WolframAlpha: Die denkende Suchmaschine

Von denkenden Maschinen und Robotern träumt die Menschheit schon lange, doch nun will niemand geringeres als Stephen Wolfram den großen Durchbruch geschafft haben. Und damit noch nicht genug, Wolfram möchte mit seiner berechnenden Wissensmaschine dem Web-Riesen Google den Kampf ansagen.

Das Software-Genie

Zwar haben bereits viele versucht, einen Konkurrenten für Google zu produzieren, allerdings traut man es Stephen Wolfram wirklich zu. Er galt schon früh als Wunderkind und besuchte verschiedene Elite-Schulen und Universitäten. Unter anderem machte er mit gerade einmal 20 Jahren seinen Doktor in theoretischer Physik am California Institute of Technology. Hinzu kommt, dass er der Erfinder der mathematischen Programme Mathematica und A New Kind of Science ist, was ihm eine ideale Grundlage für sein neuestes Projekt bietet.

Das Projekt

Bei „Wolframalpha“ handelt es sich um eine auf den ersten Blick hin sehr einfache Webseite, doch diese soll es in sich haben. Mit ihr soll es möglich sein, eine beliebige Frage zu stellen und eine derart detaillierte Antwort zu erhalten, dass Normalos gar nicht in der Lage sein sollen, diese vollständig zu verstehen. Stephen Wolfram behauptet also, einen denkenden Computer geschaffen zu haben, der in der Lage ist, die menschliche Sprache zu verstehen und zu verarbeiten.

Das Software-Genie Wolfram selbst nennt sein neues Projekt „Ein neues Paradigma für den Gebrauch von Computern und den des Web“. Er erklärt außerdem, dass Menschen bereits vor über 50 Jahren erwartet haben, dass es möglich sein werde, einem Computer eine Frage zu stellen und eine korrekte Antwort zu erhalten. Der Physiker beschreibt seine Erfindung als „computational knowledge engine“, eine „berechnende Wissensmaschine“.

Der Tester

Bisher hat so gut wie niemand Wolframalpha testen dürfen. Einer der wenigen Auserwählten ist der Web-Unternehmer Nova Spivack und dieser ist von dem Projekt mehr als begeistert: „Alpha wirft nicht einfach Dokumente aus, die die Antwort enthalten (könnten), wie Google es tut und es ist auch nicht einfach nur eine gigantische Wissensdatenbank wie Wikipedia. Es versteht nicht nur natürliche Sprache und benutzt diese Fähigkeit, Dokumente zu finden, wie etwa Powerset. Stattdessen berechnet Wolfram Alpha wirklich die korrekte Antwort auf eine Frage“.

Die Technik

Aufgrund der bisher sehr geringen Menge an vorhandenen Informationen ist es schwer zu sagen, welche Technik im Genauen hinter der neuen Webseite stecken soll. Allerdings ist zu vermuten, dass das Ganze im Großen und Ganzen aus drei Teilen besteht: einer gigantischen Datenbank, einer enormen Menge an Algorithmen und einem Übersetzer.

Der Ablauf

Der Übersetzer soll aus den in natürlicher Sprache gestellten Fragen Rechenaufgaben machen. Die Rechenaufgaben werden anschließend von den Algorithmen unter Zugriff auf die Datenbank gelöst und danach wieder zurück an den Übersetzer gesendet.

Die Eckdaten

An dem Projekt arbeitet angeblich ein Team von über 100 Mitarbeitern um Stephen Wolfram seit mehreren Jahren. Geplanter Launch von Wolfram Alpha ist Mai dieses Jahres. Dort ist zwar bereits seit mehreren Monaten eine Website online, allerdings ohne jegliche Funktion. Außerdem ist für Dienstag, den 28. April eine öffentliche Präsentation von Alpha an der Harvard Law School geplant. ™

Über den Autor
Richard Olbrecht setzt sich bereits seit Jahren privatlich und beruflich mit dem Internet auseinander. Außerdem schreibt er auf seinem Blog Bloggertips.

Richard Olbrecht setzt sich bereits seit Jahren privatlich und beruflich mit dem Internet auseinander. Er schreibt auf seinem Blog BloggerTips und für verschiedene Online und Print Magazine. Sein Twitter Account und seine

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Wishu
Gast
7 Jahre 4 Monate her

Als aller Erstes mal: W|A ist keine Konkurrenz zu Google. Google ist eine Suchmaschine um Infomationen zu bekommen W|A ist eine Wissensmaschine, welche Fragen beantwortet.

Wie zuverlässig W|A sein wird, wird man dann erst sehen. Ich bezweifle ja, dass es gut funktionieren wird, denn so etwas lässt sich meines Erachtens nach nicht berechnen.

Die Frage die nach wie vor offen bleibt, in wie vielen Sprachen wird W|A rauskommen? Kann man die Fragen nur auf Englisch stellen oder klappt das auch mit deutsch?

Gruß
Wishu

Dieter Petereit
Gast
7 Jahre 4 Monate her

Alpha basiert auf dem Source von Mathematica, was bereits deutlich macht, welche Arten von Abfragen Alpha bedienen soll und kann.

http://www.wolfram.com/products/mathematica/index.html

domingos
Gast
7 Jahre 4 Monate her
Wenn ich mal tippen darf: Vermutlich hat er bzw. sein Team semantische Informationen bzw. Metadaten aus Wikipedia oder einer vergleichbaren strukturierten Quelle extrahiert. Die Elemente einer Frage lassen sich ja relativ einfach in Bestandteile zerlegen. Da ist das Fragewort, was ja schon sehr viel azssagt. Wann ist eine Zeitfrage, wo ist sehr wahrscheinlich geographisch usw. Mit einem Fragewort und einem NOmen lassen sich ein Großteil der Fragen relativ leicht beantworten, natürlich besteht die Kunst darin, so etwas zu programmieren und so zu gestalten, dass die Antwort in halbwegs akzeptabler Zeit erfolgt. So etwas darf man aber nicht mit KI oder… Read more »
zyko
Gast
zyko
7 Jahre 4 Monate her
Ich versteh das Argument nicht, warum das eine Kokurrenz zu Google sein soll? Ich google nicht nach ‚Antworten‘ sondern suche Webseiten, und erwarte mir, die ‚besten zu finden‘ die das Thema repräsentieren. Der Ask-Jeeves Ansatz hat mich noch nie vom Hocker gehaut. Das ‚Ms. Dewey‘ damals war wenigstens noch ‚lustig‘. Nun hör‘ ich schon das Xte mal, dass dieses WolframAlpha sowas besonderes sein soll, so besonders, dass es noch fast niemand gesehen hat. Uaarghhh. Warten wir mal drauf, bis es online ist, falls das überhaupt jemals passiert, und es nicht nur eine riesgroße Marketing-Blase ist… Und dann schaun wir, ob… Read more »
Helen
Gast
Helen
7 Jahre 4 Monate her
Es gibt in der Sprachwissenschaft keine Theorie, die natürliche Sprache in einer Blackbox (idealerweise ein Computer) generieren kann. Wenn ich ein neues Verb höre, wie zum Beispiel „twittern“, dann kann ich es als Mensch als Verb erkennen und weiß auch, wie ich es konjugieren muss, selbst wenn ich keine Ahnung habe, was Twitter ist. Es ist völlig ausgeschlossen, dass Wolfgangs Alpha oder ein anderer Algorthmus natürliche Sprache „versteht“ oder auch nur formal gültig anwenden kann. Wolfi kann keine natürlichen Sätze bilden, und das hat nicht einmal damit zu tun, dass es nicht weiß, was es sagen soll. Dennoch kann es… Read more »
Richard
Gast
7 Jahre 4 Monate her

Naja Fakt ist nunmal, dass Stephen Wolfram sehr grosse Toene gespuckt hat und das schon Monate vor dem Launch. Fakt ist auch, dass Stephen Wolfram Erfinder auf der ganzen Welt als grossartiger Software-Entwickler und Mathematiker anerkannt ist und man ihm somit einiges zutraut.

Was am Ende bei dem ganzen herauskommen wird, ist eine voellig andere Sache.

Und ich denke durchaus, dass WA Konkurrenz fuer Google darstellt. Zwar werden Suchmaschinen wohl weiterhin nicht ersetzt werden koennen, aber zumindest was direkte Fragen angeht, wird der Traffic wohl an Alpha gehen (soweit es haelt, was es verspricht).

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[…] ein kleiner Ausschnitt aus dem Artikel: Von denkenden Maschinen und Robotern träumt die Menschheit schon lange, doch nun will niemand […]

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[…] Dr. Web Dreamcodes Efo.ch Sistrix SeoDeo […]

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[…] clevere Web scheint auf dem Sprung zu sein – mal wieder, muss man wohl sagen. WolframAlpha hat etwa bei Dr. Web und weiteren Blogs gewisse Erregung ausgelöst. Stephen Wolfram ist nun keiner der üblichen […]

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[…] WolframAlpha – Eine Suchmaschine lernt das Denken […]

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[…] Samstag ging die semantische Suchmaschine WolframAlpha an den Start. dr. web berichtete bereits vorab über den Wissenschaftler Stephen Wolfram, der WolframAlpha […]

siM00nFreE
Gast
7 Jahre 3 Monate her

wolfieeee

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[…] WolframAlpha: Die denkende Suchmaschine (Dr.Web) […]

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[…] Samstag ging die semantische Suchmaschine WolframAlpha an den Start. dr. web berichtete bereits vorab über den Wissenschaftler Stephen Wolfram, der WolframAlpha entwickelt. Golem […]

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