WordPress macht mobil: 10 kostenlose Plugins im Praxistest

Smartphones erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Nach einer aktuellen Studie nutzen 2010 bereits 9 Millionen Menschen in Deutschland ein solches Gerät, immerhin 2 Millionen surfen damit täglich im Netz. Höchste Zeit also zu überprüfen, ob die eigene Webseite fit für das mobile Zeitalter ist. WordPress-Nutzer haben es besonders einfach: Zahlreiche Plugins machen den eigenen Webauftritt innerhalb weniger Minuten fit für iPhone, Android & Co. Eine Auswahl davon stellen wir heute in einem Praxistest vor. Außerdem erfahren Sie, wie sie mit ein paar einfachen Tricks auf unterschiedlichen mobilen Endgeräten das jeweils passende Theme unterbringen.

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Testumgebung

Für die Testumgebung verwende ich das eigene Blog auf WordPress 3.0.1 mit einigen weiteren installierten PlugIns inklusive WP-Super-Cache. Das Ganze auf einem Webserver mit PHP5-Unterstützung. Als mobiles Testgerät findet ein Android-Handy Samsung Galaxy S Verwendung.

Unterscheidung Theme & Plugin

Um auf einem mobilen Endgerät eine grafisch andere Version ihrer WordPress-Seite darzustellen als am PC, fragt WordPress zu Beginn den so genannten „User Agent“ des verwendeten Gerätes ab. Darin übermittelt der Seitenbesucher Informationen an den Webserver, mit welchem Browser oder Endgerät er gerade auf die Webseite zugreift. Die Plugins befähigen WordPress zunächst einmal lediglich zu erkennen, welches Endgerät der Besucher nutzt und weist dann das entsprechende „Theme“ für die Anzeige zu.

Das Theme selbst ist ein auf die kleinen Displaygrößen eines Internet-Handys oder Smartphones zugeschnittene Layoutvariante für WordPress. Die Unterscheidung klar zu machen ist wichtig, da man durchaus das mitgelieferte Theme eines Plugins mit einem ganz anderen, vielleicht besser konfigurierbaren Plugin verwenden kann.

Installation

Die Installation neuer WordPress-Plugins funktioniert immer auf die gleiche Art und Weise: Entweder manuell die Ordner in den .zip-Dateien in die entsprechenden WordPress-Ordner auf dem Webserver unter /wp-content/plugins oder für die Themes /wp-content/themes entpacken.

Alternativ kann WordPress den Installationsvorgang auch automatisiert übernehmen: Dazu in der Administrationskonsole unter PlugIns auf „Installation“ und „Hochladen“ klicken, um eine .zip-Datei mit dem jeweiligen Plugin zu installieren.

Ansprüche an ein Theme für mobile Endgeräte

Wer seine Website auch für mobile Endgeräte zur Verfügung stellen will, muss sich vorher entscheiden, worauf es bei der Optimierung ankommt:

  • Ein grafisch ansprechendes Theme für iPhone-, Android- oder Windows-Mobile-Nutzer? Das aber kostet Ladezeit und könnte unter Umständen auf älteren Endgeräten zu Problemen führen.
  • Auf volle Rückwärtskompatibilität, schnellere Ladezeiten, dadurch aber weniger ansprechendes Design?

Nur ein Anbieter im Test ermöglicht es, je nach mobilem Endgerät verschiedene Themes anzuzeigen. Weiterer Nachteil: Die SEO-Funktionalitäten sind bei den meisten der hier vorgestellten kostenlosen Themes nicht oder nur eingeschränkt vorhanden. Wer Wert darauf legt, muss im Quellcode selbst Hand anlegen.

Nun aber zum Praxistest der ausgewählten Plugins. Zunächst die einfacheren Varianten, die auch auf älteren Mobiltelefonen darstellbar sind, danach die für Touchphones geeigneten Plugins.

PDA & iPhone 1.2.8.

Quick, aber auch ein bisschen „Dirty“ geht es mit dem Plugin PDA & iPhone von Imthiaz Rafiq. Nach der Aktivierung findet man die Konfigurationsseite links im Menü unter dem Punkt „PDA“ in den Plugins wieder. Das etwas in die Jahre gekommene Plugin verspricht für iPhone User ein speziell angepasstes Theme, während alle anderen mit einer etwas einfacheren Textlösung auskommen müssen, die aber auch für ältere internetfähige Handys geeignet ist.

Fehlende User-Agents trägt man einfach in dem einzigen Konfigurationsfeld nach. So fehlte Beispielsweise der Begriff „Android“, so dass das Samsung im ersten Anlauf die ganz normale Webseite anzeigte – keine mobile Version.

Aber auch sonst lief das Plugin nicht optimal. Beim ersten Aufruf erschien alles stark verkleinert. Erst durch Antippen des Displays passte sich das Theme an. Grund dafür könnte der nicht ordentlich umbrochene untere Teil mit der eingeblendeten Tag-Cloud und allen aufgeführten Monatsarchiven der WordPress-Installation gewesen sein.

Fazit: Das schon etwas in die Jahre gekommene Plugin ist zwar für internetfähige Handys geeignet, zeigt aber Schwächen auf dem Smartphone mit Touchdisplay.
Bildschirmfoto
Nicht ganz unproblematisch präsentiert sich das Theme zunächst viel zu klein auf dem Smartphone. Erst durch Antippen, wurde die Größe angepasst

viewMobile 1.2.1

Spartanisch geht es auch mit dem Plugin viewMobile von Janis von Bleichert zu. Das Look-and-Feel ähnelt auffällig dem WordPress PDA & iPhone Plugin. Dafür ist es farblich leicht aufgehübscht und ins Deutsche übersetzt. Auch die User Agents wurden überarbeitet und das Konfigurationsmenü, in der WordPress-Konsole ebenfalls unter „Plugins“ abgelegt, ist um zwei weitere Punkte zum Theme-Wechsel sowie einer Einstellung um Bilder automatisch anzupassen, erweitert.

Ansonsten treten zumindest auf dem getesteten Samsung-Gerät die gleichen Darstellungsprobleme wie bei PDA & iPhone auf, die sich durch Antippen des Displays beheben lassen. Die Tag-Cloud fehlt zwar hier, angezeigt wird aber wieder ohne Umbruch das umfangreiche Monatsarchiv der Testumgebung.

Fazit: Erscheint etwas aufgeräumter als sein englisches Pendant, aber auch hier die gleichen Schwächen auf Touchdisplay-Phones.

Mippin 1.4

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt das Mippin Plugin. Hier wird kein smartphonegerechtes Theme eingesetzt, sondern der Inhalt der WordPress-Seite einfach durch den Onlinedienst Mippin für das Handydisplay aufbereitet oder „gerendert“. Bilder werden für die Übersichtsseite automatisch aus den einzelnen Artikeln als Thumbnails eingesetzt. Auf Wunsch kann auch der RSS-Stream für die Aufbereitung verwendet werden.

Obwohl die automatische Anpassung eingebetteter Bilder gut funktioniert, hat Mippin Schwächen in der Usability. Im Test waren lediglich die letzten 11 WordPress-Artikel aufrufbar. Es gibt keine Suchfunktion, keine Kategorien. Hier ist es schon besser, der Leser besorgt sich den Inhalt der Seite gleich als RSS-Feed in dem Feedreader seiner Wahl.

Standardmässig wird außerdem der Kopf der Seite immer mit einem großen Mippin-Logo versehen, was Besucher zusätzlich verwirren könnte, eventuell die falsche Seite erwischt zu haben. Wer ein eigenes Logo verwenden will und noch ein wenig die Farben anpassen möchte, muss sich bei Mippin registrieren.

Fazit: Erfordert zwar keine weitere Konfiguration, mir persönlich aber zu „quick & dirty“. Kommt eher dann in Betracht, wenn man die weiteren Dienste von Mippin nach einer Registrierung in Anspruch nehmen möchte.

WordPress Mobile Edition 3.1.

Etwas komfortabler wird es mit der WordPress Mobile Edition. Zwar meldete sich WordPress nach der Installation mit einem möglichen Fehlerhinweis zu Wort, das Plugin verrichtete seine Arbeit aber dennoch pflichtgemäß. Wer das Caching-Plugin WP-Super Cache verwendet, erhält eventuell einen zusätzlichen Warnhinweis: Unter Umständen müssen nach der Installation die so genannten „Mod-Rewrite-Rules“ in der .htaccess-Datei der WordPress-Installation aktualisiert werden. Dies macht WP-Super-Cache, sofern Schreibrechte vorliegen, jedoch auf Mausklick automatisch. Ansonsten kann man sich den neuen Quellcode anzeigen lassen und kopiert diesen manuell in die .htaccess-Datei. Genaueres dazu findet sich auch in unserem Tutorial zum WP-Super-Cache Plugin.

WordPress Mobile platziert seine Konfiguration im Menü „Einstellungen“ unter dem Punkt „Mobile“. Hier haben die Programmierer die zu erkennenden User-Agents nach „Mobile Browers“ und „Touch Browers“ getrennt aufgeführt. Auch hier lassen sich eventuell fehlende Einträge leicht nachpflegen.

Auf dem Samsung wurde das mitgelieferte Theme „Carrington“ anstandslos aufgerufen. Es erscheint aufgeräumt, liefert je Artikel die Überschrift samt Veröffentlichungsdatum und listet darunter noch eventuell vorhandene WordPress-Seiten auf. Lediglich Kategorien oder Archive sucht man vergeblich, auch sind ohne Eingriff in den Quellcode keine weiteren Anpassungen möglich. Nützlich für Seitenbetreiber auf Tour: Über den „Anmelden“-Knopf landet man als Administrator auch mobil schnell auf dem WordPress-Backend. Dieses wird dann aber leider in normaler Version dargestellt und nicht Smartphone optimiert. Daher ist es dann doch etwas unbequem zu bedienen.

Fazit: Ein solides Plugin mit einem brauchbaren Theme – allerdings nur für textlastige WordPress-Seiten. Leider funktionierte die automatische Bildanpassung in unserem Test nicht. Ansonsten eher funktionell als hübsch anzusehen. Dafür ist die Darstellung auf älteren Handys tadellos und übersichtlich gestaltet.

Mobile Press 1.1.5.

Ähnlich übersichtlich präsentiert sich auch das Plugin MobilePress von Aduity. Zusätzlich zur Überschrift und dem Veröffentlichungsdatum eines jeden Artikels listet das Plugin im Auslieferungszustand auch noch die Anzahl der abgegebenen Kommentare auf. Zudem passt das Theme eingebettete Artikelbilder optimal an die Displaygröße des Smartphones an. Aber auch hier fehlt die Möglichkeit, die Kategorien oder das Archiv aufzurufen. Ein Link auf den Adminbereich ist hier nicht vorhanden.

Mobile Press lässt sich ohne Eingriff in den Quellcode nicht um weitere User-Agents erweitern, jedoch bietet es dafür andere Möglichkeiten des „Feintunings“. Diese finden sich in einem eigenen, MobilePress genannten, Menübereich in WordPress.

Unter „Options“ lassen sich Titel und Beschreibung der WordPress-Installation „Smartphone“-Gerecht anpassen. So kann man die Beschreibung etwas kürzen, oder den Hinweis hinzufügen, dass man auf der mobilen Version surft. Auch kann ein Ordner für mobile Themes definiert werden, um diese nach Belieben auszutauschen. Zusätzlich bringt MobilePress Unterstützung für die Werbeplattform des Herstellers Aduity mit.

Fazit: Mobile Press ist ein gutes „Mittelding“. Rückwärtskompatibel für ältere internetfähige Handys und dennoch optisch halbwegs ansehnlich auf einem modernen Gerät mit Touchdisplay. Außerdem funktioniert die automatische Bildanpassung recht zuverlässig.

WordPress Mobile Pack 1.2.3

Eine ganze Reihe von Konfigurationsmöglichkeiten liefert das WordPress Mobile Pack. Optimiert sind die Themes laut Programmierer vor allem für Smartphones von Nokia, das iPhone, Android-Systeme und Palm. Nach der Aktivierung befinden sich drei neue Menüpunkte im WordPress-Design Menü: Mobile-Themes, Mobile-Widgets und Mobile Switches.

Diesmal meldete sich das WP-Super-Cache Plugin wieder und forderte wie bei der WordPress Mobile Edition eine Aktualisierung der Mod-Rewrite-Rules.

Unter „Mobile Themes“ können Feineinstellungen vorgenommen werden. Unter anderem, ob auf der Übersichtsseite zu jeder Überschrift Autor, Tags und Kategorie angezeigt werden sollen. Aber ganz ehrlich: Ohne den Haken unter „Display metatags for posts“ sieht es übersichtlicher aus. Zudem lassen sich auf der Seite die Anzahl der Posts pro Seite definieren sowie weitere Einstellungen. Unter anderem, ob eingebettete Bilder verkleinert werden sollen, damit sie auf mobile Display passen. Diese Funktion ist nicht wirklich optimal. Ist der Haken nicht ausgewählt, erscheinen die Bilder zu groß. Entscheidet man sich für die autmatische Verkleinerung passiert eben genau das: Sie werden unter Umständen viel zu sehr verkleinert, aber nicht der Displaygröße angepasst. Während das Plugin mit der Darstellung der Bildergalerie des Flickr Gallery Plugin nicht so gut zurecht kommt, funktioniert hier das Einblenden der NextGEN Bildergalerie etwas besser, auch wenn die angezeigten Fotos etwas klein erscheinen.

Der Menüpunkt „Mobile Widgets“ ermöglicht es, zusätzliche Menüpunkte wie Kategorien, Archiv oder andere in den Widgets definierte Inhalte einzublenden. Im Test auf dem Samsung ließen sich jedoch die zusätzlich eingeblendeten Menüpunkte nicht aufrufen. Auf das Antippen des Archivs oder der Kategorieübersicht erfolgte schlicht keine Reaktion.

Unter „Mobile Switcher“ kann der User entscheiden, nach welchen Kriterien das mobile Theme aufgerufen werden soll. Nur nach der Erkennung des User-Agents oder vielleicht auch nach einer alternativen Subdomain. Wird die Webseite beispielsweise unter m.meineseite.de aufgerufen (das m. hat sich für mobile Versionen einer Webseite durchgesetzt), erkennt das Plugin auf Wunsch auch dies und blendet das mobile Theme, welches in vier verschiedenen Grundfarben daherkommt, ein.

Einen weiteren Menüpunkt installiert das Plugin unter Einstellungen. Dort findet man zusätzlich den Eintrag „mpexo“. Hierbei handelt es sich um ein Onlineverzeichnis für Webseiten die mobile Versionen ihres Auftrittes anbieten. Wer möchte, kann nach der Installation sein WordPress diesem Dienst hinzufügen. Dazu können unter dem Eintrag weitere Details zur Seitenbeschreibung eingetragen werden.

Fazit: Schon recht umfangreich konfigurierbares Plugin mit einigen Schwächen in der automatischen Anpassung eingebetteter Bilder sowie der Anzeige weiterer Menüinhalte. Großer Pluspunkt wiederum: Das Plugin gestaltet auch die Administrationsoberfläche von WordPress, also das so genannte Backend Smartphone-freundlich. So lässt sich hiermit auch „von Unterwegs“ mal schnell ein Beitrag eintragen oder ein Kommentar bearbeiten. Außerdem registriert das Plugin die Anzahl mobiler Besucher und führt eine kleine Statistik dazu. In seinem Beitrag „WordPress für Datennomaden“ hat sich Dieter Petereit ausführlich mit diesem Plugin bei Dr.Web beschäftigt.

WPTap News Press 2.0

Schick, vor allem für iPhone und Android wird es mit dem WPTap Press News Plugin. Das Plugin ermöglicht es, je nach verwendetem Endgerät das mitgelieferte Theme ein oder aus zu schalten, so dass man auf einigen Geräten die Standardversion sieht und nur auf ausgewählten Endgeräten das mitgelieferte Theme. Das wiederum präsentiert sich grafisch ansprechend und aufgeräumt. Jeder Eintrag ist mit einem Kalenderblatt markiert. Schön gelöst: Je nach Monat ändert sich die Farbe des Kalenders.

Wer mehr als nur die Überschrift lesen will, erhält einen Teaser-Text über den rechts platzierten Aufklapp-Button. Autor, Kategorie und Tags lassen sich individuell für jede Seite ein- oder ausblenden. Ein kleiner Bug: Wer in der Artikelansicht nur das Datum eingeblendet haben will, bekommt auch immer die Kategorie mit dazu. Egal ob im Konfigurationsmenü ein Häkchen gesetzt ist oder nicht. Sehr gut funktioniert dafür die automatische Größenanpassung eingebetteter Bilder.

Auch die Einstellungen für die Darstellung sind bereits recht umfangreich. So lassen sich neben dem Webseiten-Titel auch individuelle Seiten-Icons einstellen und eine Bookmark-URL für Twitter, Facebook und MySpace konfigurieren. Am besten ist jedoch die Möglichkeit, einzelne WordPress-Kategorien oder Seiten für das Menü auszuwählen. Alles was keinen Haken bekommt, wird mobil auch nicht angezeigt. So lässt sich sehr schnell aus den vorhandenen Seiten ein angepasstes Navigationsmenü für die mobile Nutzung zusammenklicken.

Fazit: Ein schnell installiertes und mit wenigen Mausklicks individuell konfigurierbares Plugin mit ansehnlichem Ergebnis auf Touchscreen-Handys. Auch die automatische Bildanpassung funktioniert zuverlässig, sogar das Flickr Gallery Plugin von Dan Coulter funktionierte auf dem Samsung in Kombination mit diesem Theme. Lediglich bei dem beliebten NextGen Gallery Plugin streicht die automatisch Anpassung die Segel. Besitzer älterer internetfähiger Mobiltelefone dürften mit diesem Plugin jedoch in die Röhre gucken.

WPTouch 1.9.19.1

Eine Augenweide in Sachen Optik und Konfiguration ist das Plugin WPTouch von Dale Mugford und Duane Storey. Ok, vorweg muss klar sein, dass dieses Plugin mit seinem individuell anpassbaren Theme wirklich überwiegend für mobile Endgeräte mit Touchoberfläche gedacht ist. Nach der Aktivierung findet sich die Konfigurationsseite im WordPress-Backend unter Einstellungen -> WPTouch. Da gehört es auch hin.

Das Plugin bietet neben einem englischen Sprachpaket auch noch die Möglichkeit die Menüführung auf französisch oder spanisch erscheinen zu lassen. Ein deutsches Sprachpaket kann man als .mo-Datei im Ordner wp-content/wptouch/lang jedoch nachträglich hinzufügen. Im Auslieferungszustand werden bereits viele User-Agents von Android über iPhone bis Blackberry unterstützt. Weitere UAs können jederzeit im Konfigurationsmenü hinzugefügt werden. Danach ist es ratsam, die Mod-Rewrite-Rules des WP-Super-Cache Plugins zu aktualisieren.

Wie bei einigen der vorgenannten Plugins lässt sich auch hier der Homepagetitel ändern, so dass er für das mobile Endgerät passend erscheint. Einzelne Kategorien, die nicht aufgeführt werden sollen, können anhand der Kategorie-ID ausgeblendet werden.

Desweiteren sind auch die Ausrichtung des Artikeltextes – ob Linksbündig oder Blocksatz – einstellbar. In der Übersicht lässt sich konfigurieren, ob man je Überschrift auch einen Anreißer möchte, sowie den Autor, die Kategorie oder Tags mit einblendet.

Doch die Funktionen von WPTouch sind noch vielfältiger: Kategorien, Tags oder sein Suchlink lassen sich über den Header der Seite per Pull-Down Menü einblenden. Die Kommentare können wahlweise mit oder ohne Gravatar-Icon angezeigt werden.

Schön auch die Möglichkeit, Artikelbilder statt Kalenderblätter (wie beim WPTab News Press Plugin) als Thumbnails auf der Übersichtsseite einzublenden. Wahlweise kann auch hier ein Anreißertext zusätzlich zur Überschrift eingeblendet werden.

Die Anpassung eingebetteter Bilder funktioniert zuverlässig, allerdings hat das Plugin Probleme, wenn die NextGEN Bildergalerie eingeblendet wird. Dann versagt die automatische Breitenanpassung.

Apple-Nutzer, die über eine Prowl-API verfügen, können sich mittels Push-Dienst von WPTouch auch automatisch auf ihrem iPhone oder growl-fähigen Gerät über neue Kommentare, Pingbacks oder Trackbacks informieren lassen. Zudem können angemeldete User dem Seitenadministrator direkt Nachrichten aufs mobile Endgerät senden. WPTouch kommt mit einer vielzahl vorgefertigter Icons als „Logo“ für den mobilen WordPress-Auftritt. Wer möchte kann auch ein eigenes Logo hochladen und verwenden.

Wer Googles Werbplattform Adsense nutzt kann im Konfigurationsmenü über die Adsense ID und den Channel auch die mobile Seite werbefähig gestalten. Eigener Code, z.B. für Google Analytics kann ebenfalls eingefügt werden.

Gut ist die Übersicht „Plugin Support & Compatibility“ gestaltet. Wichtige Plugins wie WP Super Cache werden unterstützt. Ein dort verlinktes Video-Tutorial hilft bei der Konfiguration.

Fazit: Im Test das bislang am umfangreichsten konfigurierbare Plugin für mobile WordPress-Nutzung. Die kleinen Schwächen bei der grafischen Anpassung der Bilder, wenn andere Elemente wie die NextGEN Bildergalerie auf einer Seite implementiert sind, mag man verzeihen. So gefällt dafür die Verwendung von Artikelbildern als Thumbnails besonders. Im vergangenen Jahr hat sich Florian Fliegel das Plugin im Einsatz auf dem iPhone bereits für Dr. Web einmal genauer angeschaut.

iPhonsta 1.1.

Das letzte Theme im Test ist eine Standalone-Lösung und kommt ohne User-Agent Erkennung daher. Für iPhonsta braucht man also ein weiteres Plugin, dass die automatische Unterscheidung zwischen mobilem Endgerät oder Desktop-PC macht. Eine mögliche Lösung dafür stelle ich wir weiter unten in diesem Beitrags vor.

Leider war die .zip-Datei die Einzige im Test, die sich nicht automatisch über die Installationsfunktion von WordPress installieren ließ. Auf der offziellen Homepage findet sich in der Datei neben dem eigentlich Theme auch noch ein weiteres Plugin, WP-Page Navi genannt, das hier aber nicht weiter erläutert wird. Man kommt also nicht drumherum den iPhonsta-Ordner aus der .zip-Datei manuell per FTP in den Ordner /wp-content/themes zu installieren.

iPhonsta präsentiert sich aufgeräumt. Die ersten beiden Beiträge werden mit Anreißertext angezeigt, während bei den restlichen nur die Headline erscheint. Das Theme nutzt die Artikelbild-Funktion von WordPress und fügt, falls vorhanden, das entsprechende Artikelbild bei den ersten beiden Einträgen als Thumbnail hinzu. Kategorien oder weitere WordPress-Seiten können über ein Pulldown-Menü oben rechts aufgerufen werden. Statt des eigenen WordPress-Namens erscheint ein iPhonsta-Logo über der Seite. Wer es gerne individueller hat, muss in den Quellcode einsteigen und nachbessern.

Fazit: Ein schlankes und hübsches Theme, das sich mit ein wenig „Handarbeit“ im Quellcode auch individueller gestalten lässt. Leider hat die automatische Bildgrößenanpassung zumindest auf dem Samsung nicht hundertprozentig funktioniert. Die Bilder erschienen immer noch etwas zu groß.

Individuelle Lösung: Für jedes Endgerät das passende Theme

WPTap Mobile Detector 1.1

Wer sich größtmögliche Kompatibilität auf die Fahnen geschrieben hat, findet mit dem WPTap Mobile Detector Plugin die richtige Lösung. Das Plugin ermöglicht es anhand der User-Agents unterschiedliche Endgeräte wie iPhone, Android, Blackberry Storm, Nokia, iPad, Palm oder Windows Smartphone zu erkennen und einem individuellen Theme oder einer eigenen URL zuzuweisen.

Das Plugin selbst wird ohne eigenes mobiles Theme ausgeliefert. Man kann sich aber ja durchaus andere freie Themes installieren und diese dann über die Konfigurationsseite auswählen. Da die hier vorgestellten Plugins und Themes jeweils ihre Vor- und Nachteile auf unterschiedlichen Endgeräten haben, bietet sich dieses Plugin als praktische Ergänzung, für jedes Endgerät das passende Theme auszuwählen, geradezu an. Da man auch beliebig viele User-Agents hinzufügen kann, ist hiermit also volle Rückwärtskompatibilität möglich: iPhone oder Samsung/HTC-Besitzer bekommen ein Theme mit moderner Touch-Oberfläche. Wer noch ein älteres Endgerät nutzt, sieht beispielsweise das hier vorgestellte viewMobile-Theme.

Einen Wermutstropfen gibt es dann doch: Die mobilen Themes müssen auch im Themes-Ordner hinterlegt sein. Nicht jedes der hier vorgestellten Plugins geht aber so vor. So muss man beispielsweise die Theme-Dateien von viewMobile erst aus dem Ordner wp-content/plugins/viewmobile/default/ in einen Ordner wp-content/themes/viewmobile/ kopieren, um sie mit dem Mobile Detector verwenden zu können.

Bei komplexeren Plugin-/Theme-Kombinationen wie beispielsweise WPTouch oder WPTap Press News ist die Handhabung dann nicht mehr ganz so einfach. Diese Plugins legen ihr Theme nicht im Themes-Ordner von WordPress ab, sondern in einem eigenen Unterordner in den Plugins. Diese können nicht einfach in den Themes-Ordner umkopiert werden.

Es gibt aber einen Workaround: Da die meisten der hier vorgestellten Plugins eine eigene User-Agent-Erkennung mitbringen, muss man vor der gleichzeitigen Aktivierung des jeweiligen Plugins und dem WPTab Mobile Detector sicherstellen, dass im Mobile Detector diejenigen Agents of „none“ gestellt werden, die das andere Plugin erkennen soll.

In Kombination mit WPTouch ist es ganz einfach. Da dieses Plugin ausschließlich für Touch-Phones gedacht ist, kann man die entsprechenden User Agents getrost im Mobile Detector auf „none“ setzen. Dort fügt man jetzt nur noch die übrigen Agents hinzu und weist sie entsprechend anderen Themes zu.

Bei der Kombination WPTap Mobile Detector mit dem WPTap News Press Plugin funktioniert es wie folgt:

  1. Im News Press Plugin die passenden User Agents wie iPhone oder Android aktivieren und dem News Press Theme zuweisen.
  2. Im WPTap Mobile Detector eben diese User Agents keinem Theme zuweisen – „none“.
  3. Dann im Mobile Detector weitere User Agents für andere Endgeräte hinzufügen und einem einfacheren Theme, beispielsweise viewMobile zuweisen.

Voilà: Während auf einem älteren SonyEricsson W705 das einfachere „viewMobile“-Theme angezeigt wird, erscheint auf dem Samsung Galaxy S das News Press Theme.

Wichtig: Wer das Caching-Plugin „WP-Super-Cache“ verwendet, sollte dringend darauf achten, dass im Konfigurationsfeld für auszuschließende User Agents unbedingt alle mobilen User Agents eingetragen werden. Andernfalls könnte es passieren, dass beim ersten Zugriff auf die Seite mit einem einem älteren Telefon eine für dieses Modell optimierte Variante Ihrer Website – sprich mit einem einfachen Theme – im Cache landet. Der nächste Besucher mit einem modernen Touchphone erhält dann ebenfalls diese Simpelseite aus dem Cache präsentiert und nicht die für sein Smartphone passende moderne Variante.

(mm),

Dennis Knake schreibt seit Beginn seiner journalistischen Laufbahn 1996 für verschiedene Online- und Printmedien und ist sozusagen seit den frühen Tagen des World Wide Web mit dabei. Sein privates Blog betreibt er seit 2005 und ist auch sonst im Internet "gut unterwegs". Heute ist er neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als PR-Manager bei der QSC AG auch als freier Autor für den DATA BECKER Verlag tätig.

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[…] den Datennomaden: 10 kostenlose Plugins im Praxistest. Da ist sicher auch eines für Euer Smartphone dabei. [Peter van I. per […]

Anna Blume
Gast

Ich nutze http://iwphone.contentrobot.com/ , einfach und gut und im Gegensatz zu WPTouch komaptible zu http://alexrabe.de/wordpress-plugins/nextgen-gallery/

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[…] & Co, sondern um Plugins um WordPress eben auf solchen Geräten darzustellen.Drüben beim Dr. Web gibt es einen Test von 10 verschiedenen Plugins für WordPress, für die Darstellung auf mobilen […]

Pascal
Gast

Also ich nutze für meinen eigenen Blog WPTouch und bin damit super die zufrieden. Viele der anderen Plugins die hier aufgeführt wurden kenne ich gar nicht, daher danke für die Liste ;-)

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[…] 10 mobile wp plugins (tags: wp mobile) […]

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[…] is the original post: WordPress macht mobil: 10 kostenlose Plugins im Praxistest | Dr. Web Magazin Posted in WordPress Plugins « Los 6 plugins básicos para crear un sitio web profesional […]

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[…]  sehr guter Artikel mit Tests zu 9 anderen Plugins findet sich aktuell bei Dr. Web. http://www.handypark.de/webmaster/blogs/wp-viewmobile.html // Related Posts:Serie WordPress […]

Sean Kollak
Gast

Danke für den Artikel. Habe mal gleich WPTouch für meinen Reime-Blog installiert und bis auf die Thumbnails scheint auch alles geklappt zu haben.

webTill
Gast

Dem kann ich beipflichten. Funktioniert wunderbar. Danke.

Sean Kollak
Gast

Hallo nochmal,
WPtouch installiert und angepasst. Wo bekomme ich die deutsche Sprachversion? Ich habe nur Hinweise gefunden, dass die Übersetzung in der kostenlosen Version unterdrückt wird.

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[…] Arti­kel bei Dr. Web, der die 10 gän­gis­ten Mobil-Plugins für Word­Press unter die Lupe nahm, war der letzt­end­lich Impuls es selbst in Angriff zu neh­men. Es hilft ja […]

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[…] DrWeb: WordPress macht mobil: 10 kostenlose Plugins im […]

Boris
Gast

Schöne Übersicht. Das selbe jetzt noch mal für Drupal bitte *g*

Mika
Gast

Toller Artikel. Deswegen seid Ihr einer unserer Web Snippets.

Viele Grüße Mika

Andreas
Gast

Die Liste ist für mich wirklich sehr wertvoll, danke. Ich habe die meisten Plugins bis dato überhaupt noch nicht gekannt. Man lernt halt immer noch dazu.

kiebitz
Gast

Nicht schlecht. Aber ich nutze lieber meinen eigenen Blog WPTouch. Da weiss ich was ich habe.

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[…] exklusive Tunes oder Rabatt-Aktionen für Tickets. Außerdem, lieber Jens, solltet ihr euer WordPress für Handys tauglich machen. Ich muss kreuz und quer […]

Mareike Ahrens
Gast

das hab ich gesucht, endlich kann ich schauen, welches plugin fuer mein naechstes projekt in frage kommt.
vielen dank!!

Christian Gärtner
Gast

Hi,

genau nach so einem Artikel hab ich gesucht!!! Überblick über (sogut wie) alle Möglichkeiten mit Vor- und Nachteilen! Das ganz noch super aufgezogen und mit Faziten abgerundet. Habe mich jetzt für meinen Blog mit WPTouch angefreundet… Ist für mich einfach am innovativsten!
Grüße aus Hamburg,
Christian
[Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!]

Blessing
Gast

ich hatte seither immer wp-mobile-detector installiert, aber plötzlich blockiert dieses Plugin die gesamte Webseite und ich habe nur noch eine weiße Seite sichtbar. Jetzt habe ich dank diesem Artikel hier News Press versucht und das funktioniert bis jetzt ganz gut.

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