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Dieter Petereit 27. Januar 2009

Microsoft Web Platform Installer 1.0 – jetzt auch für XP

Vor etwa zwei Monaten stellte Microsoft einen Release Candidate des neuen Tools „Web Platform Installer“ (WPI) zum kostenlosen Download bereit. Der „Web Platform Installer“ sollte Nutzer von Windows Vista und Server 2008 in die Lage versetzen, die gesamte webbezogene Softwareplattform des Herstellers mit Hilfe einer einzigen einfach verständlichen Anwendung vollständig zu installieren. Ich schenkte dem WPI seinerzeit keine Beachtung, weil ich keine echte Zielgruppe erkennen konnte und auch keinen wirklichen Nutzen darin sah. Mit der Version 1.0 ändert sich meine Einschätzung.

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Web Platform Installer funktioniert auch mit XP und Server 2003

Der Grund dafür ist ein simpler. WPI unterstützt nun nicht länger nur Vista und Server 2008, sondern lässt sich auch auf Windows XP und Server 2003 einsetzen. Auf diesen beiden Systemen ist der Einsatz auch deutlich sinnvoller, denn bei Vista und Server 2008 ist der Großteil der erforderlichen Software ohnehin bereits mit dem OS installiert worden. Der WPI hat deshalb kaum etwas zu tun. Außerdem kenne ich keinen ernsthaften Web-Entwickler, der seine Anwendungen (jetzt schon) auf einem Server 2008 hostet und dementsprechend Vista als Entwicklungsplattform benötigt und benutzt. XP ist wesentlich schneller und auch unter dem Gesichtspunkt der Rückwärtskompatibiltät das Entwicklersystem der Wahl. Ich vermute, dass Microsoft das mittlerweile erkannt hat, auch wenn die Erkenntnis sicherlich weh getan haben muss.

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Was der „Web Platform Installer“ unter „Web Platform“ versteht

Entwickler mit XP als Arbeitsplatz und Server 2003 als Produktivumgebung hingegen profitieren deutlich vom Einsatz des WPI. Ich habe WPI soeben auf einem frischen XP gestartet und die Variante „Complete Install“ gewählt. Für diese Zusammenstellung hätte ich manuell eine Weile länger gebraucht. WPI installiert:

  • Internet Information Services 5.1 auf XP, 6.0 auf Server 2003 und 7.0 auf Vista/Server 2008
  • FastCGI Extension und URLScan 3.1
  • Web Deployment Tool Beta 2
  • IIS 7.0 Manager for Remote Admin
  • .NET Framework 3.5 SP1
  • ASP.NET MVC Beta
  • Windows Installer 4.5
  • SQL Express 2008
  • Visual Web Developer 2008 Express Edition SP1
  • Silverlight Tools for Visual Studio

Der Download und die Installation erfolgt in einem homogenen Workflow. Manche Installation erforderte auf meinem XP einen Reboot. Nach dem Hochfahren setzte WPI die Installation nahtlos an der entsprechenden Stelle fort.

wpi01.jpg

Der Web Platform Installer auf einem Produktivserver

Um zu sehen, was WPI auf meinem Server 2003 würde tun können, startete ich das Programm auch dort. WPI erkennt bereits installierte Komponenten selbständig und bietet nur fehlende Teile zur Nachinstallation an. Entsprechend gering war das Installationsvolumen auf meinem Webserver. Ich war allerdings durchaus überrascht, die eine oder andere Komponente bislang nicht gehabt zu haben.

Von Zeit zu Zeit sollte man WPI erneut starten, weil es wie ein Update-Katalog für die Webplattform gehalten wird und entsprechend neue Komponenten und Updates erkennen und installieren kann. Der manuelle Administrationsaufwand sinkt damit deutlich und Zeit ist bekanntlich Geld.

wpi04.png

Wollen Sie sich nun den Web Platform Installer selber einmal ansehen, surfen Sie zu Microsoft/Web. Das lohnt sich für Webentwickler mit Microsoft-Ausrichtung übrigens ganz grundsätzlich. Dort angekommen, wechseln Sie zur WPI-Downloadseite und klicken auf „Install Now“. Der Rest ist assistentengeführt.

Mittels eigens angelegter Foren können Sie prinzipiell Unterstützung im Einsatz des WPI erhalten. Bislang sind die Foren allerdings nur sehr sehr spärlich besucht. Fans von „Warten auf Godot“ könnten sich dort wohl fühlen.

Im Ergebnis ist der Web Platform Installer 1.0 ein sinnvolles Werkzeug für alle Webentwickler, die mit Microsoft-Technologien hantieren wollen oder müssen. (tm)

wpi03.png

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

9 Kommentare

  1. @okateder: Mit Fanboy-Poesie meinte ich die Tendenz, präferierte Techniken zu überhöhen hinsichtlich dessen, was sie leisten und/oder ihres Einsatzumfangs.

    Wenn im Corporate Bereich nun neue Softwareprojekte auf IIS-Basis geplant werden, wird man dort sicherlich eher den S2008 anschaffen. Da gebe ich Dir Recht. Nur dürften diese Projekte eher nicht die Masse sein, statistisch betrachtet. Ich komme auch viel rum und alle meine Erfahrungen zeigen, dass im Unternehmensumfeld konsolidiert wird und man lieber zwei bis drei Softwaregenerationen hintendran bleibt, als zu früh zu wechseln und sich damit Probleme ins Boot zu holen.

    @Rene: Ganz genauso sehe und mache ich das auch. Hätte nicht irgendwann einer angefangen Hosen zu tragen, würden wir noch heute mit dem Lendenschurz rumspringen. Und genauso wichtig wie gute Ideen sind die schlechten, denn nur gemeinsam wird Fortschritt draus.

  2. Nunja… Ob man das braucht weiß ich nicht. Bisher habe ich WPI nicht gebraucht. Wer sich als Profi aber darauf verlässt, technische Entwicklungen ignorieren zu können, ist IMHO oft auf dem Holzweg. Für mich ist die Tatsache, dass ich meine, eine Technik nicht zu brauchen, Grund genug dafür, mir die Technik eben doch anzusehen… :) Nur kommt man ja oft genug nicht dazu, Lernkurven *schnell* zu erklimmen. Da kommen mir Pakete wie WPI gerade recht, auch wenn mich die Vorstellung, zu 100% komplett in einer Microsoft-Umgebung zu arbeiten, nicht direkt in Begeisterungsstürme versetzt. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ideologiescheuklappen helfen aber nicht weiter. Deshalb danke für den Beitrag :)

  3. @Dieter: Ich will ja jetzt nichts lostreten hier,… zumal es seicht in Richtung OT schiebt… Aber (latürnich)…
    Gerade im Corporate Bereich gibt es Gründe (und so erfahre ich das auch) eher IIS7 als 6 (respektive 5.1) einzusetzen. Seien sie da jetzt Adminstrativer oder technischer Natur.
    Ausserdem ist es im Regelfall im Corporate Breich wesentlich leichter (leider), da dort noch oft Projekt bezogen entwickelt wird. (Und oft outgesourced / offgeshored, was die Kosten für dedizierte Systeme im Vergleich zu den Entwicklungskosten ziemlich senkt).
    Im shared Service / Hosting,… stimme ich ja zu… der Migrationsaufwand ist relativ hoch.

    Und das Microsoft hier nicht ohne Zielgruppenbewusstsein agiert dürfte wohl jedem klar sein.

    Das mit dem Fanboy habe ich nicht verstanden :-/

  4. @oktaeder: Wollen wir mal Fanboy-Poesie weg lassen. Wenn es keine entsprechende Zielgruppe für den WPI gäbe, hätte man – wie auch zunächst angekündigt – die Unterstützung für XP und 2K3 gar nicht eingebaut. Man scheint dort Entwicklerpotenzial zu sehen und bedienen zu wollen. Und das ist ja auch richtig, weil es, wie Sie ja selbst sagen, für ASP.NET wurscht ist, ob man noch 5.1 oder schon 7 als Motor fährt. Etwas schwierig finde ich Ihre Argumentation, man bräuchte … nur, wenn man IIS-nah entwickeln will. Warum sollte man in ASP.NET programmieren, wenn man nicht IIS-nah programmieren wollte? Abgesehen davon, dass es nur sinnvoll ist, IIS-Features zu nutzen in Programmierungen, die ohnehin vollständig sauber nur unter dem IIS funktionieren.

    Das trifft aber ganz sicher nicht im corperate Umfeld zu.

    Richtig. Im Corporate-Umfeld ist die Verbreitung noch viel geringer. Logischerweise ist der Migrationswille bei der Unternehmensnutzung nur sehr wenig ausgeprägt. Darüber kann es doch nun wirklich keinen ernsthaften Dissens geben.

  5. Verstehe – ein Mirkosaft-XAMPP sozusagen. Naja, wer glaubt, daß er’s braucht…

  6. Oha,…
    —-
    Außerdem kenne ich keinen ernsthaften Web-Entwickler, der seine Anwendungen (jetzt schon) auf einem Server 2008 hostet und dementsprechend Vista als Entwicklungsplattform benötigt und benutzt.
    —-

    Was hat den das eine mit dem anderen zu tun? Vista brauche ich nur dann als Entwicklungsplattform, wenn ich IIS nah entwickeln möchte. Im Bereich der reinen Lehre ;-) – also ASP.NET – ist es erstmal wurscht ob IIS5.1 oder IIS7. Und das mit den ernsthaften Entwicklern mag ich jetzt auch nicht so ganz nachvollziehen. (->http://west-wind.com/ nur mal so einer).
    Sicher ist es Richtig, das die Verbreitung Server 2008 im shared Service / shared Hosting Bereich noch dünn ist. Das trifft aber ganz sicher nicht im corperate Umfeld zu.

    Soka
    Kay

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