SEO: Willst du auf Googles Seite 1, dann achte auf Links, Content, Keywords und Performance

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist keine Wissenschaft und kann von jedermann mit relativ geringem Aufwand bewältigt werden. Du darfst nur nicht den Gurus glauben, sondern solltest dich auf ein paar wenige Aspekte fokussieren, die den Großteil des Ranking-Erfolges ausmachen.

SEO: Pseudowissenschaftliches Schamanentum tanzt um den heiligen Gral der Google SERPs

Erwähnte ich schon, dass ich der SEO-Branche eher reserviert gegenüber stehe? Allein dieser hochkomplizierte, pseudowissenschaftliche Duktus schreckt mich ab. Es kann doch nicht sein, dass man entweder 700 Seiten-Wälzer zum Thema auswendig lernen oder einen teuren SEO-Dienst bezahlen muss, nur um ein ordentliches Ranking seiner Seite in den Google-Suchergebnissen hinzubekommen.

Und weißt du was? Es ist auch nicht so. Denn im Grunde sind es wenige Aspekte, auf die du achten musst, um deine Seite vernünftig platziert zu wissen. Sicherlich kannst du immer noch in mehr Details eintauchen, immer noch tiefer graben. Aber bedenke, dass die gute alte Pareto-Regel auch hier gilt. Mit 20 Prozent des Aufwands wirst du 80 Prozent des Erfolgs erreichen. Mir reicht das, und dir?

Und das sind die Aspekte, auf die du wirklich dein Augenmerk richten solltest:

Links

Es war schon immer so und es wird wohl auch immer so bleiben. Je mehr Seiten der Google Crawler findet, die ihrerseits Links zu deinen Seiten gesetzt haben, desto entschlossener werden die Jungs aus Mountain View dich ergebnismäßig hochstufen. Die Logik ist nachvollziehbar. Wenn so viele externe Seiten deine Inhalte für so gut halten, dass sie sogar verlinken, dann muss da ja was dran sein. Empfehlungsmarketing auf die Google-Art.

Damit du aber nicht auf die Idee kommst, dieses Empfehlungsmarketing zu einem Schneeballsystem zu pervertieren, achten die Kalifornier zusätzlich darauf, dass die eingehenden Links ihrerseits relevant sind. Wenn du also ein Fachmagazin zu Paragliding betreibst, wird Google Links zu deinem Magazin, die vom Sanitärgroßhandel kommen, zwar zur Kenntnis nehmen, aber nicht positiv für das Ranking berücksichtigen.

So soll sichergestellt werden, dass die Backlinks nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ gut sind. Wie kommst du an solche Backlinks?

Content

Kommen wir zum zweiten wichtigen Aspekt, deinen Inhalten. Wenn du dich ein bisschen im Netz umschaust, dann findest du relativ leicht Inhalte, denen du schon auf den ersten Blick ansiehst, dass sie ausschließlich zu Rankingzwecken geschrieben wurden.

Diese Texte sind meist überaus lang und strotzen vor Keywords, sind aber dennoch fachlich dünn und den Zeitaufwand nicht wert, gelesen zu werden. Solche Inhalte helfen dir in einem Gesamtkonzept nicht weiter.

Denn, um eingehende Links organisch, also ohne sie zu kaufen, zu erhalten, brauchst du hervorragende Inhalte. Wieso sonst sollte eine externe Seite auf deinen Content linken? Hervorragende Inhalte sind fachlich durchrecherchiert, sauber formuliert, interessant und erschöpfend. Sie behandeln ein Thema auf eine Weise, dass es keiner weiteren Quelle bedarf, um mehr zu dem besagten Thema zu erfahren, weil schon alles Wissenswerte drin steht.

Solche Texte sind naturgemäß lang, was generell gut ist. Zu diesem Thema solltest du auch meinen Beitrag zum Thema „Wie lange dauert es, bis deine Website auf Seite 1 der Google Suchergebnisse ist?” lesen.

Ein wichtiger Faktor, der sich direkt auf die Qualität deiner Inhalte bezieht, ist die „Bounce Rate”, zu deutsch Absprungrate. Google untersucht, wie lange deine Besucher auf deiner Seite bleiben. Verlassen sie quasi fluchtartig das Gelände nach wenigen Sekunden, wertet Google das als schlechtes Zeichen. Denn dann sind deine Inhalte wohl doch nicht so relevant wie zunächst gedacht.

Wenn deine Inhalte aber eigentlich gut sind, und du dennoch eine hohe Absprungrate zu verzeichnen hast, solltest du nochmal überprüfen, ob deine Definition von „gut” nicht vielleicht etwas zu kurz gegriffen ist.

Ich kenne fantastische Texte, die zu 100 Prozent wahr und fundiert sind, die aber dennoch kaum ein Mensch lesen will. Das hat vielerlei Gründe. Es kann an der Typografie liegen oder am allgemein unübersichtlichen Seitendesign. Es kann daran liegen, dass es keinerlei Bilder oder andere strukturelle Auflockerungen gibt.

Mit anderen Worten: Content ohne Design funktioniert nicht. Lockere deine Texte so auf, dass sie nicht nur Google, sondern vor allem auch echten Leserinnen und Lesern gefallen. Dann bleiben letztere mit größerer Wahrscheinlichkeit länger auf deinen Seiten und die Absprungrate verbessert sich.

Keywords

Auch gut ist es, wenn du relevante Schlüsselbegriffe (Keywords) definiert hast und entsprechend im Text benutzt. All das aber muss natürlich bleiben, nicht konstruiert werden. Die einzige Kontruktion, die erlaubt ist, kommt zum Einsatz, wenn es um Überschriften und den Title-Tag deiner Seite geht. Hier ist es immer positiv, wenn das Keyword an erster Stelle kommt. So gewinnt der Google Crawler den Eindruck, hier einen Inhalt vorliegen zu haben, der sich wirklich gezielt mit dem entsprechenden Thema befasst. Während du den Title-Tag biegen kannst, wie du willst, achtest du bitte bei Überschriften darauf, dass sie durch die Konstruktion nicht unlesbar werden.

So nicht…

Ähnlich wie bei den bereits erwähnten Backlinks, achtet Google auch bei den verwendeten Keywords auf Relevanz. Du kannst also nicht einfach Keywords in deine Texte sprenkeln, die mit dem eigentlichen Inhalt nichts zu tun haben. Das war früher ganz beliebt, vielfach sogar als weißer Text auf weißem Grund. Mittlerweile erkennt der Suchmaschinenriese, wenn man ihm solche Eier unterschieben will.

Performance

Zu diesem Thema findest du hier bei Dr. Web ganze Artikelserien. Denn seit Performance, also die Ladegeschwindigkeit einer Website im Jahre 2010 offiziell von Google zum Rankingfaktor erhoben wurde, solltest du dich ernsthaft damit auseinandergesetzt haben. Auch die Besucherinnen und Besucher werden es dir danken, indem sie nämlich deine Website nicht so schnell wieder verlassen.

Inwieweit Google die Ladegeschwindigkeit aktuell als Rankingfaktor benutzt, ist in Fachkreisen umstritten. Teilweise wird behauptet, das Thema hätte sich inzwischen erledigt. Ich denke eher, dass die allgemeine Geschwindigkeitssteigerung im Netz seit 2010 dazu geführt haben könnte, dass Ladezeiten weniger problematisch geworden sind.

Dennoch ist es eine gute Empfehlung, eine Ladezeit von unter zumindest zwei Sekunden anzupeilen. WordPress-Verwender finden hier unsere große Serie zum Thema.

Generell verheißt responsives Webdesign bessere Performance, da hier schlanke Layouts zwangsläufig präferiert werden. Da Mobilfreundlichkeit ebenfalls ein Kriterium beim Google-Ranking ist, kannst du hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Zusammenfassung

Du brauchst ein schlankes, schnelles Design, sowohl für die Seite insgesamt, wie auch für die einzelnen Inhalte. Backlinks generierst du über Top-Content, der keine Fragen zum Thema offen lässt, keinen werblichen Charakter hat und so interessant daherkommt, dass man ihn wirklich lesen will. Durch die Verwendung von Keywords machst du auch Google klar, dass dein Content relevant ist.

Ist das verkürzt dargestellt? Klar ist es das. Aber dafür habe ich ja den ganzen Text oberhalb der Zusammenfassung geschrieben. Nun nimm dich der genannten Aspekte an und realisiere deinen Pareto-Effekt.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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8 Kommentare auf "SEO: Willst du auf Googles Seite 1, dann achte auf Links, Content, Keywords und Performance"

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Jack Beauregard
Gast

“Pseudowissenschaftliches Schamanentum” – deshalb lese ich so gerne bei euch.

Kevin
Gast

Gut auf den Punkt gebracht! Danke dafür!

Michael Pröll
Gast
Hallo, der Artikel beruhigt etwas bei der Masse an SEO Infos im Web. Ich war mit meiner Webseite im Bereich PC Heimarbeit und alternativen Geld Verdienst Methoden (z. b. Affiliate Marketing) 4 Jahre auf Seite 1 mit verschiedenen Keywords. Und immer unter den ersten 5 in Google. Nun bin ich auf Seite 2 abgerutscht und habe keinen Schimmer was ich tun soll. Ich versuche ab und an verschiedenste Inhalte auf meiner Stsrtseite zu platzieren. Verlinkungen, schöne Keywordverteilung, usw… nichts hilft, dass ich wieder nach vorne komme. Dubiose Webseiten mit null Inhalt liegen auf besseren Positionen. Das verstehe ich nicht. Irgendetwas… Read more »
Ahmet Dingil
Gast
Hallo Dieter, ich lese auch begeistert diesen Blog und ich kann nachvollziehen, dass du eher der Branche reserviert gegenüber stehst. Gerade mit dem historischen und detaillierten Blick auf “Black Hat SEO”, “Linkbuilding” oder den unseriösen “Internet Marketing Gurus” kann ich jedem ebenfalls eine kritische Einstellung empfehlen. Jedoch ist Suchmaschinenoptimierung nicht gänzlich zu verteufeln. Es steht und fällt mit dem was man unter SEO versteht, alles hinzuzählt oder was man hiervon heraushält. Mit Blick auf die Medieninformatik oder die Informationswissenschaft kann diese fachliche Sicht nicht als Pseudowissenschaftliches Schamanentum definiert werden. Ich denke auch nicht, dass du diesen Bereich miteinbezogen hast. Beispiel:… Read more »
Sebastian
Gast

Chapeau!

Elias Lange
Gast

Seitenladezeit ist ein Rankingfaktor, was auch bestätigt wurde. Nur mal so…

MHBerlin
Gast

Mach einer gerade neu erschienen Studie von Semrush bekommen die Besuchszeiten, Seitenbesuche und auch, das hatte ich in der Bedeutung noch nicht erwartet, die SSL Verschlüsselungen eine Aufwertung im Google Ranking.

Gruß

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