WordPress aufräumen für mehr Performance – 11 Praxis-Tipps für dich

WordPress aufräumen für mehr Performance - Tipps aus der Praxis für Dich

Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er...

Viele Menschen mögen eine aufgeräumte Umgebung zu Hause und auf der Arbeit. Unnötige Dinge werden aus dem Haus und dem Büro entfernt, um sich wohlfühlen zu können. Das Gleiche sollte für deine WordPress-Website gelten.

Denn in einer aufgeräumten Umgebung arbeitet es sich leichter und angenehmer. Das gilt auch für deine Website. Eine klar strukturierte Umgebung mit den wirklich nötigen Elementen lässt dich produktiver sein und auch kreativer.

Daher habe ich dir eine Liste zusammen gestellt, die dir beim Aufräumen helfen wird.

Frühjahrsputz: So räumst du deine WordPress-Installation auf

Es gibt einige Taktiken, wie du dein WordPress wirkungsvoll aufräumen kannst. Einige dieser Punkte befassen sich mit dem Adminbereich, andere hingegen mit dem Frontend – dem für die User sichtbaren Bereich.

1 – Lösche unnötige Plugins

In einer bereits seit einiger Zeit existierenden WordPress-Installation sammeln sich mit der Zeit etliche Plugins an. Nicht alle dieser Plugins werden auch aktiviert sein, andere hingegen sind für den Betrieb der Website nicht wirklich nötig.

Lösche die deaktivierten Plugins sofort, denn sie stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Je mehr Plugins installiert sind, desto größer werden die potenziellen Sicherheitslücken. Hacker können durchaus auch die Lücken in deaktivierten Plugins ausnutzen.

Überprüfe im Anschluss, ob die aktivierten Plugins wirklich nötig sind. So manches Plugin sorgt eher dafür Besucher zu verlieren, anstatt sie zu begeistern. In diese Kategorie fallen zum Beispiel Slider und ähnliches.

Am Schluss dieser Aktion sollten nur die wirklich nötigen Plugins übrig bleiben.

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2 – Räume dein Navigations-Menü auf

Die Navigation einer Website ist ein wichtiges Element für die Benutzerfreundlichkeit einer Website. Sie sollte klar, einfach strukturiert und nicht überfrachtet sein. Ein Hauptmenü mit vielen Unterpunkten und aufgehenden Listen ist nicht User-freundlich.

Mehr als fünf bis sechs Hauptelemente sollte die Navigation nicht umfassen. Je mehr Auswahl vorhanden ist, desto weniger wird das Menü genutzt werden. Solltest du unbedingt viele Unterpunkte darstellen wollen, nutze dafür besser ein Mega-Menü statt den normalen Dropdown-Listen.

Ein Beispiel eines Mega-Menüs:

Ein Beispiel eines Mega-Menüs

Trotz vieler Links sieht diese Variante eines Menüs sehr aufgeräumt aus.

Eine kostenlose Variante eines Mega-Menü Plugins wäre das »Max Mega Menu«.

Max Mega Menu
Max Mega Menu
Entwickler: Tom Hemsley
Preis: Kostenlos

3 – Lösche ungenutzte Themes

Bei länger bestehenden WordPress-Installationen sammeln sich mit der Zeit auch einige ungenutzte Themes an. Man denke da zum Beispiel nur an die Themes, die mit jeder neuen Hauptversion von WordPress mitkommen.

Themes, die nicht in Verwendung sind, sollten gelöscht werden. Denn auch sie stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Und warum solltest du Themes updaten, die du nicht benutzt?

4 – Lösche regelmäßig Spam-Kommentare

Jeder Spam-Kommentar setzt sich in der Datenbank von WordPress fest und sorgt mit der Zeit für ein unnötiges Aufblähen der Datenbank. Das verschafft dir ein Performance-Problem, das nicht sein müsste.

5 – Begrenze die Revisionen

Revisionen sind eine wunderbare Sache, denn du kannst auf ältere Versionen deines Artikels zurückgreifen. Zu viele Revisionen sorgen ebenfalls für eine aufgeblähte Datenbank und damit für schlechtere Performance. Daher solltest du die Revisionen begrenzen. Drei Revisionen eines Beitrags sollten grundsätzlich ausreichen.

Füge die folgende Konstante in die wp-config.php deines WordPress ein:

define( 'WP_POST_REVISIONS', 3 );

6 – Säubere deine Datenbank

Die Datenbank ist der Motor hinter deinem WordPress. Alles wird darin gespeichert. Zum einen nützliche Dinge wie deine Beiträge und Seiten, zum anderen auch völlig unnötige Dinge wie die Postrevisionen, Spamkommentare und und Rückstände aus vorigen Plugin-Installationen.

Mit der Zeit sammeln sich dort viele Einträge an, die zum reibungs- und fehlerlosen Betrieb der Website nicht nötig sind. Das wiederum bedeutet Einbußen in der Performance. Eine Säuberung der Datenbank ist daher von Zeit zu Zeit unerlässlich für eine optimale Performance.

Empfehlenswerte Plugins für diesen Job wären entweder »WP-Sweep« oder »WP-Optimize«.

WP-Sweep
WP-Sweep
Preis: Kostenlos
WP-Optimize
WP-Optimize

7 – Checke deine Website auf defekte Links

Links, die nicht mehr die gewünschten Informationen liefern, hinterlassen einen schlechten Eindruck auf deine Besucher und Google. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Besucher, die über Google kommen, schnell wieder deine Seite verlassen, wenn sie nicht die gewünschten Informationen finden.

Lege dein Augenmerk auf Links, die funktionieren und wirklich relevante Informationen als Ergänzung zu deinen Beiträgen liefern. Mit dem Plugin »Broken Link Checker« kannst du automatisch nach Links ohne Funktion suchen lassen.

Broken Link Checker
Broken Link Checker
Entwickler:
Preis: Kostenlos

8 – Entferne nicht genutzte Meta-Boxen aus dem Adminbereich

Mit der Zeit sammeln sich gerade auf der Oberfläche des »Beiträge erstellen« Fensters eine Menge Meta-Boxen an, von denen du längst nicht alle nutzen wirst. Da wären zum Beispiel Einstellungen für Sharing-Plugins, Postoptionen, Diskussionen, Beitragsformate und vieles mehr.

Alles, was du nicht für das Verfassen oder Vermarkten eines Artikel brauchst, kannst du getrost deaktivieren. In der rechten oberen Ecke findest du den Button »Ansicht anpassen«. Dort deaktivierst du die Häkchen für die Boxen, die du ausblenden möchtest.

Ansicht anpassen

Meta-Boxen ausblenden durch Deaktivierung der Häkchen

Meta-Boxen ausblenden durch Deaktivierung der Häkchen.

Das Gleiche solltest du noch einmal für das Dashboard deines WordPress tun. Auf dieser Admin-Startseite sollten nur nützliche Informationen angezeigt werden. Vielleicht die Google-Analytics-Zahlen, noch freizuschaltende Artikel deiner Autoren usw.

9 – Weg mit ungenutzten Tags und Kategorien

Wenn deine Website unbenutzte Tags und Kategorien besitzt, lösche sie. Das kann wirklich viel Arbeit sein, weil je nach Theme und Plugin auch die Custom Post Types wie Portfolio, Rezepte, Testimonials und so weiter eigene Taxonomien besitzen können.

Diese müssen dann manuell aufgerufen und gelöscht werden. Mir ist kein Plugin bekannt, das diesen Job erledigen kann. Falls du eines kennst, schreibe es mir in die Kommentare.

Die Arbeit wird auf jeden Fall lohnenswert sein, denn die Übersichtlichkeit für die Vergabe von Tags und Kategorien steigt enorm an. Du arbeitest so schneller und effizienter. Zudem erleichtert auch diese Aufgabe die Datenbank und sorgt damit für eine bessere Ladegeschwindigkeit der Website.

10 – Lösche ungenutzte Medien-Dateien

Ungenutztes Bildmaterial sollte aus der Mediathek gelöscht werden. Alle Mediendateien werden in dem Ordner uploads auf dem Server gespeichert. Auf lange Sicht kann das zu einer wirklich massiven Lagerung von Dateien führen, von denen der überwiegende Teil nicht in Benutzung ist.

Jedes Theme legt spezielle Bildformate an, die für andere Themes zumeist nicht brauchbar sind. Deshalb solltest du von Zeit zu Zeit diesen Ordner säubern. Das kannst du durch ein Plugin automatisch erledigen lassen.

»Force Regenerate Thumbnails« generiert die vom aktuellen Theme genutzten Bildformate und löscht gleichzeitig die nicht genutzten Formate. So kannst du sicher sein, stets nur die aktuellen und wichtigen Formate für dein Theme im uploads Ordner zu haben.

Force Regenerate Thumbnails
Force Regenerate Thumbnails
Entwickler: Pedro Elsner
Preis: Kostenlos

11 – Entferne unnötige Widgets von Startseite und Sidebar

Die Sidebar und die Widget-Bereiche der Startseite einer WordPress-Website sind bei vielen Blogs einfach überladen. Vieles wird angeboten und nur wenige Dinge werden von den Besuchern wirklich genutzt.

Lasse nur das aktiv, was wirklich notwendig für die Funktion deiner Website ist. Gestalte eine klare und nur mit den wichtigsten Informationen versehene Startseite. Das sorgt für einen kräftigen Performance-Schub.

Nimm dir anschließend die Sidebar vor. Kaum ein Besucher schaut dort noch hin. Dünne die Informationen extrem aus, die du dort anbieten möchtest. Wenn du dir nicht sicher bist, was die wichtigen Punkte einer Website sind, dann lasse dir eine sogenannte Heat-Map deiner Seite erstellen.

Dort kannst du dann genau sehen, wo und an welchen Stellen die User verweilen, wo sie hinschauen und welche Bereiche sie nutzen. Ein sehr guter und überwiegend kostenfreier Dienst hierfür ist Hotjar.

Hotjar

Weitere Informationen:

Dr Web: Bloggen für Einsteiger Vol. 4: Die optimale Sidebar

Fazit

Wenn du alle Bereiche abgearbeitet hast, dann hast du deiner Website und dir viel Gutes getan. Du solltest eine deutliche Verbesserung der Performance spüren – allein schon durch das Deaktivieren von unnötigen Plugins. Keine Website muss alle möglichen Funktionen bieten. Weniger ist oftmals mehr.

Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er WooCommerce Shops mit Ladezeiten von unter einer Sekunde. Er schreibt seit 2012 für Dr. Web. Auf seinem Blog veröffentlicht er unter anderem nützliche WordPress-Snippets.

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6 Kommentare auf "WordPress aufräumen für mehr Performance – 11 Praxis-Tipps für dich"

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Axel
Gast

Ich danke mir selber, dass ich Zeit & Muße gefunden habe diesen tollen Artikel zu lesen und schätze dein Engagement, Enthusiasmus und den Willen Dr. Web am Leben zu erhalten, sonst ist doch dieser Blog tot, gelle Andreas.

Danke all den 2 & 4 Augen, die diese Artikel lesen.
Toller Film kann ich empfehlen: https://de.wikipedia.org/wiki/10_Items_or_Less_%E2%80%93_Du_bist_wen_du_triffst

Michael Dobler
Dr. Web

So ein paar andere Nasen außer unserem geschätzten Andreas hat Dr. Web schon ;-)

Oliver
Gast

Punkt 7 ist eher kontraproduktiv. Meine Erfahrung mit dem Broken Link Checker ist, dass dieser gut Performance zieht. Als Randnotiz vielleicht: kurzweilig Nutzen, danach deinstallieren und das vielleicht halbjährlich oder jährlich.

SiGa
Gast

Da WordPress auch regelmäßig automatisch speichert und Revisionen anlegt, sind 3 Revisionen meiner Erfahrung nach zu wenig – da wird es für Kunden im Notfall schnell mal unmöglich, zu einer etwas älteren Revision zurückzukehren, wenn sie noch ungeübt sind….

Jürgen
Gast

Den ersten Punkt: entferne unnötige Plugins kann ich nur empfehlen. Hab selber leider die Erfahrung machen müssen. Meine Webseite brauchte ca. 1 min zum laden. Erst als ich alles deinstalliert und neu installiert habe, hatte ich wieder “normale” Ladezeiten.

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