YAML 3.1 – Neue Version und neues Blog

YAML ist ein CSS-Framework der komplexesten Art und wird seit Jahren äußerst hartnäckig von Dirk Jesse fortentwickelt. Ich habe vor über einem Jahr sein entsprechendes Buch dazu aus dem Galileo-Verlag gekauft und erstaunt festgestellt, dass selbst die vollständige Lektüre dieses Werkes einen nicht zum YAML-Experten macht. Zu umfangreich ist das Produkt. Dieser Tage ist die neue Version 3.1 erschienen.

Dirk Jesse ist ein bescheidener Mann. Seit fast zwei Jahren vergibt er nur Versionsnummern zwischen 3 und 3.1, wo andere bereits bei Version 11 angekommen wären. Dabei ist es für den unbedarften Betrachter nicht so, dass die neuen Features jeweils nur untergeordnete Bedeutung gehabt hätten. Auch in der Version 3.1 wurde das Framework nicht nur weiter perfektioniert, sondern auch mit ganz neuen Bausteinen versehen.

Neue Funktionen

Die größte Praxisrelevanz dürfte der brandneue Formularbaukasten haben. Immerhin gehören Formulare zu den am wenigsten interessanten Gestaltungsaufgaben im Webdesign, sind sie doch stark vom jeweiligen Benutzerbetriebssystem vorgeprägt. Dirk Jesse hat hier ein System aus HTML-Bausteinen mit zugehörigem CSS entwickelt. Anhand diesen Beispiels kann man gut erkennen, wie effektiv YAML die Betriebssystemoptik einheitlich überbauen kann.

Screenshot

Eine weitere praxisrelevante Neuerung stellt die Möglichkeit dar, Boxes nebeneinander mit gleicher Höhe trotz unterschiedlicher Inhaltsmenge darzustellen. Dabei orientiert sich YAML an der jeweils höchsten Box. So werden einheitliche, ausgewogene Layouts möglich. Dem Fortschreiten des Sematic Web Rechnung tragend, versucht sich YAML mittels eines Add-Ons an der Unterstützung von Mikroformaten. Auf die gleiche Weise ist die Unterstützung für arabisches und hebräisches Skripten (RTL-Support) realisiert worden. Der populäre YAML-Builder nutzt laut Jesse auch bereits die Funktionalitäten der aktuellen Version.

Eine ausgereifte CSS-Toolbox

Man muss YAML unumwunden das Potenzial, mittlerweile für fast jede Aufgabe im Webdesign eine sinnvolle Lösung anzubieten, zusprechen. Der Vorteil des Frameworks ist zugleich auch sein Nachteil. Der Einarbeitungsaufwand in das Produkt ist hoch, die Lernkurve zu Beginn flach. Eine Entscheidung für YAML ist daher schon bedeutend. YAML ist kein Produkt, dass man quasi spontan für ein Projekt einsetzen kann. Aufgrund der konsequenten und sinnvollen Weiterentwicklung ist die Entscheidung pro YAML nicht mit Risiken verbunden. Gelegentlich wird als konzeptioneller Nachteil angeführt, dass das Hantieren mit relativ vielen verschiedenen CSS-Dateien innerhalb ein und desselben Projekts nicht unbedingt dem üblichen Workflow entspricht.

Zum Start der neuen Version wurde auch ein Development-Blog aus der Taufe gehoben, welches exklusiv in englischer Sprache über den Fortgang der Arbeiten informieren wird. Lesenswert und schick anzusehen. Abschließend sei noch die Dokumentation im PDF-Format erwähnt, die bereits auf die neue Version erweitert wurde und zum Besten gehört, was man in der Dokumentation von kostenfreien Softwarelösungen finden kann.

Lizenzen für jeden Bedarf

Die Nutzung des YAML-Frameworks ist unter den Bedingungen einer CC-Lizenz sowohl nicht-kommerziell, wie auch kommerziell kostenfrei, solange die Bedingungen zur Namensnennung und Rückverlinkung eingehalten werden. Designer, die ihren Kunden vorgaukeln wollen, sie hätten das Layout im Schweiße ihres Angesichts vollständig selbst handcoded, müssen in die Tasche greifen und für ein einzelnes Projekt überschaubare 59,50 Euro auf den Tisch des Hauses Jesse legen. Für eine generelle Lizenz sind immer noch sehr überschaubare 119 Euro zu berappen.

Man muss nicht über hellseherische Fähigkeiten verfügen, um zu prognostizieren, dass die neue Version 3.1 die internationale Nutzerschar weiter anwachsen lassen wird. Und das völlig zu Recht.

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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Karl
Gast
Karl
7 Jahre 6 Monate her

Sicher hat der Autor viel Arbeit in das Framework gesteckt und es wird sicher auch sein Geld wert sein. Es gibt allerdings CSS-Frameworks, die sind auch kommerziell ohne irgendwelche Links oder gekaufte Lizenzen einsetzbar, z.B. Blueprint, YUI-CSS… Insofern: nett für Hobby-Projekte und kommerzielle Anwender, die YAML schon gekauft haben.

Ingo
Gast
Ingo
7 Jahre 6 Monate her

@Karl: Stimmt, IMO ist das Framework sein Geld wert. Und die 100 Euro für eine generelle Lizenz habe ich durch etwas weniger Stress beim IE-Hacken längst wieder rein geholt.

Aber zum Linksetzen: interessanterweise stören sich viele Kunden gar nicht an ein paar Links zu:

– YAML,
– der Webdesign-Agentur,
– Bilddatenbank, die für ein paar schöne Fotos verwendet wurde,
– …

Insbesondere dann, wenn es ein paar Euros spart.

Dieter Petereit
Gast
7 Jahre 6 Monate her

@Karl: Sicher gibt es auch andere Frameworks. Beschreiben Sie doch einmal die Features von Blueprint oder YUI im Vergleich zu Yaml. Dann müsste man korrekt vergleichen.

Ansonsten würde ich sagen: Klar ist ein Yaris auch ein Auto, aber ob ich den einer S-Klasse vorziehen würde…

Philipp
Gast
7 Jahre 6 Monate her

Also ich nutze das YAML seit einem Jahr bei wirklich jedem Projekt das mit mindestens zwei Spalten auskommen muss und ich liebe es. Die IE Patcherei beschränkt sich auf ein Minimum, die vorhandenen Subcolumns Bausteine sind genial und ich entwickle semantische und standardkonforme Layouts in einem Bruchteil der Zeit, die ich sonst dafür benötigen würde.

Die 119 Euro haben sich für mich längst gelohnt!

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Bata
Gast
Bata
7 Jahre 6 Monate her

Ich habe YAML nur mal kurz überflogen. Den einzigen Vorteil, den ich dabei sehe, ist evtl. die Zeitersparnis. Ansonsten hat man sein Grundgerüst für die Webseite mit ein wenig Erfahrung sehr schnell auf die Beine gestellt. Man fängt ja auch nicht jedesmal bei Null an, sondern kann auf bereits erstelltes zurückgreifen.

Man kann übrigens auch Layouts bauen, die im IE funktionieren ohne einen einzigen Hack. Viele Probleme der Browser kann man ganz simple umgehen (z.B. das Margin-Problem).

Thomas Weise
Gast
7 Jahre 6 Monate her

@Bata: genau wie du sagst ‚man kann auf bereits Erstelltes zurückgreifen‘, das ist auch der Ansatz von YAML.
Nun hat eben genau Dirk Jesse schon sooo viel ‚bereits Erstelltes‘ (und Erprobtes und Funktionierendes) in YAML drin, dass es nur so eine Freude ist, es benutzen zu dürfen.
Die Sache mit dem ’nicht so schnellen Hineinarbeiten‘ stimmt schon, aber wenn man’s einmal kapiert hat, möcht man’s nicht mehr missen (ich zumindest).

W.Wagner
Gast
7 Jahre 6 Monate her

Ich habe YAML jetzt auch schon bei ein paar Projekten eingesetzt. Ganz am Anfang dachte ich erst, daß man in der Gestaltung des Layouts eingeengt sei, aber das ist ganz und gar nicht der Fall. Ich konnte bisher jedes beliebige Layout problemlos in YAML umsetzen. Ich find’s toll!

Stefan
Gast
Stefan
7 Jahre 6 Monate her

Hi,

als ich vor 3 Jahren mit CSS-Layouts anfing, hat mir YAML den Einstieg sehr erleichtert. Ich habe auch eine Lizenz erworben und mir das Buch gekauft. Alles sehr nett und in meinem Falle sein Geld wert gewesen. Allerdings nutze ich mittlerweile ein eigenes kleines Frameset. Den Rest mache ich individuell, denn mit der YAMLschen eierlegenden Wollmilchsau schleppt man eben auch immer einen beträchtlichen Overhead mit sich herum. Wer sich mit CSS wirklich auskennt (wie ich es auch dank YAML auch für mich behaupten möchte), braucht es eigentlich nicht (mehr). Für alle anderen ist es sicher empfehlenswert.

Andi
Gast
Andi
7 Jahre 6 Monate her

Ich mache gerade meine ersten Erfahrungen mit YAML. Insgesamt viel Lob für Autor und Werk, schade ist momentan aber noch dass der sog. „Formularbaukasten“ wahrscheinlich erst am Anfang seiner Entwicklung steht. Was hier noch fehlt sind z.B. die Unterstützung mehrerer Inputfelder pro Zeile, Datums und Zeit selections usw. Aber ich bin sicher das diese Features in Version 4 oder 5 enthalten sein werden.

Dieter
Gast
7 Jahre 6 Monate her

Danke für den gelungenen Artikel über die Vorteile der neue YAML-Version 3.1.

Ergänzend erlaube ich mir auf die aus meiner Sicht wichtigsten generellen Vorteile von YAML hinzuweisen:
Das Abfangen von IE-Bugs, so dass man nicht unnötig Zeit für das Debugging verschwendet sowie ein Framework, das standardmäßig besonders flexibel ist und benutzerfreundliche und zugängliche Webseiten erzeugt.

Zudem ist die Dokumentation vorbildlich und gibt es bereits viele Implementationen z.B. in TYPO3, Joomla, Drupal, WordPress und viele mehr.

Anes
Gast
7 Jahre 6 Monate her

Ich habe YAML schon bei ein paar Projekten eingesetzt. Ganz am Anfang ging’s schwierig, aber Nachhinein konnte ich jedes beliebige Layout ohne große Umstände umsetzen.
Ich denke, es lohnt sich.

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Michael
Gast
Michael
7 Jahre 6 Monate her

YAML ist nicht verkehrt. Vor allem für den Anfang. Ein Verzicht auf Browser-Hacks wäre jetzt noch ein großer Fortschritt für YAML.

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[…] YAML 3.1 – Neue Version und neues BlogFriday, 23. January 2009 […]

Paule
Gast
6 Jahre 6 Monate her

Ich hatte YAML auch mal versucht, lies sich nett mit Arbeiten, aber am Schluss will man doch wieder selber ran gehen und es bot sich lediglich als zwischenlösung an.

redshot
Gast
6 Jahre 6 Monate her
Ich habe auch einmal YAML ausprobiert, bin aber schnell wieder auf das handübliche programmieren zurückgegangen. Grund die ganzen Hacks, wenn man richtig programmiert, hat man gar nicht so viele Probleme mit dem IE. Der IE8 zeigt generell eigentlich alles richtig an, der IE7 eigentlich auch und beim IE6 muss man halt ein paar Anpassungen im CSS vornehmen wie beim float=“left/right“ ein display=“inline“ zu setzen. YAML bläht dagegen das CSS eher ziemlich auf. Außerdem macht es auch generell mehr Spass von grundauf per Hand zu programmieren und man hat im Endeffekt auch noch eine Ahnung was wozu gehört. Was ich mir… Read more »
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