WordPress Backup: Die richtige Strategie

Wichtig: Die richtige WordPress-Backup-Strategie

Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er...

Eine Backup-Strategie ist für jede Website oder jeden Blog immens wichtig. Vielleicht hast du es schon zu oft gelesen und kannst es nicht mehr hören. Und doch solltest du schnellstens darüber nachdenken, wenn du deinen Blog noch nicht regelmäßig mit Backups versorgst. Denn er kann schneller zerstört sein, als dir lieb ist.

Wichtig: Die richtige WordPress-Backup-Strategie

Darum ist eine Backup-Strategie eklatant wichtig

Jeden von uns kann es zu jeder Zeit treffen. Das muss man sich klar machen. Ich zum Beispiel dachte, dass ich nicht für jede meiner Websites ein Backup benötige. Dementsprechend wurde meine persönliche Website andreas-hecht.com nicht mit Backups gesichert, weil wenig Inhalte vorhanden waren. Das habe ich bitter bereuen müssen.

Vor einigen Wochen sah ich, dass mein Theme – Enfold von Kriesi – ein Update benötigte. Nichts böses erwartend, habe ich den Update-Button gedrückt. Einige Minuten später stand ich vor den rauchenden Überresten der Website. Enfold hat in Sekunden meine Website zerstört. Das Theme gab ab dem öffnenden <head> keinerlei HTML-Quellcode mehr aus. Auch eine versuchte Installation einer älteren Version ließ sich nicht zur Darstellung einer kompletten Website überreden.

Die Installation eines WordPress-Basis-Themes brachte mir dann wenigstens noch die Blog-Inhalte zurück, die hinterlegten Seiten waren unwiederbringlich zerstört.

Und das nur, weil ich Idiot fünf Dollar im Monat sparen wollte. Denn meine anderen Websites werden von VaultPress gesichert, das ich weiter unten noch vorstellen werde.

Weiterführende Informationen:

Killed in Action: Wenn Deine Website plötzlich stirbt

WordPress-Backup-Lösungen – das gibt es, das ist sinnvoll

Möglichkeiten zur Erstellung von Backups gibt es für WordPress viele. Nicht alle sind sinnvoll, denn für einige – kostenfreie – Varianten musst Du eingehende Kenntnisse im Bereich Datenbank-Administration haben, um die Backups wieder einspielen zu können. Daher empfehlen sich für unbedarfte User oder Menschen, die eine professionelle Lösung favorisieren, die vollautomatischen Backup-Lösungen. Dort lassen sich die Backups mit einem Klick wieder zurückspielen. Gute Backup-Lösungen sind allerdings niemals kostenfrei. Allerdings sind die Kosten, die auf dich zukommen, sehr überschaubar.

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Ich stelle dir im folgenden jeweils zwei Beispiele für die einzelnen Backup-Möglichkeiten vor.

Die vollautomatischen Lösungen: Backup-Dienste

Diese Backup-Dienste sind immer kostenpflichtig. Allerdings halten sich die Kosten im Rahmen und bewegen sich zwischen fünf USD bis neun Euro monatlich.

1 – VaultPress

VaultPress WordPress-Backups

VaultPress dürfte einer der bekanntesten und beliebtesten Dienste für vollautomatische WordPress-Backups sein. Die gebotene Qualität und die Benutzerfreundlichkeit ist sehr gut. VaultPress ist übrigens ein Projekt von Automattic, der Firma hinter WordPress.

So funktioniert es: Logge Dich mit einem WordPress.com-Account in VaultPress ein, gib deine Website URL an und deine Kreditkartendaten für die Zahlungen. Danach installiere in deinem Blog das VaultPress-Plugin und gib die Registrierungsnummer ein, die du im VaultPress-Dashboard erhalten hast. Nun musst du nur noch die SFTP- oder SSH-Zugangsdaten für deinen Server angeben, damit VaultPress korrekt arbeiten kann.

Die in VaultPress hinterlegten Zugangsdaten für deinen Server / dein Webhosting-Paket.

Die in VaultPress hinterlegten Zugangsdaten für deinen Server / dein Webhosting-Paket.

Der Dienst nimmt nun sofort seinen Dienst auf und macht ein erstes Backup deiner kompletten Website inklusive der Uploads.

Die Ansicht der einzelnen Backups, die von VaultPress erstellt wurden.

Die Ansicht der einzelnen Backups, die von VaultPress erstellt wurden.

Wie man sehr gut erkennen kann, sind die einzelnen Backups mit nur einem Klick wiederherstellbar.

Informationen:

  • Kostenpflichtig: Ja, ab 5 USD monatlich pro URL/Website
  • Von was genau werden Backups erstellt:  Von der kompletten WordPress-Installation
  • Wo werden die Backups gehostet: Auf den Servern des Dienstes (USA)
  • Support: Ja, über E-Mail. Schnell und gut nach eigener Erfahrung – nur auf Englisch
  • Nachteile: Keine ersichtlichen, abgesehen von der Speicherung der Daten in den USA
  • Empfehlenswert: Uneingeschränkt nach eigener Erfahrung
  • Testzeitraum vorhanden: Nein
  • Zahlungsmöglichkeit: Nur Kreditkarte
  • Mögliche Zahlungsweisen: Monatlich und jährlich. Jährliche Zahlungen sparen einen Monat Gebühr
  • Kündigungsmodalitäten: Kündigung jederzeit möglich über das Dashboard mit einem Klick
  • Ein WordPress.com-Account ist Pflicht
  • Link zum Produkt

2 – blogVault

WordPress-Backup-blogVault

BlogVault bietet dir nicht nur die einfache und schnelle Backup-Lösung mit Wiederherstellung an, sondern auch interessante, zusätzliche Funktionen. Vorteilhaft ist die Test-Wiederherstellung, die VaultPress nicht bieten kann. Die Funktion erfordert ebenfalls die Installation eines Plugins.

Was blogVault leistet:

  • Bis zu 30 Tage Backup-Historie: Es können einzelne Seiten oder die gesamte Website wiederhergestellt werden
  • Ein-Klick-Wiederherstellung: Keine Fummelei mit Datenbank-Dateien oder ähnlichem.
  • Test-Wiederherstellung: Du kannst testen, ob deine Webseite  vollständig gesichert wurde. Der Dienst stellt dir eine Test-Wiederherstellung per Klick auf seinen Servern zur Verfügung.
  • Hohe Sicherheit: blogVault speichert deine Backups auf Servern von Hetzner und zusätzlich bei Amazon S3. Zusätzlich kann das Backup in deiner Dropbox gesichert werden.
  • Zusatzfunktion: blogVault bietet einen einfachen Umzug einer WordPress-Installation an.
  • E-Mail-Support: Zurzeit nur auf englisch

Informationen:

  • Kostenpflichtig: Ja, ab 9 Euro monatlich für eine Website
  • Von was genau werden Backups erstellt:  Von der kompletten WordPress-Installation
  • Wo werden die Backups gehostet: Auf den Servern des Dienstes bei Hetzner und zusätzlich auf Amazon S3
  • Support: Ja, über E-Mail – nur auf Englisch
  • Nachteile: Keine ersichtlichen
  • Empfehlenswert: Höchstwahrscheinlich
  • Testzeitraum vorhanden: Ja, sieben Tage lang. Erst danach wird berechnet
  • Zahlungsmöglichkeit: Nur PayPal
  • Mögliche Zahlungsweisen: Monatlich und Jährlich. Jährliche Zahlungen sparen zwischen 12 und 16 Prozent.
  • Kündigungsmodalitäten: Kündigung jederzeit möglich über das Dashboard mit einem Klick
  • Link zum Produkt

BlogVault hört sich vielversprechend an. Ich werde den Dienst in nächster Zeit einmal auf Herz und Nieren testen. Danach können dann gesicherte Aussagen gemacht werden. Allerdings kann man durch den 7-tägigen-Testzeitraum nichts falsch machen und genau prüfen, ob der Dienst alle Erwartungen erfüllt.

Die Lösungen mittels WordPress-Plugin

Die manuellen Lösungen für ein WordPress-Backup sind zumeist die bekannten und kostenlosen Plugins. Diese können wohl ein Backup erstellen, jedoch nicht zurückspielen. Deshalb muss man über Erfahrungen im Umgang mit phpMyAdmin verfügen, um die gesicherte Datenbank wieder in das System zu bringen. Allerdings existiert auch eine Plugin-Lösung, welche die gesicherten Backups wieder einspielen kann. Diese Lösung ist jedoch kostenpflichtig, erscheint aber empfehlenswert zu sein.

1 – BackupBuddy

wordpress-backup mit BackupBuddy

Die Benutzeroberfläche von BackupBuddy

Auch BackupBuddy ist eine kostenpflichtige Backup-Lösung. Nach eigener Aussage schützt es seit 2010 bereits über eine halbe Million WordPress-Websites. BackupBuddy bietet dir ebenfalls Backups, die mit einem Klick wieder eingespielt werden können. Es können viele verschiedene Arten eines Backups gefahren werden. Entweder kann die gesamte Website gesichert werden, oder nur die Daten oder die Datenbank.

Eine Restore-Funktion wird ebenfalls angeboten, zusätzlich kann man mittels BackupBuddy auch seine Seite komfortabel auf einen anderen Server umziehen. Die gesicherten Daten werden nach Belieben in der Dropbox, auf Amazon S3 oder Google Drive ebenso gespeichert, wie auf den Servern des Unternehmens. Die gespeicherten Backups können zudem heruntergeladen werden.

Was BackupBuddy leistet:

  • Backup-Wiederherstellung: Einzelne Bereiche oder die gesamte Website lassen sich wiederherstellen
  • Ein-Klick-Wiederherstellung: Keine Fummelei mit Datenbank-Dateien oder ähnlichem.
  • Hohe Sicherheit: blogVault speichert deine Backups auf eigenen Servern oder in deiner Dropbox. Ebenfalls ist das Speichern in Amazon S3 und Google Drive möglich. Zusätzlich kannst du das Backup jeweils herunterladen.
  • Zusatzfunktion: BackupBuddy bietet einen einfachen Umzug einer WordPress-Installation. sowie sehr interessante Funktionen für Entwickler an. Migration, ein Klonen und eine Staging-Website können einfach realisiert werden. Interessant ist die Staging-Funktion, sie erlaubt dir eine Entwicklerseite zu klonen und mit wenigen Klicks stets aktuell zu halten. Ebenfalls integriert sind Funktionen für den Umzug auf eine neue Domain und das automatische Ersetzen der alten Domain durch die neue Domain. Zudem bietet das Plugin noch etliche zusätzliche Funktionen und Tools. Es ist sehr umfangreich.
  • Ticket-Support: Zurzeit nur in englischer Sprache erhältlich

Informationen:

  • Kostenpflichtig: Ja, ab 80 USD pro Jahr und Website. Zurzeit bekommt man 25 Prozent Rabatt bei Anmeldung im Newsletter.
  • Updates und Supportzeitraum: Jeweils ein Jahr, da man pro Jahr bezahlt
  • Von was genau werden Backups erstellt:  Von der kompletten WordPress-Installation oder von ausgesuchten Bereichen
  • Wo werden die Backups gehostet: Auf den Servern des Dienstes in den USA, oder in Amazon S3, Google Drive oder der eigenen Dropbox.
  • Support: Ja, über ein Ticket-System – nur auf Englisch
  • Nachteile: Keine ersichtlichen
  • Empfehlenswert: Höchstwahrscheinlich
  • Testzeitraum vorhanden: Nein
  • Zahlungsmöglichkeit: Nur mit Kreditkarte
  • Mögliche Zahlungsweisen: Jährlich
  • Kündigungsmodalitäten: Lizenz läuft automatisch aus, wenn nicht verlängert wird. Somit ist eine Kündigung nicht nötig.
  • Link zum Produkt

2 – BackWPup – kostenlos

BackWPup-WordPress-Plugin

BackWPup dürfte das bekannteste kostenlose Backup-Plugin sein. Es funktioniert zumindest auf etwas teureren Hosting-Möglichkeiten einwandfrei. Bei günstigen Shared-Hostings bricht das Plugin gern mit einer Fehlermeldung ab, weil der Backup-Job länger dauert, als vom Hoster freigegeben. Das ist jedenfalls meine eigene Erfahrung mit diesem Plugin.

Das Plugin sichert je nach Bedarf entweder deine gesamte Seite oder nur die Datenbank. Zudem kann ein Backup für die Daten (die XML-Import-Datei) und die Plugins durchgeführt werden. Es stehen zudem sehr viele Möglichkeiten der Sicherung zur Verfügung, unter anderem der eigene Server, die Dropbox, Amazon S3, FTP und so weiter.

BackWPup hat jedoch auch einen Nachteil: es kann keine Backups zurückspielen. Das muss händisch geschehen und es erfordert Fachwissen im Bereich Datenbank-Administration. Hat man dieses Fachwissen nicht, muss ein Fachmann beauftragt werden. Eine kostenpflichtige Version ist ebenfalls erhältlich, diese kann jedoch auch keine Backups wiederherstellen.

Die Funktionen im Überblick:

  • Datenbank Backup (benötigt mysqli)
  • WordPress XML Export
  • Erzeugt eine Datei mit den installierten Plugins
  • Optimiert die Datenbank
  • Checkt und repariert die Datenbank
  • Daten Backup
  • Backups in zip, tar, tar.gz, tar.bz2 Format (benötigt gz, bz2, ZipArchive)
  • Speichert die Backups in: Server, DropBox, Amazon S3, Microsoft Azure, RackSpaceCloud und SugarSync

Informationen:

  • Kostenlos von WordPress.org
  • Keine Wiederherstellung des Backups
  • Nur Basis-Support über das Support-Forum auf WordPress
  • Wird ständig weiterentwickelt
  • Entwickler: Inpsyde GmbH, Frank Bültge, Daniel Hüsken
  • Neueste Version vom: Mai 2016
  • Download von WordPress.org

Fazit

Eine gute Backup-Strategie ist unverzichtbar. Allerdings existieren viele Fallstricke; gerade bei den kostenlosen Lösungen. Empfehlenswert ist daher immer eine kostenpflichtige Lösung, die bereits für kleines Geld zu haben ist. Die Erfahrung zeigt, dass man sich nach der Installation und Inbetriebnahme nicht mehr um die Backups kümmern muss, alles läuft geschmeidig im Hintergrund ab. Und wenn es dann doch einmal zum Super-Gau kommt, dann ist dieser mit der Restore-Funktion nach einigen Minuten wieder schnell behoben.

Aus meiner Misere habe ich gelernt, dass man keine Website ohne Backups betreiben sollte. Daher hat jetzt jede meiner Websites eine Backup-Lösung. So kann ich wieder ruhig schlafen.

(dpe)

Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er WooCommerce Shops mit Ladezeiten von unter einer Sekunde. Er schreibt seit 2012 für Dr. Web. Auf seinem Blog veröffentlicht er unter anderem nützliche WordPress-Snippets.

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achimschmidt
Mitglied

Ein schöner Bericht, den sich viele zu HErzen nehmen sollten. Eine Frage ist allerdings unbeantwortet geblieben: Wie sieht es mit dem Backup für Multisites aus? Grundsätzlich ist eine Multisite ja auch nur eine Installation, allerdings mit verschiedenen Subdomains.

Mich würde auch eine genauere Definition von “Einzelne Bereiche” bei der Wiederherstellung interessieren. Bedeutet die a) einzelne Seiten/Posts und/oder b) einzelne Dateien wie Fotos, Medien oder uploads (Themes/Plugins). Hier wäre auch die Frage, ob sich bei einer Multisite einzelne Seiten/Posts wieder herstellen lassen, die sichein einzelner User auf seiner Unterdomain zerschossen hat.

Andreas Hecht
Gast

Backups für Multisites sind durchaus auch kein Problem. Mit einzelnen Dateien meinte ich die einzelnen Dateien der WordPress-Installation, der Themes und der Plugins. Auch Fotos und ähnliches. Einzelne Beiträge lassen sich hingegen nicht wiederherstellen. Das sind ja keine einzelnen Dateien, sondern werden in der Datenbank gespeichert. Um einen Beitrag wiederherzustellen bietet WordPress die Funktion der Revisionen an.

Thomas
Gast

Hallo Andreas,
herzlichen Dank für den tollen Artikel! Ich möchte beim Thema Multisites nochmal nachhaken: Welche Lösung kannst Du hier konkret empfehlen, wenn man nicht monatliche Zahlungen tätigen will? Für dieses und jenes soll man heutzutage hier 5 Eur und dort 19 Eur berappen – da sammeln sich schnell unüberschaubare Fixkosten an, die sich gerade für kleinere Websites übertrieben hoch summieren …
Gibt es denn ein Plugin, was von mir aus nach Einmalzahlung zuverlässig Multisites sichert?
Wäre sehr dankbar für einen guten Tipp, suche schon lange danach.

Polat
Gast

Hallo, sehr guter Artikel zum Thema Backups. Einige PlugIns kannte ich noch gar nicht. Ich selbst nutze zwei Methoden für Backups. Einmal das PlugIn BackWpup und zusätzlich lade ich nochmal alles manuell mit dem FTP Programm und phpMyAdmin runter. Doppelt hält besser.

Chris
Gast

Erstmal danke für deinen ausführlichen Bericht, Andreas.

Ich verwende seit 2 Jahren für alle Projekte die kostenlose Version von “UpdraftPlus” als Backup-Lösung mit diversen Sicherungsmöglichkeiten (GoogleDrive, Dropbox, Amazon S3, FTP, uvm.). Es gibt auch noch eine Premium-Version dazu.

Solltest du dir unbedingt mal ansehen: https://de.wordpress.org/plugins/updraftplus/

Andreas Hecht
Gast

Hi Chris,

danke dir! Ich schau es mir mal bei Gelegenheit an.

Anne
Gast

Wir suchen nach einer Möglichkeit auch die Datenbank zu sichern. Vor einiger Zeit wurde die Datenbank unserer Site vollkommen zerstört, da hat es auch nicht geholfen dass wir ein BackUp hatten.

Andreas Hecht
Gast

Ich würde da VaultPress empfehlen. Die Backup-Funktion ist hervorragend und lässt sich leicht wiederherstellen. Das hilft in solchen Situationen ungemein. Ich nutze es seit Jahren und bin sehr zufrieden.

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