Warum das Auslagern von Web-Formulare Zeit spart und die Sicherheit erhöht – 6 Alternativen

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Sven Lennartz

Ex Webdesigner und Gründer von Dr. Web, heute ist Sven als Schriftsteller...

Ein alter Hut, denn schließlich gab es das schon in den Kindertagen des Webs – Stichwort Formmailer. Damals verfügte längst nicht jeder Webspace über eine CGI-Schnittstelle, die Programmierung mit PERL war wenigen Webdesignern geläufig, und PHP war noch nicht erfunden. Also griff der Webmaster wenn er ein Kontaktformular brauchte auf einen externen Dienstleister zu. Genau das gibt es längst wieder. Mit frischen Ideen, serviceorientiert. Und das bietet durchaus Vorteile.

Warum Geld ausgeben für etwas, das man auch umsonst haben kann? Nun, da gäbe es gleich eine Reihe von Gründen:

  • Zuerst die Zeitersparnis beim Erstellen der Formulare – sofern man auf die bereitgestellten Galerien zurückgreift und die vorgegebenen Designs anpasst.
  • Es ist keine eigene Installation nötig. Das spart ebenfalls Zeit, besonders wenn man sich mit dem Scripting nicht allzu gut auskennt.
  • Keine Scripts auf dem eigenen Server bedeutet einen Zugewinn an Sicherheit. Angreifer brechen häufig durch schlecht gewartete, falsch eingestellte oder alte, vergessene Scripts in Server ein. Wer seine Formulare auslagert hat keine Probleme mehr mit XSS (cross-site scripting) oder SQL-Injection.
  • Es ist keine Wartung mehr nötig, das Aktualisieren und Patchen übernimmt der Dienstleister
  • Externe Dienste entlasten den Server. Allemal wenn viel verschickt werden muss, aber auch falls Konfigurationsfehler vorliegen.

Nachteile

  • Höhere Kosten oder Werbung im Formular. Letzteres ist bei professioneller Verwendung keine Option.
  • Man ist von der Zuverlässigkeit und Performance des Anbieters abhängig.

Die Spezialisten verfügen über eine veritable Auswahl verschiedener Formulare und Formulartypen, die man sich dann selbst nach Bedarf und Wunsch anpasst. Das zeigen wir mit einem Muster beim Anbieter Wufoo.

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Dessen Preisstaffel geht von Null bis 199,95 US Dollar. So schwergewichtig muss das Paket aber nicht gleich sein. Für knapp 25,- Dollar können bereits unbegrenzt viele Formulare gebastelt und gehostet werden. Diese dürfen dann zusammen pro Monat 3000mal verwendet werden. Das sind dann schon eine Menge Kontaktanfragen. Im Falle eigener Umfragen könnte das aber schon zu wenig sein.

Wie einfach ist das? Nach der Anmeldung klickt man kurzerhand zum Editor durch. Das Wunschformular wird in wenigen Schritten zusammengeklickt.

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Die Beschriftungen sind zwar auf Englisch, dem kann jedoch abgeholfen werden. Ein Doppelklick auf ein Element und man gelangt in den Editiermodus.

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Hier lässen sich unter “Form Settings” weitere Angaben festhalten. Etwa die Bezeichnung des Formulars, man kann ein CAPTCHA verwenden und die Sprache einstellen. Nicht zu vergessen die “Field Settings”, hier werden die einzelnen Eingabefelder und Formularobjekte konfiguriert.

Im nächsten Schritt wird es persönlich. Wofoo will wissen wohin die Formulareingaben der Besucher geschickt werden sollen. Das kann klassischerweise via E-Mail geschehen, man hat aber auch die Möglichkeit sich per Handy belästigen zu lassen oder einen passwortgeschützten RSS-Feed aufzusetzen.

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Fertiges Formular mit Farbschema

Das Ergebnis ist ein Basisformular ohne Gestaltung, das aber funktioniert und sofort seinen Zweck erfüllen kann. Fehlt noch ein passendes Design. Der Dienstleister stellt seinen Kunden einige riesige Bibliothek mit fertigen Formularen für so ziemlich alle denkbaren Fälle zur Verfügung. Und dann ist da noch der Theme Generator. Es hilft bei der Auswahl einer Farbpalette. Hat man etwas passendes gefunden, fügt man es per Klick seinem Account hinzu und kann es fortan für jedes Formular benutzen. Dazu dient eine Drop-Down-Auswahl.

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Hier kann man ein Farbschema aussuchen

Wie es sich für einen Online Dienst gehört gibt es ein persönliches Kontrollzentrum, das Auskunft über den Verbrauch und gegebenenfalls die Aktivitäten liefert. Die Formulare laufen auf einer Thirdleveldomain bei Wufoo.

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Genug von Wofoo, es gibt weitere, interessante Dienstleister

Icebrrg
Dieser Anbieter verfolgt praktisch denselben Preisplan wie Wofoo, es geht von null bis 199 Dollar pro Monat. Wer sich für das “Titanic” genannte dickste Paket entscheidet kann soviele Formulare senden lassen wie er will. Den schöneren Theme-Generator hat aber Wofoo. Wer LightCMS benutzt freut sich über Icebrrg, denn der Dienst ist komplett integriert. Auch sonst lässen sich erzeugte Formulare einfach in bestehende Webseiten integrieren. Das funktioniert via Copy&Paste, installiert werden muss nichts.

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Formspring
Auch hier liegen die Preise zwischen null und 149,- Dollar pro Monat. Das Gratisangebot ist wie überall mit Werbung in eigener Sache garniert. Formspring bietet eine 30 Tage Geld-zurück-Garantie.

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Der Formulargenerator erlaubt auch das Hochladen oder Kopieren eines existierenden Formulars und bietet ansonsten mehrere Dutzend Vorlagen und 11 schlichte Designs – mehr gibt es erst gegen Bezahlung (die hier so genannten Style Templates). Das Generatorerzeugnis kann via Javascript eingebettet werden, alleinstehend laufen oder als HTML herunter geladen werden. Für das Blog-System TypePad gibt es ein Widget.

Formsite
Gleich sechs Preiszonen lassen sich hier ausmachen. Zwischen kostenlosem Schnupperzugang und Enterprise mit bis zu 1000,- Dollar monatlich ist alles dabei. Man ist stolz darauf schon seit 10 Jahren im Geschäft zu sein. Leider sieht man das teilweise auch den Designs an, die nicht wie die frischesten wirken.

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Immerhin ist die Auswahl vorgefertigter Formulare groß. Die Formulare können in eigene Seiten integriert werden. Features für Anspruchsvolle gibt es reichlich.

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Jotform
Hier handelt es sich zu erst einmal um einen WYSIWYG Formular Editor. Man kam bequem sein Formular zusammenklicken, betexten, Felder verschieben und den Quellcode anschließend herauskopieren. Die Formulare können dann auf den eigenen Seiten zur Verfügung gestellt werden. Unterstützung erhält man vom Form-Wizard. Leider stehen nur 5 Themes für das Design zur Auswahl.

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Mitglieder dürfen ihre Formulare bei Jotform hosten. Und das ist günstig. Zur Auswahl stehen ein Gratiszugang und das Premiumangebot für 9,- Dollar im Monat. Dafür gibt es SSL, Support, 1 Gigabyte Upload und die Möglichkeit so viele Formulare senden zu lassen wie man will. Eine 30 Tage Geld-zurück-Garantie gibt es außerdem.

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Der Formular-Assistent

Formassembly
Maximal 34,- Dollar werden bei diesem Anbieter fällig. Formassembly bietet als einzige Firma eine Abrechnung nach Stückzahl (5 Cents pro Sendung). Der Formularprofi bietet unter anderem standardkonforme Formulare, unterstützt Fremdsprachen, mehrseitige Formulare und die Überprüfung von Nutzereingaben. Ein Design-Generator gehört nicht zum Angebot.

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Aus dem Angebot…

Alle sechs Anbieter versprechen denselben Dienst, ihre Leistungen unterscheiden sich aber. Während Wufoo viel Wert aufs Design legt, sich klickfreundlich und modern gibt, ist auf der anderen Seite die Formassembly ein Dienst für anspruchsvolle Formularnutzer. Lohnen kann sich der Einsatz unter praktischen und sicherheitstechnischen Gesichtspunkten.

Sven Lennartz

Ex Webdesigner und Gründer von Dr. Web, heute ist Sven als Schriftsteller und Blogger (Conterest) unterwegs. Hol dir sein gratis eBook Wie du mit wenig Zeit viel für dein Blog herausholst. Die Blogpflege Fibel.

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butterfinger
Gast

Lieber Sven Lennartz!

Ich bin seit Jahren eifriger und sehr überzeugter Dr.Web-Leser und PLUS-Abonnent und finde Dr. Web immer noch Spitze! Aber: gehört dieser Beitrag wirklich in den Plus-Bereich …? Ist das wirklich eine Alternative für die Kollegen …? Scheint mir doch eher ‘ne Lösung für Einsteiger zu sein …

Nix für ungut und beste Grüße!

Sven Lennartz
Gast

woofoo mag an dieser stelle zu simpel sein, das war für ein beispiel ganz praktisch ;-) . die anderen dienste sind dies aber nicht. wer nicht alles selbst scripten will kann durchaus gut damit fahren dienste auszulagern. ja, ein webdesigner sollte das selbst können oder jemanden haben der das macht, aber ihm stehen diese möglichkeiten eben auch offen. ein seitenbeteiber hingegen muss kein formular-experte sein.

auch ist es schön dass sich der dienst um updates und sicherheit kümmert. das auslagern ins netz ist ein allgemeiner trend aus den letzten jahren. so etwas finden wir auch an anderer stelle.

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