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  • CMS
Michael Dobler 21. September 2006

Modular und flexibel: Redaxo

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Redaxo ist ein modular aufgebautes Open-Source Content Management System. Es nimmt für sich in Anspruch einfach und flexibel zu sein.

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Lizenzfreie Systeme zur Pflege von Internetauftritten gibt es viele, darunter der Riesen wie Typo3 oder Joomla. Diese können alles, lassen aber aufgrund ihres Funktionsumfangs viele, die sich mit dem Gedanken tragen, ein CMS einzusetzen, vor Ehrfurcht erstarren.

Die Demo-Version von Redaxo ließ sich im Selbstversuch auch von einem Nichtentwickler in gut einer halben Stunde installieren. Lediglich bei den Schreib- und Leserechten einzelner Dateien gab es auf dem Webserver Probleme, die aber dank verständlicher systemseitiger Fehlermeldungen schnell behoben werden konnten.

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Besondere Anforderungen an den Webspace stellt Redaxo nicht: PHP-Unterstützung und eine MySQL-Datenbank sollten die meisten Hoster für wenige Euros im Monat zu bieten haben. Wer dann ein FTP-Programm am Start hat und die Zugangsdaten für die Datenbank weiß, kann schon bald seine ersten Gehversuche starten.

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Die Demo-Version lädt zum stressfreien Ausprobieren ein.

Gleich positiv ins Auge fällt, dass die Macher von Redaxo offensichtlich Wert auf ein optisch ansprechendes Backend legen. In einem grafisch schönen Umfeld macht die erste Entdeckungsreise viel mehr Laune.

Da wäre zunächst die Hauptterminologie. Die verschiedenen Bereiche einer Website nennt Redaxo Kategorien, Ordner, die einen oder mehrere Artikel (Seiten) enthalten können. Wie alle modernen Content Management Systeme setzt auch Redaxo auf der Trennung von Layout und Inhalt. Das Layout (Einspalter, Zweispalter etc.) eines Artikels erfolgt durch die Zuweisung eines (HTML-)Templates mit ausgelagertem Stylesheet. Verwaltet werden die Templates über einen zentralen Menüpunkt.

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Jedem Artikel sein Template. Welches Seitenlayout man realisiert, bleibt der eigenen Pixelfantasie überlassen.

Templates bilden das grundsätzliche Seitengerippe, während der kombinierte Einsatz verschiedener Module letztendlich dafür sorgt, dass das, was man mit Textverarbeitung und Photoshop entwickelt hat, auch auf der Seite zu sehen ist. Im Internet-Legoland heißen die Modulbauklötze Headline, Formular oder Download, die, einmal entwickelt, in jedem Artikel zum Einsatz kommen können. Hier offenbart sich der ganze Charme eines modular aufgebauten Content Management Systems, das sukzessive mit den steigenden inhaltlichen Anforderungen des eigenen Internetauftritts Schritt hält.

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Module bringen den Geschwindkeitsvorteil beim Erstellen neuer Seiten und stellen gleichzeitig eine seitenweit einheitliche Formatierung sicher.

Kinderleicht wie das Zusammenstecken bunter Plastikteile ist das Erstellen von Templates und Modulen natürlich nicht. Solide HTML- und CSS-Kenntnisse sind selbstredend Pflicht und ohne ein vertieftes PHP-Verständnis wird auch das Anpassen bestehender Module zu einer schweißtreibenden Angelegenheit, geschweige denn eine Programmierung, die ganz den eigenen Vorstellungen von einer guten Website gehorcht. Wer sein CMS-Ding in Eigenregie durchziehen will, kommt an einem intensiven PHP-Kurs nicht vorbei. Allemal besser als noch zusätzlich eine Skriptsprache lernen zu müssen, wie das beim TypoScript von Typo3 der Fall ist.

Alleine mit seinen Sorgen und Nöten lassen einem die Leute hinter Redaxo allerdings nicht. Auf der Website gibt es eine ausführliche Dokumentation, komplett in deutscher Sprache. Und das User-Forum existiert nicht nur, sondern wird rege genutzt. Eine Plattform zum Wissensaustausch („My Redaxo“) befindet sich im Aufbau, hier sollen die Redaxonutzer ihre AddOns, Module und Templates miteinander teilen können. Alles Indizien für eine lebendige User-Community, wie auch die Liste der Agenturen, die bereits Go Lives mit Redaxo realisiert haben und Support anbieten, nicht darauf schließen lässt, dass es sich hier um ein System handelt, welches bald wieder vom Markt verschwindet.

Für Unternehmen, die in Zukunft ihre Website mit einem CMS betreiben oder ihr altes loswerden möchten, stellt Redaxo eine interessante Option da. Zukunftssicherheit verspricht die Offenheit für barrierefreies Webdesign, Features wie ein zentraler Medienpool und die 100%ige Kontrolle des Quellcodes lassen aufhorchen. Und der Blick auf die derzeit über 600 Einträge umfassende Referenzliste beweist, dass auch vorne etwas Gescheites heraus kommen kann. Darunter sind Großprojekte wie das mehrsprachige Wirtschaftsportal von Hessen und Perlen, wie die Selbstdarstellung der Eislaufprinzessin Katarina Witt. Ob Redaxo vom kostenlos verfügbaren Funktionsumfang den gleichen breiten Benutzerkreis zufriedenstellen kann wie die ganz Großen, bleibt abzuwarten und wird vom Anteil der entwicklungsfreudigen Radaxoianer ohne reine kommerziellen Absichten abhängen. ™

Links zum Artikel:

Erstveröffentlichung 21.09.2006

Michael Dobler

Michael Dobler

Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.

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