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Dieter Petereit 5. November 2008

Mobile GMail – Neue Funktionen

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Dieser Tage stellte Google die neue Version 2 seines Handyclients (J2ME) für den Google Mailservice zum Download bereit. Nachdem ich schon seit fast zwei Jahren Nutzer des Handyclient bin, erwartete ich aus Erfahrung keine Innovationen und installierte die App eher gewohnheitsmäßig. Und das war das Beste, was ich heute tun konnte…

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Der mobile GMail-Client startete bereits vor Jahren als mäßig hübsche Software und zickte auch auf eher mehr, denn auf weniger Handys ganz ordentlich rum. Die Discussiongroup zu GMail for Mobile jedenfalls liest sich wie eine Tragödie von Tolstoi. Ich persönlich hatte in den letzten Jahren, mit Ausnahme einer kurzzeitigen Verwendung auf einem BenQ Siemens EF81, regelrechtes Glück. Zumindest auf Nokia-Handys lief der Client im Grunde von Beginn an stabil.

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Seit drei Monaten bin ich relativ stolzer oder, sagen wir, zufriedener Nutzer eines Nokia E71. Obschon es eine Symbian-Version des GMail-Client gibt, empfiehlt Google den Einsatz auf dem E71 nicht. Stattdessen wird man auf die J2ME-Version verwiesen, die auch relativ unproblematisch, von einigen sporadischen Komplettabstürzen aufgrund irgendwelcher Scriptfehler abgesehen, funktioniert. Das große Breitbilddisplay des E71 erleichtert die Übersicht zusätzlich und so gehört der Mobile-Client zu meinen meistgenutzten Tools. Möglicherweise ist er sogar das meistgenutzte Tool, wenn ich nachts und Wochenende und andere Zeiten, in denen ich nicht vor dem Bürorechner sitze, in Betracht ziehe.

Was mich aufgrund der häufigen Verwendung zunehmend nervte, war die Performance. Mobile GMail kam nicht aus den Socken. Ob ich mich in einem UMTS-Gebiet befand oder per GPRS surfte, machte für Mobile GMail keinen Unterschied. Zäh flossen die Daten über die Leitung und ohne Leitung ging gar nichts. Einen Offline-Modus, in dem man wenigstens Zugriff auf bereits empfangene Mails haben würde, gab es nicht. So konnte man auch in Gebieten ohne Empfang oder bei ausgeschaltetem Funkmodul, wie zum Beispiel im Flieger weder bereits empfangene Mails lesen, noch neue Mails für den Versand vorbereiten.

Da ich neben meinem @googlemail-Konto auch noch ein Google Apps-Konto unter eigener Domain habe, fand ich es schade, dass man zum einen nur ein einziges Konto mit Mobile GMail verwalten und zum anderen keine Apps-E-Mail-Accounts damit nutzen konnte. So habe ich meine Apps E-Mail bisher über den ziemlich miesen Pop-Client der S60 3rd Edition abgerufen.

Als hätte Google mir bei der Verwendung zugesehen und vor allem meinen tourette-artigen Ausfällen zugehört, zeigte sich mir heute nachmittag ein Mobile GMail ganz nach meinem Geschmack und vor allem nach meinen Bedürfnissen und denen anderer Datennomaden.

GMail for Mobile 2 bietet einen Offline-Modus. Bereits empfangene Mails können gelesen und bearbeitet werden. Neue Mails können vorbereitet und in den Postausgang gestellt werden. Beim nächsten Connect gehen sie raus. Die Anwendung zeigt nun erstmals deutliche Geschwindigkeitsunterschiede in den unterschiedlichen Datennetzen. UMTS spielt jetzt auch in GMail seine Vorteile aus.

Der Client ist hübscher geworden. Die Farbgebung ist noch ein wenig gefälliger als zuvor und die Mails scrollen sanft, fast iPhone-artig über den Screen. Das Aufrufen einzelner Mails erfolgt in rasantem Tempo und es scheinen auch mehr Mails gleichzeitig downgeloaded zu werden. Beim Scrollen in der Liste muss man jedenfalls deutlich seltener Nachladezeiten ertragen. Mobile GMail lässt sich jetzt mit einem Tastendruck in den Hintergrund legen. Bislang ging das nur mit Betriebssystemfunktionen, die bei einem falschen Tastendruck GMail abschossen.

Mehr Einstellungsmöglichkeiten verbessern die Funktionalität, manche auch nur geschmacklich, wie beispielsweise die Option, an vom Handy gesendete Mails automatisch eine Signatur wie „von meinem Mobilgerät aus gesendet“ anzuhängen. Über die Optionen stellt man auch ein, ob sich ein ausgeblendetes GMail melden soll, wenn es neue Mails empfangen hat.

All das ist sehr erfreulich und wird meine Nutzung weiter intensivieren. Die eigentlichen Innovationen habe ich Ihnen jedoch bisher verschwiegen. Mobile GMail kann nämlich jetzt mehr als ein Konto verwalten. Ich weiß nicht sicher, wieviele, aber es sind definitiv mehr als zwei. Ich vermute, dass die PC-übliche Grenze von 5 auch hier gültig sein wird. Und noch erfreulicher ist, dass nun auch Apps E-Mail-Accounts verwaltet werden können. Der Wechsel zwischen den Konten erfolgt verzögerungsfrei im laufenden Betrieb über Menü > Konten und Bestätigungsklick auf das gewünschte Konto.

Wer ein Googlemail-Konto oder ein Google Apps-E-Mail-Konto oder mehrere in beliebiger Mischung hat und ein Handy sein eigen nennt, sollte sich die Version 2 des GMail-Client for Mobile herunterladen. Der Download erfolgt direkt vom Handy aus unter der Adresse

m.google.com/mail

Zum Schluss noch eins. Vor der Installation der neuen Version sollten Sie die bisherige Version deinstallieren. Mobile GMail prüft das nicht, aber Ihr Handy könnte danach auf die Idee kommen, den Start von GMail zu verweigern, weil es mehrere Instanzen der „gleichen“ Software nicht zulässt. Ärger, den man sich sparen kann. ™

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

4 Kommentare

  1. Hallo,
    ich habe nun auch die neue Version vom mobilen googlemail auf meinem s60-handy. Kann mir jemand von euch erklären, wie man die Nachricht „Von meinen Mobilgerät aus gesendet“ EDITIEREN kann? In den Einstellungen gibt es nur „ja oder nein“, aber ich würde gern den offensichtlichen (und peinlichen) Rechtschreibfehler entfernen! Ich habe irgendwie das Gefühl, dass das nur mir auffällt. Hat jemand eine Idee? Dankeschön

    Grüße,
    Simon

  2. Wie sieht es mit Datenvolume? Wie viel verbraucht dieser Client von Traffic?

    Besonders wichtig ist es, wenn du Mobiler Gmail in Hintergrund laufen lässt?

  3. Hi,

    hab auch mal ein Handy mit GMail-Client gehabt. Das ich das verloren habe war das Beste was mir passieren konnte.

    Dauernd nach neuen Mails geschaut – könnte ja was wichtiges dabei sein. Wenn ne Mail da war sind es natürlich meistens Sachen (irgendwelche Probleme) die man dann gleich erledigen muss – also schnell an den Computer…..

    Als es weg war habe ich mir ein Motorola Motofone F3 gekauft. Das Ding kann nichts, außer telefonieren halt. Keine JavaProgramme, PushMail und das ganze Zeug.

    Und siehe da, die Welt ist ohne Mobile-E-Mail nicht untergegangen und mir geht es Abends und am Wochenende besser wenn ich NICHT weiß, was so im Eingang liegt. Es reicht, wenn ich mich den nächsten Tag/Montag drum kümmere.

    An den Autor: Nachts/Wochenende kann man viele Dinge machen für die man kein Handy braucht. Bei manchen Dingen stört es sogar gewaltig….. ;-)

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