Die WordPress Wartungs-Checkliste: Darauf solltest Du achten

Wordpress Wartungscheckliste: Darauf solltest Du achten

Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er...

Egal ob du ein Neuling oder erfahrener Webmaster bist, Wartungsarbeiten sind ein wichtiger Faktor, um die Qualität deiner WordPress-Website zu verbessern und dich besser schlafen zu lassen.

Mit der Verwendung von WordPress als Motor deiner Website reicht es nicht, die Website zu erstellen und sich danach nicht mehr darum zu kümmern. Dein WordPress sollte eine gut geölte Maschine sein, die dir stets gute Dienste leistet.

Besonders dann, wenn du von deinen Inhalten leben möchtest, solltest du dir eine Checkliste erstellen, um deine Webseite zu pflegen. Dieser Artikel soll dir dabei helfen.

Wordpress Wartungscheckliste: Darauf solltest Du achten

Dein Auto pflegst du doch auch, warum nicht auch dein WordPress?

Warum Wartungsarbeiten so wichtig sind

Wenn deine Website zu deinem Einkommen beitragen oder es gar komplett finanzieren soll, dann musst du dich auch um sie kümmern. Vieles kann schnell geschehen, ohne das wir es mitbekommen.

Die Aktivierung eines Plugins kann bereits das Design deines Themes in Teilen zerstören. Zudem könntest du das Ziel eines Hacker-Angriffs werden. Passieren kann vieles, deshalb achte auf dein WordPress und pflege es regelmäßig.

Du kannst deine Website nicht einfach über eine längere Zeit unbeachtet lassen. Pflege sie wie dein Auto, und sie wird dir gute Dienste leisten. Deshalb hier meine Checkliste für dich.

WordPress Wartungscheckliste: Darauf solltest du achten

Wenn du einige Dinge bereits umgesetzt hast, ist das toll! Doch vielleicht wirst du noch den einen oder anderen Punkt nicht auf deiner Liste haben. Lass uns beginnen:

1 – Schaue dir deine Website an wie ein Besucher

Hört sich merkwürdig an? Das ist jedoch ein wirklich wichtiger Punkt. Zumeist sehen wir nur den Adminbereich unserer Website, schauen jedoch kaum mal, wie die Seite von den Besuchern gesehen wird.

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Doch genau das ist wichtig, denn dann kannst du schnell feststellen, ob ein Plugin vielleicht dein Design in manchen Bereichen zerstört oder nicht optimal in das Design deiner Website eingebunden ist.

Zudem könnte es auch möglich sein, dass die Benutzerfreundlichkeit verbessert werden könnte. Solltest du in dieser Richtung etwas feststellen, behebe es besser sofort. Du unterhältst deine Webseite nicht für dich, sondern für deine Besucher.

2 – Lege ein Child-Theme an

Immer wenn du signifikante Änderungen an dem Design deines Themes machen möchtest, oder über die functions.php eine neue Funktion hinzufügen willst, solltest du ein Child-Theme dafür nutzen. Denn dann sind deine Änderungen nach einem Theme-Update noch vorhanden. Ansonsten nicht.

Weitere Informationen:

So gehts: Dr. Webs Guide zu WordPress Child-Themes

3 – Sorge für vernünftige Backups

VaultPress: Optimale Backup-Lösung für nur $3,50 monatlich.

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Ein Backup deiner Internet-Präsenz ist extrem wichtig! WordPress ist das beliebteste Content Management System der Welt und damit auch der erklärte Liebling der Hacker-Gemeinde. Jeden Tag werden WordPress-Websites angegriffen, egal, wie klein und unbedeutend sie sein mögen.

Sorge daher für ein funktionelles Backup deiner Seite. Erfahrungsgemäß ist es unvorteilhaft, die Backups auf dem Server zu speichern, wo auch die Website liegt.

Die meisten kostenlosen Plugins arbeiten allerdings so. Zudem braucht man eingehende Kenntnisse in der Wiederherstellung. Ich empfehle dir für diesen Job ein Abonnement bei VaultPress abzuschliessen. Damit kommen auch Einsteiger gut zurecht.

Es kostet zurzeit $3.50 (3,15 €) monatlich. Du kannst die gesamte Website mit einem Klick wiederherstellen oder auch nur einzelne Dateien. Ich benutze diesen Dienst seit Jahren und er hat mir stets gute Dienste geleistet.

4 – Halte WordPress, das Theme und die Plugins stets aktuell

Die drei schlimmsten WordPress-Sicherheitslücken heißen WordPress, Plugins und Themes. Ich werde konkret:

WordPress Core: Mit jeder neuen Version werden auch die Sicherheitslücken der vorigen Version bekannt. Ohne ein schnelles Update hast du daher ein ernstes Sicherheitsproblem und musst dich nicht wundern, wenn der freundliche Hacker aus der Nachbarschaft die Lücken ausnutzt.

Die Plugins: Die Code-Qualität der Plugins aus dem kostenlosen Verzeichnis von WordPress ist meist nicht berauschend, es findet keine großartige Qualitätskontrolle für die Aufnahme eines Plugins in das Verzeichnis statt. Daher solltest du nur die Plugins wählen, die ein regelmäßiges Update erfahren.

Achtung: auch Plugins, die nicht aktiviert sind, stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Diese Plugins solltest Du löschen.

Die Themes: Auch Themes müssen regelmäßige Updates bekommen. Damit dein Theme auch bei Design-Änderungen noch Update-fähig ist, verwende ein Child-Theme. Themes, die nicht genutzt werden, solltest du löschen. Sie stellen ebenfalls ein Sicherheitsrisiko dar.

Kümmere dich regelmäßig um alle Updates, und deine Website ist wesentlich sicherer als zuvor. Lösche ungenutzte Themes und Plugins.

5 – Optimiere die Ladezeit deiner Website

Die Ladezeit deiner Website sollte so gering wie nur möglich sein. Zwei Gründe sprechen für eine stete Weiterentwicklung des Speeds: Je schneller deine Website lädt, desto besser werden deine Beiträge in der Google-Suche gerankt. Lädt deine Website schneller als die eines Konkurrenten, wirst du vor ihm in den Suchergebnissen auftauchen.

Der zweite Grund ist eine erhöhte Benutzerfreundlichkeit. Weiter oben im Text habe ich bereits angemerkt, dass du deine Website nicht für dich unterhältst, sondern für deine Besucher. Dem durchschnittlichen User mangelt es sehr an Geduld, wenn deine WordPress-Seite zu langsam lädt, wird er die Seite verlassen und nicht wiederkommen.

Google sieht als Obergrenze gern eine Ladezeit von 1,5 Sekunden vor. Eine durchschnittliche WordPress-Website baut sich jedoch erst innerhalb von zirka 4 Sekunden auf. Zu achtzig Prozent liegt das am übermäßigen Einsatz von Plugins, die restlichen zwanzig Prozent entfallen auf nicht-optimierte Bilder.

Lösche daher alle Plugins, die nicht unbedingt sein müssen. Spielkram wie Slider kosten richtig Speed und nerven zudem noch die Besucher. Optimiere deine Bilder in Bezug auf Abmessung und Dateigröße, bevor du sie in den Artikeln verwendest. Beschäftige dich mit den Dingen, die deine Website schneller machen.

Die Ladezeit testen: Die Pingdom Tools

Die Google Page Speed Tools sind nicht das richtige Werkzeug für eine Speed-Optimierung, denn sie zeigen dir nicht die Ladezeit. Nutze dafür die Pingdom Tools. Dort siehst du die reale Geschwindigkeit und die Dinge, die du verbessern kannst. Gib deine URL ein und wähle »Test from Stockholm, Sweden«.

Ein Beispiel:

Die korrekte Eingabe von URL und Test-Ort.

Die korrekte Eingabe von URL und Test-Ort.

Das Ergebnis des Speed-Test für meine Website.

Das Ergebnis des Speed-Test für meine Website.

Das Verbesserungs-Potenzial meiner Website: die Bilder.

Das Verbesserungs-Potenzial meiner Website: die Bilder.

Weitere Informationen:

Dr Web Shop: E-Book: WordPress Performance

6 – Checke regelmäßig deine Links

Du hast wahrscheinlich noch niemals die Funktion der Links auf deiner Website überprüft. Tröste dich, du bist nicht allein. Allerdings sind defekte Links ein echtes Problem. Defekte Links zu haben bedeutet wichtige SEO-Punkte zu verlieren, weil Google auch die Benutzerfreundlichkeit einer Website wertet.

Auch deine Besucher bewerten die Benutzerfreundlichkeit, denn niemand klickt gern auf einen Link, der nicht mehr die gewünschten Informationen liefern kann.

Überprüfe deine Links daher regelmäßig. Du kannst ein Plugin für diesen Job einsetzen, ich empfehle dir das Plugin Broken Link Checker.

Broken Link Checker Plugin

Automatisch, gut und nützlich: das Broken Link Checker Plugin

7 – Prüfe und optimiere deine 404-Fehlerseite

User bekommen gerade diese Unterseite einer Website relativ oft zu sehen. Entweder haben sie eine falsche URL eingegeben, oder ein Link funktioniert nicht mehr. Natürlich könnte der Inhalt auch umgezogen sein.

Gerade weil die Benutzer diese Seite ab und an zu sehen bekommen, ist die Optimierung ziemlich nützlich für dich. Denn diese Seite entscheidet, ob du den Besucher verlieren wirst oder nicht.

Die meisten Themes bieten ein Template für die Fehlerausgabe an, es nennt sich 404.php. Dieses Template kannst du mit einem HTML-Editor öffnen und bearbeiten. Sorge für eine Übersetzung, binde eine Suchfunktion ein und liste deine besten Beiträge auf. Ein Link auf deine Sitemap sollte keinesfalls fehlen.

Weitere Informationen:

Dr Web: Sitemap mit WordPress: Ein Inhaltsverzeichnis für deine Leser

8 – Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Dieser Part gerät leicht in Vergessenheit, dabei kannst du gerade hier viele Punkte für Google einsammeln. Viele SEO-Plugins haben diesen Part bereits integriert; zum Beispiel Yoast SEO. Unterhalb des Schreibeditors in WordPress findest du die dafür zuständige Box.

Arbeite alle Punkte der SEO-Box ab und deine Beiträge sind gut für Google vorbereitet.

Arbeite alle Punkte der SEO-Box ab und deine Beiträge sind gut für Google vorbereitet.

9 – Poste regelmäßig neue Beiträge

Je mehr Beiträge du postest, desto mehr Besucher wirst du bekommen. Logisch, denn du hast dann mehr Artikel in der Google-Suche platziert. Damit die Google-Besucher auch deine treuen Leser werden, solltest du regelmäßig neue Beiträge verfassen.

Ein Beitrag pro Woche ist regelmäßig. Ein Beitrag alle vierzehn Tage ebenfalls. Es kommt nur darauf an, das du es regelmäßig tust und deine Leser sich darauf verlassen können.

10 – SEO: Überarbeite deine Beiträge regelmäßig

SEO: Extrapunkte durch aktuellen Content.

SEO: Extrapunkte durch aktuellen Content.

Wenn du bereits einige Beiträge verfasst hast, dann bietet sich dir eine gute Grundlage für zusätzliche SEO- und Benutzerpunkte. Ich rate dir dringend dazu, deine alten Beiträge regelmäßig zu überarbeiten, damit sie stets aktuell bleiben.

Je mehr aktuelle Beiträge dein Blog umfasst, desto besser wirst du in den Suchergebnissen gefunden werden.

Brian Dean von Backlinko verfasst nur einen Beitrag im Monat, hält jedoch alle seine Artikel immer aktuell. Das verschafft ihm Top-Positionen im Ranking für einige Keywords. Deine Besucher werden ebenfalls begeistert sein, denn du hältst dann nur aktuelle Informationen für sie bereit.

Weitere Informationen:

Dr Web: Frühjahrsputz: 6 neue Wege mit alten Inhalten. Mache mehr aus deinem Blog

11 – Teste regelmäßig deine Formulare

Fast jede Website bietet mittlerweile ein Kontaktformular an. So manche Website setzt jedoch für die verschiedensten Zwecke wesentlich mehr Formulare ein. Es wäre äußerst unvorteilhaft für dich, wenn diese Formulare nicht funktionieren.

Prüfe also, die Formulare E-Mails versenden können und ob sie eventuell im Spam-Ordner der E-Mail-Klienten landen. Aktualisiere bei dieser Gelegenheit auch deine Admin-E-Mail-Adresse.

Ist die Adresse nicht mehr aktuell, wirst du keine E-Mails von deiner Website empfangen können. Plugins wie zum Beispiel Contact Form 7 nutzen die Admin-E-Mail als Empfänger-Adresse.

12 – Miste deine Plugins aus

WordPress-User installieren und probieren immer wieder gern neue Plugins aus. Im Laufe der Zeit kann da ganz schön was zusammenkommen. Nicht jedes Plugin wird gebraucht, nicht jedes installierte Plugin auch als nützlich empfunden.

Gehe daher ab und an deine Plugin-Liste durch und deinstalliere alle Plugins, die du nicht benötigst. Auch im Sinne der Sicherheit deiner WordPress-Installation ist das wichtig. Denn auch nicht aktivierte Plugins können von außen angegriffen werden. Zudem wirst du auf diese Weise auch die Schnelligkeit deiner Installation erhöhen.

Fazit

Nun hast du die 12 Punkte kennengelernt, die für eine regelmäßige Wartung deiner WordPress-Website wichtig sind. Arbeite die Liste ab und lege dir einige Punkte zur wiederkehrenden Abarbeitung auf Termin.

Checke vielleicht zweimal wöchentlich auf neue Updates, überarbeite deine Beiträge ein- bis zweimal jährlich und poste verlässlich wie ein Uhrwerk neue Artikel. Dann steht dem Erfolg deiner Website nichts mehr im Weg.

Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er WooCommerce Shops mit Ladezeiten von unter einer Sekunde. Er schreibt seit 2012 für Dr. Web. Auf seinem Blog veröffentlicht er unter anderem nützliche WordPress-Snippets.

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Patrick Büttgen
Gast

Nützliche Liste! Danke dafür! Ein Punkt, den ich beim Lesen etwas vermisst habe ist das regelmäßige Ausmisten nicht mehr benötigter Plugins. Während der Laufzeit eines Blogs installiert man ja immer mal wieder nützliche oder weniger nützliche Plugins. Mir ist es dabei schon häufiger passiert, dass ich nicht mehr benötigte nicht deinstalliert habe. Ein weiterer Punkt ist, dass man (falls vorhanden) auch Kommentare beantworten sollte.

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