Vom Bloggen leben: Tipps von Nischenseiten-Betreiber Daniel Beuing aka Danosch (Interview)

Kein Beitragsbild

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals...

Die Interview-Serie “Vom Bloggen leben” stellt erfolgreiche Blogger und deren Geschäftsmodelle vor. Sie beschäftigt sich zudem mit der Frage, wieviel diese Blogger verdienen und wie sie es dorthin geschafft haben. Im heutigen Teil heißt der Interviewpartner Daniel Beuing (aka Danosch). Er betreibt das Blog “Eine Million verdienen”, worin er sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, diese Summe mit 6 Nullen nur mit Internetprojekten einzuspielen. Im Geschäftsmodell des engagierten Wirtschaftsstudenten steht allerdings nicht das Blog im Zentrum, sondern es dient vor allem der Dokumentation seiner Erfolge und der Informationsbereitstellung für interessierte Leser. Die Haupteinnahmen erzielt er mit vielen kleinen Projekten. Sein Geschäftsmodell unterscheidet sich daher stark von denen unserer bisherigen Interviewpartner.

Screenshot: www.eine-million-verdienen.de, Stand: 2.10.14)
Screenshot: www.eine-million-verdienen.de (Stand: 2.10.14)

Wie viel verdienst du mit deinem/n Blog/s bzw. mit deinen Nischenseiten?

Also, ich sehe das Geschäft bisher noch als Studentenjob. Das heißt, dass die aktuell gut 1000 Euro im Monat sicherlich ein guter Verdienst sind. Natürlich möchte ich in Zukunft meine Seiten und andere Projekte weiter ausbauen, um langfristig wirklich davon leben zu können.

Was sind deine wichtigsten Einnahmequellen? (Affiliate-Werbung, eigene Info-Produkte, Gastbeiträge etc.)

Meine nahezu einzige Einnahmequelle, abgesehen von einigen Adsense-Bannern, ist das Affiliate Marketing. Um mit Gastbeiträgen Geld auf meinem Blog oder meinen Nischenseiten zu verdienen, sind die Zielgruppen meist zu eng abgesteckt oder die Besucherzahlen einfach zu niedrig. Ich lasse mich da natürlich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber die vorrangigen Einnahmen erhalte ich durch die Vermittlung von Produkten.

Wie bist du auf die Idee gekommen, das Bloggen bzw. Nischenseiten zu deinem Beruf zu machen?

Ich habe anfangs nur Nischenseiten gestartet und mit dem eigentlichen Bloggen rund um das Thema “Online-Marketing” erst später begonnen. Meine Anfänge waren dabei dermaßen unerfolgreich, dass ich mich eigentlich gar nicht mehr mit dem Thema Marketing beschäftigt habe, bis ich dann eines Tages doch die ersten Einnahmen erzielen konnte. Natürlich sind 1000 Euro im Monat nicht sonderlich spektakulär. Bedenkt man allerdings, dass ich in weniger als einem halben Jahr auf diese Summe gekommen bin, versteht man sicherlich, was das Thema Internet-Marketing so spannend macht.

Wie lange hat es bei dir gedauert, bis du vom Bloggen bzw. Nischenseiten leben konntest? Was waren deiner Meinung nach die ausschlaggebenden Gründe dafür?

Also, wenn ich von der Firmengründung ausgehe, dann hat es fast 2 Jahre gedauert. In dieser Zeit habe ich allerdings so viel gelernt, dass ich ab einem gewissen Zeitpunkt einen spürbaren Anstieg meiner Einnahmen verzeichnen konnte. Meine Anfänge waren – wie gesagt – so dilettantisch, dass ich den eigentlich Beginn meiner Tätigkeit meistens auf das Ende des Jahres 2013 datiere. Meine Projekte waren und sind zu 90% abhängig von Suchmaschinen und wenn man nicht die entsprechende Geduld mitbringt und gewisse Faktoren überoptimiert, kann es durchaus sein, dass man langfristig keinen einzigen Besucher auf seine Seiten lockt. Allerdings habe ich ständig an meinen Projekten gearbeitet und immer mehr dazu gelernt und neue Sachen ausprobiert. Ich gebe immer gerne zu, dass meistens nur 20 oder 30 Prozent der gestarteten Projekte rentabel werden, daher war bei mir der ausschlaggebende Grund vermutlich auch etwas Glück und vor allem Durchhaltevermögen.

Wie viele Besucher brauchtest du, um vom Bloggen leben zu können? Gibt es eine Kennzahl, die du als Minimum ansehen würdest?

Diese Frage kann ich leider nicht konkret beantworten. Das kommt im Endeffekt immer auf die eigene Präsentation und die beworbenen Produkte an. Wenn ich nur Handyhüllen bewerbe, brauche ich sicherlich mehr kaufwillige Besucher, als wenn ich mich auf Kredite konzentriere.

Screenshot des Nischenseitenprojekts www.32zollfernsehertest.de, Stand: 2.10.14)
Screenshot des Nischenseitenprojekts www.32zollfernsehertest.de (Stand: 2.10.14)

Kennst du unser E-Book-Bundle? Spare jetzt 6,99 €!

E-Book Bundle von Andreas Hecht

Gab es einen Punkt, an dem du alles hinschmeißen wolltest? Warum und wie bist du darüber hinweg gekommen?

Nachdem mein erstens Projekt gescheitert ist, habe ich mich eigentlich nicht mehr so recht mit dem Thema beschäftigt und eher halbherzig ein zweites Projekt aufgebaut. Dann habe ich mehr oder weniger aus Versehen meine Zahlen bei Amazon geprüft und festgestellt, dass sich da doch etwas tut. Ab dem Zeitpunkt war ich wieder Feuer und Flamme und habe ständig neue Seiten aus dem Boden gestampft.

Geld im Internet zu verdienen wird fälschlicherweise oft mit dem Traum von wenig Arbeit mit viel Ertrag gleichgesetzt. Wie sieht deine Realität aus? Wieviele Arbeitsstunden investierst du pro Woche in dein/e Blog/s und Nischenseiten?

Das kommt immer ganz darauf an (super Antwort, ich weiß). Ich arbeite aber tatsächlich maximal 20 Stunden pro Woche an meinem Blog und meinen Seiten, wobei ich die meiste Zeit eigentlich für meinen Blog aufwende. Die Nischenseiten laufen meist ganz von alleine. Erst kürzlich war ich für einige Zeit im Urlaub und konnte danach feststellen, dass abgesehen von meinem Blog, der vor allem auf regelmäßige Artikel angewiesen ist, sonst alles beim Alten geblieben ist und die Seiten auch wunderbar ohne meine Kontrolle funktioniert haben.

Wie planst du die Entwicklung deines/er Blog/s und Nischenseiten? Schreibst du spontan darauf los oder planst du in Wochen/Monaten/Jahren?

Die Nischenseiten skizziere ich meist vorher grob auf einem Din A4 Blatt. Dann mache ich mir Notizen zu möglichen Themen, suche mir entsprechende Keywords mit guten Suchvolumina heraus und schreibe meine Artikel. Man könnte also sagen, dass dies meist recht spontane Aktionen sind.

Wie stellst du sicher, dass dir nie die Themen ausgehen und woher weißt du, dass Sie dein Publikum auch interessieren?

Neue Themen braucht man in der Regel ja eher bei blogbasierenden Internetseiten. Meine Nischenseiten sehen zwar aus wie Blogs, sind aber eigentlich statische Seiten, an denen ich eher selten arbeite. Ich klopfe vorher meist grob die Themenfelder ab und notiere mir möglichen Unterthemen und arbeite diese dann in der Regel in recht kurzer Zeit ab. Wenn dann etwas Neues in diesem Bereich passiert, beispielsweise ein neues Gerät in dieser Sparte auf den Markt kommt, widme ich mich diesem Thema dann meist in einem Artikel.

Gibt es deiner Meinung nach Kriterien, die ein Blogthema bzw. Nischenseitenthema unbedingt erfüllen sollte, um Geld zu verdienen oder kann man mit jedem Thema als Blogger bzw. mit einer Nischenseite genug Geld zum Leben verdienen? (gemeint sind Suchvolumen, Branche etc.)

Wenn man mit einem Blog Geld verdienen möchte, dann sollte man in der Regel schon vorher prüfen, ob sich mit diesem Thema Geld verdienen lässt und dabei vielleicht einfach mal im Bekanntenkreis fragen, ob der oder diejenige entsprechende Sachen im Internet bestellen würde. Generell kann man sicherlich mit 99% aller Themen auch irgendwie Geld verdienen.

Kann und/oder sollte man ein erfolgreiches Blog bzw. eine Nischenseite am Reisbrett entwerfen? Wenn ja, was ist entscheidend?

Es ist sicherlich von Vorteil, wenn man einen groben Überblick hat und einige Themen und Features der Seite im Voraus plant. Wenn einem zu einer Nische partout nichts einfallen will, sollte man aber eventuell die Finger davon lassen.

Welche Vorkenntnisse braucht deiner Meinung nach ein erfolgreicher Blogger bzw. Nischenseitenbetreiber?

Im Prinzip keine. Das ist ja das Schöne an der Sache. Ich hatte anfangs auch keine Ahnung davon und habe mir mehr oder weniger alles selber beigebracht und angelesen. Wenn man in einer Nische unterwegs ist, interessiert man sich ja in der Regel auch für das entsprechende Thema und wenn man dann noch einigermaßen gut recherchiert, wird man meist automatisch zu einem Experten auf dem Gebiet. So ging es mir jedenfalls bisher.

Wenn du eine Anleitung für einen Nischenblog bzw. eine Nischenseite zum Geldverdienen schreiben müsstest, welche drei Punkte würden darin in jedem Fall enthalten sein?

Das hört sich ja fast nach der berühmten Frage nach der Lizenz zum Gelddrucken an. Ich denke, dass kann man so konkret nicht beantworten. Jedenfalls fällt mir spontan keine schlüssige Antwort darauf ein. Man sollte sich vielleicht fragen, ob es für die eigene Idee einen Markt gibt und ob man sich damit beschäftigen möchte.

Könntest du jederzeit wieder ein neues Blog bzw. eine neue Nischenseite aufsetzen von dem/r du leben könntest? Wenn ja, was unterscheidet deine Herangehensweise von den vielen Tausend, die scheitern?

Aufsetzen: ja. Davon leben? Keine Ahnung. Also sagen wir es mal so: ich habe definitiv mehr Ideen, als ich Zeit habe. Ich würde mich jetzt auch nicht als so erfolgreich betrachten, dass ich mich hier weit aus dem Fenster lehnen möchte, aber ich bin auch dutzende Male gescheitert. Glücklicherweise kostet eine Internetseite, abgesehen von der Zeit, vielleicht 10 Euro im Jahr. Wenn die Idee nicht funktioniert, sollte man einfach etwas Neues probieren. So mache ich das jedenfalls.

Screenshot des Nischenseitenprojekts www.akku-unterwegs-aufladen.de (Stand: 2.10.14)
Screenshot des Nischenseitenprojekts www.akku-unterwegs-aufladen.de (Stand: 2.10.14)

Welche Tools sind deiner Meinung nach absolute “Must haves”, um mit Websites Geld zu verdienen? Und warum sind diese so wichtig?

Kein einziges. Es gibt zwar einige Tools, die ich häufig und regelmäßig nutze, dabei geht es aber vor allem um die Erleichterung häufiger Arbeitsschritte. So nutze ich beispielsweise fast täglich Market Samurai, aber fast alle Informationen aus dem Tool bekommt man rein theoretisch auch umsonst. Nur dauert dann ein einfacher Arbeitsschritt vielleicht zehn mal so lange.

Gibt es auch Tools, die du für absolut überschätzt hältst? Wenn ja, warum?

Dazu fallen mir eigentlich nur dubiose E-Mail- und Videokurse mit 3- und 4-stelligen Preisen ein. Wenn man nichts weiß, kann man da sicherlich einiges lernen, aber mich haben die Preise bisher immer abgeschreckt.

Was unterscheidet – abgesehen von den Einnahmen – einen Profi-Blogger bzw. Nischenseiten-Starter von einem Hobby-Blogger bzw. Hobby-Seitenbetreiber? Anders gefragt: Welche Eigenschaften braucht man als Profi?

Streng genommen würde ich mich zwar nicht als Profi bezeichnen, aber man sollte sicherlich einen langfristigen Plan, einige redaktionelle und journalistische Grundregeln beachten und vor allem entsprechende Motivation mitbringen.

Gibt es sonst noch etwas, dass du unseren LeserInnen zum Thema mitteilen willst?

Wenn man ernsthaft versuchen möchte, sich langfristig ein passives Einkommen im Internet aufzubauen, sollte man sich nicht von kleinen Rückschlägen unterkriegen lassen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Daher immer schön weiter machen.

Über Danosch aka Daniel Beuing

Daniel Beuing ist ein 24-jähriger Wirtschaftsstudent aus Herne. Als Studierender, der sich früher mit klassischen Nebenjobs sein Studium finanzierte, stieß er schnell an die Grenzen und Möglichkeiten. Geregelte Arbeitszeiten und der klassische Tausch von Zeit gegen Geld machten diese Arbeitsweise unflexibel. Flexibilität erleichtert das Studieren allerdings.

Als er von Nischenseiten und der Möglichkeit von passiven Einkommen im Internet erfuhr, startete er mit einem Freund eine solche Firma. Mittlerweile nimmt Danosch damit mehr als 1.200 Euro pro Monat (Quelle: Einkommensreports auf www.eine-million-verdienen.de, Stand: August 2014) ein. Sein Geschäftsmodell basiert nicht wie bei den anderen vorgestellten Bloggern dieser Interview-Serie hauptsächlich auf einem Blog und ein paar Nebenprojekten, sondern es steht auf vielen kleinen Projekten (sogenannten Nischenseiten), die das Haupteinkommen darstellen, und sein Blog www.eine-million-verdienen.de widmet sich seinen Erfahrungen bei diesen Projekten und dient als Dokumentation seines engagierten Vorhabens. Das Blog steuert allerdings nur einen geringen Teil des Einkommens bei.

Links zum Beitrag

(dpe)

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

Sortiert nach:   neueste | älteste | beste Bewertung
Andreas Hecht
Gast

Hallo Manuel,

interessante Artikelserie, ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag.

ati
Gast

Stimmt / ich auch.

Manuel Diwosch
Gast

Hallo ati, vielen dank.

Manuel Diwosch
Gast

Hallo Andreas, vielen Dank. Kommt – versprochen, allerdings wird nun kurz pausiert (eine kleine Reise). Aber wenn ich wieder zurück bin, geht es weiter.

Wilibi
Gast

Der Beitrag war sehr interessant zu lesen, noch dazu weil ich den Blogger über Peer von Selbstständig im Netz schon kannte. Wäre interessant zu erfahren wieviele Leute eigentlich über Peers Seite auf Daniels Blog kommen?

trackback

[…] geht es zu einem interessanten Interview zum Thema “Von Nischenwebsites leben”. Weitere Interviews findet ihr hier im Blog und […]

wpDiscuz