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Dieter Petereit 5. November 2008

Mono 2.0 – .Net For The Masses

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Als Miguel de Icaza 2001 das Projekt Mono ins Leben rief, um das microsoft-proprietäre Framework .NET als Open Source zu re-implementieren, hielt ich ihn für einen Spinner. Als seine Firma Ximian 2003 von Novell vornehmlich wegen der PIM-Software Evolution übernommen wurde, erwartete ich eine Einstellung der Mono-Entwicklung. Umso überraschter war ich, als ein Jahr später tatsächlich die Version 1.0 erschien. Es folgte erneut eine Phase der Stagnation, in der sich das Projekt bis zum Frühjahr dieses Jahres in verschiedenen Marginalien der Version 1.2 zu verheddern schien…

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Im Oktober ist nun die Version 2.0 erschienen und die darf man wirklich als großen Wurf bezeichnen, obwohl sie im Grunde nur eine nahezu vollständige Implementation des .Net 2.0, das ja selbst bereits wieder out of date ist, darstellt. Mono 2.0 unterstützt, über den Umfang des .Net 2.0 hinausgehend, den kompletten Sprachumfang der C# Version 3.0, was insbesondere hinsichtlich der Datenbankabfragesprache LINQ bedeutsam ist. Außerdem ist Mono 2.0 VB8-fähig, will heißen, es beinhaltet einen Visual Basic 8 Compiler.

Das wesentliche Feature des .Net 3.0, die Windows Presentation Foundation, die die Trennung zwischen Optik und Logik einer Anwendung in ein relativ einfach zu verwendendes Framework umsetzt, ist in Mono 2.0 allerdings nicht enthalten. Als zu schwierig schätzen die Entwickler gerade diesen wichtigen Teil des 3er Zweiges von .Net ein. Auch hinsichtlich der Zukunftsperspektive einer Implementierung hält sich das Projekt eher bedeckt.

Dennoch ist Mono 2.0 ein großer Wurf. Denn tatsächlich gibt es mit den Microsoft-Releases 3.0 und 3.5 zwar bereits vermeintlich wichtige Nachfolger zum .NET 2.0. Allerdings ist in Entwicklerkreisen unstreitig, dass die Drei vor dem Punkt weder der einen noch der anderen Version gebührt. Tatsächlich wären die 3er Releases funktional eher als Versionen 2.x zu deklarieren gewesen, wenn nicht Microsoft durch die schiere Versionierung eine Vorreiterrolle, eine technologische Führerschaft und ein Innovationstempo hätte suggerieren wollen, das tatsächlich so gar nicht besteht.

Mono 2.0 ist deshalb von seiner Funktionalität her näher an den aktuellen Versionen seines Vorbilds, als man an den Versionsnummern ablesen kann. Einerseits. Andererseits basiert nahezu sämtliche relevante Software, jedenfalls im Bereich der Webapplikationen, nach wie vor auf .Net 2.0. Es macht schließlich keinen Sinn, auf der jeweils aktuellsten Version des Framework zu programmieren, wenn man die neuen Funktionalitäten entweder nicht braucht oder bereits mit Bordmitteln auf andere Art und Weise realisiert hat. Gerade im Bereich der Webapplikationen ist .Net eng mit dem es beherbergenden Server verwoben. Nach dem Motto „Never touch a running system“ wird man einen Administrator stets zögerlich vorfinden, wenn es um die Nachinstallation nicht unbedingt benötigter Software-Riesen auf einem Live-Webserver geht. Und .Net ist ein wahrer Software-Riese, jedenfalls bezogen auf das bloße Datenvolumen.

Wer sich einen Überblick über den Aufwand einer Portierung von ASP.NET zu Mono verschaffen möchte, möge sich den Guide: Porting ASP.Net Applications auf der offiziellen Projektseite ansehen. Der Anpassungsaufwand besteht im Wesentlichen in der Portierung der Datenbank und ist insgesamt durchaus als überschaubar zu bezeichnen. Ich werde testweise eines meiner nächsten (kleineren) Projekte unter Mono entwickeln und hier darüber berichten.

Mono 2.0 steht neben einer Version für Windows auch für die Betriebssysteme Linux, Solaris und Mac OS X zur Verfügung und ist, anders als die Versionsnummer vermuten lässt, durchaus eine gute Wahl für die plattformübergreifende Software-Entwicklung auf dem Stand der Technik. ™

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

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