­sen gar­nicht wie sol­che Moodboards lau­fen. Also muss man den Lesern dies erst klar machen. Nicht alle Kunden sind Designer :)

  2. Moodboards JA.. aber nur bei Kunden mit star­ker Affinität zum Design/Webdesign.

    Habe das schon des öfte­ren bei Werbeagenturen gese­hen. Und es ist unglaub­lich inspi­rie­rend. Doch nie käme ich dar­auf das beim Kunden auf den Tisch zu packen.

    Eher dann Wireframes! Mit DTP Elementen kön­nen die meis­ten doch eher was anfan­gen, auch wenn man es auf eine Serviette zeich­net ;)

    Hier ein paar Beispiele:
    http://www.flickr.com/search/?q=wireframe

  3. Nette Sache. Das macht man ja irgend­wie auto­ma­tisch, ohne der Sache einen Namen zu geben. Mädchen nen­nen das Tagebuch, Schriftsteller Moleskine. Eine Software wäre nicht schlecht. Mindmaping-Programme eige­nen sich nicht und sind wegen ihrer Konzentrizität zu ein­ge­schränkt, und für jeden Einzeleinfall oder Schnipsel Illustrator oder Photoshop auf­ma­chen mag ich auch nicht. Meist samm­le ich die Schnipsel in einem Ordner und sehe ihn mir in Bridge an. MS Onenote böte sich an, aber irgend­wie ist mir das zu com­pany­mä­ßig und zu über­füllt.

    Trotz Lahmarschigkeit ist Illustrator wegen Farben und Schriften noch am bes­ten.

  4. … gute Sache! Werde ich auf jeden Fall aus­pro­bie­ren und erspart mir dann viel­leicht auch ab und an mal die übli­che “Mindestens 3 kos­ten­lo­se Entwürfe”-Arie!

    @Manuel: mal ein­ach drauf­los­bas­teln ist doch auch ab und zu mal schön, oder ? … ;–))) …

  5. Schöne Idee muss ich sagen.
    Bisher habt ich mei­ne Kunden ein­fach gefragt ob sie eine Website oder Printanzeige ken­nen die ihnen von Gestaltung und Farbgebung zuge­sagt hät­te.

    Denke da gera­de an eine abs­tra­hier­te Form des Moodboards bei dem via Stylesheet ein­fach ein paar Farbvarianten durch­ge­spielt und zwei drei schnel­le Layoutformen ver­scho­ben wer­den könn­ten.
    Das gan­ze in html auf einem usb-stick wird auf jeden Fall einen Erstversuch mor­gen bei einem Kunden bekom­men.

    Vielleicht fin­den sich so ja tat­säch­lich neue Ansätze. Und wenn nicht, hat­te ich heu­te wenigs­ten ein wenig Spaß beim bas­teln.

  6. Ich bin Ende letz­ten Jahres über Mood-Boards im Webdesign-Prozess gestol­pert und habe in 2 klei­ne­ren Webdesign-Projekten struk­tu­rier­te “PDF-Boards” ein­ge­setzt.
    Das Feedback vom Kunden war posi­tiv, er konn­te sich schnell einen Überblick über mei­ne Ideen ver­schaf­fen und frü­he Änderungswünsche ange­ben. Der nächs­te Schritt war dann ein WireFrame mit den ver­wen­de­ten Farben/Fonts etc.

  7. Das kommt halt davon das der Kunde kein Designer ist :)
    Viele Kunden haben nicht mal im gerings­ten ne Ahnung vom Internet…

  8. Oftmals ist es so, dass Kunden ein­fach Links von ande­ren Webseiten schi­cken, die sie toll fin­den und die als Vorlage die­nen sol­len. Ich habe lei­der die Erfahrung gemacht, dass Kunden oft die Möglichkeit der Abstraktion fehlt um sich bei einem sol­chen Moodboard ein mög­li­ches Ergebnis vor­zu­stel­len.

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