Julius Panoke 23. Januar 2017

E-Commerce: So machst du dich ohne Startkapital nebenberuflich selbständig

Jeder Mensch hat mindestens ein Talent, das ihm auch Spaß macht. Für die meisten ist es dann nur natürlich, dieses Talent zum Hobby zu machen. Seltener sind hingegen jene Menschen, denen es gelingt, Karriere und Talent unter einen Hut zu bringen – vor allem, wenn das Talent sich erst später im Leben zeigt. Der Gedanke, dass es dafür ohnehin zu spät sei, ist falsch. Es ist nie zu spät, aus seinem Hobby einen Beruf zu machen und nebenberuflich unter der Nutzung von E-Commerce zu gründen.

Nicht jeder Mensch ist der Typ, der alles hinschmeißen und sich kopfüber in die Selbstständigkeit stürzen kann. Wer also vorhat, sich neben dem eigenen Beruf nach und nach selbstständig zu machen, für den ist der folgende Artikel ein roter Faden.

Dein Produkt

Mit kleinem Geld nebenberuflich Gründen durch E-Commerce

Am Anfang steht immer die Frage: Was will ich eigentlich verkaufen? Entweder du produzierst selbst etwas oder verkaufst eine Ware weiter. Ersteres ist natürlich aufwendiger und setzt Fertigkeiten voraus. Letzteres ist hingegen weniger kompliziert, benötigt aber auch sehr viel mehr Kapital. Wir werden uns auf ein selbstproduziertes Produkt konzentrieren, da wir auf möglichst geringe Kosten zielen. Alle Empfehlungen, die hier für ein selbstproduziertes Produkt ausgesprochen werden, gelten in der Regel aber auch für den Verkauf fremder Produkte.

Dann musst du entscheiden, was genau dein Produkt sein soll. Mach nicht den Fehler und entscheide dich für ein Produkt, das sich gut zu verkaufen scheint, aber außerhalb deiner Talente liegt. Dabei bleibt viel Qualität auf der Strecke und die Arbeit wird dich über kurz oder lang frustrieren. Sei lieber authentisch und finde etwas, das dir liegt. Unabhängig davon, wofür du dich entscheidest, sollte dein Produkt drei Grundvoraussetzungen erfüllen:

  • Es kann zu Hause produziert werden (es müssen keine zusätzlichen Räumlichkeiten angemietet werden).
  • Es werden keine zusätzlichen Mitarbeiter benötigt. Ob du deine Familie heranziehst, ist dir selbst überlassen. Aber kläre vor einer Zusammenarbeit, ob es eine Gegenleistung gibt – sofort oder im Erfolgsfall.)
  • Es werden keine teuren, zusätzlichen Maschinen benötigt (Nähmaschine und großer Kochtopf fallen hier nicht darunter).

Erfüllt dein Produkt diese Voraussetzungen, kannst du mit dem nächsten Schritt weitermachen.

Deine Kunden

Mit kleinem Geld nebenberuflich Gründen durch E-Commerce

Auch bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit kommst du nicht um eine detaillierte Marktanalyse herum. Zu wissen, ob Menschen bereit sind, dein Produkt in seiner finalen Form zu kaufen, ist essentiell. Um das herauszufinden kannst du zunächst prüfen, wie es um die Konkurrenz in deiner Nische bestellt ist. Tummeln sich viele Anbieter auf dem Gebiet, ist das ein Zeichen dafür, dass eine gewisse Nachfrage nach dem Produkt besteht. Genauso kann es aber auch heißen, dass der Markt schon gesättigt ist. Ist dein Produkt sehr innovativ und es gibt wenige bis keine Anbieter, ist das entweder ein Indiz für eine nicht befriedigte oder für eine fehlende Nachfrage.

Da du keine eindeutigen Ergebnisse aus reiner Konkurrenzanalyse ziehen kannst, ist es wichtig, dass du zusätzlichen Kontext herstellst. Hierfür solltest du in direkten Kontakt mit deinen anvisierten Kunden gehen. Umfragen und Internetrecherche in einschlägigen Foren können helfen, dir ein detailliertes Bild von deinem Kunden zu machen. Jetzt musst du eigentlich nur noch herausfinden, wo du diese Kunden treffen kannst und dort hingehen. Der nächste Schritt braucht etwas Mut: Frag deine Kunden, was sie von deinem Produkt halten. Was würden sie sich noch wünschen? Wie viel Geld sind sie bereit, für das Produkt zu zahlen? Diese Art Feedback ist Gold wert und wird dir helfen, dein Produkt an die Wünsche deiner Kunden anzupassen. Als zusätzlichen Vorteil findest du bei deiner Recherche auch gleich Orte, wo du für dein Produkt Werbung machen solltest.

Der Preis

Mit kleinem Geld nebenberuflich Gründen durch E-Commerce

Mit dem Preis steht und fällt deine Selbstständigkeit. Er muss hoch genug sein, damit du Gewinn machst, darf aber die Kunden nicht abschrecken. Durch die geleistete Vorarbeit hast du schon eine Ahnung davon, wie viel die Kunden bereit sind zu zahlen. Zusätzlich kannst du jetzt noch schauen, was die Konkurrenz für vergleichbare Produkte verlangt.
Ein wichtiger Punkt, den du bei der Preisfindung nicht ignorieren darfst, sind deine Kosten. Jedes Produkt verursacht Kosten, die du mit dem Preis wieder reinholen musst. Die Kosten teilen sich in zwei Kategorien: Fixkosten und variable Kosten. Fixkosten fallen immer an, egal wie viel Produkte du produzierst. Dazu gehört zum Beispiel die Miete. Noch wichtiger für dich sind variable Kosten. Das sind Kosten, die jedes Mal anfallen, wenn du ein Produkt produzierst. Eingesetztes Material und Versandkosten sind klassisch Teil dieser Kategorie. Was viele nebenberuflich Selbstständige leider immer wieder vergessen mit einzurechnen, ist die eigene Arbeitszeit. Denn selbst wenn du alles selbst machst, ist Arbeitszeit eine Ressource, die mit in den Preis einfließen sollte. Andernfalls bestiehlst du dich nur selbst.

Mit dem Marktpreisniveau und der Kostenrechnung in der Tasche, musst du jetzt ein Gleichgewicht zwischen den Beiden finden. Die Preisvorstellung des Kunden kann dir hier weiterhelfen. Am Ende sollte ein Profit herauskommen. Das Ganze soll sich für dich schließlich lohnen.

Der Verkauf

Mit kleinem Geld nebenberuflich Gründen durch E-Commerce

Du weißt, was du verkaufen willst. Du weißt, an wen du es verkaufen willst. Du weißt auch, zu welchem Preis du es verkaufen willst. Jetzt bleibt eigentlich nur noch das Wie übrig. Gehen wir von einer begrenzten Produktionsstätte aus (deine Wohnung/dein Haus), wirst du dort in der Regel kein Ladengeschäft aufmachen. Die einfachste Option ist dann der Onlinehandel. Mit einer digitalen Ladenfläche in Form eines Onlineshops fallen geographische Begrenzungen weg. Du kannst also an alle verkaufen, an die du verkaufen willst. Um einen professionellen Onlineshop zu designen und ihn dann entsprechend zu vermarkten, müsstest du in der Regel einiges an Geld in die Hand nehmen. Warum also nicht schon von bestehenden Onlineshops profitieren? Diese bieten in der Regel ein System an, das Dropshipping heißt. Dabei bietet der Onlineshop dein Produkt auf seiner Seite an und übernimmt Dinge wie Werbung, Rechnungsstellung und First-Level-Kundenkontakt. Bestellt jetzt ein Kunde eines deiner Produkte über den Onlineshop, reicht dieser die Bestellung an dich weiter. Du musst jetzt für Verpackung, Versand und eventuelle Retour des Produktes sorgen.

Der Kunde bezahlt und alle Beteiligten sind glücklich, denn der Onlineshop nimmt in der Regel einen Teil des Umsatzes als Gebühr. Auch wenn du bestimmt lieber 100% des Umsatzes erhalten wollen würdest, lohnt sich diese Art des Vertriebs am Anfang sehr. Da du dich nicht um Werbung und den Onlineshop kümmern musst, hast du Zeit, deine betrieblichen Prozesse zu optimieren. Sobald diese stehen und du ein wenig Profit zur Seite gelegt hast, kannst du dich mit deinem eigenen Onlineshop beschäftigen. In der Regel lassen sich dann beide Modelle nebeneinander betreiben.

Julius Panoke

Julius Pankoke ist Content Contributor und Startup-Enthusiast. Seine Spezialgebiete sind Entrepreneurship, Business Development und Digitales Marketing. Er schreibt und liest gern gute Blogartikel. Bei SmartBusinessPlan hilft er Gründern exzellente Businesspläne zu schreiben.
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