Rene Schmidt 18. Juli 2005

Mit neuen Ideen: ShopWeezle

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ShopWeezle ist ein bislang nahezu unbekanntes E-Commerce-Produkt des deutschen Programmierers Andreas Kansok. Hat der kreative Shop-David gegen die Goliaths der Branche eine Chance?

Funktionsumfang
„ShopWeezle Professional Plus“ reißt mit knapp 1800,- EUR netto erstmal ein Loch in das Bankkonto eines zukünftigen Shop-Betreibers. Der Funktionsumfang ist allerdings auch deutlich höher als bei Konkurrenzprodukten. Wer nicht gleich mit dem vollen Programm starten möchte, findet mit ShopWeezle Personal ab 250,- EUR netto einen um einige Module reduzierten Einstieg.

Die komplett ausgestattete Version bietet zahlreiche Schmankerl, die bei weitem nicht jede Shop-Software bietet.

Die Sahnestücke von ShopWeezle:

  • RMA/Garantieabwicklung: über ein einfaches Ticketsystem können Shop-Betreiber direkt im System RMA- und Garantiefälle abwickeln.
  • ShopInfo.xml: Shop-Betreiber können über eine ShopInfo.xml-Schnittstelle Artikeldaten an Shopping-Portale wie zum Beispiel PreisRoboter.de melden.
  • Partnerprogramm: Über dieses Modul können Shop-Besitzer ein eigenes Partnerprogramm starten und damit eine im Internet beliebte Vertriebslösung nutzen. Es unterstützt allerdings nur das „Zahlung pro Verkauf“-Provisionsmodell.
  • Berater-Modul: Wer seinen Mitarbeitern Beine machen will, zahlt ihnen erfolgsabhängige Provisionen. Mit dem Berater-Modul ist es möglich, Kunden-Mitarbeiter-Relationen herzustellen und Provisionen automatisch zu berechnen.
  • Konfigurator: Besonders für Computer-Shops ist das Konfigurator-Modul interessant. Dieses Modul ermöglicht sogenannte „Master“-Artikel. Das können beispielsweise unterschiedlich ausgestattete PC-Modelle sein. Diese Master-Artikel sind Kombinationen aus Shop-Artikeln. Der Ladenbetreiber kann Konfigurationsmöglichkeiten vorgeben, aus denen seine Kunden ihre gewünschte Zusammenstellung wählen. Einzeln erhältliche Artikel und Kombinationsartikel müssen nicht doppelt gepflegt werden, was die Administration des Shops angenehm erleichtert.
  • Gutscheinsystem: Dieses Modul erleichtert die Verwaltung von zeitlich begrenzt gültigen Gutschein-Codes, wie sie zum Beispiel von Amazon bekannt sind. Shop-Betreiber können ihren Kunden prozentuale oder absolute Beträge auf den Warenwert gutschreiben.
  • Upload: Dieses Modul wird mit jeder ShowWeezle-Version geliefert. Es ermöglicht Shop-Kunden, Dateien in das System hochzuladen, zum Beispiel Gewerbenachweise oder Druckvorlagen.
  • Verleihartikel: ShopWeezle beherrscht mit diesem Modul Kartenreservierungen und zeitlich beschränktes Ausleihen von Produkten, beispielsweise Videos oder Computerspiele.

Alle Module sind auch für „kleinere“ Versionen von ShopWeezle erhältlich. Außer diesen nicht alltäglichen Eigenschaften bietet ShopWeezle die für Shopsysteme üblichen Funktionen wie Staffelpreise, differenzierbare Mehrwertsteuer sowie Online-Bezahlung via SaferPay und PayPal.

Installation
Systemvoraussetzung sind laut Aussage des Anbieters ein Webserver, PHP+ZendOptimizer und MySQL. Die Installation auf bereits angemietetem Webspace ist im Kaufpreis inbegriffen. Als Alternative bietet der Hersteller gegen eine monatliche Gebühr selbst Webspace an, so dass auch eine „Alles-aus-einer-Hand“-Lösung möglich ist.

Frontend
Kaum bietet Google seine „Google Sitemaps“ an, unterstützt ShopWeezle dieses neue Angebot bereits. Die Sitemaps erleichtern dem Google-Bot die tägliche harte Arbeit. Der Weg zu einer guten Platzierung im Angebot der beliebtesten Suchmaschine der Welt dürfte damit etwas kürzer werden. Der Warenkorb bietet die üblichen Standardfunktionen wie „Warenkorb aktualisieren“ und „Waren löschen“ an.“ Interessant: Im Laufe der Recherchen zum Produkt hat Andreas Kansok dem Warenkorb Vorschaubilder für die ausgewählten Artikel spendiert. Die Thumbnails führen in der Regel zu einer 10% höheren Konversionsrate (Kunden pro Besucher).

Screenshot
Frontend

Backend
Bessere E-Commerce-Systeme bieten administrative Rollenverteilung an, so dass bestimmte Aufgaben an Mitarbeiter delegiert werden können. ShopWeezle bietet diese Funktion bereits ab der günstigen Personal-Version an.

Dokumentation, Anpassung, Support
Die Dokumentation ist offenbar nicht ganz auf dem aktuellen Stand, so dass Kunden öfter mal auf direkten Support angewiesen sein könnten. Support steht über Instant Messenger (Yahoo IM, ICQ), sowie per Telefon und E-Mail kostenlos zur Verfügung.

Screenshot
Backend

Die Scripte des Shopsystems erhalten die Kunden allerdings nur in binärer Form. Änderungen an der Programmlogik sind somit Andreas Kansok vorbehalten. Einfache Modifikationen am HTML können Kunden dagegen in gewissem Rahmen selbst erledigen. Kleiner Wermutstropfen: Der Shop ist nicht komplett Templates-basiert, so dass Shop-Betreiber zur Zeit noch keine vollständige Kontrolle über das Layout haben.

Fazit
Der Funktionsumfang eines „ausgewachsenen“ ShopWeezles ist beeindruckend. Der Preis ist angesichts der Leistung durchaus angemessen. Angenehm ist die Möglichkeit, auch mit der günstigen Personal-Version starten und trotzdem alle vorhandenen Module nachkaufen zu können. Das eigene Online-Geschäft wächst mit, nicht zuletzt auch mit Hilfe der Schnittstelle zur Faktura-Software von Lexware.

Screenshot
Administration

Aber nichts ist so perfekt, als das man es nicht noch verbessern könnte: verschlüsselte SSL-Verbindungen sind nur nach dem Motto „ganz oder garnicht“ möglich. Der Laden kann zur Zeit also nur komplett oder überhaupt nicht verschlüsselt übertragen. Das produziert entweder unnötig Serverlast oder setzt Kunden durch die fehlende Verschlüsselung unnötigen Gefahren aus. Darüber hinaus ist die Unterstützung für HTML-Templates laut Aussage des Programierers noch nicht vollständig umgesetzt.

Andreas Kansok hat neben besserer SSL- und Templates-Unterstützung noch weitere Teilprojekte im Ofen. Geplant sind ein Bewertungssystem für Artikel, automatisch erzeugte Kundenrechnungen im PDF-Format und Barrierefreiheit. ™

Links:

Erstveröffentlichung 18.07.2005

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